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Am 13.08.2015 erschien ein neues lebensbejahendes Teenagerdrama in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Mike Tyson hat nur einen Wunsch. Er möchte sterben. Doch leider ist er der eine Prozent, der überlebt, wenn er sich mit einem Gewehr in den Kopf schießt. Zu seinem Glück wird jedoch bei einer Nachuntersuchung ein Tumor in seinem Kopf gefunden und ihm werden nur noch ein paar Monate Leben vorhergesagt. In diesen muss er jedoch an Therapiesitzungen teilnehmen und auch einen Sportkurs mitmachen, bei dem er die hübsche und sympathische Miranda kennenlernt. Ändert sie seine Meinung?

Coconut hero scheint das Thema Selbstmord und Pubertät einfach bunt miteinander zu mischen. Man lernt Mike kennen, der ein nicht ganz leichtes Teengerleben führt. In der Schule wird er gehänselt, seinen Vater hat er nicht kennengelernt, weil dieser sich direkt nach seiner Geburt aus dem Staub gemacht hat, und seine Mutter ist mit dem Thema Erziehung viel zu überfordert und lässt Mike doch lieber den ganzen Tag alleine. Das ganze ist vielleicht kein Einzelfall, aber im realen Leben werden dann doch eher verbitterte Erwachsene aus den Teenagern oder manche ertragen auch nur ihr Kindheit und genießen dann ihr Erwachsenendasein. Doch nicht Mike. Mike hat einfach keine Lust mehr zu leben. Vor seinem Selbstmordversuch ruft er ganz trocken bei der Zeitungsredaktion an und lässt sich einen Nachruf erstellen. Dieses Ausgangsszenario finde ich schon sehr extrem dargestellt, denn so einen wirklichen Auslöser für den Selbstmord gibt es nicht und sollte sich jetzt jeder Teenager umbringen, nur weil seine Eltern sich nicht richtig kümmern und man in der Schule gehänselt wird?
Aber das ist natürlich nicht die Grundlegende Nachricht des Films, denn Mike schafft den Selbstmord nicht und hat nun noch ein paar Monate, um über seine Entscheidung nachzudenken, bis ihn der Tumor umbringen wird. Außer natürlich er macht die lebensrettende OP. Und um diese Zeit geht es eigentlich in dem Film und um die Frage, ob Mike doch noch Gefallen am Leben findet.
Mike ist ein sehr ruhiger Charakter, der nicht so viel spricht. Hinzu kommt eine sehr langsame Erzählweise, so dass sich der Film an einigen Stellen schon zieht. Aufgelockert wird die Grundstimmung durch einige humorvolle Einlagen, die dem Zuschauer dann doch eine gewisse Lockerheit in das schwierige Grundthema bringt. Die Charaktere schwanken von liebenswert bis unsympathisch, wie es auch im realen Leben so ist.
Das Ende des Films spaltete mal wieder mich und meine Mitkinogänger in zwei Lager. Mir gefiel es nicht, das andere Lager fand es doch sehr passend. Mir war es doch zu vorhersehbar und leider auch zu kitschig. Das einzige, was am Film wirklich sehr störend war, war die schlechte deutsche Synchronisation. In Deutschland wird sich damit ja eigentlich große Mühe gegeben, aber in diesem Film wollten die Lippenbewegungen einfach nicht zum Gehörten passten.

Alles in allem ist es doch irgendwie ein lebensbejahender Film geworden, über dessen Grundsituation man streiten kann, das sich vielleicht auch etwas zieht, aber im Endeffekt doch irgendwo sehenswert ist. Dafür bekommt der Film 05 von 10 möglichen Punkten.

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