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Am 18.02.2016 erschien ein Film über eine wahre Geschichte, die zu einem Skandal beim NFL sorgte, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Bennet Omalu ist ein Gerichtsmediziner mit etwas eigenartigen Methoden. Doch als ein berühmter ehemaliger Footballspieler bei ihm auf dem Tisch landet, entdeckt er eine Krankheit, die bei Footballspielern durch die ständigen Erschütterungen im Gehirn verursacht wird. Die Spieler machen kurz vorher eine große Charakterveränderung durch, ehe sie entweder Herzinfarkten sterben oder sogar Selbstmord begehen. Als Omalu seine Forschungen veröffentlich, streitet die NFL alles ab und greifen Omalu öffentlich an. Ein Kampf um die Wahrheit entbrennt.

Bennet Omalus Vorgehensweise in den Sälen der Gerichtsmedizin erscheinen auf dem ersten Blick sehr merkwürdig. Er spricht mit seinen Patienten, die aber ja bereits tot sind. Dabei bittet er immer um ihre Mithilfe, ihren Tod aufzuklären. Und es hilft. Doch als er einen ehemaligen Footballspieler auf dem Tisch hat und entdeckt, dass dieser in Folge der vielen vielen Kopfstöße in seiner Profikarriere gestorben ist, stößt er an seine Grenzen. Denn die Veröffentlichung zieht einen Skandal bei der NFL nach sich. Dieser lässt die Vorwürfe natürlich nicht auf sich sitzen und wettert gegen Omalu und ist als riesige Instition weitaus mächtiger als Omalu. Hilfe findet Omalu in Dr. Julian Bailes, einem ehemaligen Mannschaftsarzt.
Der Film ist in zwei Hälften geteilt. In der ersten Hälfte geht es um die Entdeckung der Krankheit und ihrer Folgen. Hier wird die Diagnose bis ins letzte Detail geprüft. In der zweiten Hälfte geht es um die „Schlacht“ gegen die NFL, der natürlich alles abstreitet und gegen Omalu wettert. Zwar ist die eigentliche Thematik spannend und wie der Titel schon sagt erschütternd, aber der Film ist es nicht. Das liegt vor allem an einem sehr schlechten Schnitt. Auf unwichtige Szenen wird die Kamera ewig gehalten, während entscheidende Szenen nur kurz gezeigt werden und dann ein abrupter Schnitt erfolgt. Dadurch wird jeglicher Bezug zum eigentlichen Thema verloren. Als bestes Beispiel ist hier die Szene, in der Omalu seiner Freundin anhand eines Apfels in einem Glas versucht zu zeigen, was mit dem Gehirn bei ständigen Stößen passiert. Omalu schüttelt und schüttelt, man wartet auf die Pointe, aber stattdessen gibt es einen Cut. Und man bleibt zurück mit einem „Was sollte mir das jetzt sagen?“. Auch die Nebengeschichte mit Omalus späterer Frau scheint einfach nur unpassend und fehl am Platz. Zwar wurde sie wahrscheinlich aus biographischer Richtigkeit aufgenommen und um Omalus Charakter ein wenig Tiefe zu geben, aber im Endeffekt verlängert sie den Film unnötig und bietet keinen großen Einblick in Omalus Wesen. Stattdessen ist sie wieder eine Liebesgeschichte, die vom eigentlichen Thema ablenkt. Hier hätte statt auf biogrphischer Genauigkeit lieber auf gute Filmtechnik der Augenmerk liegen sollen.  Allgemein sympathisiert man nicht mit Omalu, was für den Film kontraproduktiv ist, da er als der „Held“ der Geschichte gilt. Will Smith in der Rolle des Bennet Omalu brilliert durch seinen angelernten nigerianischen Akzent, überzeugt ansonsten aber nicht. Seine Mimik bleibt auch in Schlüsselszenen ausdruckslos und gibt dem Publikum durch durchgehende Distanz keinen Anlass ihm zu trauen.

Alles in allem ist der Film ein netter Versuch die Thematik aufzugreifen, überzeugt aber nicht. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

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