Wunder

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Am 25.01.2018 erschien ein Film über das Wunder des Lebens in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Kinder können ganz schön gemein sein. Das weiß wohl jeder noch aus seiner Kindheit. Kinder sind nämlich brutal ehrlich, wo Erwachsene versuchen sich hinter schönen Formulierungen zu verstecken. Während Erwachsene bei zu hohem Gewicht einer Person noch vorsichtig sagen, dass derjenige etwas korpulenter ist, sagen Kinder ganz ehrlich, der ist dick. Manchmal ist die Ehrlichkeit von Kindern eine Wohltat, manchmal versucht man ihnen noch Taktgefühl beizubringen. Aber was, wenn man durch ungünstige Umstände entstellt ist. Man kann nichts dafür, aber es wird auch niemals besser werden. Und wenn man dann ständig auf andere Kinder trifft, die einem regelmäßig sagen, wie hässlich man ist? Wie würde man dann reagieren, wie verkraftet man so was? Und wie geht dein Umfeld damit um? Deine Familie, deine Freunde? Genau damit befasst sich der Film Wunder.

Die Handlung

Auggie (Jacob Tremblay) wurde seit seiner Geburt unzählige Male operiert, damit er überhaupt leben kann. Leider ist er dadurch im Gesicht durch viele Narben entstellt. Im Schutze seiner Familie hat er bisher sehr sorglos gelebt. Doch nun wollen seine Eltern, dass er nicht mehr von seiner Mutter (Julia Roberts) zu Hause unterrichtet wird, sondern auf eine Schule geht. Damit ist das Chaos vorprogrammiert.

Meine Meinung

Die größte Befürchtung vor dem Film war, dass dieser wahrscheinlich sehr stark gewollt auf die Tränendrüse drückt. Doch genau diesen Teil hat Wunder geschickt umspielt. Denn Wunder ist zwar hochemotional und die ein oder andere Träne wird durchaus beim Zusehen verdrückt. Aber Wunder erzählt nicht die traurige Geschichte eines hässlichen Entleins, sondern bringt ein vielschichtiges Drama hervor, dass sich mit mehreren Sichtweisen beschäftigt.
Natürlich sind einige Handlungsabschnitte vorprogrammiert. Auggie kommt in die Schule und natürlich kann kaum einer wirklich cool mit seiner Situation umgehen. Gerüchte kursieren und er hat ganz schön mit der Einsamkeit zu kämpfen. Aber es gibt auch Handlungsabschnitte, die man so vorher nicht erwartet hätte und die den Film so besonders machen. Auch versucht der Film möglichst objektiv die verschiedenen Einstellungen zu durchleuchten und lässt daher mehrere Personen auch ihre Geschichten erzählen und wie sie zu Auggie stehen. Natürlich kommt der Film trotzdem nicht ohne einiges Klitsches aus, setzt diese aber subtil genug ein, dass sie den Sehgenuss nicht stören.
Ein großes Lob gehört Jacob Tremblay, der nach Raum erneut zeigt, was für ein Talent bereits mit seinen jungen Jahren in ihm steckt. Er spielt den Auggie mit allem, was dazu gehört. Er lebt seinen Schmerz, aber bringt auch alle anderen Emotionen gekonnt rüber. Das macht die Figur des Auggie so glaubwürdig und fängt das Mitgefühl des Zuschauers gekonnt ein. Verstecken muss er sich auf keinen Fall hinter den Schauspielgrößen Julia Roberts und Owen Wilson, die die Eltern von Auggie verkörpern. Beide spielen sehr zurückhaltend, was dem Film aber unglaublich gut tut. Ein ständiges emotionales Kaleidoskop hätte dem Film eher gestört. Die übrigen schauspielerischen Leistungen sind durchgehend gut, auch wenn die anderen Kinderdarsteller definitiv nicht an Jacob Tremblay heranreichen. Da war dann doch noch etwas Potential nach oben – was aber wieder Kritik auf hohem Niveau ist.

Das Fazit

Wunder ist ein sehr emotionaler Film, aber auf die subtile Art und nicht auf die Holzhammermethode. Die Handlung kann durch verschiedene Erzählebenen überzeugen, die die Sichtweisen verschiedener Charaktere widerspiegelt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

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Your name.

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Am 11.01.2018 erschien ein in Japan sehr erfolgreich laufender Anime in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Da Your Name. in Japan sehr erfolgreich lief – genau genommen die zweierfolgreichste japanische Produktion ist – wurden zunächst zwei Kinotermine für Deutschland bekannt gegeben. Auf Deutsch synchronisiert und mit dem Untertitel „Gestern, heute und für immer“ zeigten 150 deutsche Kinos den Anime. Doch auch hier lief er sehr erfolgreich und so wurden kurz darauf noch einmal fünf Zusatztermine in noch mehr Kinos bekannt gegeben. Auch ohne Fan von Animes zu sein, wurde man so auf den Film aufmerksam und neugierig.

Die Handlung

Mitsuha lebt in einem kleinen Dorf in Japan und träumt davon irgendwann ihrer Situation entfliehen zu können. Taki lebt in Tokio und ist auch nicht allzu zufrieden mit seinem Leben. Beide haben merkwürdige Träume. Bis sie feststellen, dass sie tatsächlich an manchen Tagen die Körper tauschen. Also beschließen sie das beste aus der Situation zu machen und versuchen irgendwie zu planen, wie sich der andere verhalten soll, wenn er im Körper des jeweils anderen ist.

