Neulich in der Sneak: Hard Powder

Schlagwörter

, , , , , ,

Ein Vorwort

2014 drehte der norwegische Regisseur Hans Petter Moland den Film „Einer nach dem anderen“, mit Stellan Skargard in der Hauptrolle. Dieser bekam sehr gute Kritiken. Davon beflügelt beschloss Moland den Film einfach noch einmal zu drehen. Das Drehbuch wurde von Frank Baldwin ein wenig abgeändert und das Setting in die Rocky Mountains verlegt. So wurde, diesmal mit Liam Neeson in der Hauptrolle, der gleiche Film noch einmal in einer Hollywoodvariante gedreht. Und dabei wollte Liam Neeson doch keine Actionfilme mehr machen…

Die Handlung

Der Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) muss erfahren, dass sein Sohn an einer Überdosis Drogen starb. Während seine Frau (Laura Dern) daran zerbricht und ihn letztendlich verlässt, glaubt Nels daran, dass seinem Sohn unrecht getan wurde und er ermordet wurde. Auf der Suche nach dem Schuldigen färbt sich der Schnee des kleinen Dorfes Kehoe schnell rot.

Meine Meinung

Meine erste Reaktion als ich hörte, dass mal wieder ein Actionfilm mit Liam Neeson in der Hauptrolle gedreht wurde, war ein genervtes Seufzen. War doch zuletzt The Commuter schon nicht gelungen und Run all Night konnte ich nicht einmal zu Ende sehen, weil mich alles genervt hatte. Die gleiche Reaktion hatte ich dann auch, als sich herausstellte, dass Hard Powder der aktuelle Sneakfilm war. Und gerade am Anfang hat sich meine Befürchtung bewahrheitet. Denn Hard Powder braucht eine ganze Weile, ehe er in Fahrt kommt. Doch spätestens nachdem der zweite Tote explizit auf der Leinwand markiert wurde, merkte man schnell, dass Hard Powder kein gewöhnlicher Actionfilm ist. Zwar bewegt er sich im Bereich des Rachethrillers, aber schafft mit der verschneiten Landschaft der Rocky Mountains schon ein eigenartiges Setting, denn ohne Schneepflug ist es schon schwierig vorwärts zu kommen.
Am bemerkenswertesten ist jedoch der absolut schwarze Humor des Films. Im Prinzip ist es nur ein großes Abschlachten, aber das mit genug Handlung um auch noch spannend zu sein. Nach jedem Tod wird der Name und Geburts- und Todesjahr kurz noch einmal eingeblendet. Was am Anfang noch merkwürdig wirkte, entwickelt sich schnell zum Running Gag. So „freut“ man sich fast auf den nächsten Toten. Denn während Coxman den Mörder seines Sohnes sucht, ist der Drogenboss Trevor Calcote auf der Suche nach dem Mörder seiner Dealer, was er wiederum den Indianern in die Schuhe schiebt.
Nachdem Hard Powder fast ein Drittel des Films einfach nur vor sich hin plätscherte und man wieder mit einem Fiasko rechnete, macht der Film nach und nach eine vollständige Wendung und wird spannend, aber vor allem witzig – vorausgesetzt man mag schwarzen Humor. So bleibt der Film sehr positiv in Erinnerung. Mit einer Lauflänge von 118 Minuten ist der Film ein wenig zu lang für seine Handlung. Gerade am Anfang hätte man doch noch einmal einiges einsparen können.

Das Fazit

Hard Powder ist eines der Filme, bei dem man über den lahmen Anfang hinwegsehen muss, um doch noch eine kleine Filmperle zu entdecken, die viele wohl nicht auf dem Schirm hatten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Hard Powder läuft seit dem 28.02.2019 in den deutschen Kinos

Werbeanzeigen

The Lego Movie 2 & Alita – Battle Angel – 2 Kurzkritiken

Schlagwörter

, , , , , , ,

Durch meinen Urlaub bin ich für zwei Filme mal wieder ein bisschen spät dran mit den Kritiken. Da es mir auch für beide schwer fällt die richtigen Worte zu finden, versuche ich mich kurz zu fassen und euch doch meine Gedanken zu den Filmen mitzuteilen.

The Lego Movie 2

Die Handlung: Nach dem Einmarsch der Duplo Figuren, hat sich die Lego Welt in eine postapokalyptische verwandelt, ganz im Stile der Mad Max Filme. Doch eine neue Invasion steht bevor, bei der Emmetts Freunde gekidnapped werden. Nun ist es an ihm seine Freunde zu retten.
Meine Meinung: 2014 erschien der erste Lego Movie im Kino. Die Idee die beliebten Steine zu animieren und daraus ein Abenteuer zu machen, war da noch innovativ und so wurde der Film zum Erfolg. Inzwischen hat das Studio aber mit The Lego Batman Movie und The Lego Ninjago Movie nachgesetzt. Erste Ermüdigkeitserscheinungen bleiben da nicht aus, da es nun doch nichts neues mehr ist. Umso wichtiger wurde es, dass der zweite Lego Movie nun mit einer interessanten und durchdachten Geschichte daherkommt. Leider ist es genau das, was dem Film fehlt. Denn zum einen wird zwar die Geschichte aus dem ersten Teil logisch weitergestrickt, andererseits verliert sie sich an eine sehr frühen Punkt schon, so dass die zuvor liebgewonnenen Figuren auf einmal belanglos wirken und ihren Witz und Charme stark eingebüßt haben. Ein wenig scheint man sich hier auf dem gewonnenen Erfolg auszuruhen. So ist die Geschichte rund um Königin Wasimma Si-Willi sehr unausgegoren und wirr erzählt. Lediglich die Auflösung am Ende und kleinere Gags zwischendurch können den Film noch ein wenig retten. Doch so richtig witzig ist er nicht mehr. Dafür gibt es wieder einen schönen Ohrwurm…
Das Fazit: The Lego Movie 2 versucht auf der selbstgeschaffenen Welle weiterzureiten, säuft aber größtenteils ab. Trotz kleinerer schöner Ideen und Gags kann die Haupthandlung nicht überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Alita – Battle Angel

Die Handlung: Der Cyborg-Arzt Ido (Christoph Waltz) findet auf dem Schrottplatz der letzten Himmelsstadt Zalem die noch lebenden Reste eines Cyborgs. Er nimmt sie mit, gibt ihr einen neuen Körper und einen Namen: Alita (Rosa Salazar). Sie kann sich jedoch an nichts erinnern, lernt nach und nach das Leben in Iron City kennen und trifft auf den Jungen Hugo, der ihr die Sportart Motorball zeigt. Ausgelöst durch eine Gefahrensituation, entdeckt Alita, dass sie eine veraltete Art der Kampfkunst intuitiv beherrscht. Nun versucht sie noch intensiver ihre Vergangenheit zu verstehen.
Meine Meinung: Alita – Battle Angel ist ein Film, der auf einer 9-bändigen Mangareihe basiert. Dadurch hat er sehr viel Stoff zu erzählen, die gefühlt locker in eine ganze Serie gepasst hätte. Stattdessen wird sehr viel Handlung in gerade einmal 122 Minuten gepresst. Dadurch kommt gerade die Erklärung der Welt ziemlich zu kurz. So weiß man am Ende immer noch nicht, was es mit Zalem und dem großen Krieg auf sich hat. Dafür spielt Rosa Salazar ihre Alita mit einer Hingabe, die viel Sympathie entwickelt. Begleitet wird sie von Christoph Waltz, der seit Jahren mal wieder eine neue Seite in seinem Spiel zeigen kann. Ebenfalls mit dabei sind mir sehr sympathische Schauspieler, wie Mahershala Ali, Ed Skrein und Jennifer Connelly, auch wenn sie nicht unbedingt sympathische Rollen spielen. Die Handlung springt zwischendurch leider ein wenig, was wohl dem vielen Stoff geschuldet ist. Gerade das Ende wirkt dann doch etwas übereilt und abrupt. Hier kann man sich nur freuen, wenn der zweite Teil dann irgendwann angekündigt wird.
Das Fazit: Alita – Battle Angel ist ein grundsolider Film, der sich ein bisschen zu viel vorgenommen hat und dadurch kleinere Schönheitsfehler hat. Doch ein guter Cast und eine interessante Geschichte kann das meiste ausbügeln. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick auf den Februar

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Gesund und munter bin ich aus meinem Urlaub zurück. Ich hatte sehr schöne und ereignisreiche Tage. Aber nun wollen wir uns erst einmal meinem Medienkosum im Februar zuwenden, der vor allem durch die Oscarverleihung geprägt wurde.

