Die glorreichen Sieben

Am 22.09.2016 erschien ein neuer Western mit Denzel Washington in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Das kleine Städtchen Rose Creek wird von dem Geschäftsmann Bartholomew Bogue terrorisiert. Um sich zu wehren engagieren die Bürger eine Gruppe aus sieben Kopfgeldjägern, Kleinkriminellen und Revolverhelden.

Aktuell gibt es immer wieder Remakes oder Reboots in den Kinos. Darüber gibt es verschiedene Meinungen, meist wird dieser Trend stark verurteilt. So ist auch Die glorreichen Sieben ein Remake eines Westerns aus dem Jahr 1960. Wobei dieser wiederum ein Remake eines japanischen Films aus dem Jahr 1954. Doch bei allen Remakes dieser Reihe wurde immer etwas geändert, so dass sie in die derzeitige Zeit passten. So veränderte das Remake von 1960 das Setting von Japan mit den Samurai zu einem Western. Und das Remake von 2016 verwandelte die ursprünglich sieben weißen Cowboys in eine heterogene Gruppe aus verschiedenen Ethnien.
Das Städtchen Rose Creek hat ein Problem. Die Bevölkerung, die fast ausschließlich aus armen Farmern besteht, wird von dem rücksichtslosen Geschäftsmann Bartholomew Bogue terrorisiert. Er will ihnen das Land abkaufen, um nach Gold zu schürfen. Zur Bekräftigung seiner Worte erschießt er mehrere Männer, die es wagen den Mund aufzumachen und brennt die Kirche nieder. Dann gibt er den Bewohnern eine Gnadenfrist von drei Wochen, ehe er wiederkäme. In ihrer Not sammeln die Bewohner für einen Kopfgeldjäger. Dieser wird schließlich in Sam Chisolm gefunden. Aus eigener Erfahrung weiß er aber, dass man für Bogue ein paar mehr Männer braucht. Daher heuert er ein paar alte Bekannte und ein paar Zufallsbekanntschaften an. Dabei kommt es zu einer heterogenen Gruppe, die aber allesamt geschickt im Umgang mit Revolvern oder Pfeilen sind. Zu seinem Team gehören Josh Farraday, ein Macho mit einem Hang zu Taschenspielertricks, Goodnight Robicheaux, einen Revolverhelden mit Kriegstrauma, dessen Begleiter Billy Rocks, ein Ass im Umgang mit Messern, Vasquez, ein mexikanischer Ganove, Jack Horne, ein etwas durchgeknallter Fährtenleser und Red Harvest, ein Indianer ohne Stamm. Alle gehen aus den verschiedensten Gründen mit Chisolm mit, obwohl sie wissen, dass es ein Himmelfahrtskommando ist. Denn Bogue hat eine kleine Armee an gut ausgebildeten Söldnern.
Die glorreichen Sieben schafft es trotz einer Spieldauer von 133 Minuten komplett ohne Längen auszukommen. Ab der ersten Szene ist die Spannung spürbar und lässt bis zum Ende an keiner Stelle nach. Selbst die Rekrutierung der sieben Revolverhelden ist durch gute Dialoge und starken Charakteren an keiner Stelle langweilig. Trotz der bekannten Handlung und dem relativ vorhersehbaren Ende, schafft der Film den Zuschauer an den Kinosessel zu fesseln. Das liegt vorallem an der interessanten Charaktergestaltung, in der keiner dem anderen gleicht. Hier ist für jeden ein Charakter zum verstehen und hineinversetzen dabei. Doch neben den sieben Männern gibt es auch mit Emma Cullen, die ihren Ehemann durch Bogue verlor, eine starke Frau in diesem Film, die dem ganzen noch einmal das gewisse Etwas gibt. Alle Rollen werden authentisch gespielt, auch wenn Chris Pratt seine Rolle des Josh Farraday etwas zu übertrieben spielt, was im Kinosaal für den ein oder anderen genervten Seufzer führen kann. Denn in praktisch jeder Einstellung lässt er einen Machospruch los, gepaart mit einem Grinsen und einem Augenzwinkern. Während dies in seiner Rolle des Starlord in „Guardians of the Galaxy“ noch funktionierte, mag es hier nicht so richtig zum Grundton des Films passen. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Ähnlich wie bei Quentin Tarantinos Film „The hateful Eight“ muss man sich auch hier nicht die Frage stellen, ob bei den Helden einer stirbt, sondern eher wer und wann. Dabei ist der Film herrlich Inkonsequent und erfüllt dabei keine Klitschees, so dass das Ende nur bedingt vorhersehbar war.

Alles in allem ist die glorreichen Sieben ein runder Film, der im Westerngenre durchaus bestehen kann. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Die Entscheidung

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Ich bin ein großer Fan von Charlotte Link und habe so ziemlich jedes Buch von ihr im Regal stehen (ausgenommen ihre Pferdekinderbücher). So konnte ich auch nicht wiederstehen ihr neustes Buch direkt zu verschlingen.

Simon wollte eigentlich über Weihnachten mit seinen Kindern im Ferienhaus seines Vaters in Südfrankreich Urlaub machen. Doch seine Kinder sagen ihm ab, seine neue Freundin trennt sich von ihm und dazu regnet es pausenlos. Trotzdem schlendert er am Strand entlang und trifft dort auf Nathalie, die offensichtlich in Schwierigkeiten steckt. Die Entscheidung ihr zu helfen, soll Simon schnell bereuen, denn Nathalie ist irgendwie in Verstrickungen, die bis nach Bulgarien reichen verwickelt.

