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Hallo ihr Lieben,
die Verleihung der legendären Academyawards findet in Kürze statt und ich habe noch schnell drei Filme nachgeholt, die nominiert wurden und möchte euch vorab noch schnell meine Meinung dazu nennen.

The Danish Girl

Am 07.01.2015 erschien ein Film, der sich mit der ersten Geschlechtsumwandlung befasst in den deutschen Kinos.
Das Künstlerpärchen Einar und Gerda Wegener leben ein glückliches Leben in Kopenhagen. Doch Einar fühlt sich nicht ganz wohl in seinem Körper, kann es aber nicht definieren, woher dieses Gefühl kommt. Bis Gerdas Model ausfällt und Einar ihre Strümpfe und ihr Kleid anzieht. Dadurch entwickelt er seine zweite Persönlichkeit Lili. Was als Spiel des Ehepaares beginnt, wird für Einar zu einer wahren Persönlichkeitsfrage. The Danish Girl ist ein Film, der den inneren Zwiespalt einer Person, das Unwohlfühlen im eigenen Körper so authentisch darstellt ohne darüber viele Worte verlieren zu müssen. Einar hat wenig Chancen mit jemanden darüber zu reden. Ärzte sehen in ihm eine gestörte Persönlichkeit, seine Frau Gerda weiß nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Einerseits will sie ihren Mann glücklich sehen und ihn daher bei seiner Findung unterstützen, andererseits brauch sie auch ihren Mann als Stütze im Leben. Eddie Redmayne und Alicia Vikander harmonieren perfekt vor der Kamera und haben für ihre Leistung zu Recht Oscar-Nominierungen bekommen. Der Film hält einen hohen Spannungsgrad, auch wenn von Anfang an der Ausgang relativ klar ist. Trotzdem überrascht das Ende und rührt einen noch eine längere Zeit. Lediglich bei den Kostümen verfehlt der Film knapp das Ziel. Die Geschichte von Lili spielt in den 1920er Jahren, die Kostüme spiegeln aber eher die Jahrhundertwende wieder. Trotzdem sind die Schauplätze sehr schön, man fühlt den Kontrast des Kopenhageners und des Pariser Lebens zu der Zeit.
Alles in allem berührt der Film sehr und führt zu der ein oder anderen Träne im Auge und bekommt dafür 09 von 10 möglichen Punkten.

 Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten

Am 21.01.2016 erschien ein Film über das Heimatgefühl und wie schwierig es ist seine Heimat zu verlassen in den deutschen Kinos.
Die Irin Eilis hat in Irland keine Zukunft. Durch die Wirtschaftskrise gibt es keine Jobchancen und ihre Schwester organisiert daher, dass sie in die USA auswandern kann. Doch Heimweh plagt sie, trotz Job und Abendschule. Erst als sie sich in den Italiener Tony verliebt, fühlt sie sich besser. Als jedoch ihre Schwester stirbt, muss sie zurück nach Irland. Dort läuft es nun besser für sie, sie findet einen Job und lernt den netten Jim kennen. Doch ist Irland noch ihre Heimat?
Brooklyn ist ein herzerwärmender Film, der sich weniger um die klassische Liebe dreht, als viel mehr um die Liebe zur Heimat. Die Frage ist pernament: Wo gehör ich hin? Kann sich auch in einem fremden Land das Heimatgefühl aufbauen? Und was passiert, wenn die Gründe für die Auswanderung plötzlich wegfallen? Dabei dramatisiert der Film nicht großartig, sondern erzählt relativ langsam, aber auf sehr schöne Weise die Geschichte von Eilis. Auch Saoirse Ronan überzeugt durch ein minimalistisches Schauspiel. Sie überzeugt einen mit ihren Emotionen ohne offensichtliches Lachen oder der bebenden Unterlippe. Man fühlt mit Eilis mit und kann ihre innere Zerissenheit nachvollziehen. Obwohl der Film langsam und ruhig erzählt wird, ist er doch an keiner Stelle langweilig.
Alles in allem ist Brooklyn ein schöner Film über das Heimatgefühl und jetzt schon einer der schönsten Filme des Jahres. Dafür gibt es 09 von 10 Punkten.

Spotlight

Am 25.02.2016 erschien die Verfilmung der mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnete Journalismusarbeit um den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in den deutschen Kinos.
Der Boston Globe hat ein spezielles Team für investigativen Journalismus: Spotlight. Der neue Chefredakteur des Globe setzt dieses Team auf einen Missbrauchsfall von einem katholischen Priester an einem Jungen an. Doch bald merkt das Team, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Auch Anwälte sind mit in den Skandal verwickelt, die immer zwischen der Kirche und den „Opfern“ vermitteln.
Spotlight ist ein Film, dessen Ausgang man schon kennt. Man weiß, dass die Story veröffentlicht wurde und das es einen riesen Skandal auslöste. Aber trotzdem ist der Film durchgehend spannend. Er zeigt in allen Ausführlichkeiten die Recherchearbeiten des Teams mit allen Steinen, die ihnen in den Weg gelegt wurden und mit allen moralischen Fragen. Dabei decken sie immer mehr auf und man entdeckt das eigentliche Ausmaß. Die Schauspielleistungen sind durchgehend gut, was auch daran liegt, dass ein sehr starker Cast gewählt wurde. Die Oscar-Nominierungen für Mark Ruffalo und Rachel McAdams sind jedoch unbegründet, da sie keine herausragenden Leistungen zeigen, sondern standarisierte gute Leistungen. Gerade Ruffalo fällt teilweise fast ins Overacting und steigert sich sehr in seine Rolle hinein. Die Handlung ist, obwohl das meiste bereits bekannt ist, packend und mitreißend, allerdings sollte man sich schon für das Thema interessieren.
Alles in allem ist der Film eine packende Umsetzung der Recherchearbeiten mit einem starken Cast und erhält daher 08 von 10 Punkten.

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