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Am 24.03.2016 erschien ein Film, der die beiden DC Giganten Batman und Superman aufeinander treffen ließ, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Handlung: Nach den Geschehnissen in Man of Steel wurde die Stadt wieder aufgebaut. Trotzdem wird diskutiert, wie viel Superman darf und ob er sich für seine Taten zur Rechenschaft ziehen lassen sollte. Gerade Bruce Wayne alias Batman sinnt auf Rache und geht selbst immer brutaler in seinen Aktionen vor. Als dann noch Lex Luthor auf den Plan tritt und alle gegeneinander ausspielt, fängt das Chaos erst an.

 In Man of Steel wurde Metropolis komplett zerstört. Der finale Endkampf zwischen General Zod und Superman war bildgewaltig und spannend, wie sie sich kreuz und quer durch die Stadt kämpfen. Was nicht berücksichtigt wurde, waren die vielen zivilen Opfer. Mit diesen fängt aber Dawn of Justice an. Man sieht Batman, der während des Kampfes verzweifelt versucht zu seinen Angestellten zu gelangen, die in einem Hochhaus fest sitzen. Doch er kommt zu spät und muss mit ansehen, wie das Haus einstürzt und viele seiner Angestellten in den Tod stürzen. Einzig retten konnte er ein kleines Mädchen, das aber kurz vorher seine Mutter unter den Trümmern verlor. Das alles sorgt bei Batman ordentlich für Zündstoff. Er selbst geht in den folgenden Wochen immer härter gegen Verbrecher vor und wird dabei immer rücksichtsloser. Dies stößt bei Superman, der inzwischen versteckt als Clark Kent für den Daily Planet schreibt, böse auf, der in seinen Artikeln das Vorgehen der Fledermaus hart verurteilt. So schaukeln sich beide gegenseitig hoch, da Superman noch vermehrt eingreift, um Leben zu retten, immer mit dem Hintergedanken das Richtige zu tun. Doch dann mischt sich noch Lex Luthor ein, der versucht die Genehmigung für grünes Kryptonit zu bekommen, das Superman schwächen kann. Dabei ist ihm jedes Mittel Recht, was letztendlich auch zum großen Endkampf führt.
Nach den Trailern erwartete man einen spannenden Film mit viel Action und einer schönen Diskussion, was Superhelden dürfen und was nicht. Damit kommt DC Marvel ausnahmsweise einmal zuvor, die mit dem 1 Monat später startenden Captain America – Civil War genau das gleiche Thema verfolgen. Leider schafft es DC aber nicht den Erwartungen gerecht zu werden. Dawn of Justice verliert sich schnell in zu vielen Handlungssträngen – Batmans Gerechtigkeitswahn, Supermans Eingreifen, Luthors Wahn, der Grundsatzdiskussion, der Liebesgeschichte zwischen Clark und Lois Lane – die kreuz und quer durcheinander gewürfelt werden und nur bedingt ist ein roter Faden erkennbar. So macht Batman gleichzeitig Superman für alles Verantwortlich, was geschieht, spioniert aber gleichzeitig Luthor hinterher. Dann wird noch subtil versucht Wonder Woman und weitere Helden einzuführen, nur um die Verwirrung noch zu verstärken. Die eigentliche Grundsatzdiskussion kommt dabei viel zu kurz und wird sehr abrupt abgebrochen, um den großen Showdown einzuleiten. Dabei kommt der eigentliche Namensgebende Kampf Batman vs. Superman viel zu kurz, da dieser max. 10 Minuten geht, weil es natürlich noch etwas schlimmeres gibt. Dabei wird so viel Zeit auf den bildgewaltigen Show-Down gesetzt, dass es kaum noch Erklärungen am Ende gibt und einiges an Handlung sehr schnell abgehandelt wird.
Über die Besetzung Ben Afflecks als Batman wurde im Vorfeld sehr viel diskutiert. Das sein Batman nicht funktioniert, liegt aber nicht an seiner schauspielerischen Leistung, die er souverän ablegt, sondern am Drehbuch. Während am Anfang einleuchtend erklärt wird, warum Batman sauer auf Superman ist, verliert dies immer mehr an Relevanz, wenn er seinen eigenen Feldzug startet und der Zuschauer seine Handlungen immer weniger nachvollziehen kann. Batman verliert während des Feldzuges viel Sympathie und wirkt sturr wie ein kleines Kind.
Henry Cavill überzeugt auch weiterhin als Superman und scheint der einzige zu sein, der sein Handeln und das Handeln Batmans kritisch reflektiert. Weiterhin versucht er Menschen zu retten, ist bei seinen Taten aber sehr geblendet von der Liebe zu Lois Lane, die ihn mehr blockiert als hilft.
Lois Lane wird gespielt von Amy Adams, die weder eine passende Chemie zwischen Cavill und sich aufbauen kann, noch ihren Charakter glaubhaft gespielt kriegt. Neben den souveränen Leistungen von Affleck und Cavill und der brillianten Leistung von Eisenberg, erscheint sie sehr blass und nichtssagend. Die Kämpfernatur der Lane verkörpert Adams nicht. Gleichzeitig wird ihr gesamter Charakter auf die Beziehung zu Superman gestützt. Der Journalismus-Geist der Lois Lane aus den Comics wird bis auf wenige Szenen unter den Tisch gekehrt.
Schauspielerisch sticht vor allem Jesse Eisenberg als Lex Luthor heraus, der den Wahnsinn gut verkörpert und herüber bringen kann. Leider wird auch dieser Charakter sehr einseitig und stark überspitzt gezeigt, so dass auch hier keine gute Leistung des Films sichtbar ist.

Alles in allem schwächelt Dawn of Justice auf ganzer Linie trotz überwiegend gutem Cast. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

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