Das Charlotte Link sehr wandelbar ist, hat sie bereits mehrfach bewiesen. Zunächst gestartet mit Gesellschaftsromanen, wie ihrer gefeierten „Sturmzeit“-Trilogie, entdeckte sie schnell die psychologischen Spannungsromane für sich. Hier bekam der fleißige Leser mehrere Charaktere bzw. ganze Familien präsentiert, die in irgendeiner verstrickten Geschichte steckten, die der Leser entschlüsseln musste. Gerne wurde hier auch ein Ausflug in die entfernte Vergangenheit verschiedener Figuren entführt. Diese Ausflüge kamen danach immer weniger vor, aber das tat der Spannung keinen Abbruch und Link entdeckte sich erneut neu. Mit ihrem letzten Werk „Die Betrogene“ versuchte sich Link nun zum ersten Mal in Richtung Kriminalroman. Aber auch hier entstand eine enge Verbindung zu den Figuren, wir lernten viel über sie, ihre Stärken, ihre Schwächen, ihre Ecken und Kanten. Doch irgendwo fehlte der Geschichte so ein bisschen das typische Linkkalkül. Dies sollte sich jedoch am Ende doch noch zeigen und so lässt sich „die Betrogene“ als Versuch Richtung Krimi abstempeln, kommt jedoch nicht mehr an die früheren Werke heran. Nun präsentiert uns Charlotte Link ihr neustes Werk und auch diesmal handelt es sich wieder um einen Kriminalroman.
Simon ist der typische Versager. Geschieden und doch lässt er sich von seiner Ex-Frau auf der Nase rumtanzen, was die Kinder betrifft. Sein Vater sagt ihm offen ins Gesicht, dass er ihn für einen Versager hält und trotzdem versucht Simon noch immer die Anerkennung des Vaters zu bekommen. Doch aus dem geplanten Weihnachtsurlaub mit seinen Kindern im Ferienhaus des Vaters in Südfrankreich wird nichts, denn seine Ex-Frau und deren neuer Freund beschließen, dass die Kinder lieber bei ihnen in Deutschland bleiben sollen. Und so fährt Simon alleine, denn seine neue Freundin hat er damit verschreckt, dass er sie vor den Kindern verheimlicht und daher nicht mit nach Frankreich nehmen wollte. In dieser trostlosen Ausgangslage trifft er am Strand auf die verzweifelte und heruntergekommende Nathalie. Eigentlich hätte er einfach weitergehen müssen, aber ausgerechnet diesmal trifft Simon eine Entscheidung, die seine nahe Zukunft stark beeinflussen sollte. Denn Nathalie ist auf der Flucht. Vor wem, dass weiß sie selbst nicht. Sie hat lediglich eine Warnung ihres Freundes Jérôme bekommen. Beide sollen erst später erfahren, dass sie irgendwie in das Visier eines Menschenhändlerrings gekommen sind, die keine Skrupel haben. Die Geschichte führt bis nach Bulgarien und erzählt neben Simons und Nathalies Geschichte auch die zweiter verzweifelter Familien, die glauben ihre schönen Töchter könnten im Westen ein gutes Leben bekommen.
Die Thematik von Menschenhändlern ist bereits in mehreren Büchern und Filmen behandelt worden. Link schafft es trotzdem der ganzen Geschichte eine eigene Richtung zu geben. Denn hier sind es keine Helden, die auf eigene Faust den Ring bekämpfen wollen. Hier sind es die Alltagshelden, die für sich oder für ihre Familien kämpfen. Dabei treten eine Vielzahl von Charakteren auf, deren Verbindung wieder einmal erst gesucht werden muss. Wie für einen Krimi üblich hat auch hier die Polizei eine große Rolle, jedoch nicht so groß, wie in anderen Krimis üblich. Dadurch behalten die Charaktere noch ihre Handlungsfreiheit und können dieses Buch weitgehend selbst gestalten. Doch während Links ältere Bücher sich durch sorgfältig charakterisierte Figuren auszeichnen, hinter denen mehr steckt, als man auf dem ersten Blick denken mag, spiegeln die Figuren diesmal die klassischen Schwarz/Weiß-Klitschees wieder. Jeder Charakter bekommt praktisch nur 1-2 Eigenschaften und handelt nur nach diesen. Kein Variieren, keine ausgeprägten Charakterzüge, keine Überraschungen. Daher wird aber leider auch die komplette Handlung vollständig vorhersehbar. Bis auf 1-2 Wendungen in Bulgarien, kann der Leser bereits am Anfang das Ende vorhersagen. Hier fehlt einfach eine überraschende Handlung der Charaktere.
Trotzdem muss man sagen, dass Link es durch ihren sehr flüssigen Schreibstil trotzdem schafft, einen für 2-3 Tage an das Buch zu fesseln, ehe man die knapp 600 Seiten verschlungen hat. Das ist wieder eine gewaltige Verbesserung zu „die Betrogene“, in der man sich durch viele Seiten durchquälen muss, ehe das Buch in Fahrt kommt. „Die Entscheidung“ hat keine einzige Länge, jede Handlung und Figur hat irgendwo seine Berechtigung, um auf das große Finale zuzusteuern. Wobei hier jedoch noch ein großer Kritikpunkt liegt: das sehr knappe und kurz gehaltene große Finale. Ein brutaler Menschenhändlerring, die nichts zu verlieren haben, und doch ist die Lösung am Ende zu einfach. Hier fühlt man sich am Ende um die Mühe eines Showdown betrogen.

