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Am 12.05.2016 erschien eine Neuauflage des berühmten Klassikers in den deutschen Kinos.

Victor Frankenstein trifft in einem Zirkus auf einen buckligen Clown. Kurzerhand befreit er ihn aus dem Zirkus und von seinem Buckel und nimmt ihn mit in sein Haus. Dort experimentieren sie gemeinsam den Tod wieder zum Leben zu erwecken und erschaffen dabei auch das berühmte Monster.

Frankensteins Monster ist nach dem Roman von Mary Shelly weltweit bekannt. Doch während die Erschaffung des Monsters und sein Fortbestehen in vielen Filmen behandelt wurde, setzt Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn an einem ganz anderen Punkt an. Hier geht es nämlich um den Erschaffer des Monsters. Victor Frankenstein, der geradezu besessen davon ist, totes Gewebe oder sogar tote Kreaturen wieder zum Leben zu erwecken. Erzählt wird die Geschichte von seinem Assistenten Igor. Dieser wächst in einem Circus auf, interessierte sich aber schon immer für die Medizin. Doch durch seinen Buckel reicht es selbst beim Zirkus für ihn nur als Clown. Bis er eines Abends auf den Medizinstudenten Victor Frankenstein trifft. Dieser erkennt in Igor mehr als nur einen Clown und befreit ihn kurzerhand. In seinem Haus heilt er ihn von seinem Buckel und überzeugt ihn bei seinen Forschungen mitzuwirken. Igor zweifelt zwar immer wieder an den möglichen Ergebnissen, doch hilft er ihn. Zusammen schaffen sie es mit Hilfe von Strom totes Gewebe wieder zubeleben und schließlich sogar eine erste kleine Kreatur wieder zum Leben zu erwecken. Das Ganze bleibt natürlich nicht unbemerkt und so ist der reiche Medizinstudent Finnegan sehr an den Forschungen Frankensteins interessiert und möchte ihn gerne unterstützen und zum anderen versucht Inspector Turpin alles, um die Forschungen zu verhindern. Das ganze ist eingehüllt in ein liebevolles Setdesign.
Der ganze Film but letztendlich auf einer altbekannten Geschichte aus einem neuen Blickwinkel, die viele liebevolle Bilder produziert, aber leider auch nicht mehr bietet. Die Handlung wird sehr lieblos behandelt und immer so gebaut, dass die Sets gut zur Geltung kommen. Ansonsten wird mit Igor und seiner Angebeteten eine Nebenhandlung geschaffen, die nichts zur eigentlichen Geschichte beiträgt und dem Film eine Menge Spannung nimmt. Der Spannungsbogen während des Films ist zwar da, aber nicht besonders hoch. Da der Ausgang des Films bekannt ist, hätte man weniger auf das große Finale hinarbeiten sollen. Stattdessen wäre eine ausführlichere Charakterisierung der Figuren wünschenswert gewesen, da gerade Victor Frankenstein nur als ziemlich Wahnsinniger dargestellt wird und ohne Hintergrundinformationen ist eine Identifikation mit dem Charakter unmöglich. Es wird sehr stark in Schwarz und Weiß gedacht: Frankenstein ist Wahnsinnig, strebt aber ein höheres Ziel an, während Inspector Turpin nur gute Absichten haben kann. Das große Finale ist auch als genau das inzeniert, jedoch wird hier so sehr übertrieben in der Aufmachung, dass jeglicher Bezug zu Mary Shelley Roman beim Sehen verloren geht. Die schauspielerischen Leistungen sind dem Film entsprechend angebracht. Bei dem Cast wäre jedoch mehr möglich gewesen, vor allem James McAvoy und Andrew Scott haben mehrfach bewiesen, dass sie schauspielerisch mehr leisten könnten.

Alles in allem ist der Film nur auf die Bilder und nicht auf Handlung und Figuren ausgelegt, hier wäre definitiv mehr drin gewesen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

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