Meine Meinung

Die Handlung klingt zunächst nach einer simplen Rollentauschkomödie, nur dass es diesmal eben als Anime umgesetzt wurde. So weit so bekannt. Doch Your Name geht noch einmal einen Schritt weiter und spinnt zur Rollentauschkomödie noch einige weitere Handlungsstränge mit hinein. Und genau hier setzt das besondere am Film an. Denn Your Name ist alles andere als gewöhnlich – immerhin kommt er aus Japan, da ist nichts gewöhnlich. So schafft er es in 107 Minuten eine Geschichte zu erzählen, die den Zuschauer auf so vielen unterschiedlichen Ebenen berühren. Der Film ist liebevoll, spannend, witzig, berührend und trifft genau den richtigen Nerv. Ganz nebenbei schafft er so vielschichtige Charaktere, mit denen man fühlt und die einem absolut sympathisch sind. Zwar nicht alle, so dass es auch Charaktere gibt, die negativ auffallen, aber in einem überschaubaren Rahmen.
Your Name fängt zunächst relativ verwirrend an. Als Neuling in der Animewelt ist es zudem noch ein bisschen schwieriger die ersten Minuten zu greifen, was genau da versucht wird zu erzählen. Erst nach und nach verläuft der Film in regelmäßigere Muster. Ab dann ist auch die Handlung gut verständlich, wenn sie auch immer wieder mit neuen Überraschungen auftaucht. Trotzdem eilt die Handlung nicht, sondern lässt sich nach und nach mit einer gewissen Ruhe erzählen. Selbst in hektischeren Szenen, bleibt eine gewisse Gelassenheit zu spüren. Trotzdem ist die Handlung fast durchgehend spannend.
Ein weiteres großes Kompliment geht an die Animatoren. Denn Your Name. ist sehr detailliert und sehr ausführlich gezeichnet. Während herkömmliche Animes – was man halt nachmittags beim durchschalten auf RTL2 so sieht – in manchen Szenen die Mimik doch stark vereinfacht darstellt, legt Your Name. hier durchgehend großen Wert aufs Detail.

Das Fazit

Your Name. ist ein sehr schön gezeichneter Film, der über die bekannte Körpertauschthematik hinausgeht und mit einer gut durchdachten und spannenden Handlung überzeugen kann. Auch Animeabgeneigte kommen hier auf ihre Kosten. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Paddington 2

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Am 23.11.2017 erschien die Fortsetzung rund um den Bär aus Peru und seinen Abenteuern in London in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Bereits seit 1957 schreibt Autor Michael Bond über den kleinen Bären aus Peru, der von seiner Tante und Onkel nach London geschickt wurde und dort am Bahnhof Paddington von der Familie Brown gefunden wird. 25 Bücher umfasst die Reihe, von der nur zehn auf Deutsch übersetzt wurden. 2014 erschien bereits ein erster Film, der sich mit Paddingtons Ankunft in London beschäftigt und ein Abenteuer nach sich zieht, in dessen Folge Paddington und die Browns eine Familie werden.

Die Handlung

Paddington möchte seiner Tante Lucy zu ihrem 100. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk machen. Schnell findet er in einem Antiquariat ein Buch über London. Doch um es kaufen zu können, muss er einige Nebenjobs annehmen. Als er endlich das Geld zusammen hat, wird das Buch gestohlen und Paddington des Diebstahls beschuldigt. Nun versucht Familie Brown seine Unschuld zu beweisen.

Meine Meinung

Das es zu dem ersten Film von Paddington eine Fortsetzung geben würde, stand außer Frage. Die eigentliche Frage war eher, um was würde es in der Fortsetzung gehen. Denn der Trailer, so süß er auch gemacht war, ließ keine großen Schlüsse zu und schreckte doch eher von einem Kinobesuch ab, als für ihn zu animieren. So habe ich vergleichsweise lange gezögert mich doch in den Kinosaal zu setzen. Erst nach ausdrücklicher Empfehlung kaufte ich mir das Ticket.
Der Film beginnt zunächst mit einer kurzen Übersicht über das Geschehen zwischen den beiden Teilen und was die Familienmitglieder seitdem tun. So plätschert der Film zunächst ein bisschen vor sich hin, kann aber doch mit süßen kleinen Einfällen wieder punkten und bringt das Publikum bereits hier zum schmunzeln. Erst dann wird das eigentliche „Problem“ erläutert, auf der die Haupthandlung basiert. Paddingtons Tante Lucy wird 100 Jahre alt und Paddington möchte ihr ein ganz besonderes Geschenk machen. Der weitere Verlauf des Films ist ungemein liebevoll gestaltet, auch wenn einige Szenen zunächst etwas befremdlich wirken für einen Kinderfilm. Im Laufe des Films gibt es einige Szenen, die auch absolut „over the top“ sind und auf den ersten Blick einfach nur bizarr wirken. Doch gerade diesen Szenen werden mit einer solchen Herzlichkeit umgesetzt, dass sie doch wieder hervorragend funktionieren und dadurch fast zum Herzstück des Films werden. Ich denke hier nur an einige Szenen, die im Gefängnis spielen.
Paddington hat eine ganz besondere Art Humor zu zeigen. Denn statt mit plumpen Witzen um sich zu schmeißen, bahnen sich die Witze ganz langsam an und überrollen den Zuschauer, bis sich dieser vor Lachen kaum noch auf den Sitzen halten kann. Selbst Szenen, die auf den ersten Blick nicht lustig wirken, schaffen es dann doch durch Kleinigkeiten – oder durch das Auftauchen von Mr. Curry, ich find seine schrullige Art ungemein lustig – wieder das Kino zum lachen zu bringen. So wechseln sich ernste, lustige, traurige und spannende Szenen regelmäßig ab und als Zuschauer fühlt man sich nur bestens unterhalten.
Zum bereits bekannten Cast um Hugh Bonneville und Sally Hawkins gesellen sich diesmal Hugh Grant als Bösewicht und Brendon Gleeson als Gefängniskoch. Ersterer scheint sich ungewollt selbst zu parodieren und spielt einen einst erfolgreichen Schauspieler, der sich selbst noch immer als das größte Talent weit und breit sieht, aber einfach keine ernstzunehmenden Rollen mehr bekommt. Trotzdem passt sein Charakter deutlich besser in den Paddington Film als noch Nicole Kidmans Millicent aus dem ersten Teil. Auch Brendon Gleeson ist ein großer Gewinn für den Paddington Film, spielt er doch den grummeligen Gefängniskoch mit einer Leidenschaft, die seinesgleichen sucht. Auch der bekannte Cast spielt gewohnt auf hohem Niveau.

Das Fazit

Paddington 2 ist ein süßer und liebevoller Familienfilm, der noch mehr als der erste Teil überzeugen kann. Obwohl er manchmal ein bisschen übertreibt, bringt er alle Emotionen gut rüber. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Die kleine Hexe

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Am 01.02.2018 erschien die Verfilmung des Buchklassikers von Ottfried Preußler in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Ob das kleine Gespenst, der kleiner Wassermann oder eben die kleine Hexe. Die Kinderbuchklassiker von Ottfried Preußler zierten mein Bücherregal als noch klein war. Immer und immer wieder versuchte ich mit der kleinen Hexe eine gute Hexe zu werden, um endlich auch auf dem Blocksberg mit zu tanzen. So schlug mein Kinderherz wieder höher, als ich sah, dass das Buch von 1957 nun mit Karoline Herfurth verfilmt werden sollte, die sich spätestens mit SMS für dich von ihrem Fack ju Göhte Ruf verabschiedet hat.