Liebe Frau Link, als ein großer Fan ihrer Werke, verstehe ich, dass sie einmal etwas neues ausprobieren wollten und sich nun den Krimis zuwenden. Aber bitte geben sie ihren Charakteren trotzdem genug Tiefe, bitte bauen sie wieder Überraschungen in die Handlung ein und bitte bleiben sie sich selbst dabei treu. Beim Lesen von „Die Entscheidung“ wäre ich nicht darauf gekommen, dass sie dieses Buch schrieben. Ihre unverkennbare Handschrift hat einfach gefehlt! Ich freue mich trotzdem schon jetzt auf ihr nächstes Werk!

„Die Entscheidung“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

The Purge – Election Year

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Am 15.09.2016 erschien der inzwischen dritte Teil der Purge-Reihe in den deutschen Kinos.

In den USA stehen die Präsidentschaftswahlen kurz bevor. Die Senatorin Charlie Roan tritt gegen den Kandidaten der neuen Gründungsväter an und will die Purge abschaffen. Leider steht eben diese Nacht im Jahr, in der für 12 Stunden alle Verbrechen, inklusive Mord, erlaubt sind, kurz bevor. Die Senatorin muss nun versuchen diese Nacht zu überleben.

Im Jahr 2013 machte uns Regisseur James DeMonaco zum ersten Mal mit der Purge bekannt. Die amtierende Partei „Die neuen Gründungsväter“ hatten diese eingeführt, um die Kriminalitätsrate und Arbeitslosigkeit gering zu halten. Die Purge ist eine Nacht im Jahr, in der für 12 Stunden alle Verbrechen, inklusive Mord, erlaubt sind. Im ersten Teil wurde eine Familie vorgestellt, die von der Purge ziemlich profitierte. Durch den Verkauf von teuren Sicherheitssystemen wurden sie sehr reich. Doch auch das beste Sicherheitssystem ist kein garant diese Nacht zu überleben. Im Jahr 2014 folgte mit Anarchy der zweite Purge-Teil. Hier wurde nun das Gegenstück der Medaille gezeigt. Die arme Bevölkerung, die sich keine Sicherheitssysteme leisten kann, und trotzdem irgendwie versucht zu überleben. Hier wird nun zum einen die große Kluft zwischen reichen Purgern und ihren armen Opfern gezeigt. Hier zeigen sich nun auch zum ersten Mal politische Einflüsse, denn die Regierung soll die Purge dafür nutzen, die arme Bevölkerung aus ihren Häusern zu entführen und massenweise zu töten, um die Sozialausgaben zu senken. In Election Year dem inzwischen dritten Teil der Reihe, wird diese Thema noch einmal verstärkt angesprochen.
Die Senatorin Charlie Roan war einst selbst Opfer in einer Purge-Nacht und überlebte diese nur knapp, während sie zusehen musste, wie ihre Familie brutal abgeschlachtet wurde. Nun kandidiert sie als neue Präsidentin, um die Purge entgültig abzuschaffen. Damit ist sie ein Dorn im Auge der neuen Gründungsväter. Also wird kurz vor der alljährlichen Purge die Immunität von hohen Politikern abgeschafft und somit das Feld für einen Attentat auf die Senatorin frei geräumt. Diese versucht jedoch nicht klein beizugeben und bleibt in ihrem Haus in der Stadt, anstatt den Rat ihres Sicherheitschefs zu befolgen und in ein Safehouse umzuziehen. Der Sicherheitschef ist inzwischen auch schon bekannt, nachdem er eine der Hauptfiguren in Anarchy verkörperte. Am Abend der Purge wird trotz aller Vorsichtsmaßnahmen das Sicherheitssystem überlistet und die Jagd auf die Senatorin mit professionellen Söldnern eröffnete. Diese muss sich nun durch die purgende Stadt kämpfen. Parallel dazu lernen wir den Ladenbesitzer Joe Dixon kennen. Er hat das Jahr über für seinen Laden extra eine Purge-Versicherung abgeschlossen. Doch ein Tag vor jener Nacht wird die Police auf einmal stark erhöht und Joe steht doch wieder ohne Versicherungsschutz da, denn die Erhöhung kann er sich nicht leisten. Also nimmt er mit seinem Freund Marcos auf dem Dach Stellung, um von dort aus den Laden zu beschützen. Dabei gabelt er zufällig auch die fliehende Senatorin auf.
The Purge – Election Year lässt keine Zweifel aufkommen, dass sich hier der Gipfel des Wahnsinns befindet. Die Purger in den Staaten lassen nicht einfach nur ihre Agressionen raus, sie metzeln einfach nur noch ab. Dabei kommen kreative Gedanken bei herum, wie das Aufstellen einer Guillotine. Auch weltweit hat das Ereignis eine so hohe Aufmerksamkeit, dass tausende von „Mordtouristen“ anreisen, nur um mitpurgen zu können. Die Purge wurde also noch nie größer gefeiert. Auch ist der dritte Teil der bisher politischste. Das Prinzip wird sehr einfach gehalten. Es gibt zwei Präsidentschaftskandidaten: Der Kandidat der neuen Gründungsväter ist für den Erhalt der Purge, die Senatorin Roan möchte die Purge am liebsten sofort abschaffen. Andere politische Ziele scheint es in diesem Wahlkampf nicht zu geben. Natürlich werden die Sympathien schnell auf Seite der Senatorin gezogen, in dem sie sehr menschenfreundlich auftritt und der Gegenkandidat eine gewissen Distanz bewahrt. Da die Senatorin tatsächlich im Wahlkampf gewinnen könnte, versuchen die neuen Gründungsväter sie in der nächsten Purge verschwinden zu lassen, während die Senatorin rein an das Prinzip der Demokratie glaubt. So werden also beide schnell in die typischen Gut und Böse Klitschees gesteckt. Natürlich darf auch die Rebellengruppe nicht fehlen, die ebenfalls gegen die Purge ist, dies aber mit drastischeren Mitteln durchsetzen will.
The Purge – Election Year schafft es ebenfalls wie seine Vorgänger ein rasantes Tempo aufzubauen und den Zuschauer komplett zu bannen. Es gibt eine gute Balance zwischen Thematik und Action und auch an neuen Ideen mangelt es dem Film nicht. Doch auch der bestgemachteste Thriller steht und fällt am Ende mit der Handlung. Und Election Year baut leider ein sehr starkes Gut/Böse-Bild auf und kann dies aber nur mit einigen Klitschees und Logiklöchern halten. Darüber kann man in diesem Fall aber großzügig hinwegsehen, denn der Film bleibt auf einem hohen Level. Allerdings lässt er auch sehr viel Spielraum für Diskussionen übrig.
Der größe Kritikpunkt dürfte aber die übertriebene Darstellung der neuen Gründungsväter sein. Grundsätzlich stellen sie eine politische Partei dar, aber wenn man von den neuen Gründungsvätern spricht, meint man immer die Köpfe in der Regierung. Diese regieren die USA nun schon seit vielen Jahren und müssen daher ja ein größeres politisches Interesse haben, als nur die Purge. Trotzdem werden sie im Film mitunter als fanatische Irren dargestellt, deren ganzer Lebensinhalt nur die Purge sein soll. Das wirkt nun so stilisiert und übertrieben, dass es dem Film einiges an Überzeugung nimmt.
Das Ende des Films ist wieder stimmig, passt ins Bild und rundet die Trilogie gut ab. Aber natürlich konnten die Macher es nicht lassen, ein Hintertürchen einzubauen für eine erneute Fortsetzung.

