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Am 21.05.2015 erschien die deutsche Teenagerantwort auf Hangover in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Abschlussfahrt steht bevor und die „Looser“ der Klasse Paul, Max und Bernie schließen einen Pakt, dass sie „so richtig abgehen“ wollen. Doch Paul lässt sich von der schönen Juli überreden auf ihren leicht autistischen Bruder Magnus aufzupassen. Doch das hindert die vier nicht trotzallem in eine Partynacht zu ziehen.

Abschussfahrt ist schwierig richtig einzuordnen, denn er springt entlang der Grenze zwischen Trash und Humorvoll hin und her. Der Film beginnt stark und bringt eine interessante Note an Humor ein. Jeder, dem seine eigene Schulzeit noch bekannt ist und der selbst einmal mit auf einer Klassenfahrt war,  kennt die meisten Szenen wahrscheinlich sogar selbst. Ein Lehrer, der von seinem Fach völlig eingenommen ist und daher einen langweiligen Stadtvortrag nach dem nächsten hält. Hinzu die typischen Schülerklitschees, die Machos, die Looser, die hübschen Mädchen und sogar einen leichten Autisten. Doch leider kann der Film das Niveau nicht halten. Die zweite Hälfte des Films bedient sich trashiger Komik, die einem höchstens das Lachen ins Gesicht treibt, wegen der Absurdität. Ob ein Hardcore-Sexclub oder Schlammcatchen, der Film lässt kein Trashklitschee aus. Erst gegen Ende bekommt der Film wieder die Kurve und bietet doch noch ein humorvolles Ende.
Die Schauspielleistungen variieren ebenfalls stark im Film. Während Hauptfigur Paul teilweise gut, teilweise schlecht dargestellt wird, brilliert Neuschauspieler Florian Kroop als autistischer Magnus. Max von der Groeben spielt die Rolle, die er am besten zu beherrschen scheint und auch schon in Doktorspiele und Fack ju Göhte zum Besten gab. Hier hätte man sich doch einmal ein bisschen mehr Tiefgang in der Rolle gewünscht, denn so wirkt der Charakter einfach blass.
Ein wirklich positivier Aspekt des Films ist der respektvolle Umgang mit Autismus. Zwar sorgt die Art von Magnus immer wieder für einen Lacher und er wird als Sonderling gesehen, aber es wird sich in keiner Weise darüber geäußert, dass Autismus eine Krankheit sei oder grundsätzlich etwas schlechtes. Auch wird offen mit Homosexualität umgegangen.

Alles in allem ist der Film für nen lustigen DVD-Abend durchaus zu empfehlen, aber kein Film für die große Leinwand. Der Film erhält von mir 4 von 10 möglichen Punkten.

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