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Gleichzeitig mit Jurassic World erschien am 11.06.2015 die neue Komödie mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Cop-Anwärterin Cooper ist ihr Leben lang auf dem Rücksitz des Streifenwagens ihres Vaters mitgefahren. Durch überkorrektes und dabei ungeschicktes Verhalten wurde sie jedoch in das Beweislager verbannt. Nun soll sie einen Kollegen begleiten, um zwei Kronzeugen gegen einen Mafia-Boss in Zeugenschutz zu nehmen. Dabei kommt es zu einer Schießerei, der Kollege und ein Zeuge werden erschossen und Cooper flieht mit der frischen Witwe und wichtigsten Zeugin. Ein Roadtrip der anderen Art beginnt.

 Miss Bodyguard bietet von der Grundidee ein großes Potenzial und auch der Trailer sah witzig aus. Leider blieb es dabei. Die Gags zielen nur auf das ungeschickte Verhalten von Cooper ab und ansonsten auf wenig anderes. Das wird nach den ersten paar Gags schnell eintönig.
Auch bei der Charakterisierung der beiden Hauptfrauen ist einiges schief gelaufen. Reese Witherspoon scheint in ihrer Rolle durchgehend überfordert. Während am Anfang eine Charakterisierung angedeutet wird, indem man zeigt, wie sie praktisch im Streifenwagen ihres Vaters aufwächst und sie dann später als überkorrekten Cop zeigt, der leider doch damit ins Fettnäpfchen getreten ist, gerät dies immer mehr in den Hintergrund. Sie ist zwar weiterhin die überkorrekte Polizistin, aber noch viel mehr ist sie ungeschickt und trotz der ganzen auswendig gelernten Vorschriften grundsätzlich überfordert in jeder Situation. Sofía Vergara hingegen wird als die Kleidungsfixierte und reiche Ehefrau vorgestellt. Daher geht man zunächst davon aus, dass sie auch im Kopf nicht die hellste ist (Klitschees prägen irgendwie doch). Doch stattdessen ist sie diejenige, die alle Szenen beherrscht und ihren eigenen Kopf durchsetzt. Hinzu kommt, dass sie einige versteckte Seiten hat und daher die Handlung immer wieder umschlägt, wenn sich ihr Charakter „ändert“.
Trotz des daneben geratenen Humors wird der Film nicht langweilig, denn die Handlung schafft es die ganze Zeit unvorhersehbar zu bleiben. Der Film wendet sich immer wieder und wenn man denkt, dass man ihn durchschaut hat, überrascht er einen wieder.
Was mich an dem Film gestört hat, ist die nicht in die Handlung passende Liebesgeschichte, zwischen Cooper und einem ehemaligem Häftling, den sie zwischendurch treffen. Die Rolle wird nicht charakterisiert und scheint nur für die 08/15-Liebesgeschichte ins Drehbuch aufgenommen worden zu sein. Leider ist es so unpassend und wirkt so erzwungen, dass es eher stört. Hier stellt sich die Frage, ob es wirklich immer notwenig ist eine Liebesgeschichte in einen Film mit aufnehmen zu müssen.

Alles in allem ist der Film eher enttäuschend, obwohl er mehr Potenzial hatte. Daher erhält er von mir 04 von 10 möglichen Punkten.

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