Alles in allem ist The Purge – Election Year der brutalste und inhaltsvollste Film der Reihe, muss aber dadurch mit einigen Logikfehlern auskommen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Collide

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Am 04.08.2016 erschien ein Thriller, der komplett in Köln gedreht wurde, in den deutschen Kinos.

Der amerikanische Autodieb Casey versucht in Köln ein neues Leben zu führen. Bis seine Freundin Juliette schwer erkrankt und sie dringend viel Geld brauchen. Zu diesem Zeitpunkt lässt er sich auf ein dubioses Geschäft mit dem Dealer Geran ein, der wiederum Rache an seinem ehemaligen Geschäftspartner den Drogenboss Hagen Kahl nehmen will. Doch der Plan funktioniert nicht ganz so wie geplant.

 Schnelle Autos und rasante Verfolgungsjagden. Diese Szenen auf einer deutschen Autobahn dürfte vielen aus der deutschen Serie „Alarm für Kobra 11“ bekannt sein – oder zumindest aus den vielen Trailern in den Werbepausen. Diesmal versuchte sich jedoch Hollywood an der Faszination der nicht Geschwindigkeitsbeschränkten deutschen Autobahn und bringt dafür gleich einige ihrer bekanntesten Gesichter mit.
Casey war in den USA ein bekannter Autodieb, der inzwischen in Deutschland wohnt, um sich der Konsequenzen in den Staaten zu entziehen. Auch hier führt er kein ganz legales Leben und nimmt immer wieder neue Aufträge des Dealers Geran an. Dieser gilt als ein Handlanger des Drogenbosses Hagen Kahl, würde aber gerne zu seinem Partner aufsteigen. Als Casey ebenfalls die Amerikanerin Juliette trifft und sich verliebt, versucht er ihr zu Liebe ein legales Dasein zu führen. Bis zu dem Punkt, als Juliette lebensgefährlich erkrankt. Doch für die lebenswichtige Operation brauchen sie viel Geld. In seiner Not sucht Casey Geran auf. Dieser will sich an Hagen Kahl rächen und gibt Casey den Auftrag eine große Ladung Drogen von Kahl zu stehlen. Doch der Plan geht natürlich nicht auf und so ist Casey schon schnell auf der Flucht.
Collide ist ein Film, der bewusst eine simple Handlung hat, um sich vollkommen auf eine spektakuläre Verfolgungsjagd zu konzentrieren. Leider geht dieses Prinzip nach hinten los, denn der Film verliert schon bald alles an Glaubwürdigkeit, da diese Jagd sehr stark ausartet. Und spätestens, wenn Casey sich mit dem dritten Auto mehrfach überschlägt und trotzdem nur mit ein paar Kratzern wieder aufsteht und wieder den professionellen Leuten von Kahl entgeht, fühlt man sich als Zuschauer nicht mehr ernst genommen. Denn einen gewissen Grad an Realität möchte man als Zuschauer doch erwarten. Zudem wird Caseys und Juliettes Liebesgeschichte im Film vorgestellt und so weiß man, dass sich die beiden noch nicht all zu lange kennen und schon tut Casey alles für sie? Nun gut, man könnte es als bedingungslose Liebe interpretieren, aber es wäre wesentlich nachvollziehbar, wenn es noch einen zweiten Antriebsgrund geben würde.
Auch versucht der Film an mehrern Stellen, vor allem durch einen sehr durchgeknallten Geran, Humor mit einzubringen, was aber auch nur stellenweise gelingt. Wirklich positiv im Film ist lediglich die Besetzung mit teilweise namenhaften Schauspielern, wie Anthony Hopkins und Ben Kingsley. Aber auch diese bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, weil es ihre Rollen einfach nicht nötig machen. Anthony Hopkins als Hagen Kahl spielt den eiskalten Drogenboss zwar sehr glaubhaft, aber auch ohne Facetten. Keine Rolle, die einem langfristig im Gedächtnis bleibt. Ben Kingsley spielt den völlig durchgedrehten Dealer Geran. Seine Rolle sorgt zwar für die einzigen humorvollen Momente und lockert den Film ein wenig auf, aber ist gleichzeitig wieder so überzogen, dass es nicht richtig passen will. Nicholas Hoult als Casey spielt seine Rolle zwar auch souverän, kann aber weder Nähe zur Figur oder gar Sympathie erzeugen.

