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Am 10.09.2015 erschien ein Beziehungsdrama ohne Drama in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Kate und Geoff Mercer sind seit 45 Jahren verheiratet. Weil Geoff zu ihrem 40. Hochzeitstag zu krank zum feiern war, wollen sie die Feierlichkeiten nun nachholen. 5 Tage vorher bekommt Geoff einen Brief, indem etwas zu seiner Ex-Freundin steht. Das wühlt das so harmonische Eheleben gewaltig auf.

45 years ist ein Film, der von den Kritikern hoch gelobt wurde, die Darsteller haben Auszeichnungen bekommen, aber als „normaler“ Kinozuschauer sitzt man im Kino und fragt sich, was will der Film einem eigentlich sagen? Denn der Film erzählt das Leben der beiden Rentner in allen Ausführlichkeiten. Die Mercers leben etwas außerhalb der Stadt in einem Haus mitten im Grünen. Ebenso harmonisch wie die Umgebung ist auch das Leben. Man sieht beide lesen – egal ob Zeitung oder Buch – essen, Kate mit dem Hund spazieren gehen und die Fahrt in die Stadt gleicht einem kleinen Abenteuer. Nur der Brief, der am Anfang eintrudelte, stört die Harmonie. Katya, eine Freundin Geoffs lange vor Kates Zeit, wurde in einer Gletscherspalte gefunden. Das nimmt Geoff ein wenig mit, aber er lässt es sich kaum anmerken. Dafür keimt in Kate eine Eifersucht, die sie von innen aufzufressen droht. Aber auch sie lässt es sich eigentlich nicht anmerken und der Zuschauer muss raten, was sie eigentlich denkt. So zieht sich der Film eine gefühlte Ewigkeit hin ohne eine Pointe oder eine Aussprache zu finden.
Der Film lässt einem zum einen mit Wohlwollen in die Zukunft als Rentnerpaar gucken, auf die Harmonie, auf das Zufrieden mit dem Leben sein. Zum anderen beunruhigt er aber auch, denn wenn man sich nach 45 Jahren noch nicht über seine Gefühle unterhalten kann, dann sehe ich schwarz für die meisten Beziehungen.

Alles in allem ist 45 years ein Film für ein ganz spezielles Publikum und bekommt von mir 02 von 10 möglichen Punkten.

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