Die Handlung

Jedes Jahr zur Walpurgisnach fliegen die Hexen auf den Blocksberg und tanzen dort ums Feuer. Nur die kleine Hexe (Karoline Herfurth) darf nicht mittanzen, denn mit ihren 127 Jahren ist sie noch zu jung. Trotzdem schleicht sie sich heimlich zum Tanz und wird dort prompt erwischt. Als Strafe wird ihr der Besen weggenommen und sie muss innerhalb eines Jahres das große Hexenbuch auswendig lernen und eine gute Hexe werden. Wenn sie das schafft, darf sie im nächsten Jahr mit um den Blocksberg tanzen. Ihr zur Seite steht ihr treuer Freund, der Rabe Abraxas.

Meine Meinung

Die kleine Hexe ist eines dieser kleinen aber sehr feinen Filme, den man nur mit einem Dauerlächeln sehen kann. Denn jede Szene, jedes Detail ist nur darauf ausgelegt irgendwo gute Laune zu verbreiten. Zwar merkt man schnell, dass der Film wirklich komplett auf die Kinder als Zielgruppe ausgelegt ist, aber sobald man sein inneres Kind wieder herausgeholt hat, funktioniert der Film ziemlich gut. Für mich war es ein Wiedersehen mit den Charakteren meiner Kindheit.
Ein wichtiger Punkt für das Funktionieren des Films ist eindeutig Karoline Herfurth, die ihre kleine Hexe mit so einer Hingabe und mit deutlich sehr viel Spaß spielt, dass ihre gute Laune einfach nur ansteckend wirkt. Zunächst muss man sich zwar etwas an ihre verlängerte Nase gewöhnen, damit sie zumindest ein bisschen wie eine Hexe aussieht, aber nichts trübt ihre gute Laune. Trotzdem spielt sie die traurigeren und ernsteren Szenen mit dem nötigen Respekt. So ist die kleine Hexe nicht nur eine süße Geschichte, sondern steckt auch voller Lektionen fürs Leben. Sei nett zu anderen Kindern, oder glaube nicht jedem Vorurteil, sind nur zwei Beispiele dafür.
Das es sich um eine deutsche Produktion mit einem nicht allzu großen Budget handelt, sieht man dem Film leider hier und da immer mal an. So kann beispielsweise der Rabe Abraxas seine CGI-Herkunft nicht verbergen. Das stört den Filmverlauf aber nicht. Die schauspielerischen Leistungen schwanken sehr stark. So spielt Karoline Herfurth sehr stark und auch Suzanne von Borsody kann als Wetterhexe Rumpumpel überzeugen. Therese Affolter als Oberhexe schwächelt hingegen in ihrer Rolle und die Kinderdarsteller spielen ziemlich hölzern. Dafür hat das Setting im Wald und das Häuschen der kleinen Hexe eine ganz eigene Magie und zeigt Deutschlands schöne Seiten.

Das Fazit

Die kleine Hexe ist ein süßer kleiner Kinderfilm, der das Buch gut widerspiegelt und den Zuschauer mit einem Dauerlächeln beglückt. Keine große teure Produktion, aber dafür eine mit einem sehr großen Herz. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone

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Am 01.02.2018 erschien der dritte und letzte Teil der Maze Runner Trilogie in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Jugendliteraturverfilmungen liegen noch immer voll im Trend. Nach den Tributen von Panem und der Bestimmungsreihe, lief 2014 der erste Teil von Maze Runner an mit dem Einzeltitel „Die Auserwählten Im Labyrinth“. Nachdem mich der Film sehr begeistern konnte, weil er durchgehend spannend war, legte ich mir die komplette Trilogie in Buchform zu und verschlang sie daraufhin. Im Jahr 2015 erschien dann der zweite Teil „Die Auserwählten in der Brandwüste“ im Kino. Damals schrieb ich in meiner Kritik, dass ich so gar nicht mit dem Film einverstanden war, weil es sich nur noch teilweise an die Bücher hielt und zwischendurch einfach Elemente des zweiten und dritten Buches wild mischte. Die Dreharbeiten zum dritten Maze Runner Teil „Die Auserwählten in der Todeszone“ verzögerten sich dann, weil Hauptdarsteller Dylan O’Brien sich bei einer Stuntszene schwer verletzte und längere Zeit ausfiel. Dadurch verzögerte sich der Kinostart von Anfang 2017 auf Anfang 2018. Genug Zeit, um das Detailwissen aus den Büchern größtenteils zu verdrängen. In Vorbereitung auf das große Finale habe ich dann die Filme noch einmal gesehen und muss sagen, dass mir inzwischen der zweite Film wesentlich besser als damals bei der ersten Sichtung gefällt. Schafft der dritte Teil es nun das große Finale zu werden, wie im Trailer angekündigt? Immerhin wurden diesmal aus drei Büchern auch nur drei Filme gemacht und nicht das letzte Buch auf Biegen und Brechen versucht auf zwei Filme zu spalten. Das verspricht ja schon mal einiges!

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Im ersten Teil „Die Auserwählten im Labyrinth“ lernen wir Thomas kennen, der ohne Erinnerung an sein bisheriges Leben auf eine Lichtung gesandt wird. Diese ist umgeben von einem riesigen Labyrinth. Mit auf der Lichtung sind Jungen alle in seinem Alter, die ihn vor dem Labyrinth warnen, denn es beherbergt Monster, die sie „Griever“ nennen. Doch Thomas will sein Schicksal nichts akzeptieren und versucht immer wieder die anderen zu überzeugen die Lichtung zu verlassen und einen Ausweg zu finden. Dabei finden sie heraus, dass es sich um ein Experiment handelt, da die halbe Bevölkerung von einem Virus befallen ist und dadurch den Verstand verlieren und sich in „Cranks“ verwandeln. Die Organisation dahinter ist WCKD, die Experimente an den Jungs durchführt, um ein Heilmittel zu finden.
Im zweiten Teil „Die Auserwählten in der Brandwüste“ wurden einige der Jungs von  Soldaten vermeintlich in Sicherheit gebracht, doch schnell stellt sich heraus, dass auch die angeblich sichere Einheit zu WCKD gehört und sie wieder nur Experimente sind. Thomas und seine Freunde wollen sich das nicht bieten lassen und fliehen in die Brandwüste. Doch hier sind sie den Cranks schutzlos ausgeliefert und werden zugleich von WCKD verfolgt. Ziel ihrer Suche ist der rechte Arm, eine Rebellengruppe. Doch der Weg zu denen ist lang und beschwerlich

