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Am 19.11.2015 erschien der vierte und letzte Teil der Tribute von Panem-Reihe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der finale Kampf steht kurz bevor. Präsident Snow hat Großteile des Kapitols evakuiert und in ein Mienenfeld aus Fallen entwickelt. Dabei scheinen die Fallen der Hungerspiele ein Kinderspiel dagegen. Doch Katniss soll nicht an vorderster Front kämpfen, wie sie es gerne hätte, sondern eine Nachhut, um weiterhin die Propos – kurze Propagandavideos – an ganz Panem zu schicken. Gleichzeitig muss sich Katniss aber auch noch um Peeta kümmern, der nach einer Gehirnwäsche im Kapitol nicht die Realität von seiner Wahnvorstellung unterscheiden kann.

Viel Kritik hagelte es, weil das dritte Buch der Panem-Reihe wieder einmal  in zwei Filme gespalten wurde. Doch angesichts der Fülle des Buches und der guten Umsetzung beider Filme scheint die Wahl die richtige zu sein, da ansonsten zu viel der Handlung hätte geschnitten werden müssen.
Der Film beginnt nahtlos am Ende des dritten Teils. Peeta wurde aus dem Kapitel befreit, doch wurde dort einer harten Gehirnwäsche ausgesetzt. Er ist wochenlang mit dem Gift der Jägerwespe – bekannt aus dem ersten Teil – behandelt worden, die Halluzinationen hervorruft. Gepaart mit diesen entwarf das Kapitol für ihn eine alternative Realität, in der Katniss grundsätzlich und vorsätzlich böse ist und deswegen versuchte Peeta sie umzubringen. Fast hätte er geschafft Katniss zu erwürgen, die nun noch immer mit einem geschwollenen Hals und geschwollenen Stimmbändern zu kämpfen hat. Doch sie muss sich schnell erholen, denn der finale Schlag der Rebellen gegen das Kapitol steht kurz bevor. Doch zuvor muss der letzte noch kapitoltreue Distrikt, Distrikt 2, überzeugt werden. Notfalls wird die komplette Vernichtung und damit der Tod der Bewohner in Betracht gezogen. Doch ist dieser Schritt wirklich nötig? Katniss wagt erste Zweifel an den Taktiken der Rebellen. Als sie schließlich auch noch nicht an der Schlacht teilnehmen soll, reicht es Katniss. Trotz ihres Traumas schmuggelt sich Katniss direkt an die Front im Kapitol, was von der Propagandamaschinerie District 13 natürlich sofort als eigener Schachzug gehandhabt wird. Allerdings wird Katniss nicht wie gewünscht an vorderster Front eingesetzt, sondern bildet mit ihrem Team bestehend aus Gale, Finnick, ein paar Kämpfern und ihrem Proposteam, die man im dritten Teil kennengelernt hat. Sie sollen sich ebenfalls durch das Mienenfeld kämpfen, dabei aber regelmäßig die Propos drehen, um an der Front für Stimmung zu sorgen. Doch Katniss hat nur das Ziel Snow persönlich umzubringen. Wirklich problematisch wird es, als Peeta dem Team zugeteilt wird. Er kann noch immer nicht zwischen Realität und Wahnvorstellung unterscheiden und scheint daher ein großes Hindernis zu sein.
Lange sowohl erwartet als auch gefürchtet wurde nun der vierte und letzte Teil der Panem-Reihe präsentiert. Hier gaben die Macher noch einmal alles, um ein würdiges Ende zu finden. Und das ist ihnen gelungen! Fans wirklich zufrieden zu stellen ist immer schwierig. Vor allem die Fans, die zuvor die Bücher gelesen haben, sind nicht immer leicht zufrieden zu stellen. Doch in diesem Film wurde das relativ einfach gelöst. Es wurde sich sehr stark an die Buchvorlage gehalten. Somit war die Handlung bereits bekannt und konnte nicht zum Kritikpunkt genommen werden. Trotzdem sind kleinere Kritikpunkte anzubringen. Zum einen wurde sich sehr stark auf die bildgewaltigen Actionszenen gestützt, die dadurch sich allerdings anfangen zu ziehen, weil selbst kurze Szenen im Buch, aufgegriffen und ausgebaut wurden, um so mehr auf die Leinwand bringen zu können. An dieser Stelle merkte man doch, dass es ein Buch war, dass in zwei Filme geteilt wurde. Hier hätte man diese kürzen können und stattdessen die neuen Charaktere richtig einführen und vorstellen können, denn das kam leider ziemlich zu kurz. Sie waren auf einmal da und verschwanden wieder von der Leinwand. Dabei waren es stellenweise auch wichtige Figuren für das Ende. Zum anderen wurde die Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, Gale und Peeta stellenweise zu stark thematisiert. Das Thema kam zwar auch im Buch vor, aber da war es nicht so aufdringlich und konnte so gut ignoriert werden. Denn was ein halbes Beziehungsdrama in einer Kriegssituation zu suchen hat, erschließt sich nicht.
Nach vier Filmen ist dies nun das Ende der Panem-Reihe. Umso bedauerlicher ist es, dass einige Endszenen – auch Szenen, die Auslöser für manche Entscheidungen sind – sehr gekürzt gezeigt wurden und der Zuschauer die Tragweite so erst sehr spät erfassen konnte. Die Leinwandzeit hierfür war da.
Jennifer Lawrence übernahm einmal mehr die Rolle der Katniss Everdeen. Souverän zeigte sie, dass sie eine großartige Schauspielerin ist und zeigt uns die Zerissenheit Katniss‘. Sie wurde in die Rolle der Heldin gepresst, von allen Seiten nur benutzt und versucht noch immer ihre eigenen moralischen Entscheidungen durchzusetzen. Doch im Krieg scheint es keine Regeln mehr zu geben.
Josh Hutcherson übernahm einmal mehr die Rolle des Peeta Mellark. Er überrascht in seiner Rolle wohl am meisten. Eher zurückhaltend spielend, so lernte der Zuschauer Hutcherson in den ersten drei Filmen kennen. Doch im vierten zeigt er nun, was wirklich in ihm steckt. Durch das Gift der Jägerwespe weiß Peeta nicht mehr, was real ist und was nicht. Diese Zerissenheit steht bei ihm im Vordergrund. Hutcherson zeigt die verschiedensten Gefühlsregungen auf einer großzügigen Palette, so dass dem Zuschauer selbst seine Gedanken klar erscheinen. Damit sticht er den sehr blass spielenden Liam Hemsworth komplett aus. Denn dieser scheint den ganzen Film über nur die verbitterte Miene im Repertoir zu haben. An einigen Stellen mag es zwar passend sein, aber trotzdem sollte ein guter Schauspieler seine Miene auch wechseln können. Denn gerade in seiner letzten Szene ist es überhaupt nicht mehr passend und nimmt der Szene wichtige Gefühle, die Lawrence allein nicht ausfüllen kann.

Alles in allem ist Mockingjay 2 ein würdiger Abschluss für die Reihe und erhält dafür 08 von 10 möglichen Punkten.

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