Sneak Preview

White Boy Rick: Eine unbekannte Geschichte darüber, wie das FBI einen Jungen zum Drogendealer machte. Leider sehr schlecht erzählt, spannungslos und belanglos am Ende.

Hard Powder: Das Stöhnen war groß, als man mal wieder Liam Neeson in einem Actionfilm sah. Doch Hard Powder ist ein Remake eines skandinavischen Films und geprägt durch viel Schnee und eine Menge schwarzem Humor, der den Film von anderen abhebt und doch streckenweise ziemlich viel Spaß macht.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Maria Stuart – Königin von Schottland: Maria Stuart baut ein gutes Setting auf und setzt auf einen starken Cast. Leider kann der Film nicht durch seine Handlung überzeugen, die zu lang und zu langatmig erzählt ist.

Green Book: Green Book ist ein kleinerer, aber sehr feiner Film, der seine Geschichte rund erzählt und den Fokus auf den Roadtrip und die Freundschaft der beiden Protagonisten legt. Die Rassenthematik ist zwar allgegenwärtig, wird aber gekonnt subtil eingespielt.

The Favourite: ist bestimmt nicht jedermanns Favorit. Regisseur Lanthimos geht hier bewusst über Grenzen hinaus. Getragen wird der Film von drei sehr starken Schauspielerinnen, wobei Olivia Coleman jedoch mit einer absolut oscarwürdigen Leistung heraussticht.

The Lego Movie 2: Neue Ideen, neue Charaktere, gewohnte Optik. Der zweite Teil macht zwar streckenweise auch wieder Spaß, bleibt aber dennoch hinter dem ersten Teil zurück, da er nicht mehr mit der innovativen Idee punkten kann.

Vice – der zweite Mann: Vice ist ein stark erzählter Film mit gutem Cast. Ein bisschen weniger reißerisch hätte er dennoch sein können, so kommt er nicht an seinen Vorgänger (The Big Short) heran.

Can you ever forgive me: ist eine sehr ruhige Filmperle, die bei den meisten wohl untergehen wird. Ruhig erzählt und stark gespielt, springt der Film zwischen Charakterisierung und erzählter Geschichte.

Alita – Battle Angel: Ein interessanter Science-Fiction Film, der uns eine neue Welt zeigt, von der ich gerne noch mehr sehen möchte.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh: Habe ich meiner besten Freundin zum Geburtstag geschenkt und dann auch gleich angesehen. Ein ziemlich düsterer Animationsfilm, der das Thema Tierexperimente aufgreift, aber vordergründig die Bemühungen einer besorgten Mutter zeigt.

The Descendants: Erzählt die Geschichte von den Nachfahren der Disneycharaktere. Eben auch von denen der Bösewicht, wie Maleficent. Dieser Konflikt wird besonders an der Schule deutlich. Als Fernsehfilm sieht man ihm das geringe Budget durchaus an. Dennoch hat er eine schöne Geschichte – wenn auch sehr vorhersehbar.

Blackkklansman: Die Geschichte eines schwarzen Cops, der gleichzeitig die Black Power Bewegung und den KuKluxKlan unterwanderte. Der Film ist hochaktuell und drängt keine Meinung auf, was sehr positiv ist. Trotz eines größtenteils lockeren Tons bleiben Längen leider nicht aus.

James Bond jagt Dr. No: In meinem Bestreben immer weiter die Klassiker aufzuarbeiten, habe ich nun endlich den ersten James Bond Film gesehen. Der war für damalige Verhältnisse sehr interessant.

Hot Shots: Nachdem ich letztes Jahr endlich Top Gun gesehen habe, durfte nun die „Verarsche“ von Charlie Sheen herhalten. Ich habe mich gut amüsiert.

Pixels: Die Erde wird von Aliens angegriffen, die uns mit alten Arcade Spielen herausfordern. Hier müssen die Nerds ran. Ein Rewatch und auch dieses mal wieder herrlich lustig und das obwohl Adam Sandler die Hauptrolle spielt.

Roma: Der Netflix-Film, der auch nach der Oscarsaison noch in aller Munde ist, erzählt die Geschichte eines Hausmädchens in Mexiko der 1970er Jahre. Roma ist ein Film, der schwer zu erfassen ist. Vordergründig ist er zu langsam erzählt und wirkt streckenweise sehr ermüdend. Dennoch hat er viele verborgene Stellen und gerade das letzte Drittel, das spannend, emotional und mitreißend ist.

Die Ballade des Buster Scruggs: Die Coen Brüder haben sich dem Western zugewandt und sechs kurze Geschichten aus dieser Zeit erzählt. Ein kurzweiliger Episodenfilm, der zwischen Unterhaltung und Drama hin und her springt und daher für jeden Geschmack etwas bietet.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Der verlorene Sohn: Der neue Film von und mit Joel Edgerton mit einem ernsten Thema und einem starken Cast, interessiert mich auf jeden Fall noch.

Die Winzlinge – Abenteuer in der Karibik: Der zweite Teil des Animationspaßes aus Frankreich. Den ersten fand ich unheimlich süß, trotz fehlender Dialoge.

Ganz knapp nicht auf die Liste haben es die folgenden Filme geschafft: Happy Deathday 2U, Sweethearts, Escape Room

Serien – ein kurzer Überblick

Im Februar liefen bei mir die Episoden 10-12 der Comedians of the World, sowie die fünfte Staffel von Modern Family. Das 1980er Remake der Serie Mission Impossible – in geheimer Mission habe ich nun mit der zweiten Staffel durchgesehen (es wurden leider nicht mehr produziert). Ansonsten habe ich mich an die 11. Staffel von The Big Bang Theory herangewagt, die nur noch wenig witziges zu bieten hatte. Dafür war die vierte Staffel von Pussy Terror TV mit Caroline Kebekus wieder sehr witzig. Neue Serien waren für die erste Staffel von Aufräumen mit Marie Kondo (ich berichtete) und The Magicians. Dieser Serie konnte ich vom Erzählstil her leider wenig abgewinnen, weil alles irgendwie durcheinander und in einem seltsamen Tempo erzählt wurde. Die Geschichte selbst aber fand ich interessant und der Cliffhanger am Ende war so fies, dass ich überlege doch die zweite zu gucken, obwohl ich mich eigentlich eher durchgequält habe.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 1038
Seiten pro Tag: 37 im Durchschnitt
Taschenbücher: 2
E-Book: 1
Hörbuch: 1

Maybe Someday & Maybe Not: Damit habe ich nun auch noch die fehlenden Werke von Mrs. Colleen Hoover gelesen. Wieder eine interessante Geschichte, die sich ganz anders entwickelt hat, als ich gedacht hätte. Nicht meine Lieblingsgeschichte von Mrs. Hoover, aber doch wieder sehr stark erzählt.

The Ivy Years – Was wir verbergen: Der zweite Teil der Ivy Years Reihe. Auch hier wieder eine kurweilige Liebesgeschichte mit zwei großen Schicksalen. Gut für zwischendurch.

Die Känguru-Apokryphen: Mark-Uwe Kling hat es doch wieder getan. Er hat ein neues Werk über sein Leben mit dem Känguru geschrieben. Es sollen die unerzählten Geschichten aus den bisher erschienenen Bücher sein. Auf jeden Fall sind sie wieder unglaublich lustig und am besten als Hörbuch zu genießen!

Ich bin dann mal weg – oder: die obligatorische Urlaubsankündigung

Ihr Lieben,

es ist mal wieder soweit. Ich eröffne meine Urlaubssaison dieses Jahr. Morgen geht es gleich früh los Richtung Flughafen. Daher werden voraussichtlich für mind. 1,5 Wochen keine neue Beiträge veröffentlicht.

