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Am 16.06.2016 erschien ein neuer Film, der sich mit Trauerbewältigung befasst, in die deutschen Kinos.

Davis ist Investmentbanker und sein Leben scheint perfekt zu sein. Bis er bei einem Autounfall seine Frau verliert. Doch anstatt zu trauern verstrickt er sich in neue Bekanntschaften und neue merkwürdige Hobbys.

 Demolition beschäftigt sich zwar mit der Trauerbewältigung, kommt aber trotzdem nicht klassisch daher. Es wird nicht nach dem Lichtblick am Horizont gesucht, es wird sich nicht in neuen Liebschaften verrannt, die einem über die Trauer hinweghelfen sollen, ja es gibt nicht einmal den typischen besten Freund, der immer für einen da ist. Nein Demolition kommt sehr untypisch daher. Denn Davis Mitchell scheint gar nicht zu trauern. Am Tag, als seine Frau stirbt, schafft er es nicht einen Schokoladenriegel aus dem Automaten auf der Intensivstation zu bekommen. Also schreibt er einen höflichen Beschwerdebrief an die Betreiberfirma des Automaten. Diese Briefe in denen er nur minimal auf das Problem mit dem nicht erhaltenen Schokoladenriegel eingeht und vielmehr große Teile seiner Lebensgeschichte erzählt und auch auf die Ehe mit seiner verstorbenen Frau eingeht, werden zu einem Ventil für ihn, denn er schafft es nicht zu trauern. Er kann über den Tod seiner Frau keine Träne vergießen. Stattdessen entwickelt er eine Vorliebe kaputte Sachen auseinander zu nehmen. Der Kühlschrank funktioniert nicht, also wird er in die Einzelteile zerlegt, um zu gucken, ob man ihn reparieren kann. Dies passiert Mitchell mehr als einmal und letztendlich wird er von seiner Arbeitsstelle vorläufig freigestellt, da er nicht mehr so funktioniert, wie früher. Gleichzeitig versucht Karen Moreno, die seine Beschwerdebriefe bezüglich des Automaten bekam, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Seine Briefe haben sie berührt und sie entwickeln eine Art Freundschaft Plus, ohne das es einer von beiden wirklich ernst meint.
Demolition ist ein Film, der sehr ruhig erzählt wird und daher keinen großen Spannungsbogen hat. Durch seine sehr spezielle Thematik spricht er nicht das große Publikum an und doch kann er überzeugen. Der Film lebt von Jake Gyllenhall als David Mitchell. Er schafft es, den nicht trauernden Ehemann trotzdem sympathisch zu verkörpern und braucht dafür keine großen Gesten, sondern schafft es durch kleine Veränderungen in der Mimik, den Zuschauer mitfühlen zu lassen. Auch der Verzicht auf typische Handlungsstränge, die bereits oft benutzt wurden, ist positiv aufzuführen. Zwischenzeitlich scheint es jedoch, dass der Film die eigentliche Aussage aus den Augen verloren hat. Denn in dem Wahn Mitchells alles, was nicht zu 100% funktioniert auseinander zu nehmen, wird es mitunter sehr abgedreht und der Zuschauer weiß nicht mehr, worauf der Film eigentlich hinauswill. Wenn dann noch die Themen Mobbing und Homosexualität mit dazu kommen, muss der Fokus des Films hinterfragt werden. Aber im Endeffekt schafft Demolition noch die Kurve und begeistert mit einem runden Ende.

Alles in allem nicht für das große Publikum geeignet, aber wer selbst seinen eigenen Weg der Trauer gefunden hat, findet in diesem Film viel Sympathie. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

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