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Am 15.10.2015 erschien eine Buchverfilmung von Bill Bryson, mit ihm als zentraler Figur, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Bill Bryson ist erfolgreicher Reisebuchautor und hat nicht vor noch einmal ein Buch zu schreiben. Doch inzwischen ist er im fortgeschrittenen Alter und muss an den ersten Beerdigungen teilnehmen. Bei einem Spaziergang entdeckt er den Appalachian Trail und sucht kurzerhand einen Freund, der ihn mit ihm besucht. Doch nur sein Schulfreund Steven Katz erklärt sich bereit die 3.500km mit ihm zu wandern.

Bill Brysons Reisebücher sind weltweit bekannt. Doch eine seiner Geschichten mit dem festen Vorsatz „Ich schreibe kein Buch“ zu sehen, gibt dem ganzen einen ganz neuen Charme. Am Anfang fühlt man mit Bryson mit. In die Jahre gekommen, muss er sich damit abfinen, dass Menschen in seinem näheren Umfeld sterben. Er selbst fühlt sich aber noch sehr lebendig und kann das Rentnerdasein nicht akzeptieren. Also flüchtet er in die Idee den Appalachian Trail entlang zu wandern. All die Warnungen seiner Frau ignoriert er und sucht nun nach einer Begleitung. Doch 3.500km sind eine sehr abschreckende Zahl. Nur sein alter Schulfreund Steven Katz bietet ihm an, ihn zu begleiten. Das sie nicht immer das beste Verhältnis zueinander hatten ist auch schnell vergessen. Doch als Katz für die Wanderung zu Besuch kommt, stellt sich heraus, dass er ein Alkoholiker frisch auf Entzug ist und vor einer Haftstrafe flieht. Doch Bryson ist das alles egal, solange er nicht alleine wandern muss. Die beiden fliegen zum Ausgangspunkt des Wanderweges. Doch bereits nach wenigen Metern ist Katz außer Atmen, was die beiden aber nicht von ihrer Wanderung abhält. Auf ihrem Weg treffen sie freundliche Menschen, hilfsbereite Menschen, übermotivierte Menschen und Bären. Dabei hilft ihnen eine gesunde Portion Zynismus und Sarkasmus. Gepaart mit zusätzlichen humorvollen Elementen wird Picknick mit Bären zu einem amüsanten Filmerlebnis. Man verfolgt mit tränendem Auge vor Lachen, wie die beiden alten Herren sich durch die Wildnis kämpfen, während man selbst gemütlich in dem Kinositz sitzt und die sehr schönen Landschaftsaufnahmen genießt.
Robert Redford übernimmt die Rolle des Bill Bryson. In die Jahre gekommen, aber immer noch abenteuerlustig, wagt er mit guter Laune die Wanderung. Doch im Laufe des Films merkt man immer mehr, dass er vor dem Rentnerdasein wegläuft. Selbst im jungen Alter kann man sich mit der Angst vor dem Altwerden identifizieren. Die Flucht aus dem Alltag mit einer verrückten Idee kommt bis zu einem gewissen Grad bestimmt jeden bekann vor. Robert Redford ist auch sehr glaubwürdig in seiner Rolle.
Nick Nolte übernimmt die Rolle des Steven Katz. Dieser flüchtet vor einer Haftstrafe und ist frisch nüchtern. Zusätzlich zu seinem Alter und dem Alkoholentzug macht ihm beim wandern auch sein Übergewicht zu schaffen. Während Bryson locker vorweg wandert, schleicht Katz mit zynischen Kommentaren hinterher. Trotzdem hält er gut durch und überrascht damit die Zuschauer. Ohne ihn wäre das Abenteuer wahrscheinlich nur halb so lustig geworden.
Ein negativer Punkt an dem Film ist die sehr langsame Erzählweise. Bis der Film ein wenig in Fahrt kommt, dauert es ca. eine halbe Stunde, was für eine Einführung deutlich zu lange dauert. Für jede einzelne Szene nimmt sich der Film Zeit und erzählt sie sehr ausführlich, teilweise zu ausführlich. Aber der Humor schafft es dies zu überspielen.

Alles in allem ist der Film vielleicht kein Film, den man unbedingt im Kino sehen will, aber ein Muss für einen gemütlichen DVD-Abend ist. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

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