Beigefügt habe ich euch ein Foto von meinem Marokkourlaub letztes Jahr (wünscht mir Glück, dass ich so ein Wetter auch dieses Jahr habe). Bei Interesse melde ich mich dann gerne mit einem Beitrag über meinen Urlaub zurück. Falls mich bis dahin jemand sucht: ich bin in Dubai 🙂

Grüße von eurer hoffentlich bald nicht mehr ganz so blassen Shalima 🙂

Aufräumen – mit Marie Kondo

Schlagwörter

, , , ,

Ein Vorwort

Netflix haut inzwischen eine Serie nach der nächsten raus, so dass man schon ganz schön aussortieren muss, welche Serie man wirklich sehen möchte. Welche Serie bereitet einem wirklich genug Freude, damit man sie ausführlich sieht. Und genau das ist meine – vielleicht etwas schlechte – Überleitung zu Netflix neustem Streich. Tiding up with Marie Kondo, wie die Serie im Original heißt, entfacht einen neuen Hype rund um das Thema Aufräumen. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Die Handlung

Die Beraterin und Aufräumexpertin Marie Kondo besucht in regelmäßigen Abständen Familien, die im Chaos ertrinken und hilft ihnen mit ihrer Kon-Mari Methode Ordnung zu schaffen. Dabei gibt es verschiedene Anlässe, wie Aufräumen nach einem Trauerfall oder in Vorbereitung auf den Familiennachwuchs.

Meine Meinung

Nachdem die Serie auf einmal in aller Munde war, wurde ich doch neugierig. Was genau hatte es damit auf sich. Und eines schönen Sonntagmorgens schaute ich dann doch mal rein. Da jede Folge ihr eigenes „Thema“ hat, bzw. ihren eigenen Anlass, wählte ich gezielt eine interessant klingende Folge aus. Nach dieser einen Folge dachte ich mir, dass das Prinzip ja schon ganz interessant sei, aber ich keine ganze Staffel darüber gucken müsste. Doch kurz darauf stand mir die Laune nach einer weiteren Folge. Und schon kurz darauf hatte ich auf einmal die ganze Staffel gesehen und erwischte mich dabei, wie ich meinen Lebensgefährten dazubrachte unsere Kleiderschränke auszumisten.
Doch was verbirgt sich genau hinter dieser Serie? Das Prinzip ist ganz einfach. Marie Kondo kommt als Aufräumexpertin in einen Haushalt. Kurz wird die Vorgeschichte angerissen, bzw. die Familie vorgestellt. Dann begrüßt Marie das Haus und erklärt das weitere Vorgehen. Kurzum gibt es fünf Kategorien, die in einer bestimmten Reihenfolge aufgeräumt werden: Kleidung, Bücher, Unterlagen, Komono (Küche, Bad, Garage, Sonstiges), und zu guter Letzt die Dinge mit emotionalem Wert. Dabei soll jeder Gegenstand in die Hand genommen werden und kritisch hinterfragt werden. Die berühmte Frage „Does it sparks joy?“ oder im deutschen „entfacht es Freude?“ ist dabei zu stellen. Wenn die Frage mit Ja beantwortet werden kann, dann soll man es behalten, ansonsten loslassen, dabei sich am besten bei dem Gegenstand bedanken. Einzige Ausnahme sind die Unterlagen, da diese nur selten bei jemandem Freude entfachen. Hier soll sich eher die Frage gestellt werden, ob sie noch benötigt werden.
Gleichzeitig werden immer wieder praktische Tipps und Tricks gezeigt, beispielsweise, wie man Kleidung anständig zusammenlegt.
Die Serie ist in gewohnt hoher Qualität von Netflix produziert mit sympathischen Familien und einer Marie Kondo, die mit ihrer positiven Art bereits beim Zusehen „Freude entfacht“. Die Serie ist bestens geeignet, um sie auch nebenbei zu schauen oder in Vorbereitung auf eine große Aufräumaktion.

Das Fazit

Vielleicht keine Serie für Jederman aber doch sehr interessant und in gewohnt hoher Netflix-Qualität produziert.

PS: James Corden hat sie Serie bereits aufs Korn genommen in dieser sehr lustigen Variante:

Die 91. Academy Awards – Prognose & Gewinner

Schlagwörter

, , , , ,

Wie jedes Jahr möchte ich nun auch wieder meine Prognosen abgeben und diese dann heute Nacht um die tatsächlichen Gewinner zu erweiteren. Also ohne großes Primborium hier sind die Kategorien:

Bester Film 

Offizieller Tipp:               Green Book
Persönlicher Favorit:     Green Book

And the Oscar goes to:   Green Book

Beste Regie

Offizieller Tipp:               Roma – Alfonso Cuaron
Persönlicher Favorit:     Roma – Alfonso Cuaron

And the Oscar goes to:   Alfonso Cuaron

Bester Hauptdarsteller

Offizieller Tipp:                Christian Bale (Vice)
Persönlicher Favorit:      Rami Malek (Bohemian Rhapsody)

And the Oscar goes to:   Rami Malek

Beste Hauptdarstellerin

Offizieller Tipp:                Olivia Coleman (The Favourite)
Persönlicher Favorit:      Olivia Coleman (The Favourite)

And the Oscar goes to:   Olivia Coleman

Bester Nebendarsteller

Offizieller Tipp:               Mahershala Ali (Green Book)
Persönlicher Favorit:     Mahershala Ali (Green Book)

And the Oscar goes to:   Mahershala Ali

Beste Nebendarstellerin

Offizieller Tipp:              Regina King (If Beale Street Could talk)
Persönlicher Favorit:    Emma Stone (The Favourite)

And the Oscar goes to:  Regina King

Bestes adaptiertes Drehbuch

Offizieller Tipp:               Blackkklansman
Persönlicher Favorit:     Can you ever forgive me

And the Oscar goes to:   Blackkklansman

Bestes Orginaldrehbuch

Offizieller Tipp:              Vice
Persönlicher Favorit:    Green Book

And the Oscar goes to:   Green Book

Beste Kamera

Offizieller Tipp:               The Favourite
Persönlicher Favorit:     A Star is born

And the Oscar goes to:   Roma

Bestes Szenenbild

Offizieller Tipp:              Aufbruch zum Mond
Persönlicher Favorit:    Black Panther

And the Oscar goes to:   Black Panther

Bestes Kostümdesign

Offizieller Tipp:               The Favourite
Persönlicher Favorit:     Black Panther

And the Oscar goes to:   Black Panther

Beste Filmmusik

Offizieller Tipp:              Blackkklansman
Persönlicher Favorit:     Black Panther

And the Oscar goes to:   Black Panther

Bester Filmsong

Offizieller Tipp:               Shallow
Persönlicher Favorit:     Shallow

And the Oscar goes to:   Shallow

Bestes Make-up und beste Frisuren

Offizieller Tipp:                Vice
Persönlicher Favorit:      Vice

And the Oscar goes to:   Vice

Bester Schnitt

Offizieller Tipp:               Green Book
Persönlicher Favorit:     Bohemian Rhapsody

And the Oscar goes to:   Bohemian Rhapsody

Bester Ton

Offizieller Tipp:               Aufbruch zum Mond
Persönlicher Favorit:     Bohemian Rhapsody

And the Oscar goes to:   Bohemian Rhapsody

Bester Tonschnitt

Offizieller Tipp:              Aufbruch zum Mond
Persönlicher Favorit:    A quiet place

And the Oscar goes to:   Bohemian Rhapsody

Beste visuellen Effekte

Offizieller Tipp:               Aufbruch zum Mond
Persönlicher Favorit:     Avengers – Infinity War

And the Oscar goes to:   Aufbruch zum Mond

Bester Animationsfilm

Offizieller Tipp:               Spider Man – a new Universe
Persönlicher Favorit:      Isle of Dogs

And the Oscar goes to:   Spider Man – a new Universe

Bester Animationskurzfilm

Offizieller Tipp:                 ohne Wertung
Persönlicher Favorit:       ohne Wertung

