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Am 29.01.2015 erschien der diesjährige Oscarabräumer Birdman in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Riggan Thomson feierte Durchbruch und Höhepunkt seiner Schauspielkarriere mit den Comicverfilmungen von Birdman. Nun Jahre später steht seine Karriere vor dem entgültigen Aus. Noch immer im Schatten seiner Rolle Birdman versucht er sich an einem Broadwaystück. Nebenbei kämpft er um die Anerkennung seiner Tochter, die frisch aus der Entzugsklinik kommt, gegen die Drohung einer Einflussreichen Kritikerin und der überragenen Präsenz eines Darstellers seines Stückes.

Nominiert für 9 Oscars, 4 gewonnen u.a. bester Film und beste Kamera, und damit Abrräumer bei den diesjährigen Oscars. Bei allen Kritikern hoch gelobt… aber bei mir einfach nicht angekommen.
Die Schauspielleistungen aller Darsteller sind durchweg brilliant und jeder passt sich seiner Rolle sehr gut an. Was auch an den Hintergründen der Schauspieler liegen könnte. Hauptdarsteller Michael Keaton steht bis heute im Schatten seiner Rolle Batman und hat seit dem keinen großen Durchbruch mehr gehabt – genau wie seine Filmrolle Thomson. Edward Norton spielte den Hulk in der unglaubliche Hulk. Eine Fortsetzung und die Teilnahme an den Avengersfilmen lehnte er ab, da sie nicht seinem künsterlischen Talent genügten (freie Wortinterpretation, Anmerkung der Autorin) – ebenso wie seine Filmrolle in Birdman. Damit wurden zwei Schauspieler ausgesucht, die mit ihrer Hintergrundgeschichte schon die grobe Story und den Konflikt zwischen beiden Charakteren verkörperten.
Der Oscar für die beste Kamera ist für diesen Film absolut verdient, da der ganze Film ohne einen einzigen sichtbaren Schnitt auskommt. Hier wird eine Brillianz bei den kreativen „Schnitten“ gezeigt, die ihres gleichen sucht. Ob nun die Kamera in die Sonne und zurück schwenkt und so einen Szenenwechsel hervorruft oder die Kamera an einer Stelle „stehengelassen“ wird und erst nach Auftauchen des nächsten Charakters diesem folgt, macht wenig Unterschied in der Brillianz.
Nun soweit zu den großartigen Aspekten des Films. Wenn wir uns jetzt aber auf die eigentliche Handlung konzentrieren, so lässt der Film zu wünschen übrig. Die Hälfte des Filmes ist schon einmal nur als Metapher zu sehen, verwirrt den Zuschauer aber mehr, als dass es Wirkung zeigt. Während Kritiker und Cineasten diesen Aspekt hochloben ist es für jeden anderen nur ermüdend jede zweite Einstellung zu hinterfragen, ob dies auch gemeint ist, wie es gezeigt wurde oder ob hier etwas hineininterpretiert werden muss, um die Szene zu verstehen. Ansonsten schreit der Film praktisch danach ein „Kunstfilm“ zu sein mit fein zurecht gelegter Handlung und Dialogen, die sich jedoch so sehr in die Länge ziehen, dass sie eine eher einschläfernde Wirkung auf den Zuschauer haben. Nachdem man schon mindestens dreimal eine Szene als das Ende des Filmes gesehen hat und das Kinopublikum schon in den Applaus am Ende eines Filmes verfiel, erlöste nun doch der Abspann das Publikum. Nicht ohne durchgehend das Gefühl vermittelt zu haben, dass man diesen Film lieben müsste, oder zu dem 08/15 Publikum gehöre, dass man mit 08/15 Filmen abspeisen könne.

Alles in allem ist der Film künsterlisch gesehen ein Film, der seinesgleichen sucht, jedoch nur für ein Publikum, dass Filme mit gehobenem Kunstniveau mag. Allen anderen ist der Film definitiv nicht zu Empfehlen. Daher mag der Oscargewinn gerechtfertigt sein, es macht ihn jedoch nichtz zu einem sympathischen Film und erhält daher von mir 6 von 10 möglichen Punkten.

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