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Am 15.10.2015 erschien ein Drama-Horrorfilm mit Mia Wasikowska und Tom Hiddleston in den Hauptrollen in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Ende des 19. Jahrhunderts stirbt die Mutter der kleinen Edith Cushing. Doch kurz darauf taucht der Geist der Mutter immer wieder auf und warnt Edith vor einem einzigen Ort „Crimson Peak“. Jahre später, Edith versucht sich inzwischen als Autorin, trifft sie auf den charmanten Thomas Sharpe. Schnell ist Edith ihm verfallen, wäre da nicht ihr zweifelnder Vater, denn Sharpe ist komplett verarmt. Erst nach einer Tragödie heiraten die beiden und Shape nimmt Edith mit nach Schottland, nach Allerdale Hale. Dort wohnt auch Shapes Schwester Lucille. Doch in dem alten Gemäuer spukt es.

Der Film ist nicht das, was der Trailer verspricht. Wer sich auf eine romantische Geschichte mit zwei sympathischen Personen in einem Spukhaus erhofft hat, wird doch etwas enttäuscht. Nicht zwangsläufig, weil der Film schlecht ist, sondern einfach weil das Spukhaus nicht der gruselige, schaurige Part des Films ist. Denn das schaffen die Menschen in dem Film selbst. Schon am Anfang merkt man, dass mit dem Geschwisterpaar Thomas und Lucille Sharpe etwas nicht stimmen kann. Thomas gibt sich doch etwas zu interessiert an Edith und dem Vermögen ihres Vaters. Dies überspielt er mich einer Menge Charme, dem wahrscheinlich nicht nur Edith, sondern auch das halbe Publikum verfallen ist. Seine Schwester Lucille dagegen, wirkt abgebrühter und erst in den Dialogen mit ihr, fällt Thomas‘ zweites Gesicht auf. Auch nach der Hochzeit weiß man lange Zeit nicht, was für ein Spiel in Allerdale Hale gespielt wird. Thomas scheint sich zum einen gut um sie zu kümmern, ist aber auch des Nachts immer wieder verschwunden. Lucille scheint Edith hingegen von Anfang an als Eindringling wahrzunehmen. Hinzu kommt das Haus, dass von der Grundausstrahlung schon gruselig wirkt, ein Geheimnis birgt. Doch Edith kann Geister sehen. Und erkundet damit immer mehr die verborgenen Geheimnisse des Hauses.
Mia Wasikowska übernimmt die Rolle der Edith Cushing. Edith ist in gut behütetem Haus aufgewachsen mit einem erfolgreichen Vater. Daher hat es ihr nie an irgendetwas gefehlt und sie konnte sich immer ungestraft ihrer Träumerei hingeben. Nie musste sie Konsequenzen fürchten und konnte sich als Frau an einer Karriere als Schriftstellerin versuchen. Umso schneller konnte sie Sharpe verfallen, denn sie sah etwas in ihm, dass andere nicht sahen. Ebenso wie sie als einzige die Geister sieht.
Tom Hiddleston übernimmt die Rolle des Thomas Sharpe. Während selbst das Publikum am Anfang seinem Charme erliegt, zeigt er bald, dass er zwei Gesichter hat. Der perfekte Janus, so dass seine Handlungen nicht vorhersehbar sind. Schnell entwickelt man ein ungutes Gefühl bei ihm, will es aber doch nicht glauben, weil er weiterhin charmant ist. Bis zum Ende weiß man nicht, was seine genauen Absichten sind.
Jessica Chastain übernimmt die Rolle von Lucille Sharpe. Man lernt sie kennen mit ständig schlechter Laune und merkt schnell, dass sie nicht zu den Guten gehört. Sie versucht immer wieder auf ihren Bruder einzuwirken, aber will gleichzeitig an das Geld von Edith kommen. Man spürt ihre Missbilligung und den Drang ihr Heim zu beschützen vor ungewollten Eindringlingen. Doch wie tief ihre Abgründe sind, merkt man erst viel zu spät.
Wer sich wieder einmal so richtig gruseln möchte, ist bei diesem Film leider falsch. Denn die gruseligen Elemente basieren allein auf den Geistern und der Grundatmosphäre im Haus. Stattdessen wirkt es wie ein Drama, nur dass die Menschen nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Das Haus schafft es schnell dem Zuschauer eine leichte Gänsehaut zu verpassen. Ein großes, altes, halb verfallenes Herrenhaus, gebaut auf einer Tongrube, das gerne einmal flüssigen roten Ton „blutet“ und immer weiter versinkt. Das Dach ist in der Eingangshalle sehr undicht, was im Herbst zu Laubhaufen und im Winter zu Schneehaufen in der Eingangshalle führt. Schaurige Geräusche werden mit dem Ostwind erklärt und in den verwinkelten Gängen kann man sich gut und gerne verlaufen. Die Geister sind auch allesamt schaurig und atmosphärisch inzeniert, verlieren aber schon bald ihren Gruselfaktor, denn die Handlung wird doch allzu vorhersehbar. Gerade gegen Ende verliert sich der Film in Klitschees und lässt das große Finale im Gegensatz zum Versteckspiel vorab sehr klein und unbedeutend wirken.

Alles in allem schafft der Film es nicht als Horrorfilm, beeindruckt aber doch durch Atmosphäre und Handlungsort. Daher gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

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