And the Oscar goes to:   Bao

Bester Kurzfilm

Offizieller Tipp:                 ohne Wertung
Persönlicher Favorit:       ohne Wertung

And the Oscar goes to:    Skin

Bester Dokumentarfilm

Offizieller Tipp:                 ohne Wertung
Persönlicher Favorit:       ohne Wertung

And the Oscar goes to:   Free Solo

Bester Dokumentations-Kurzfilm

Offizieller Tipp:                 ohne Wertung
Persönlicher Favorit:       ohne Wertung

And the Oscar goes to:   Period. End of Sentence

Bester fremdsprachiger Film

Offizieller Tipp:                 ohne Wertung
Persönlicher Favorit:       ohne Wertung

And the Oscar goes to:   Roma

Auswertung

Richtig offizieller Tipp:                   10
zusätzlich persönlicher Favorit:     7
Enthaltungen:                                     5
Falsch gelegen:                                   2

Kategorien:                                         24

Ich habe hier tatsächlich Aufbruch zum Mond überschätzt und Black Panther offiziell unterschätzt, aber durch meine persönlichen Favoriten doch noch ganz gut abgeschnitten 🙂

Die 91. Academy Awards – Die Nominierten

Schlagwörter

, , , ,

Wie jedes Jahr steht die Verleihung der Academy Awards bevor. Demnach ist die Oscarvorbereitung bei mir wieder im vollen Gang. Damit auch ihr einen Überblick über die aktuellen Nominierten habt, folgt hier die Übersicht meiner gesehenen Filme zur Vorbereitung.

Black Panther

Nominiert für: Bester Film, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik, Besten Song, Besten Tonschnitt, Besten Ton
Die Handlung: Nach den Geschehnissen aus Civil War kehrt T’Challa (Chadwick Boseman) in sein Heimatland Wakanda zurück. Technisch und wissenschaftlich weit fortgeschritten, versteckt sich Wakanda vor der restlichen Welt, um ihre Vibranium-Vorräte zu schützen. Durch den Tod von T’Chaka muss sich T’Challa einer Herausforderung stellen, um als neuer König und damit als Black Panther anerkannt zu werden. Doch der Waffenhändler Ulysses Klaue (Andy Serkis) hat es erneut auf das Vibranium abgesehen. Unterstützt wird er vom unbekannten Killmonger (Michael B. Jordan), der jedoch eigene Pläne verfolgt. Während einer Mission gegen Klaue, taucht auch noch CIA-Agent Ross (Martin Freeman) auf.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Black Panther verkörpert alles, was wir an einer gelungenen Superheldenverfilmung so lieben. Eindrucksvolle Bilder, durchdachte Handlung, Hintergrundgeschichten, Bösewichte mit Charakter und natürlich die entsprechende Portion des typischen Marvel-Humors. Nach den eher enttäuschenden Spider-Man und Thor – Ragnarök ist Marvel wieder da und kann erneut das Publikum begeistern. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Blakkklansman

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller, Beste Filmmusik, Bester Schnitt
Die Handlung: Der Afroamerikaner Ron Stallworth (John David Washington) bekommt als einer der ersten einen Job bei der Colorado Springs Polizei. Sein erstes Aufgabengebiet als Ermittler ist es, die Black Power-Bewegung zu unterwandern. Gleichzeitig versucht er aber auch den Ku-Klux-Klan zu unterwandern. Während er mit dessen Anführern regelmäßig telefoniert und sich als Weißer ausgibt, muss ihn sein Kollege Flip Zimmermann (Adam Driver) bei den Treffen vertreten.
Meine Meinung: BlackKklansman beruht auf der Autobiographie von Ron Stallworth und somit auf wahren Begebenheiten. Der Film zeigt, wie schwierig es zu der Zeit war, als Schwarzer Fuß zu fassen. Stallworth darf zwar der Polizei beitreten, wird aber zunächst nur für das Archiv benutzt, wo ihn so manch ein Kollege versucht sklavenmäßig herumzukommandieren. Diese bringt Regisseur Spike Lee immer wieder als Thema mit auf, konzentriert sich letztendlich aber größtenteils auf die Unterwanderung der Black Power Bewegung und des Ku-Klux-Klans konzentriert. Lee setzt dabei größtenteils auf einen lockeren Tonfall, gerade auf der Polizeiwache wird im kleinen Team viel gelacht. Dennoch werden zwei Extreme gezeigt, die beide der Ansicht sind nur mit Gewalt vorwärts zu kommen. Als Identifikationsfiguren fungieren Stallworth und Zimmermann, die neutral in der Mitte der Bewegungen stehen.
BlackKklansman wird gerade wegen seiner Aktualität gelobt. Thematisch hat der Film (leider) nichts von seiner Brisanz verloren. Sehr positiv zu erwähnen ist hier, dass der Film keine direkte Meinung vertritt. Stallworth und Zimmermann sind die Figuren mit denen man am meisten mitfiebert, dennoch wird keine direkte Meinung aufgedrängt, sondern alle einmal angehört. Schauspielerisch ist der Film auf einem guten Niveau, wobei jedoch kein Darsteller genauer heraussticht.
Das Fazit: BlackKklansman ist ein Film, der hochaktuell ist und keine Meinung aufdringt, was sehr positiv ist. Trotz eines größtenteils lockeren Tons bleiben Längen leider nicht aus. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Bohemian Rhapsody

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton
Die Handlung: 1985. Bob Geldof organisiert seine legendären Live-aid Konzerte. Queen ist einer der Gäste. Doch der Weg dorthin war lang, steinig und gerade Liedsänger Freddy Mercury (Rami Malek) hat ein Leben voller Höhen und Tiefen hinter sich. Dies ist die Geschichte der Band.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Bohemian Rhapsody wirbt mit den bekannten Liedern Queens, überzeugt jedoch mit einem exzellenten Cast und einem guten Riecher für eine gute Dosis Drama und Humor. Dafür gibt es 08 von 10 Punkten.

The Favourite

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin (2x), Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign
Die Handlung: Queen Anne (Olivia Coleman) ist weder gesundheitlich, noch vom Gemütszustand in der Lage ihr Land zu regieren. Stattdessen übernimmt die Rolle ihre Vertraute Sarah Churchill (Rachel Weisz). Eines Tages kommt Abigail Masham (Emma Stone), Sarahs Cousine, an den Hof. Ihre Familie ist in Ungnade gefallen. Und während Sarah immer mehr mit dem Erbfolgekrieg gegen Frankreich zu tun hat, gewinnt Abigail immer mehr die Gunst der Königin.
Meine Meinung: The Favourite wird von Regisseur Giorgos Lanthimos kammerspielartig inszeniert und geht mit 10 Nominierungen als einer der beiden großen Favoriten bei der Oscarverleihung ins Rennen. Dabei ist gerade die Nominierung für Olivia Coleman als Queen Anne mehr als Nachvollziehbar, da sie eine absolut grandiose Leistung abliefert. Sie kann alle Launen der Königin einfangen und diese völlig schamfrei umsetzen. Dadurch etwas in den Schatten gestellt, aber nicht weniger gut gespielt ist Emma Stone. Lediglich Rachel Weisz schafft es nicht ganz die Emotionen richtig rüberzubringen und wirkt daher neben Coleman sehr blass. Rein optisch ist The Favourite ein Schmaus fürs Auge. Die Kleider sind sehr gut umgesetzt, auch wenn ein Nicholas Hoult mit Perücke und Schminke sehr gewöhnungsbedürftig aussieht. Dennoch sind Kulissen und Kleider mit einer Liebe zum Detail gestaltet.
Etwas schwächer wird es bei der Handlung an sich. Denn auch wenn der Beititel „Intrigen und Irrsinn“ die Handlung sehr gut beschreibt, reicht sie doch nicht für die Lauflänge von 120 Minuten aus. Hier hätten es ein paar Szenen weniger auch gut getan. Darüber hinaus muss man hier wirklich ein Fan von historischen Filmen sein, denn es werden einige politische Intrigen gesponnen, die immer wieder von Szenen über die Launen der Königin unterbrochen werden. Wer sich hierfür nur mäßig interessiert und gedanklich abschweift, kann dann schnell nicht mehr folgen.
Am experimentellsten ist jedoch die musikalische Untermalung. Hier wird gerne auf sehr laute Orgelmusik gesetzt, die zwar durchaus funktioniert und in den Szenen auch richtig eingesetzt ist, aber dennoch sehr gewöhnungsbedürftig ist.
Das Fazit: The Favourite ist bestimmt nicht jedermanns Favorit. Regisseur Lanthimos geht hier bewusst über Grenzen hinaus. Getragen wird der Film von drei sehr starken Schauspielerinnen, wobei Olivia Coleman jedoch mit einer absolut oscarwürdigen Leistung heraussticht. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Green Book

