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Am 14.04.2016 erschien ein Remake des erfolgreichsten Filmes in Deutschland in den deutschen Kinos.

Mogli ist zwar ein Mensch, lebt aber im Dschungel und wurde von Wölfen groß gezogen. Doch nun ist der Tiger Shir Khan zurück und macht Jagd auf Mogli. Also versucht der Panther Baghira Mogli in die Menschensiedlung zu bringen. Doch ist der Weg dorthin nicht leicht.

1967 erschien der Originale Film „Das Dschungelbuch“ als Animationsfilm in den deutschen Kinos. Er basierte lose auf dem Buch von Rudyard Kipling und die Lieder des Films prägten die Kindheit mehrerer Generationen. Zeitgleich ist er gemessen an den verkauften Tickets der erfolgreichste Film, der in den deutschen Kinos lief. Und nun wurde er im Zuge von Disney Neuverfilmungen als Realfilm neu inzeniert. Und begeistert Jung und Alt wieder von Neuem.
Diese Begeisterung zeigt sich schon ab der ersten Sekunde als das altbekannte Intro neu vertont und neu interpretiert angespielt wird und eine wohlige Gänsehaut auf den Armen der Zuschauer auftritt. Da jedoch lange Intros nicht mehr in Mode sind, wurde dies schnell abgebrochen. Dafür wird nun Mogli vorgestellt, der verzweifelt versucht in den Rat der Wölfe aufgenommen zu werden. Es folgt die altbekannte Geschichte und doch entdeckt man neues. Denn der Film von 1967 wurde nicht komplett übernommen, sondern auch stellenweise neu interpretiert. Doch die Grundhandlung bleibt bestehen. Mogli ist im Dschungel aufgewachsen, aber muss vor dem Tiger Shir Khan fliehen, der keine Menschen im Dschungel duldet und gerade gegen Mogli anscheinend einen persönlichen Groll hegt. Der Panther Baghira versucht ihn in die Menschensiedlung zu bringen, doch wird er von Mogli getrennt. Dieser trifft auf seinem Weg die Elefanten, den Bären Balu, die Schlange Kaa und die Affenbande mit König King Louie. Dabei schlägt der Film einen viel ernsteren Ton an, als das Vorbild. Auch wird kaum noch gesungen, außer ein wenig ‚Probiers mal mit Gemütlichkeit‘ und ‚Ich wär gern‘ wie du‘. Dafür wurden die ursprünglichen Lieder in Themes umgewandelt und immer wieder bedeutungsschwer in den Soundtrack eingearbeitet. Dies gepaart mit dem ernsten Ton des Films jagt einem immer wieder wohlige Schauer über den Rücken. Man wird gleichzeitig in seine Kindheit zurück versetzt und erlebt gleichzeitig etwas Neues. Man kennt den ungefähren Ausgang der Geschichte und doch fiebert man mit den Charakteren mit. Denn gerade das Ende wurde stark geändert, was den Spannungsbogen am Ende noch einmal drastisch in die Höhe schießen lässt.
Das größte Lob des Films verdient aber die Abteilung für die visuellen Effekte. Denn wenn man nicht weiß, dass lediglich Mogli von einem echten Menschen gespielt wurde und alle Tiere animiert sind, hätte man sich schnell fragen können, wie das Team die Tiere so gut trainieren konnte. Jede Bewegung, jeder Gesichtsausdruck wirkt absolut realistisch. Allerdings lässt dieser Fakt, zusammen mit dem ernsten Grundton und der ein oder anderen brutaleren Szene die Frage entstehen, ob der Film nun wirklich für das jüngere Publikum geeignet ist und nicht eher als schöne Hommage für das inzwischen erwachsene Publikum von damals.
Neel Sethi übernimmt die Rolle des Mogli. Er ist das erste Mal auf der großen Leinwand zu sehen und agiert den ganzen Film alleine vor einem großen Greenscreen. Das merkt man ihm aber überhaupt nicht an und er spielt seine Rolle sehr souverän. Sowohl im englischen Original, als auch in der deutschen Synchronisation, werden die Tiere von sehr bekannten Schauspielern gesprochen.

Alles in allem eine schöne Hommage an den alten Film und doch ein gut gelungener neuer Film. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

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