Alles in allem versucht Collide gar nicht über eine mittelmäßige Leistung herauszukommen und kann damit in einem Thriller absolut keine Spannung erzeugen. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Pets

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Am 28.07.2016 erschien ein Animationsfilm, der sich mit dem geheimen Leben unserer Haustiere befasst, in den deutschen Kinos.

Der Terrier Max könnte nicht glücklicher über sein Leben mit seinem Frauchen Katie sein. Er liebt sie über alles und hat in der Nachbarschaft einige Freunde. Doch eines Tages bringt Katie Duke mit, einen anderen Hund, den sie aus dem Tierheim hat. Durch die neue Konkurrenzsituation entführt Duke schließlich Max, dabei verlieren beide ihre Halsbänder und müssen nun vor den Tierfänger fliehen und irgendwie den Weg zurück nach Hause finden.

Bereits über ein Jahr vor dem Filmstart wurde der erste Trailer veröffentlicht. In diesem sah man verschiedene Haustiere, die alle unterschiedliche „Hobbies“ für die Zeit, in der ihre Besitzer arbeiten waren, entwickelt hatten. Der Trailer war so lustig gestaltet, dass der Erscheinungstermin rot im Kalender eingekreist wurde und über ein Jahr wurde nun auf den Start gefiebert. In der Weihnachtszeit erschien dann ein zweiter Trailer, in dem die bekannten Tiere nun für ein Weihnachtsfoto posieren sollten. Auch hier steckte wieder viel Witz drin, so dass die Aufregung noch mehr geschürt wurde. Doch bald darauf folgte der dritte Trailer und der erste, der auch etwas von der Handlung zeigt. Doch diese schien überhaupt nicht mehr so lustig, wie die ersten beiden Trailer vermuten ließen. Es schien nun gar nicht mehr so richtig, um die geheimen „Hobbies“ der Haustiere zu gehen, sondern es sah nach einem 08/15-Buddy-Film aus. Und genauso kam es letztendlich auch.
Zunächst lernt der Zuschauer Max kennen, einen Terrier, der sein Frauchen Katie über alles liebt, und der den ganzen Tag vor der Tür hockt und wartet, dass Katie zurück kommt. Als nächstes lernen wir seine Freunde kennen, mitsamt ihrer „Hobbies“. Es scheint alles, wie im ersten Trailer zu sein – könnte daran liegen, dass uns genau diese Szenen dort gezeigt wurden. Doch als Katie nach Hause kommt, hat sie eine Überraschung dabei: einen übergroßen Hund, der auf den Namen Duke hört. Er ist aus dem Tierheim und soll Max‘ neuer Bruder werden. Dieser ist von der Idee wenig begeistert und als Duke sich dann auch noch seiner Sachen annimmt, reicht es ihm. Als Katie am nächsten Tag das Haus verlässt, droht Max das ganze Haus zu verunstalten, wenn Duke nicht nach seinen Regeln spiele. Da max das noch nie gemacht hat, würde Katie sicher denken, dass Duke das Haus verwüstet habe. Dieser will sich beim alltäglichen Spaziergang mit dem Hundesitter dafür rächen. Kurzerhand entführt er Max und lässt ihn in einer einsamen Gasse zurück. Leider hat er nicht damit gerechnet, dass in dieser Gasse Straßenkatzen ihr unwesen treiben. Diese klauen die Halsbänder der beiden. Diese müssen nun nicht nur den Straßenkatzen und den Tierfängern entkommen, sondern auch irgendwie wieder zurück nach Hause finden. Dabei treffen sie unter anderem auf eine Straßengang vergessener Haustiere, angeführt von dem süßen, aber sehr gefährlichem, Hasen Snowball. Gleichzeitig sammeln sich zu Hause Max‘ Freunde für eine Suchaktion.
Durch die ersten Trailer hat Pets eine sehr hohe Erwartungshaltung geschürt, die der Film leider in keinster Weise halten konnte. Die Handlung ist lieblos zusammengeschustert und kann weder Spannung, noch Witz vermitteln. Die wirklich guten Witze sind bereits alle im Trailer verbaut. Die übrig gebliebenen sind so überspitzt, dass man über sie einfach nicht mehr lachen kann. Zudem hat man das Gefühl die gleiche Handlung schon ein dutzendmal gesehen zu haben.
Das Hauptaugenmerk liegt in diesem Film eindeutig auf den Charakteren und hier kann der Film wirklich mit den verschiedensten punkten. Leider entsprechen aber auch diese sehr gängen Klitschees und sind wenig neu inspiriert.
Nachdem Disney-Pixar in letzter Zeit mit „Alles steht Kopf“ und „Zoomania“ mit guten Ideen und guten Impulsen für die junge Generation daherkam, wirkt Pets nun noch bedeutungsloser. Denn das Thema der Freundschaft wird zwar vage angesprochen, aber doch sehr lasch behandelt. Man sollte nun also annehmen, dass Max und Duke auf ihrem Abenteuer zu Freunden werden. Doch in jeder Entscheidung, die die beiden treffen, ist immer die Frage, ob sie es für sich tun oder ob sie es wirklich aus Freundschaft tun. Max‘ Freunde zu Hause begeben sich zwar letztendlich auf die Suche nach den beiden, aber auch dies nur, weil die verliebte Gidget alle dazu bringt. Von alleine wäre keiner auf die Idee gekommen.