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes Originaldrehbuch, Besten Schnitt
Die Handlung: Der talentierte Klavierspieler Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) plant mit seiner Band eine Tour durch die Südstaaten der USA. Das Problem daran ist, dass dies in den 1960er Jahren passierte und Dr. Shirley schwarz ist. Zu seiner Sicherheit engagiert er den Italoamerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen) als Chauffeur. Zwischen beiden entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft.
Meine Meinung: Green Book ist einer dieser Filme, bei denen man befürchtet, dass die Rassendiskriminierung ein dominierendes Thema sein könnte. Doch Regisseur Peter Farrelly inszeniert den Film sehr viel subtiler. An erster Stelle steht der Roadtrip der beiden Protagonisten – wieso genau ist Mahershala Ali eigentlich „nur“ für den besten Nebendarsteller nominiert? – die zunächst unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Entwicklung der Differenzen zu einer ganz besonderen Freundschaft wird von allen Seiten und sehr liebevoll beleuchtet. Gerade hier zahlt es sich aus zwei sehr gute Schauspieler engagiert zu haben, die ihre Rollen perfekt verkörpern. Die Rassenthematik gerät jedoch an keiner Stelle in den Hintergrund. Sie ist stets präsent, wird aber immer wieder subtil eingeblendet. So entsteht hier kein Film, der mit dem Vorschlaghammer auf den Zuschauer einschlägt, um zu sagen, wie schlimm die damaligen Verhältnisse waren, sondern einer, der die kleinen Feinheiten herausarbeitet. So gibt es beispielswiese eine Szene, in der Dr. Shirley in einer Spielpause die Toilette aufsuchen will und vom Gastgeber energisch daraufhin gewiesen wird, dass er doch bitte das Plumsklo benutzen solle. Hier spiegelt sich das Paradoxe der damaligen Zeit noch einmal genauer heraus. Er durfte zwar für die reichen Weißen spielen, aber auf keinen Fall das gleiche Klo benutzen.
Das Fazit: Green Book ist ein kleinerer, aber sehr feiner Film, der seine Geschichte rund erzählt und den Fokus auf den Roadtrip und die Freundschaft der beiden Protagonisten legt. Die Rassenthematik ist zwar allgegenwärtig, wird aber gekonnt subtil eingespielt. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Roma

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Bester fremdsprachiger Film
Die Handlung: Cleo (Yalitza Aparicio) ist Hausmädchen bei einer Mittelklassefamilie in Roma, einem Stadtteil von Mexiko-Stadt. Darüber hinaus ist sie aber auch Bezugsperson der vier Kinder. Nach einer kurzen Liebelei ist sie jedoch schwanger und muss nun zunächst um ihren Job bangen, bzw. wendet sich der Vater von ihr ab.
Meine Meinung: Roma ist so ein Film, über den man eigentlich keine treffende Inhaltsangabe schreiben kann. Kurz zusammengefasst geht es um Cleo. Ihr Leben wird von allen möglichen Seiten durchleuchtet. Zunächst wird ihre Arbeit ausführlich dargestellt, dann geht es um ihr Verhältnis zur Familie und ihre Freizeitaktivitäten. Schließlich lernt man Fermin kennen, ihren Liebhaber. Dies endet jedoch abrupt als Cleo ihm von ihrer Schwangerschaft erzählt. Danach geht es darum, wie Cleo mit der Schwangerschaft umgeht. Erst im letzten Drittel erfährt man, dass es hintergründlich um das Fronleichnam-Massaker in Mexiko geht. Der Haken an der Geschichte, die im letzten Drittel noch einmal richtig stark, emotional und spannend wird, ist, dass die ersten beiden Drittel darauf aus sind Cleo und ihren Alltag zu durchleuchten. Dies ist aber sehr langsam und langatmig erzählt. Erst, wenn man sich dadurch „gekämpft“ hat, wird man mit einem starken Ende belohnt. Dennoch ist das Tempo kein schlechter Schachzug von Regisseur Alfonso Cuaron. Denn so wird die Kultur Mexikos der 1970er Jahre dem Zuschauer so lange näher gebracht, dass man über das Fronleichnam-Massaker wirklich wieder bestürzt ist. Denn zunächst hat man von Mexiko ja doch gerne mal das Bild vor Augen, was ansonsten häufig in Filmen gezeigt wird: Drogenkämpfe an der Grenze der USA, wie beispielsweise in Sicario. Die Schwarz-Weiß Optik des Films, wirkt zusammen mit dem langsamen Tempo, ebenfalls beruhigend.
Das Fazit: Roma ist ein Film, der schwer zu erfassen ist. Vordergründig ist er zu langsam erzählt und wirkt streckenweise sehr ermüdend. Dennoch hat er viele verborgene Stellen und gerade das letzte Drittel, das spannend, emotional und mitreißend ist. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

A Star is born

Nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Song, Bester Ton
Die Handlung: Jackson Maine (Bradley Cooper) war ein erfolgreicher Country-Musiker. Inzwischen lässt jedoch Gehör und Gesang nach und er ist auf dem absteigenden Zweig. Seinen Kummer ertränkt er in immer mehr Alkohol. Eines Abends trifft er auf Ally (Lady Gaga), die ihn mit ihrer Stimme gleich überzeugen kann. Nach einem spontanen ersten Date, bittet er sie ihn auf seiner Tour zu begleiten. Ally lässt sich schließlich überzeugen und wird von ihm spontan zu einem Duett auf die Bühne gezogen. Dadurch wird sie von einem Musikproduzenten entdeckt und steigt selbst langsam auf.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: A Star is born ist mehr als eine Liebesgeschichte und mehr als ein Musikfilm. Er kombiniert so viele Themen und erzählt eine Geschichte mit allen Facetten, mit allen Höhen und Tiefen. Dabei beleben die beiden Hauptdarsteller Cooper und Gaga den Film unbedingt. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Vice