Die Handlung

Der rechte Arm ist von WCKD zerschlagen worden und versucht nun ein paar Gefangene von WCKD zu befreien, um sie alle in den sicheren Hafen zu bringen. Doch Thomas (Dylan O’Brien) und seine Freunde Newt (Thomas Brodie-Sangster) und Bratpfanne (Dexter Darden), wollen nicht aufgeben, ehe sie Minho (Ki Hong Lee) befreit haben. Dafür müssen sie in die letzte Stadt, die noch nicht vom Virus befallen ist und in das Hauptgebäude von WCKD. Hilfe bekommen sie von Jorge (Giancarlo Esposito) und Brenda (Rosa Salazar), die sie im zweiten Teil in der Brandwüste kennengelernt haben. Das große Finale beginnt.

Meine Meinung

Die Maze Runner Teile zeichneten sich bisher immer dadurch aus, dass sie Dialoge nur da einsetzten, wo es absolut notwendig war, um die Handlung zu erklären, ansonsten setzte Regisseur Wes Ball auf bildgewaltige Settings und einem sehr hohen Spannungsgrad. Die Darsteller waren praktisch immer irgendwo in Bewegung und Flucht scheint das allgemeine  große Thema zu sein. Das funktionierte in den bisherigen zwei Teilen ziemlich gut. Doch nun musste für das große Finale natürlich noch einmal eine Schippe drauf gelegt werden. So ganz ohne Logiklöcher kam es dann nicht mehr aus. Schon die erste Szene zeigte deutlich den Ton des Films, wenn Thomas und ein paar seiner Freunde gegen eine ganze Gruppe von ausgebildeten Soldaten kämpfen. Dies funktionierte natürlich nur mit dem „Stormtrooper“-Effekt. Sprich die gut ausgebildeten Soldaten schossen permanent daneben, während bei den Jungen, die kurz davor noch nie eine Schusswaffe in der Hand hatten, trafen natürlich bei fast jedem Schuss. Wenn man darüber aber hinweg sehen kann, macht der Film gleich von Anfang an großen Spaß. In dieser Manier verfährt der Film dann auch weiter. Kurze Dialoge, in der die nächsten Schritte beschlossen werden, wechseln sich mit langen Actionsequenzen ab. Auch wenn man die Bücher nicht gelesen hat, wird der Film ab hier immer wieder sehr vorhersehbar, da es eine anscheinend aussichtslose Situation gibt und dann immer in letzter Sekunde doch noch eine Rettung gibt. Hätte man auch drauf kommen können. Erst mit Ankunft vor den Toren der letzten Stadt, gibt es wieder eine relevantere Handlung und genau dort beginnt wieder  das Staunen über das geschaffene Universum und die Bilder. Das große Finale kann beginnen und genau das tut es auch! Wer vorher noch ein bisschen locker im Kinosessel saß, wird nun starr vor Spannung auf die Leinwand starren. Zwar sind einige Szenen vielleicht etwas übertrieben – zum Beispiel, wenn ein Bus mit einem Kran über eine Mauer gehoben wird – aber wenn man nicht allzu sehr auf die paar Logiklöcher achtet, findet man hier ein Finale, das einem nicht so schnell wieder aus dem Kopf geht. Am Ende ist auch das klare „Wir gegen die Anderen“-Denken aufgehoben, da jeder nur noch seinen eigenen Plan zu verfolgen scheint, was vielleicht etwas unübersichtlich wirkt, aber dadurch einfach nicht mehr vorhersehbar ist.
Für Gegner von allzu patriotischen Filmen ist der Film definitiv nichts, denn hier kann jeder ein Held werden, der über sich hinauswächst. Doch auch darüber kann man – wenn man denn will – hinwegsehen, weil es keine minutenlangen patriotischen Reden gibt, dafür ist nämlich überhaupt keine Zeit. Leider ist auch keine Zeit für großartige Charakterentwicklungen. Freund und Feind sind zwar nicht immer gut zu bestimmen, aber größtenteils bleiben die Charaktere doch in  ihren vorgefertigten Rollen.

Das Fazit

Die Auserwählten in der Todeszone ist genau das große Finale, was angekündigt wurde und spart zwar wieder mit Dialogen und Handlung, funktioniert aber als Abschluss der Reihe sehr gut. Wer die ersten Teile gerne mochten, findet hier ein würdiges Ende. Wer sich mit den ersten Teilen noch nicht so richtig anfreunden konnte, wird mit dem dritten Teil definitiv nicht glücklich werden. Ich vergebe 07 von 10 möglichen Punkten.

Downsizing

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Am 18.01.2018 erschien ein neuer Film mit Matt Damon in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Das Thema Überbevölkerung schwirrt immer mal wieder durch den Raum und behandelt die möglichen Folgen. Eine wirkliche Lösung des Problems scheint es jedoch bisher noch nicht zu geben. Wie gut, dass es Hollywood gibt. Denn bereits 2016 brachte uns Inferno einen Lösungsvorschlag. Dem hat Downsizing nun einen neuen entgegenzusetzen. Während Inferno auf ein Virus zielte, versucht Downsizing zu argumentieren, dass man doch viel weniger Ressourcen verbraucht, wenn man auf einen Bruchteil seiner eigentlichen Körpergröße geschrumpft würde. Doch sind damit wirklich alle Probleme gelöst.

Die Handlung

Paul (Matt Damon) und Audrey Safranek (Kristen Wiig) leben ein bescheidenes Leben in Omaha, Nebraska. Als es norwegischen Wissenschaftlern gelungen ist, Menschen auf eine Größe von fünf Zoll zu schrumpfen, um dem Problem der Überbevölkerung entgegen zu wirken, überlegen auch sie sich schrumpfen zu lassen. Nach einigen Erkundigungen, sind sich die Safraneks einig. Sie wollen sich schrumpfen lassen, vor allem da ihre Ersparnisse hinterher viel mehr wert sind. Aber sind damit wirklich alle Probleme gelöst?