Alles in allem ist Pets ein liebloser Film, der in keinster Weise die Erwartungen erfüllen kann. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Horrorctober

Hallo ihr Lieben,
schon bald ist Oktober und die Cinecouch ruft wieder zum Horroroctober auf. Dieses Jahr bin ich dabei und möchte daher 13 Horrorfilme im nächsten Monat gucken und euch über die Qualität informieren. Die Filme hab mehr oder weniger zufällig ausgewählt, je nachdem, was DVD-Regal und Streaming Dienste hergeben. Von den meisten habe ich zumindest schon einmal gehört, ansonsten kam rein, was sich gut angehört hat. Lange Rede, kurzer Sinn, hier ist meine Liste für den Horroroctober:

1) 22 ways to die
2) Insidious
3) House at the end of the street
4) Die Frau in Schwarz
5) The Eye
6) My bloody valentine
7) der Fluch
8) The Lords of Salem
9) The Vatican Tapes
10) I spit on your grave
11) Smiley – das Grauen trägt ein Lächeln
12) Let me in
13) Cry Wolf

Verräter wie wir

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Am 07.07.2016 erschien ein neuer Thriller mit Ewan McGregor in den deutschen Kinos.

Perry und Gail treffen in ihrem Urlaub in Marrakesch auf den zwielichtigen Russen Dima. Dieser hat jedoch Angst um sich und seine Familie und bittet daher den unauffälligen Perry um Hilfe nach Großbritannien einzureisen. Bei dem Versuch treffen sie auf den Geheimagenten Hector, der seine Chance auf wichtige Informationen wittert. Eine Hetzjagd durch Europa beginnt.

John le Carré dürfte als Autor vielen ein Begriff sein. Durch seine frühere Arbeit beim britischen Geheimdienst konnte er seinen Spionage-Thrillern die nötige Authentizität geben, die sie zu internationalen Bestsellern machten. In den letzten Jahren wurden seine Werke mehrfach als Vorlage für einen Film/Serie genommen, so z.B. „a most wanted man“ als Kinofilm im Jahr 2014 und „The Night Manager“ als Kurzserie im Jahr 2016. Dazu reiht sich nun auch „Verräter wie wir“, dessen Romanvorlage erst im Jahr 2010 veröffentlicht wurde.
Der Universitätsprofessor Perry und seine Frau die Anwältin Gail wollen in Marrakesch eigentlich nur einen romantischen Urlaub verbringen, um ihre Ehe zu retten. Niemals hätten sie gedacht, dort in irgendwelche Mafia Verstrickungen verwickelt zu werden. Doch sie treffen in ihrem Hotel auf den zwielichtigen Dima. Dieser begrüßte sie mit einer sehr offen Art. Was mit einem harmlosen Tennisspiel und einer Partyeinladung beginnt, soll schon bald größere Wellen schlagen. Denn Dima gehört zu den obersten Geldwäschern der russichen Mafia. Doch nachdem enge Freunde von ihm getötet wurden, möchte er gerne aussteigen. Perry soll ihm dabei helfen, indem er einen USB-Stick mit Informationen dem britischen Geheimdienst übergibt. Doch der eingeschaltete Geheimagent Hector sieht eine Chance noch mehr Informationen zu bekommen. Und schon stehen auch Perry und Gail zwischen dem britischen Geheimdienst und der russischen Mafia.
Verräter wie wir hat eine interessant klingende Handlung, kann aber als Thriller nicht überzeugen. Die nötige Spannung kommt in keiner Szene wirklich auf. Dafür sind die Dialoge zu lang und nichtssagend gehalten und es gibt zu lange Plansequenzen und Landschaftsaufnahmen. Gleichzeitig wird die Handlung so belanglos umgesetzt, dass man sich nach zwei Monaten kaum noch an diese erinnert. Die Charaktere selbst sind mit Ewan McGregor, Damian Lewis und Naomie Harris gut besetzt, die ihre Rollen auch souverän spielen. Nur Stellan Skarsgård kann als Dima wenig überzeugen. Weder nimmt man ihm den harten Geldwäscher ab, noch den Russen. Zwar imitiert er als Schwede den russischen Akzent sehr gut, aber er hat nicht die Austrahlung, die man mit Russland assoziiert.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Geschichte sehr vorhersehbar ist. Selbst jede plötzliche und eigentlich unerwartete Wendung ist so klitscheebeladen, dass man diese bereits minutenlang vorhersehen kann bzw. der Ausgang des Films bereits am Anfang klar ist. Hier fehlt einfach ein bisschen die Neuartigkeit.