Nominiert für: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch, Bestes Make-up & Frisuren, Bester Schnitt
Die Handlung: Dick Cheney (Christian Bale) arbeitet sich nach einem verlorenen Yale-Stipendium immer weiter hoch und arbeitet in verschiedenen Positionen unter verschiedenen Präsidenten. George W. Bush (Sam Rockwell) ernennt ihn schließlich zum Vize-Präsidenten. Dort war er maßgeblich am Irak-Krieg beteiligt.
Meine Meinung: Adam McKay, der sich in The Big Short noch mit dem Finanzsektor auseinander setzte und dafür bereits oscarnominiert war, setzt nun mit Vice nach und nimmt sich das Leben und Wirken von Dick Cheney vor. Dabei beginnt der Film in den 1960er Jahren als Cheney noch Student in Yale war und dort wegen seiner Saufeskapaden sein Stipendium verlor. Dann erzählt der Film chronologisch den Aufstieg Cheneys. Dabei wirkt ein junger Familienvater und Militärdienstleistender als Erzähler. Komplexere politische Dialoge werden, wie bereits in The Big Short gezeigt, aufgeschlüsselt und erklärt, so dass auch ein Laie die Vorgänge verstehen kann.
Schauspielerisch setzt McKay hier wieder auf sein Zugpferd Christian Bale, der hier wieder eine komplette Wendung seiner bisherigen Rollen schafft und durch eine ordentliche Maske dem realen Cheney auch nahe kommt. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist Steve Carell, der hier jedoch schwächer als noch in The Big Short spielt. Neu mit dabei sind Amy Adams als Lynne Cheney, Sam Rockwell als George W. Bush und Jesse Plemons als Erzähler.
Die größten Haken am Film befinden sich jedoch direkt am Anfang und am Ende. Der Film beginnt mit dem Satz (sinngemäß) „Cheney war immer sehr verschlossen und es konnten nicht alle Fakten zu 100% herausgearbeitet werden, es wurde sich aber sehr große Mühe gegeben). Es spricht schon einiges dafür, dass die Filmmacher eingestanden haben, dass sie nicht alles überprüfen konnten. Dafür ist der Film dann aber ziemlich reißerisch gehalten, was genau diese Schwäche wohl überspielen sollte. Wäre alles weniger schlimm, wenn nicht gerade die letzte Szene dem ganzen einen bitteren Nachgeschmack verpassen würde. Hier sind eine Gruppe Menschen zu sehen, die wohl über den Film diskutieren. Ein Mann sagt, dass er das alles nicht so recht glaubt und woher wollen die Filmmacher das alles so genau wissen? Daraufhin meint ein zweiter Mann, dass die wohl schon alles von einem Anwalt haben prüfen lassen. Der erste Mann entpuppt sich jedoch als dummer Trump-Wähler, der den zweiten Mann daraufhin kurzerhand angreift und auf ihn einschlägt. Aussage des Ganzen: wenn du dem Film nicht glaubst und ihn hinterfragst, bist du ein gewaltbereiter, dummer Trumpwähler? Passt leider nicht so ganz zur vorangestellten Prämisse, dass vieles nicht richtig nachweisbar ist.
Das Fazit: Vice ist ein stark erzählter Film mit gutem Cast. Ein bisschen weniger reißerisch hätte er dennoch sein können, so kommt er nicht an seinen Vorgänger (The Big Short) heran. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Can you ever forgive me

Nominiert für: Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch
Die Handlung: 1991 wird Lee Israel (Melissa McCarthy) arbeitslos. Ihre Verlegerin ruft sie nicht mal mehr zurück. Als sie durch Zufall zwei Briefe von der Varieté-Künstlerin Fanny Bryce findet und verkauft, findet sie heraus, dass es für solche Briefe eine große Sammlerszene gibt. Daraufhin fängt sie an immer mehr solcher Briefe zu fälschen, um damit Miete und Medikamente für ihre kranke Katze bezahlen zu können.
Meine Meinung: Der erste Schock nach der Ankündigung von den Nominierungen von Can you ever forgive me dürfte wohl Melissa McCarthy als beste Hauptdarstellerin sein, fiel sie in letzter Zeit durch immer schlechter werdende Komödien negativ auf. Doch schon in kleineren Rollen, wie bspw. in St. Vincent bewies sie, dass sie sich auch abseits der Komödienschiene zu Hause fühlt. Doch mit Can you ever forgive me beweist sie nun, dass sie auch anspruchsvolles Spiel gut meistern kann. Gerade die deine Note zwischen Gewissensbissen und Überlebensinstinkt gepickt mit einer gewissen Bissigkeit spielt sie gekonnt. Der Film schafft es gleich am Anfang die Sympathien für Lee Israel groß zu halten, so dass man eher mit ihr mitleidet, auch wenn einige Probleme hausgemacht zu sein scheinen und sie unwiderlegbar Straftaten begeht. Mit Richard E. Grant bekommt McCarthy einen wunderbaren „supporting Actor“ (Nebendarsteller) an die Seite.
Die Handlung ist chronologisch aufgebaut und schafft einen akzeptablen Spannungsaufbau, auch wenn die Geschichte selbst sehr ruhig und unaufgeregt erzählt wird.
Das Fazit: Can you ever forgive me ist eine sehr ruhige Filmperle, die bei den meisten wohl untergehen wird. Ruhig erzählt und stark gespielt, springt der Film zwischen Charakterisierung und erzählter Geschichte. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

If Beale Street could talk

Nominiert für: Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Nebendarstellerin, Beste Filmmusik
Die Handlung: In den 1970ern in Harlem. Der 22-jährige Bildhauer Alonzo Hunt, genannt Fonny, und die 19-jährige Verkäuferin Tish sind ein Liebespaar. Als Fonny fälschlicherweise beschuldigt wird, eine Puertoricanerin vergewaltigt zu haben, obwohl er ein Alibi hat und er sich demnach gar nicht in der Nähe des Tatortes befunden haben kann, muss er ins Gefängnis. Dort besucht ihn Tish und erzählt ihm, dass sie schwanger ist. (Quelle: Wikipedia)
Meine Meinung: Durch den Filmstart am 07.03.2019 kann ich diesen Film leider nicht mehr vor der Verleihung sehen.
Das Fazit: Ausstehend

Aufbruch zum Mond

Nominiert für: Beste visuellen Effekte, Bester Ton, bester Tonschnitt, Bestes Szenenbild
Die Handlung: 1961 ist Neil Armstrong (Ryan Gosling) noch Testpilot. Nach einem Schicksalsschlag in der Familie zieht er mit seiner Familie nach Florida, um dort am Gemini Projekt teilzunehmen. Damit ist er sehr früh und bei allen Vorphasen zur Apollomission dabei. Dabei verlangt ihm der Job viel ab, so dass er selten genug Zeit für seine Frau (Claire Foy) und seine Söhne hat.
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Aufbruch zum Mond ist in seinen Grundzügen ein gut erzählter Film mit kleineren Schwachstellen und leider einer stärkeren Schauspielerin als Nebencharakter (Foy) als der Schauspieler des Protagonisten (Gosling). Ebenfalls gibt es einen persönlichen Minuspunkt, weil mir von der Kameraführung schlecht geworden ist. Daher gibt es 07-01 von 10 Punkten.

Mary Poppins Rückkehr

Nominiert für: Bestes Szenenbild, bestes Kostümdesign, beste Filmmusik, Bester Filmsong
Die Handlung: Michael Banks (Ben Wishaw) ist inzwischen erwachsen und alleinerziehender Vater dreier Kinder. Da ihn finanzielle Sorgen plagen, soll er ein Wertpapier der Bank finden, um sein Haus behalten zu können. Seine Schwester Jane (Emily Mortimer) steht ihm dabei zur Seite. In dieser schweren Zeit kehrt Mary Poppins (Emily Blunt) zurück und sorgt für die Kinder. Immer mit dabei ist Straßenlampenanzünder Jack (Lin-Manuel Miranda).
Meine Meinung: findet ihr ausführlich hier 🙂
Das Fazit: Mary Poppins‘ Rückkehr ist leider eine der Sequels, die nicht notwendig gewesen wären. Obwohl einige Stellen großen Spaß machen, bleibt der Gesamtfilm uninspiriert in Handlung und Liedern. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Maria Stuart – Königin von Schottland

Nominiert für: Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up & Frisuren
Die Handlung: 1561 kehrt Maria Stuart (Saoirse Ronan) in ihre Heimat Schottland zurück, um dort zu regieren. Dies ist jedoch ein Dorn im Auge der britischen Königin Elisabeth (Margot Robbie) und Marias Bruder James (James McArdle), sowie der evangelischen Kirche (David Tennant), die keine katholische Königin dulden.
Meine Meinung: Maria Stuart – Königin von Schottland punktet von Anfang an mit zwei sehr starken Schauspielerinnen (Ronan und Robbie), wobei Ronan deutlich mehr Screentime hat. Hinzu kommt ein außergewöhnliches Setting (Großbritannien hat eben viele unbeschreiblich schöne Landstriche) und auch im Kostümdesign und beim Make-up kann der Film völlig überzeugen. Leider jedoch weniger bei der Handlung. Das im Trailer groß angekündigte Treffen beider Königinnen wird erst ganz am Ende erzählt. Davor werden die ganzen Intrigen in aller Ausführlichkeit erzählt. Leider geschieht dies nicht wirklich spannend und dem ungeübten Historiker fehlt manchmal auch der ein oder andere Zusammenhang.
Am lachhaftesten ist jedoch die einzige größere Schlachtszene, die sehr minimal gezeigt wird. Hier ist man inzwischen selbst von Fernsehserien weitaus größeres gewohnt, so dass es für einen Kinofilm noch peinlicher wirkt.
Das Fazit: Maria Stuart baut ein gutes Setting auf und setzt auf einen starken Cast. Leider kann der Film nicht durch seine Handlung überzeugen, die zu lang und zu langatmig erzählt ist. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

