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Am 08.10.2015 erschien die Geschichte eines Mannes, der auf dem Mars vergessen wurde, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der Astronaut Mark Watney war mit seiner Crew bei einer Mission auf dem Mars. Da sich ein starker Sturm ankündigt hat, wurde die Mission abgebrochen. Dabei wird Watney getroffen und sein Anzug beschädigt. Dadurch glaubt seine Crew, dass er tot sei und verlassen den Mars. Doch Watney überlebt und muss nun versuchen sowohl auf dem Mars zu überleben, als auch die NASA zu kontaktieren.

 Wie überlebt man auf dem Mars mit Essen für 50 Sols, wenn die nächste Marsmission erst vier Jahre später ankommen soll? Dieser Film verrät es einem, für den Fall, dass es einmal jemandem passieren sollte. Der Marsianer erzählt die Geschichte von Mark Watney, der nicht auf dem Mars vergessen, sondern nach einem Unfall bei der Abreise für Tod gehalten wurde. Verletzt, aber am Leben schleppt Mark sich zurück in die inzwischen verlassene Station. Sein Glück ist, dass die Mission vorzeitig abgebrochen wurde und so noch die Verpflegung von ihm und seiner Crew vorhanden ist. So weiß er, dass er zumindest erst einmal nicht verhungert. Aber er muss Nahrung anbauen, um bis zur nächsten Marsmission durchzuhalten, und Kontakt zur NASA aufnehmen. Ersteres scheint jedoch möglich, denn Mark ist der Botaniker der Mission. Zweiteres erscheint schwieriger, denn die Kommunikation ist nach dem Sturm, der zum Abbruch der Mission führte, beschädigt. Aber Mark hat einen unabbrüchigen Überlebenswillen, der selbst von der Diskomusik  – die einzige, die auf dem privaten Laptop eines Crewmitgliedes zurückgelassen wurde – nicht geschwächt wird.
Matt Damon übernimmt die Rolle des Mark Watney. Dabei nimmt er sehr gut die Rolle an, spielt Sarkasmus und Verzweiflung in gekonnter Abwechslung. Mark hat aus freien Stücken an der Mission teilgenommen. Aber auf dem Mars gestrandet zu sein? Das muss eines der schlimmsten Dinge sein, die einem passieren können. Man weiß nicht, wie man überleben soll, man lebt in völliger Einsamkeit und weiß nie, was einem als nächstes ausgeht: Essen, Wasser oder Sauerstoff. Doch trotzdem verliert Mark nicht seinen Humor und seine ordentliche Portion Sarkasmus und Zynismus.
Der Film wird zeitgleich an drei Orten erzählt. Auf dem Mars bei Mark, im Weltall bei der abgereisten Crew und auf der Erde bei der NASA. Während Mark auf dem Mars versucht zu überleben, merkt die NASA irgendwann, dass er noch lebt. Ab da gibt es zwei essentielle Fragen: Wie retten sie Mark und wieviel sollen sie ihm erzählen?
Um die Geschichte zu erzählen, nutzt der Film keine nervige Off-Stimme, sondern baut regelmäßig ein Videotagebuch von Mark ein. Dadurch versteht man den Film besser, hat aber nicht das Gefühl bemuttert zu werden.
Die Erzählstruktur des Films ist gut gewählt. Anstatt ewig nach einem Einstieg zu suchen, wird dieser schnell durch den Sturm erzählt. Dadurch ist man direkt in einem spannenden Part des Films und diese Spannung wird durchgehend gehalten. Mit einer Dauern von ca. 2,5 Stunden ist der Film allerdings zu lang. Ab 2 Stunden fängt der Film an sich zu ziehen, nicht weil er langweilig wird, sondern einfach weil die Konzentration nachlässt. Vom Material her, hätte der Film durchaus auf 2 Stunden gekürzt werden können, ohne großartig einen Verlust zu haben. Zumal das Ende sich nicht an die hohe Qualität des Films halten konnte und noch einmal künstlich erzeugte Spannung in einem nervenaufreibenden Finale pressen musste, in dem natürlich nichts so funktioniert, wie es sein soll. Das hatte der Film nicht nötig.

Alles in allem ist der Film ein Spitzenreiter in seinem Genre. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

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