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Am 11.02.2016 erschien ein neuer Film über etwas ungleiche Schwestern in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Maura und Kate Ellis sind zwar Schwestern, aber vom Charakter her sehr ungleich. Als ihre Eltern das Haus ihrer Kindheit verkaufen, müssen die beiden notgedrungen ihre früheren Kinderzimmer räumen. Allein in dem großen Haus kommt ihnen die Idee einer letzten großen berüchtigten Ellis Party. Schnell werden die Freunde von früher eingeladen und das Chaos kann beginnen.

Sisters scheint auf den ersten Blick alle Klischees eines typischen Schwesternfilms zu erfüllen. Zwei Schwestern, beide sehr unterschiedlich, treffen wieder auf einander und bäm herrscht Chaos. Doch so leicht ist Sisters nicht zu durchschauen. Denn hier werden auch noch ganz andere Geschichten erzählt: Die Verantwortungen beim Erwachsen werden, verschiedene Arten am Erwachsen werden zu scheitern und die Verantwortungen einer Mutter.
Amy Poehler übernimmt die Rolle der Maura Ellis. Sie arbeitet im Krankenhaus und hat ein schönes Haus. Doch sie ist geschieden und kommt darüber nicht hinweg und fühlt sich öfter einsam. Daher skyped sie beinahe täglich mit ihren Eltern. Von den beiden Schwestern war sie immer die bedachte, die alles doppelt und dreifach überdacht hat. Sie hat auf den Partys immer die Mutti gespielt, den anderen beim Kotzen die Haare gehalten und den Zerstörungsgrad in Grenzen gehalten. Bei der letzten Party im Elternhaus möchte sie einmal Kates Rolle übernehmen und richtig die Sau rauslassen.
Tina Fey übernimmt die Rolle der Kate Ellis. Sie hat eine Ausbildung zur Kosmetikerin gemacht, findet aber keine Anstellung, oder verliert diese sehr schnell wieder. Eine Wohnung kann sie sich für sich und ihre Tochter nicht leisten, sondern nistet sich immer wieder bei Freunden ein. Ihre Tochter scheint erwachsener als sie zu sein und verschwindet immer wieder auf unbestimmte Zeit, weil sie den Lebensstil Kates nicht erträgt. Von den beiden Schwestern war sie immer diejenige, die alles intuitiv entschieden hat und daher ohne Plan durchs Leben stolpert. Auf den Ellis Partys hat sie immer die Sau rausgelassen, Typen abgeschleppt und sich betrunken. Bei der letzten Party im Elternhaus soll sie einmal Verantwortung übernehmen und die Mutti spielen.
Sisters geht mit den angesprochenen Themen sehr locker um. Sie sind da, werden aber nicht zwangsläufig vertieft. Das sorgt für eine lockere Atmosphäre und ein einfaches Sehgefühl, aber es sorgt auch dafür, dass sich der Film von vergleichbaren abhebt. Der Spannungsaufbau ist sehr einfach gehalten. Zunächst werden die Charaktere und ihre Lebensweisen vorgestellt, dann erfolgt ein Settingwechsel zurück ins Elternhaus. Dort wird die Idee der letzten Party geboren, die dann auch ausladend gefeiert wird. Viele Handlungsteile sind vorhersehbar und natürlich wird auf der Party in allen Gebieten übertrieben. Trotzdem bleibt der Film spannend und einige Gags bringen neuen Wind ins Genre, denn sie schaffen es tatsächlich erst gegen Ende ins Übertriebene und unter die Gürtellinie abzudriften. Davor sind sie gut durchdacht und bringen das Publikum berechtigt zum lachen. Die Charaktere sind durchdacht und abseits der Stange zu finden. Natürlich werden auch hier Klischees bedient und nicht jeder Charakter bekommt eine Entwicklung, aber doch wird sich mehr Mühe gegeben als bei vergleichbaren Filmen. Am Ende schafft der Film es leider nicht das vorherige Niveau zu halten und sackt stark ab, was schade ist. Aber bis zum Ende kann man den Film gut ansehen. Das liegt vor allem auch an der unübersehbaren Dynamik zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen, die dem Film einen ganz eigenen Charme geben.

Alles in allem ist Sisters ein Film, der versucht neuen Wind ins Genre zu bringen, gegen Ende aber stark abdriftet. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

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