Alles in allem kann der Film einfach nicht überzeugen und bleibt daher nicht dauerhaft im Gedächtnis. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Star Trek – Beyond

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Am 21.07.2016 erschien pünktlich zum 50. Jubiläum der Star Trek Serie der dritte Reboot-Film der Reihe in den deutschen Kinos.

Die Enterprise ist mitten in ihrer fünfjährigen Mission im Weltall unterwegs, als sie bei einer Rettungsmission angegriffen werden. Dabei wird die Enterprise komplett zerstört und die Mannschaft in alle Winde auf einem fremden Planeten gestreut. Nun kann sie nur ihr eiserner Zusammenhalt noch retten.

1966 startete die erste Besatzung der USS Enterprise in die unendlichen Weiten des Weltalls. Gene Roddenberry schaffte zwar damals nicht den großen Erfolg, aber baute sich über die Jahre eine große Fangemeinde auf, die sich liebevoll Trekkies nannten, und mit den Jahren immer größer wurde. Nach der Originalserie folgten noch fünf Serienableger. Es wurden sechs Kinofilme mit der Originalcrew gedreht, die mit „Treffen der Generationen“ abgelöst wurde. Es folgten vier Kinofilme mit der Besatzung aus der Serie „The next Generation“. Schließlich im Jahre 2009 kam ein Reboot in die deutschen Kinos. Die ursprüngliche Crew wurde durch jüngere Ausgaben ersetzt und auf ein neues Abenteuer geschickt. So wurde auch eine neue Generation an Zuschauer herangezogen. Es folgte „Into Darkness“ im Jahr 2013 und nun „Beyond“. Was ist anders? Zum einen ist J.J. Abrams nur noch Produzent und die Regie übernahm Justin Lin. Zum anderen wurde ein Großteil des Drehbuchs vom bekennenden Trekkie Simon Pegg geschrieben, der auch wieder in die Rolle des Ingenieurs Scotty schlüpft.
Star Trek Beyond besinnt sich wieder mehr auf die ursprüngliche Serie zurück, in dem der Großteil des Films nicht auf der Enterprise stattfindet, sondern die Planeten entdeckt werden. Diesmal ist es allerdings nicht so ganz freiwillig. In der Mitte ihrer 5-jährigen Mission hält die USS Enterprise an einer Raumstation, um das Schiff kontrollieren zu lassen und ein bisschen zu verschnaufen. Dort erreicht sie der Hilferuf der Kapitänin Kalara, deren Schiff zerstört wurde und deren Mannschaft sich nun auf einem fremden Planeten befindet. Sofort eilt die Enterprise zur Hilfe. Doch auch sie ereilt das gleiche Schicksal. Die Enterprise wird zerstört und die Crew wird in alle Himmelsrichtungen zerschlagen. Doch sie müssen nun nicht nur auf einem fremden Planeten überleben. Denn hier leben Krall und seine Anhänger, die Rache an der Sternenflotte üben wollen. Schafft die Crew es sich zu wehren?
Auch der dritte Film der Reboot-Reihe kann wieder mit seinem bildgewaltigen Material überzeugen. Ob nun Weltraumschlachten oder der Überlebenskampf auf einem fremden Planeten. Hier merkt man, dass der Film als Abschluss einer Trilogie gelten könnte und daher noch einmal alles in Action verwandelt. Die Figuren agieren in ihren üblichen Verhaltensmustern, entwickeln sich aber, im Gegensatz zu den beiden Vorgängerfilmen, nicht weiter. Auch die neu eingeführten Charaktere bleiben sehr eindimensional, allen voran der Bösewicht Krall. Dieser wird sehr eindrucksvoll vorgestellt und sein Hass auf die Sternenflotte ist zwar nicht nachvollziehbar, dafür aber ein dominantes Thema. Doch am Ende wird dies wieder auf die einfachsten Gründe heruntergebrochen, die man immer wieder in Filmen sieht, und die im Nachhinein Krall zum 08/15-Bösewicht machen. Der altbekannte Witz der Reboot-Reihe wird beibehalten und gerade der analytische Spock und der impulsive Pille in Kombination bieten viel Humor.
Das Grundthema des Films ist der Zusammenhalt der Crew. Leider wird dieses Thema nicht subtil, sondern mit dem Vorschlaghammer eingebracht und immer wieder betont. Dadurch wirkt es zu aufgesetzt und nimmt dem Thema den Charme. Auch wirkt der Film dadurch zu konstruiert, woran auch das nervenzerreißende Finale nichts ändert.

