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Am 04.06.2015 erschien das amerikanisch-britische Drama mit Helen Mirren in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: 1938 marschierte die deutsche Wehrmacht in Österreich ein und beschlagnahmte allerlei Kunst. So auch die Sammlung der Familie von Maria Altmann, die sich als Juden nicht schnell genug in Sicherheit gebracht haben. Viele Jahre später, Maria wohnt inzwischen in Los Angeles, erinnert sie sich noch immer an ihre Tante Adele und das Bild des Künstlers Gustav Klimt. Zusammen mit dem befreundeten Anwalt Randol Schoenberg versucht sie ihren Besitz zurückzuerlangen. Doch Österreich zeigt sich wenig kooperativ.

Die Geschichte der Maria Altmann wird in „Die Frau in Gold“ absolut rührend erzählt. Der Zwiespalt der Maria zwischen Erinnerung und bitterer Realität. Zwischen schönen Erinnerungen und Schmerzen längst verdrängter Erinnerungen. Ich hatte zudem das Glück den Film im Originalton zu sehen, was den Film das gewisse Etwas verleiht, denn viele Textzeilen sind auf Deutsch geblieben.
Die Handlung baut sich am Anfang etwas schleppen auf bis Maria ihren Anwalt Randol überredet hat für sie einzutreten. Ab da verfolgt man voller Spannung den Kampf Marias um das Bildnis ihrer geliebten Tante. Und bei jeder Zurückweisung, die sie erhält, fühlt man mit ihr. Gerade gegen Ende häufen sich die Gerichtsverhandlungen, aber selbst die werden durch humorvolle Einlagen nicht langweilig. Gerade das Ende hat es dann geschafft mich zu Tränen zu rühren. Der Film springt gekonnt zwischen gegenwärtigen Ereignissen und den Geschehnissen aus Marias Kindheit. Es wird ihre Beziehung zu ihrer Tante in Bilder gefasst und auch die Schrecken der Nazizeit für die Juden werden nicht beschönigt, aber auch nicht übertrieben dargestellt.
Helen Mirren überzeugt von Anfang an grandios in ihrer Rolle als Maria Altmann. Ryan Reynolds wirkt am Anfang noch etwas blass, als wüsse er nicht so ganz, was er für einen Charakter verkörpern soll, dies steigert sich aber immer mehr im Film und ab der Hälfte beweist er auch noch dem letzten Zweifler, was für ein starker Charakterschauspieler er ist. Lediglich Charles Dance ermüdet in der immer gleichen Rolle als autoritärer Vorgesetzter. Dies sahen wir zuletzt bereits in Imitation Game und auch in Kind 44 (Kritik folgt). Hier wünscht man sich als fleißiger Kinobesucher doch etwas Abwechslung.

Alles in allem ist der Film definitiv einen Besuch wert und erhält von mir 08 von 10 möglichen Punkten.

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