The Ballad of Buster Scruggs

Nominiert für: Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign, Bester Filmsong
Die Handlung: Episodenartige Geschichten aus dem Wilden Westen, unter anderem von dem Barden Buster Scruggs, der sehr schnell mit dem Schießeisen war und dazu gerne noch das ein oder andere Lied trällerte.
Meine Meinung: Eine wirkliche Zusammenfassung des Films kann man nicht geben. Jede Episode ist einzeln zu betrachten, da sie sich in Aufmachung, Darstellern und Handlung unterscheidet. Die einzige Gemeinsamkeit ist das Setting: der Wilde Westen. Während Episoden, wie die Ballade des Buster Scruggs, sehr lustig gestaltet sind, gibt es auch andere, die dramatischer oder emotionaler sind. Dabei schaffen es die Coen Brüder in 135(?) Minuten sechs vollständige Geschichten zu erzählen. Dabei schaffen sie es die Charaktere mehr zu charakterisieren, als andere es in einem gesamten Film nicht schaffen. Das interessanteste an den verschiedenen Episoden ist jedoch, dass sie den Wilden Westen alle auf eine andere Art darstellen. Ob satirisch, ob ernst, ob dramatisch, es ist alles mit dabei.
Das Fazit: Kurzweiliger Episodenfilm, der zwischen Unterhaltung und Drama hin und her springt und daher für jeden Geschmack etwas bietet. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Ralph breaks the Internet

Schlagwörter

, , , , , ,

Ein Vorwort

2012 erschien mit Ralph reicht’s der erste Teil der Reihe. Hier hätte wohl zunächst kaum einer mit dem Erfolg des Films gerechnet. Aber hier wurden unter anderem auch die Gamer angesprochen, da der Film voll ist mit Anspielungen auf die alten Arcadespiele. Und so war es nicht weiter verwunderlich, dass eine Fortsetzung kommen würde. Diesmal dürfen Ralph und Vanellope das Internet unsicher machen. Ob der Film so viel Spaß macht, wie der Trailer es ankündigte, erfahrt ihr hier.

Die Handlung

Ralph und Vanellope haben ihren allabendlichen Rhythmus gefunden. Doch wünscht sich Vanellope mehr und mehr einen Ausweg aus dem Alltag. Als dann ihr Spiel kaputt geht und gleichzeitig die Konsolen mit dem W-Lan verbunden werden, nutzen die beiden die Chance um die Weiten des Internets zu erkunden und ein Ersatzteil für Vanellopes Spiel zu besorgen.

Meine Meinung

Zweite Teile sind bei Disney ein bisschen tricky. Wie viele grandiose erste Teile wurden mit einem zweiten Teil absolut verhunzt? Man denke nur an Desaster, wie Mulan 2. Andererseits gab es auch gute zweite Teile, wie beispielsweise Der König der Löwen 2 – hier wurde erst mit dem dritten Teil alles absolut übertrieben. Nun stand die Fortsetzung des Überraschungserfolges aus dem Jahr 2012 auf dem Plan.
Grundsätzlich wurde hier eine Fortsetzung geschaffen, bei der man nur wenig über den ersten Teil wissen muss. Wichtig ist nur, dass Ralph und Vanellope Spielfiguren aus alten Arcadespielen sind und inzwischen befreundet. Die Handlung selbst treibt die beiden schnell in die Weiten des Internets. Hier zeigt sich wieder einmal, dass Disney der Ideenreichtum noch nicht ganz ausgegangen ist, auch wenn die unzähligen Live-Action-Remakes daraufhin deuten. Denn die Welt aus Google, Ebay und vielen anderen ist uns im täglichen Leben durchaus bekannt, dennoch wird sie mit einer Liebe für Kinder dargestellt, dass man selbst ständig gefühlt Neues entdeckt. Dabei werden zwei große Haupthandlungen gesponnen, nämlich die Suche nach dem Ersatzteil und der Freundschaft zwischen unseren beiden Protagonisten. Desweiteren gibt es kleinere Nebenhandlungen, die episodenartig abgearbeitet werden. So gibt es eigentlich für jeden etwas zu entdecken. Ob man sich nun über ein Wiedersehen mit seinen liebsten Disneyprinzessinen freut oder schon immer mal wissen wollte, wie es bei Ebay wirklich abgeht.
Doch neben dem ganzen Spaß, schafft es der Film auch wieder Tiefgang zu entwickeln. So wird zum einen auch für die kleinen auf gewisse Gefahren im Netz hingewiesen. Beispielsweise produziert Ralph mehrere Buzzfeed-Clips. Das ganze ist für ihn ein großer Spaß, bis er auf die Kommentare trifft. Die Aussage „Man liest niemals die Kommentare“, weißt auf die vielen bösen Kommentare hin, die leider immer wieder im Netz auftauchen. Die größte Lektion wird jedoch wieder über das Thema Freundschaft erteilt. Leider wird das ganze dann im großen Finale etwas sehr übertrieben. Entstanden aus einer coolen Idee, wusste wohl wieder jemand nicht, wann genug ist. Dennoch wird das ganze am Ende gekonnt gelöst und ein schönes rundes Ende geschaffen.

Das Fazit

Ralph breaks the Internet ist eine Fortsetzung, die sehr viel Spaß macht und dennoch eine schöne Geschichte über Freundschaft aufbaut. Lediglich das Finale ist etwas zu übertrieben geraten. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Ralph breaks the Internet läuft seit dem 24.01.2019 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: White Boy Rick

Schlagwörter

, , , ,

Ein Vorwort

White Boy Rick ist ein biographischer Film über Richard Wershe Jr. Euch sagt der Name nichts? Gut, mir sagte er auch nichts. In der deutschen Wikipedia hat er überhaupt keinen Eintrag. Selbst in der englischen Wikipedia gibt es nur einen ganz kurzen Artikel. Dennoch könnte die Geschichte genügend Material für einen Film bieten, dachten sich wohl die Produzenten. Was dabei herauskam, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Richard Wershe Jr. (Richie Merritt) wird von allen nur White Boy Rick genannt. Er wächst mit seiner Schwester Dawn (Bel Powley) bei seinem Vater (Matthew McConaughey) im südlichen Detroit auf. Mit 14 wird er vom FBI als Informant in der Drogenszene eingeschleust.

