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Am 23.06.2016 erschien ein Film, der sich mit dem Konkurrenzkampf in der Modewelt auseinander setzt, in den deutschen Kinos.

Jesse ist 16 Jahre alt und weise. Sie hat die Schule nicht abgeschlossen, aber ihr wurde immer wieder gesagt, wie hübsch sie ist. Als sie nach Los Angeles geht wird sie schnell von einer Modelagentur angeworben und schafft es durch ihr jugendliches Alter und ihrer Schönheit ohne Operationen schnell aufzusteigen. Das lässt andere Models eifersüchtig werden.

The Neon Demon ist ein Film, der viel aussagen will, aber doch nichts aussagt. Die zentrale Figur ist das Model Jesse. Sie ist 16 Jahre alt und stolpert in Los Angeles in die Modewelt hinein. Sie lebt in einem heruntergekommenen Motel und bändelt mit einem jungen Mann an, der gerne Fotograf wäre. Da sie Waisin ist und keinen Schulabschluss hat, versucht sie eine Karriere als Model zu starten. Dies gelingt ihr auch viel zu gut. Sie schafft es sofort einen Job bei einer Modelagentur zu bekommen und auch bei Castings überzeugt sie sofort. Damit zieht sie aber auch die Eifersucht anderer Models auf sich. Jesse ist in der ersten Hälfte des Films noch sehr zurückhaltend und eher ein graues Mäuschen, dass wandelt sich aber schlagartig in der zweiten Hälfte und sie passt sich dem Auftreten in der Branche an. Unterstützt wird sie von der Make-up-Artist Ruby.
So eine richtige Handlung aus dem Film zu erkennen, gestaltet sich als sehr schwer. Denn der Film ist sehr langsam erzählt und zeigt viele langsame Kamerafahrten. Dadurch entsteht auch kein Spannungsbogen, was den Film noch langsamer wirken lässt. Das erste, was bei diesem Film ins Auge sticht ist das außergewöhnliche Setdesign. Schon im Trailer ist die sehr künstlerische und moderne Aufmachung zu sehen. Gepaart mit teilweise sehr ausgefallen Kostümen ergibt dies einen ganz eigenen Look, der den Film auszeichnet. Zudem hat der Film sehr starke Schauspieler gecastet, die auch bei langen Kameraeinstellungen überzeugen können.
Was jedoch überhaupt nicht überzeugen kann ist die Handlung zusammen mit den Dialogen. Denn anstatt eine verständliche Handlung zu treffen und durch die Dialoge Ausagen zu treffen, ist der Film so angelegt, dass jede Szene ein Kunstwerk für sich ist und danach schreit interpretiert zu werden. Während dies in der ersten Hälfte des Films auch noch funktioniert, verliert er sich in der zweiten Hälfte komplett, schafft es auch nach Interpretationen keine Aussage zu treffen. Das Ende ist dann nur noch eine reine Metapher. Hier scheint das Augenmerk auf ein hochdramatisches und schockierendes Finale gesetzt worden zu sein, was aber nicht mehr zum Rhythmus des vorherigen Films passt. An sich soll die Schnellebigkeit der Modewelt kritisiert werden, in der man ab 20 Jahren alt ist und kaum noch etwas taugt, in der Schönheitsoperationen etwas alltägliches und gutes sind, in der Eifersucht und Rachsucht auf der Tagesordnung stehen. Doch the Neon Demon schrammt an diesem Thema vorbei und scheint nur noch die Aussage zu haben, dass jedes unschuldige Mädchen in der Modewelt zu einer „Bitch“ werden kann. Das einzige, was letztendlich vom Film in Erinnerung bleibt, sind abartige Szenen am Ende des Films.
Die Rolle von Keanu Reeves ist eine absolut austauschbare Rolle. Sie hat keinen Wert für den Ausgang der Geschichte und scheint nur hereingenommen zu sein, damit ein sehr bekannter Name auf dem Werbeplakat stehen kann.

Alles in allem ist The Neon Demon ein langweiliger Film, der sich zu sehr als Kunst sieht, aber am eigentlichen Thema vorbeischrammt. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

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