Meine Meinung

Downsizing startet mit einer wirklich starken Prämisse. Die Welt ist bedroht von der Überbevölkerung – Was tun? Der Lösungsansatz liegt hier im Schrumpfen der Menschheit. Natürlich nach und nach und auf freiwilliger Basis. Während Ehepaar Safranek auf der einen Seite mit den Vorzügen überschüttet wird, z.B. mit der Wertsteigerung der Ersparnissen, wird auf der anderen Seite überlegt, ob sie als kleine Menschen dann auch immer noch die vollen Rechte, wie z.B. das Wahlrecht haben sollen. So ist das erste Drittel des Films unglaublich stark, voller berechtigter Fragen und Überlegungen. Auch der Schrumpfvorgang wird gut durchdacht dargestellt.
Die Probleme mit Downsizing fangen erst danach an. Denn nach dem Schrumpfvorgang verliert sich der Film immer mehr in Zeitsprüngen, die Logiklöcher erzeugen, ohne diese zu erklären. Auch versucht Regisseur und Drehbuchautor Alexander Payne seine Sozialkritik an dieser Stelle fortzuführen, diese wird aber immer abstruser und immer weiter hergeholt. Vereinzelnd sind noch gute Ansätze vorzufinden, aber größtenteils verrennt sich der Film in Belanglosigkeiten. Spätestens mit dem Auftauchen von Dušan (Christoph Waltz) hat der Film seinen Zenit überschritten – und warum musste Waltz mit einem absolut grauenhaften Akzent spielen? Hong Chau spielt zwar ihre Ngoc Lan sehr gut, aber die Figur an sich ist sehr nervig und passt nicht mehr ins Grundkonzept. Man hätte sie auftauchen lassen können, um ihre Rolle zu erklären, aber wieso sie zu einer der Hauptcharaktere machen?
Im letzten Drittel des Films versucht der Film die Thematik noch einmal auf ein neues Level zu bringen, macht aber alles noch einmal schlimmer. Denn der Grundthematik der Überbevölkerung wird noch einmal etwas drauf gesetzt, was schon nicht zum Charakter des Films passt. Gleichzeitig wird Matt Damons Charakter noch eine andere Charaktereigenschaft zugesprochen, die ganz plötzlich auf dem Nichts auftaucht und nur noch lächerlich wirkt.
Downsizing ist zwar grandios gespielt – auch wenn Christoph Waltz sich wieder einmal nur selbst spielt, leider inzwischen ein paar Mal zu oft gesehen – und hat eine wirklich gute Grundprämisse, die im ersten Drittel durchaus Spaß macht anzusehen und mit vielen guten Ideen umgesetzt wurde. Leider hat der Film da nicht geendet, sondern sich in Belanglosigkeiten verrannt – ich hätte eine Menge guter Ideen, wie der Film da hätte weitergehen können ohne zu nerven. Trotz eines guten Castes kann der Film daher einfach nicht überzeugen und am Ende geht man sehr enttäuscht aus dem Kinosaal.

Das Fazit

Guter Ansatz, starkes erste Drittel, sehr großer Absturz danach. Downsizing ist so im Resümee leider eine Enttäuschung. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick auf den Januar

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Das neue Jahr ist schon wieder einen ganzen Monat alt, was bedeutet, dass bei mir auf der Arbeit die Hochsaison langsam wieder abnimmt und ein bisschen Ruhe einkehrt (sofern es jemals ruhig wird…). Januar bedeutet bei mir auch immer, dass ich ein Jahr älter werde, was ich in kleiner Runde gefeiert habe und natürlich viele schöne Geschenke bekam, die das Geek-/Filmliebhaber-/Buchliebhaber-Herz höher schlagen ließen.

Cinemathek

Logan Lucky – Der Regisseur der Oceans Reihe brachte uns diesmal ein Heist-Movie aus den Südstaaten. Alles ein bisschen dreckiger und diesmal ist auch kein großes Casino das Ziel. Trotzdem funktioniert der Film sehr gut, in dem was er erzählen möchte.

Aus dem Nichts – Basierend auf den NSU-Prozessen bringt uns Fatih Akin eine Geschichte über eine Frau, die ihren Mann und Sohn bei einem Anschlag verlor, nur weil sie Türken sind. Der Film gewann einen Golden Globe als bester fremdsprachiger Film und das – ohne die Konkurrenz zu kennen – teilweise zu Recht.

Filme – auf der großen Leinwand gesehen

The Greatest Showman – Eine schillernde Geschichte über P.T. Barnum und seine Kuriositäten mit vielen tollen Musicaleinlagen und guten Schauspielern. Hugh Jackman geht in seiner Rolle wunderbar auf.

The Commuter – Liam Neeson in seinem nächsten Actionfilm, der ein bisschen an Non-Stop erinnert, aber diesmal in einem Pendlerzug spielt. Leider funktioniert die eigentlich gute Prämisse in diesem Fall nicht und es kommt ein relativ schwacher Actionfilm dabei heraus.

Ferdinand – Ein süßer Animationsfilm über einen Stier, der einfach nicht kämpfen möchte. Eine wunderbare Umsetzung der Buchvorlage.

Your name. – Im Special Screening wurde dieser Anime in den deutschen Kinos gezeigt und konnte sogar mich überzeugen, obwohl ich normalerweise mit Animes absolut nichts anfangen kann.

Three Billboards outside Ebbing, Missouri – Der Golden Globes Gewinner und Oscaranwärter kann durch seine ruppige und bissige Art absolut überzeugen und steht im Kampf um den Goldjungen an hoher Position.

Downsizing – Ein Film mit faszinierender Grundprämisse, die leider nicht hält, was sie verspricht. Im großen und ganzen leider eine Enttäuschung.

Wunder – Die rührende Geschichte über einen Jungen, der im Gesicht entstellt ist und jeden Tag wieder mit seinem Aussehen zu kämpfen hat. Auch wenn der Film zu Tränen rührt, drückt er in keiner Szene bewusst auf die Tränendrüse.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Willkommen bei den Hartmanns – Eine deutsche Komödie, die sich mit der Flüchtlingsproblematik befasst, aber dabei leider immer wieder am relevanten Vorbeischlittert und sich nicht so ganz entscheiden kann, was für eine Geschichte genau erzählt werden soll.

