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Am 29.10.2015 erscheint der Film, der bei der Berlinale die Sektion Perspektive Deutsches Kino eröffnete, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Matthias lebt in dem Ferienhaus seiner Eltern in Frankreich zusammen mit seiner Freundin Camille und deren Sohn Etienne. Dort macht er sich ein schönes Leben, ohne Job und auf den Kosten seiner Eltern. Alles wirkt idyllisch, bis sein Bruder David und dessen Frau Lena eine Woche früher als geplant zu Besuch kommen. Da David ein erfolgreicher Bänker ist, sind für ihn die Machtverhältnisse klar geklärt. Doch Camille mag das Familienspiel nicht mitspielen.

Ein Film, der auf der Berlinale läuft, hat meistens den Charakter ein Nischenfilm zu sein, der für eine ganz bestimmte Zielgruppe nur geeignet ist. So auch dieser Film. Denn ohne Untertitel ist er nur zu genießen, wenn man fließend Deutsch, Englisch und Französich spricht. Die Sprachen wechseln sich ständig ab und teilweise auch mitten im Satz. Das hat den Hintergrund, dass es sich um eine deutsche Familie handelt, die das Ferienhaus in Frankreich hat. Doch Camille und ihr Sohn sind Franzosen und sprechen daher ihre Muttersprache. Da Matthias‘ Französischkenntnisse begrenzt sind, wechselt er gerne einmal ins englische und David und Lena sprechen erst gar kein französisch und kommunizieren daher mehr schlecht als recht auf englisch mit Camille. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase stört der Sprachwechsel aber kaum noch und die Untertitel helfen weiter, wenn man etwas doch nicht versteht.
Im Sommer wohnt er unten beschreibt den typischen Familienkonflikt. Die Eltern sind Bänker und leben daher einen gewissen Lebensstandart vor. Der ältere Bruder lebt dieses Vorbild und befindet sich damit als besser als sein jüngerer Bruder Matthias. Denn dieser möchte gerne einen kleinen Laden in Frankreich eröffnen. Doch seine Eltern wollen ihn bei diesem Wunsch nicht unterstützen, also liegt er lieber weiter auf ihren Kosten auf der faulen Haut. Als David, der ältere Bruder, im Sommer auch seinen Urlaub im Ferienhaus verbringen möchte, werden gleich die Rollen wieder geklärt. Matthias muss in das kleine Zimmer nach unten ziehen, weil David das größere beanschlagt. Etienne, Camilles Sohn, muss zu seinem Vater, weil David sich durch seine Anwesendheit gestört fühlt. David findet, dass das Gras zu hoch ist, also muss Matthias umgehend Rasen mähen. Dieser ist auch noch so unterwürfig und lässt das alles mit sich machen. Einzig Camille macht den Mund auf und gibt David konter. Da sie aber auf taube Ohren stößt, versucht sie es dann doch genau andersrum und schafft es schnell David um den Finger zu wickeln. Lena, Davids Frau, hingegen, ist unglücklich über die Entwicklung. Denn sie versucht schon seit längerem schwanger zu werden. Das wird dem Zuschauer auch immer wieder deutlich gemacht. Mal liest sie ein Buch über das schwanger werden, dann steckt sie sich ein Kissen unter das Oberteil, um einen Babybauch zu imtieren, und dann wiederum misst sie ihre Temperatur und teilt David freudig mit, dass sie heute wieder einen fruchtbaren Tag hat. Ein Stilmittel hätte hier ausgereicht.
Wer sich ein spannendes, lustiges Familiendrama wünscht ist bei diesem Film an der ganz falschen Adresse. Der Film plätschert mit der Handlung nur so vor sich hin, greift hier und da einmal ein Thema auf, springt dann wieder zum nächsten, erzählt aber alles in einer zähen Ruhe. Also müde sollte man den Film nicht gucken. Auch an der Komik spart der Film sehr. Einzelne Szenen sind wirklich auf Lacher angelegt, andere sind eher unfreiwillig komisch. Lediglich der Punkt Familiendrama ist erfüllt.

Alles in allem ist der Film definitiv nur etwas für Cineasten, die der Plot absolut anspricht. Von mir gibt es dafür 03 von 10 möglichen Punkten.

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