Alles in allem macht der Film vieles richtig und kann begeistern, er wirkt aber nicht wie ein dritter Teil oder ein mögliches Finale. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Die 68. Emmy Awards

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Hallo ihr Lieben,
im Gegensatz zu den Oscars hab ich mir nicht die heutige Nacht um die Ohren geschlagen, um die Emmys zu sehen. Dafür hab ich mir die Sendung aber aufgenommen und mir zum Frühstück angesehen (und ein bisschen über das Frühstück hinaus, die Verleihung ging über drei Stunden!). Im Gegensatz zu den Oscars hab ich aber auch nicht annähernd alle wichtigen Serien der Verleihung gesehen, daher habe ich mir nicht erlaubt eine Prognose zu veröffentlichen. Dafür möchte ich euch nur einen kurzen Überblick geben, was so schönes passiert ist.

Die Moderation übernahm dieses Jahr Jimmy Kimmel, der souverän und mit einer lockeren Stimmung durch den Abend führte. Bis auf einen kleinen faux pas, der die sozialen Medien aufrüttelte blieben die Witze größtenteils niveauvoll. Allein sein Weg auf die Bühne war zwar hindernisreich, aber dafür sehr unterhaltsam. Mein persönliches Highlight der Moderation war, als Matt Damon, kurz nachdem Kimmel seine Nominierung nicht in einen Gewinn umsetzen konnte, die Bühne betritt und Kimmel ein wenig auf den Arm nimmt.

Ein gängiges Thema ist in diesem Jahr die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA. Auf den Punkt brachte es „Master of None“-Star Aziz Ansari, als er zunächst seinen Eltern dankte (die im Publikum anwesend waren) und im nächsten Atemzug meinte, dass er Trump wählen würde, und deswegen seine Eltern daher bitte den Saal und das Land verlassen müssen (er und seine Eltern sind Inder; seine kurze Rede ist frei übersetzt!). Darauf baut auch mehr oder weniger das zweite große Thema das Abends auf. Nachdem die Oscars in diesem Jahr mit „Oscarsaresowhite“ nicht besonders gut wegkamen, feierten die Emmys ihre Vielfalt – nahmen das aber auch nicht so ganz ernst und scherzten darüber.

Ein weiteres Highlight des Abends war es, dass Jimmy Kimmel am Anfang eine „neue Regel“ erließ, die er „Maggie Smith Regel“ nannte. Denn Maggie Smith ist des öfteren nominiert, gewann auch bereits mehrmals, aber war nie anwesend. Die neue Regel besagt, dass man um den Preis zu gewinnen, anwesend sein muss. Die Ironie daran war, dass Maggie Smith auch dieses Jahr gewann, aber nicht anwesend war.

Eine Übersicht über die Gewinner könnte ihr beispielsweise auf Moviepilot einsehen. Damit wünsche ich euch noch einen schönen Abend🙂

Cinemathek: Power to change

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Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Power to change – die EnergieRebellion. Der Film lief am 17.03.2016 in den deutschen Kinos an.

Die Politik finanzierte jahrzehntelang fossile Brennstoffe. Doch in diesem Film werden die Vorteile und die Visionen der erneuerbaren Enerien vorgestellt. Die Dokumentation führt uns dafür bis in die Ukraine.

Spätestens nach dem Unglück in Fukushima ist die Gefahr der Atomenergie bei allen bekannt. Die Politik reagierte sofort und wollte die Energiewende. Doch sobald Fukushima aus den Nachrichten verschwand, verschwand auch die Diskussion wieder. Der Film Power to change befasst sich mit Visionären, die noch immer versuchen die Energiewende durchzubringen. Seien es kleine Ideen mit denen sie ihren ganz eigenen Energiewandel voran bringen. Seien es Kommunalpolitiker, die zeigen, dass man etwas ändern kann, Unternehmer, Aktionäre, etc. Es sind schöne Ideen dabei, die in diesem Film gezeigt werden. Die eindeutige Nachricht des Films ist: Die Energiewende ist möglich! Die Schuldigen sind für alle Sprecher eindeutig die Großkonzerne und die Politiker, die nichts unternehmen. Gespickt ist die ganze mit interessanten Fakten.
Das größte Problem dieser Dokumentation ist aber, dass sie keinen klaren Adressaten hat. Die Ideen die vorgestellt werden, sind zwar nett, aber für den Zuschauer nicht zwangsläufig relevant. Die wirklichen Tipps der Energiesparer werden nur ganz kurz angesprochen und dann wird wieder weggeschaltet. Also im Prinzip das wirklich interessante und relevante für den Zuschauer im Kino, wird viel zu schnell abgehandelt. Ansonsten führt die Dokumentation bis in die Ukraine zur Krim-Krise und thematisiert wie die Politik Krieg um fossile Brennstoffe führt. Das wäre interessant, wenn daraus eine Aktion der Zuschauer führen könnte. Aber die durchgängige Kritik an Politik und Großkonzerne sollte sich auch an eben diese richten. Da ist der durchschnittliche Kinogänger eben nicht das richtige Publikum. Zwar wird auch auf die Wichtigkeit einer Photovoltaikanlage hingewiesen, aber im Endeffekt wird hier auch nicht auf alle Möglichkeiten hingewiesen. Uns so geht man am Ende mit einem Schulterzucken aus dem Kino und hat die Dokumenation binnen einer Stunde fast gänzlich vergessen. Hier wäre mehr möglich gewesen, wenn man sich eine Minute darüber besonnen hätte, wer am Ende den Film sehen wird.

Alles in allem zeigt der Film gute Ansätze, verzettelt sich aber in den Fakten und erreicht das Publikum damit nicht. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.