Ebenfalls habe ich im Rahmen der Filmreise-Challenge meine ersten Filme gesehen. Mit dabei „Mary und Max – schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“ aus Australien und „Nader und Simin“ aus dem Iran. Hier werde ich in einem gesammelten Beitrag noch genau auf die Filme eingehen.

Filme – Leider in diesem Monat verpasst zu sehen

Score – die Geschichte der Filmmusik – Eine Dokumentation über den „Herzschlag eines Films“, wie es schon im Trailer heißt. Ein Blick hinter die Kulissen der Filmmusik und der Entstehung unvergesslicher Scores.

Die dunkelste Stunde – Gary Oldman als Winston Churchill in einem weiteren Anwärter auf den diesjährigen Oscar. im Mai 1940 wird Churchill mitten im zweiten Weltkrieg englischer Premierminister und muss in der dunkelsten Stunde des Landes sich gegen die Deutschen und auch gegen seine eigenen Landsmänner durchsetzen.

Serien – ein kurzer Überblick

Im letzten Monat habe ich darauf verzichtet von meinem Serienkonsum zu berichten, diesmal wird es auch nur im Kurzüberblick geschehen.

Zum einen hab ich Leverage mit der finalen fünften Staffel erneut beendet und euch auch eine Kritik dagelassen. Bei Supernatural habe ich mich endlich durch die siebte Staffel gequält, da ich die Serie zwar eigentlich liebe, sie seit ein paar Staffeln aber immer schlechter wird. Wobei ich die siebte Staffel wieder besser als die sechste fand, weil es zwischendurch wieder ein paar „normale“ Folgen gab. Auch gucke ich schon wieder My little Pony, da ich bei ihr sehr gut abschalten kann. Im Januar liefen Staffel Eins und Zwei. Als letztes habe ich noch Die Mockridges mit der ersten Staffel ausprobiert. Eine schöne kleine deutsche Comedyserie mit der Familie Mockridge, die sich selbst spielen.

Mein Lesemonat

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Bücher insgesamt: 7
Seiten insgesamt: 3714 (Statistik etwas verzerrt wegen Es – ca. 2680 realistischer)
Seiten pro Tag: 119 Seiten im Durchschnitt (bzw. 86 Seiten im Durchschnitt)
Taschenbücher: 3
E-Books: 3
Graphic Novels: 1

Platz 6+7: Uns für zwanzig Stunden & Sein für ein ganzes Leben – Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich die Reihe zu Ende lesen werde und irgendwie konnte sie mich ab dem dritten Band auch wesentlich mehr in ihren Bann ziehen, aber  mit der starken Konkurrenz diesen Monats kann sie einfach nicht mithalten. Trotzdem habe ich mich am Ende fast mit Jade und Lawrence angefreundet.

Platz 5: Die Stadt der träumenden Bücher – Buchhaim: Der erste Teil der Graphic Novel zu Walter Moers gleichnamigem Buch. Eine wirklich süße Geschichte über Hildegunst von Mythenmetz, einem Lindwurm, der nach dem Verfasser eines Buches sucht und dafür Buchhaim aufsucht, eine Stadt, in der es nur Buchläden gibt. Als Graphic Novel mit wirklich stark detaillierten Zeichnungen, ein Schmaus fürs Auge.

Platz 4: Die magischen Pforten der Anderwelt – Ein Spin-off zu Sandra Regniers Pan-Trilogie, die ich seinerzeit absolut verschlungen habe und die noch immer zu meinen liebsten Büchern gehören. Nach einer gefühlten Ewigkeit gibt es nun endlich ein wiedersehen mit der Welt der Elfen. Die neue Protagonistin kann mich zwar noch nicht so ganz überzeugen, aber die Fortsetzungen haben großes Potential.

Platz 3: Nur noch ein einziges Mal – Mrs. Hoover Sie haben es mal wieder geschafft mich sprachlos zurückzulassen. Diesmal haben Sie sich wirklich ein sehr schwieriges Thema herausgesucht. Aber genau dafür liebe ich Ihre Bücher so. Und wie ernst und gleichzeitig wunderbar Sie mit dem Thema umgingen ist absolut bewundernswert.

Platz 2: Der Report der Magd – Margaret Adwoods Klassiker über den fiktiven Staat Gilead, in dem Frauen keine Rechte mehr haben. Eine Dystopie, die ihresgleichen sucht, auch wenn der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Platz 1: Es – Stephen Kings Meisterwerk hielt mich für vier Monate in Atem. Meine erste Berührung mit dem Meister des Horrors, die ich gerne wiederhole.  Es ist so viel mehr als nur ein Horrorbuch, es spielt mit den eigenen Ängsten und erzählt auch vom Erwachsenwerden. Mein Buchhighlight im Januar.

 

Three Billboards outside Ebbing, Missouri

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Am 25.01.2018 erschien der Oscarkandidat und Golden Globe-Gewinner in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Nach sechs Golden Globe Nominuerungen konnte der Film mit dem unglaublich sperrigen Titel bereits vier Kategorien für sich entscheiden. Unter anderem die Darsteller Sam Rockwell und Francis McDormand. Nun wird der Film auch als heißer Kandidat für die Oscars gehandhabt. Denn auch hier ist er für sieben Oscars nominiert. Doch hält der Film die Erwartungen nach den vielen Nominierungen?

Die Handlung

Mildred Hayes (Francis McDormand) kann mit dem Tod ihrer Tochter einfach nicht abschließen. Denn auch sieben Monate nachdem diese getötet wurde, gibt es noch keine Hinweise auf den Täter. Das lässt Mildred nicht auf sich sitzen und mietet 3 Werbetafeln (Billboards) vor der Stadt an, um darauf den ansässigen Polizeichef bloßzustellen. Doch Chief Willoughby (Woody Harrelson) ist in Ebbing ein angesehener Mann und so macht sich Mildred schnell Feinde.