Meine Meinung

Am Anfang sieht White Boy Rick sehr nach einer Milieustudie aus. Der weiße Rick, hat größtenteils schwarze Freunde und hängt oft im drogennahen Bekanntenkreis ab. Sein Vater handelt – teilweise schwarz – mit Waffen, wobei ihm Rick gerne hilft. Daher ist seine Familie bereits unter Beobachtung des FBI. Sein Vater träumt eigentlich von der Veröffentlichung einer Videothek, seine Schwester ist selbst drogenabhängig.
Doch der Ton ändert sich schnell, wenn das FBI den noch jungen Rick als Informanten rekrutieren. Ab hier ist es eine dieser typischen Drogengeschichten, die man bereits zu Haufe gesehen hat. Der Oberboss hat natürlich in der Politik seine Finger drin, damit er seinen Geschäften nachgehen kann. Und Rick gerät als Spielball zwischen seinen Freunden, Bekannten, seiner Familie und dem FBI. Im letzten Drittel ändert sich der Ton noch einmal, wenn man eigentlich denkt, dass die Geschichte nun zu Ende sein könnte. Doch nachdem das FBI Rick als Informanten fallen gelassen hat, beschließt er die Lücke zu füllen, die durch die aus seinen Informationen veranlassten Verhaftungen entstanden ist.
White Boy Rick ist mit einer Spiellänge von 111 Minuten kein besonders langer Film. Aber ein Film, der verhältnismäßig ereignislos verläuft und sich dadurch unglaublich zieht. Das liegt zum einen daran, dass die Geschichte sehr lieblos erzählt wird. Wenn man Wikipedia vertraut, war Richard Wershe Jr. mit 17 Jahren einer der mächtigsten Drogenbosse der USA. Diese Entwicklung ist bis zum Ende des Films nicht zu sehen. Es scheint oberflächlich betrachtet nie über ein kleines Viertel von Detroit hinauszugehen. Auch Ausflüge nach Las Vegas können dieses Gefühl nicht ändern. Das könnte unter anderem daran liegen, dass der Film kaum etwas wirklich über Dialoge erzählt. Und die gezeigten Bilder sind wenig aussagekräftig.
Ein viel größeres Problem von White Boy Rick ist aber der sehr schwache Hauptdarsteller. Richie Merritt gibt hier sein Schauspieldebut und versagt dabei gleich auf ganzer Linie. Er wechselt von einem ausdruckslosem Gesichtsausdruck zum nächsten und wieder zurück. Mehr Bandbreite ist leider nicht erkennbar. Auch die übrigen Schauspielleistungen lassen zu wünschen übrig. Lediglich Matthew McConaughey spielt seine Rolle mit dem nötigen Ernst für die Rolle, kann in seiner Screentime aber auch nichts mehr retten. Selbst eine Jennifer Jason Leigh spielt hier sehr reduziert. Allerdings gibt auch ihre Rolle als FBI Agentin nicht viel her.

Das Fazit

Aus der Geschichte hätte man eine interessante Biographie machen können, wenn man sich nur ein bisschen Mühe gegeben hätte eine Geschichte auch wirklich zu erzählen. So sind hier Szenen hintereinander gereiht, die in ihrer Aussagelosigkeit nur vom Hauptdarsteller übertroffen werden. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

White Boy Rick läuft ab dem 07.03.2019 in den deutschen Kinos.

Glass

Schlagwörter

, , , ,

Ein Vorwort

2000 schuf M. Night Shyamalan seines Version eines Comichelden und eines Comicschurken. Lange Zeit blieb es ruhig um den Film, zudem Shyamalan mit mehren Flops zu kämpfen hatte. Doch 2017 lief Split in den Kinos an. Zunächst schien es sich um einen alleinstehenden Film zu handeln, bis ganz am Ende Bruce Willis als David Dunn einen Cameo hat und der Zusammenhang zu Unbreakable erkenntlich wird. Nun will Shyamalan die Trilogie abrunden und lässt in Glass nun Willis auf Samuel L. Jackson und James McAvoy treffen.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Unbreakable überlebt David Dunn ein schweres Zugunglück als einziger. Kurz darauf wird er von Elijah Price aufgesucht, der ihm erzählt, dass er ein Held wie aus einem Comic ist. Price selbst sieht sich als sein Gegenbild, da er an einer Glasknochenkrankheit leidet, wodurch seine Knochen sehr leicht brechen. Dunn findet daraufhin heraus, dass er noch nie krank war, unheimlich stark ist und durch Berühren von Menschen kurze Visionen bekommt, wodurch er zwei Kinder vor einem Hausbesetzer retten kann. Letztendlich stellt sich jedoch heraus, dass Price für einige große Unfälle, unter anderem dem Zugunglück vom Anfang des Films verantwortlich ist. Price sieht sich als Gegenstück zum Helden, also als der Schurke.
In Split sehen wir, wie drei Mädchen, unter anderem Casey Cooke, von einem Mann entführt und eingesperrt werden. In Kevin Wendell Crumb leben 23 verschiedene Persönlichkeiten. Er bereitet sich auf das Erscheinen einer 24. Persönlichkeit, der übermenschlichen Bestie vor. Die Mädchen sollen dieser geopfert werden. Casey hat durch ihren Onkel jedoch gelernt, ständig auf der Hut zu sein und kann sich mit einer von Kevins Persönlichkeiten, dem 9 jährigen Hedwig, anfreunden. Letztlich wird sie von der Bestie verschont und kann fliehen.

Die Handlung

Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) und seine 24 Persönlichkeiten haben erneut Mädchen entführt, um sie der Bestie zu opfern. David Dunn (Bruce Willis), der zusammen mit seinem Sohn einen Laden für Sicherheitssysteme führt, geht regelmäßig auf Streifzüge, um die Mädchen zu finden. Doch gerade als er Kevin stellt und die Mädchen befreit, taucht die Psychiaterin Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) auf und lässt beide einweisen. Dort treffen sie auf Elijah Price, der als Mr. Glass (Samuel L. Jackson) ebenfalls einsitzt. Dr. Staple will nun alle drei davon überzeugen, dass sie keine Comicfiguren sind.

Meine Meinung

M. Night Shyamalan ist ein Regisseur, der mit seinen Werken mitunter etwas umstritten ist. Doch nachdem 17 Jahre vergehen mussten, bis Unbreakable seine Fortsetzung bekam, war die Hoffnung groß, dass wir nicht noch einmal 17 Jahre warten müssten auf das Ende der Trilogie. Zumal dann vielleicht Bruce Willis und Samuel L. Jackson nicht mehr mit an Bord sein könnten. Aber so hieß es noch einmal Wiedersehen mit David Dunn und Mr. Glass. Neu dabei ist Split Star James McAvoy.
Die erste Hürde war erst einmal die vergangene Zeit zwischen beiden Filmen. Willis und Jackson sind sichtbar gealtert, sodass ein Zeitsprung unumgänglich war. Sehr sichtbar ist dieser in Form von Spencer Treat Clark der auch hier wieder – wie bereits in Unbreakable –  Joseph Dunn, also den Sohn von David Dunn (Willis) verkörpert. Dennoch wird praktisch im Schnelldurchlauf die Sicherheitsfirma und die eigentliche Arbeit der Dunns gezeigt, die durch Davids Fähigkeiten noch immer versuchen Menschen das Leben zu retten. Hier war die Verbindung zu Kevin W. Crumb (McAvoy) natürlich schnell hergestellt. Und mit dem Eintreffen in der Klinik ist dann auch Mr. Glass (Jackson) mit von der Partie.
Doch so schön das Wiedersehen und Zusammentreffen auch ist, so zäh wird die Handlung im nächsten Abschnitt. Denn kaum fängt Ellie Staple (Paulson) an die drei zu analysieren, fängt die Handlung ziemlich an durchzuhängen – zumal Jackson die meiste Zeit nur betäubt in seinem Stuhl sitzt. Einziger Lichtblick hier ist McAvoy mit seinem unglaublichen Talent innerhalb von Sekunden unzählige verschiedene Charaktere zum leben zu erwecken. Teilweise wird dieses Talent aber auch sehr inflationär benutzt, da gerade dies eine Sache war, die an Split sehr hoch gelobt wurde. Allerdings verliert es auch hier mit der Zeit seinen Wow-Effekt, auch wenn McAvoy weiterhin brilliert.
Wirklich fangen kann sich der Film erst am Ende wieder. Hier erwacht nun auch Jackson zum Leben und baut so nach und nach das große Finale auf. Dies kann sich dann wieder sehen lassen. Doch den Mittelteil hätte man gut um einige Minuten kürzen können, ohne auch nur etwas vom Gesagten auslassen zu müssen.
Schauspielerisch ist Glass durch seinen hervoragenden Cast wirklich gelungen. Lediglich Paulson bleibt etwas hinter den drei Herren zurück, was aber auch etwas ihrer Rolle geschuldet ist, die sich nicht so richtig bestimmen lässt. Und genauso unbestimmt spielt Paulson auch.

Das Fazit

Mit Ausnahme des schwachen Mittelteils, der kurzaus kürzer hätte ausfallen können, schafft es Shyamalan mit Glass einen Abschluss seiner Comicreihe zu kreieren, der vor allem von den brillianten Schauspielleistungen seiner Hauptcharaktere lebt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Glass läuft seit dem 17.01.2019 in den deutschen Kinos.