Meine Meinung

Three Billboards outside Ebbing, Missouri hat zwar einen ziemlich sperrigen Titel, hat es aber gleichzeitig faustdick hinter den Ohren. So ist das erst dritte Werk von Regisseur Martin McDonagh (7 Psychos, Brügge sehen… und sterben) so voller schwarzem Humor, dass es sich doch um einen recht seltsamen Oscaranwärter handelt. Doch sind seine Chancen dadurch größer oder niedriger? Das vermag wohl nur die Jury der begehrten Goldjungs uns am 04. März zu sagen.
Der Film beginnt zunächst ganz gemächlich. Wir lernen die Protagonistin Mildred Hayes kennen und man merkt ihr sofort eine innere Gebrochenheit an, aber auch einen starken Kampfwillen. Zu diesem Zeitpunkt weiß man noch nicht, was genau passiert ist. Auch als sie die drei Werbetafeln anmietet tappt der Zuschauer noch im Dunkeln. Denn Three Billboards outside Ebbing, Missouri versteht sich darauf Informationen nach und nach erst preiszugeben und damit einen gewissen „What the hell?“ Moment zu kreieren. Das passiert nicht nur bei der Enthüllung der Werbetafeln mit den provozierenden Sätzen, sondern auch im späteren Filmverlauf immer wieder. Im Verlauf der nächsten halben Stunde lernt man dann auch alle weiteren wichtigen Charaktere kennen – und fängt teilweise schon an gewissen Personen zu hassen. Denn nicht nur Mildred Hayes provoziert in Ebbing, auch Regisseur Martin McDonagh provoziert Reaktionen im Kinosaal, die unvermeidbar sind. Denn ein zentrales Stilmittel des Films ist der unglaublich schwarze Humor. So fängt der Zuschauer ganz reflexartig in manchen Szenen an zu lachen, bis das Gehirn hinterher kommt und merkt, dass man über diesen Witz vielleicht doch nicht lachen sollte. So kam es mehrfach vor, dass der gesamte Kinosaal schallend zu lachen anfing und ein paar Sekunden später sofort innehielt und sich verstohlen umsah.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der allgemeine Ton des Films. Dieser ist brutal ehrlich und mit allerlei Schimpfwörtern untermalt, so dass es sich vermutlich auch einmal lohnt ihn im Originalton zu sehen.
Three Billboards outside Ebbing, Missouri hat außerdem einige grandiosen Schauspielleistungen zu bieten. Seien es nun Francis McDormand, als auf ihre ganz eigene Art trauernde Mutter, oder Sam Rockwell, die beide dafür auch schon mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurden oder einem Woody Harrelson als Chief Willoughby. Aber auch die kleineren Rollen sind gut besetzt. So zeigt Lucas Hedges nach dem letztjährigem Oscaranwärter Manchester by the Sea erneut, dass er gerade die Zwischentöne gut umsetzen kann und mit einer stillen Präsenz überzeugt. Peter Dinklage ist auch in einer kleinen Rolle dabei und bringt eine gewisse Ruhe in den Film, so dass seine Szenen „angenehm“ wirken, auch wenn sie es vielleicht nicht sind.

Das Fazit

Three Billboards outside Ebbing, Missouri ist ein Film, der weiß wie er ordentlich provozieren kann und dabei doch eine starke Geschichte erzählt und den schmalen Grad zwischen ruhiger Erzählweise mit gleichzeitig hoher Spannung trifft. Ein würdiger Oscarkandidat. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

 

 

The Commuter

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Am 11.01.2018 erschien ein neuer Actionthriller mit Liam Neeson in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Liam Neeson ist in den letzten Jahren durch seine Actionthriller bekannt geworden. Nach dem Tod seiner Frau, widmete er sich keinem ernsten Film mehr, wie noch Schindlers Liste. Aber auch in diesem Segmentsetzte er seine Erfolgsstory fort und konnte uns mit 96 Hours und Non-Stop überzeugen. In letzter Zeit wurden es leider immer mehr und auch nicht alle konnten mit dem Erfolg mithalten. Nun ist er in The Commuter wieder zu sehen. Das Prinzip sieht ähnlich aus wie in Non-Stop, aber diesmal ist die Action nicht über den Wolken, sondern in einem Pendlerzug. Non-Stop zeigte, dass auch ein Actionthriller, der auf beengtem Raum spielt, funktionieren kann. Knüpft The Commuter an den Erfolg an?

Die Handlung

Michael McCauley (Liam Neeson) ist ein Pendler (engl=Commuter). Jeden Tag fährt er mit dem Zug die gleiche Strecke. Eines Tages setzt sich eine Frau ihm gegenüber und verwickelt ihn in ein Gespräch. Es gäbe jemandem in dem Zug, der nicht dahin gehört. Wenn er die Person findet, bekommt er sehr viel Geld. Doch seine Taten werden Konsequenzen haben.

Meine Meinung

Der Film baut die Handlung zunächst ganz langsam auf. Wir sehen über Wochen oder sogar Monate hinweg den allmorgendlichen Ablauf im Hause McCauley. Dann fährt Michael wie jeden Tag mit dem Pendlerzug. Dort trifft er immer wieder auf die gleichen Gestalten. Die üblichen Pendler, die wie er zur Arbeit müssen. Dadurch werden auch wichtige Gesichter für die Rückfahrt gezeigt. Denn dort bekommt er sein Angebot. Natürlich wurde vorher ganz genau erklärt, warum Michael dringend Geld braucht und wieso er das Angebot annimmt, auch wenn es moralisch fragwürdig ist. Dann merkt er sehr schnell, dass es sich nicht um einfaches Spiel handelt. Seine Familie wird bedroht. Und so muss er nun immer und immer wieder durch den Zug hetzen, um die gesuchte Person zu finden. Dabei trifft er immer wieder auf Verdächtige und zunächst macht es auch durchaus Spaß ihm dabei zuzusehen. Doch nach der vierten oder fünften falsch verdächtigten Person geht dem Film langsam die Puste aus. Die am Anfang gut gesteigerte Spannung und der Spaß am Enträtseln der Personen verliert immer mehr an Höhe bis es einem irgendwann total egal wird, wer die gesuchte Person ist, hauptsache der blöde Zug kommt endlich an seinem Ziel an. Daraus wird aber erst einmal nichts, denn die Auftraggeber haben einige Möglichkeiten, um den Zug weiterfahren zu lassen.
Nach ca. dreiviertel des Films ist er nicht mehr einfach nur langweilig, er wird auch noch so abstrus und abgehoben, dass er seine Glaubwürdigkeit verliert. Was als gut durchdachter Spaß anfing, ist nun ein CGI Spektakel der untersten Qualität.
Liam Neeson – bisher konnte er noch jeden Film erträglich machen (sogar Star Wars Episode 1) – scheint in The Commuter an seine Grenzen zu kommen. Zwar spielt er mit seiner gewohnten Brillianz und der guten Balance zwischen Charme und Stärke. Doch hier wird er irgendwann zu einer Person, mit der man einfach nicht mehr mitfiebert. Das liegt weniger an seinem Talent, als vielmehr an dem immer schlechter werdenden Drehbuch. Ihm ist ein ganz genauer Charakter zugeschrieben worden, der sehr konstruiert wirkt und sich daher irgendwann nicht mehr aufrecht halten lässt.
Aus einem einfachen „Was würdest du tun“ wurde in nur 105 Minuten Spiellänge ein „Hör bitte einfach auf, was auch immer du da tust“. Das ist sehr schade, denn das Anfangsszenario ist wirklich gut und ein gekürzter Mittelteil und ein sinnvolleres Ende hätte aus The Commuter einen wirklich guten Film machen können.

Das Fazit

The Commuter hat gerade am Anfang seine Stärken, verspielt die aber mit fortschreitender Laufzeit und gipfelt in einem undurchdachten und viel zu übertriebendem Ende. Sogar Liam Neeson kann den Film nicht mehr retten. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Der Report der Magd

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Ein Vorwort

Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse wird alljährlich der Friedenspreis des deutschen Buchhandels vergeben. 2017 erhielt diesen Margaret Atwood. Bereits zuvor bin ich auf ihr 1985 erschienendes Werk Der Report der Magd aufmerksam geworden, da die dazugehörige Serie The Handmaids Tale bei den Emmys und Golden Globes bereits gut abräumte. Mein Interesse war geweckt und so suchte ich kurzerhand den Buchladen meines Vertrauens auf und kaufte mir das Buch.

Die Handlung

In dem totalitären Staat Gilead – einst die USA bis zu einem Putsch durch die „Söhne Jakobs“ – haben die Frauen keine Rechte. Sie werden unterteilt in ihre Funktionen. In einem Haushalt eine Kommandanten leben immer die Ehefrau, die Marthas (zuständig für den Haushalt) und eine Magd. Die Mägde wurden zu Gebärmaschinen erzogen, da in Gilead Sterilität in Folge von Naturkatastrophen eine große Rolle spielt. Desfred, die Protagonistin, ist eines dieser Mägde. In der Stille ihres Zimmers erzählt sie uns ihre Geschichte.

Meine Meinung

Margaret Atwood hat eine ganz eigene Art eine Geschichte zu erzählen. Sie ist nicht bedacht darauf, dass ihre Geschichte sonderlich spannend erzählt wird oder das der große Knall irgendwo passiert. Stattdessen erzählt sie ihre Geschichte authentisch, so als würde der Protagonistin das alles wirklich passieren. Und der ganz normale Alltag lässt sich eben nicht mit einem großen Knall erzählen. Daher beginnt die Geschichte auch sehr ruhig, fast ein bisschen zäh. Die Magd Desfred – das ist natürlich nicht ihr richtiger Name, sondern ihre Zugehörigkeitsbezeichnung, sie gehört dem Kommandanten Fred – wird in ihren neuen Haushalt gebracht. Hier soll sie bei einer allmonatlichen Zeremonie mit dem Kommandanten Sex haben, damit dieser Kinder mit ihr zeugt. Das ist im Haushalt ihre einzige Aufgabe, abgesehen von den täglichen Einkäufen. Atwood schafft es erst einen ganz normalen Alltag zu kreiieren, in dem sie nur immer mal wieder Andeutungen macht, dass alles nicht so gewöhnlich ist, wie es klingt. So plätschert gerade der Anfang des Buches so ein bisschen vor sich hin, weil der Leser gar nicht so genau weiß, in was für einer Welt mit was für Regeln er sich gerade befindet. Erst nach und nach mit immer mehr Informationen wird das Bild immer klarer. Wir befinden uns in den USA der nahen Zukunft. Naturkatastrophen haben einen großen Teil der Bevölkerung unfruchtbar gemacht und Empfängnisverhütung und Abtreibungen haben die nachwachsende Bevölkerung stark geschrumpft. Die Söhne Jakobs, eine christlich-fundamentalistische Gruppierung, hatte daraufhin die Regierung gestürzt und den totalitären Staat Gilead gegründet. Frauen wurden aller Rechte enthoben. Frauen, die entweder noch ledig oder in zweiter Ehe verheiratet waren, wurden eingezogen und in verschiedene Aufgabenbereiche unterteilt. Die großen Gruppierungen sind die Ehefrauen, die Marthas und die Mägde. Wer rebelliert oder gegen die strengen Regeln und Gesetze verstößt, wird umgebracht oder in die Kolonien gebracht, wo sie zu Zwangsarbeit unter sehr schlechten Umständen gezwungen werden.
Nach ungefähr der Hälfte des Buches dachte man beim Lesen, dass man inzwischen eigentlich alles Wichtige über Gilead wissen müsse. Trotzdem schafft es Atwood einen immer wieder zu überraschen. Trtozdem bleibt der Schreibstil ruhig und etwas distanziert. In regelmäßigen Rückblenden erfährt man immer wieder etwas über Desfreds Vergangenheit und den Anfängen von Gilead. Man hätte vielleicht viel mehr erfahren, wenn jemand anderes die Geschichte erzählt hätte, aber Desfred erfährt selbst nicht mehr.
Das schockierendste am Report der Magd ist, dass viele Elemente nicht ausgedacht sind, sondern einfach nur in einem anderen Kontext verwendet werden. So ist der Bezug zur Realität allgegenwärtig. Der Schreibstil und die relativ nüchterne Erzählung bleibt während des gesamten Buches bestehen, womit man zurecht kommen muss. Daher kann ich durchaus verstehen, wenn jemand wenig mit dem Schreibstil anfangen kann, ich verstehe aber auch, warum jemand den Schreibstil sehr gut findet. Der Report der Magd ist kein Buch, das jeden gleich begeistert. Ich persönlich empfand den Schreibstil als sehr angenehm, wenn auch ungewohnt.

Das Fazit

Der Report der Magd ist schockierend realistisch, nüchtern erzählt und kann doch mitreißen. Wer am Anfang schon Probleme mit dem Schreibstil hat, wird nicht glücklich mit dem Buch werden. Allen anderen kann ich es nur wärmstens empfehlen! Ich freue mich im März auf den DVD Realase von der ersten Staffel The Handmaids Tale.