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Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Die Wahlkämpferin“. Der Film lief am 21.01.2016 in den deutschen Kinos an.

Jane Bodine unterstützte bereits viele Wahlkämpfe und konnte vielen zum Sieg verhelfen. Doch ein Ereignis in der Vergangenheit ließ sie sich aus dem Geschäft zurückziehen. Bis sie um Hilfe bei dem bolivianischen Präsidentschaftswahlkampf gebeten wird. Bodine will ablehnen, doch der Wahlkämpfer der Opposition ist ein ihr nur zu gut bekannter Feind. So beginnt ein Kampf, um die Präsidentschaft.

Wahlkämpfe hat bestimmt schon jeder einmal miterlebt. Man kommt ja auch nicht umhin die vielen Plakate mit den „gut fotografierten“ Politikern, die einfach überall aufgehängt werden, zu sehen. Doch was wirklich hinter den Kulissen abgeht, weiß wohl kaum einer. Die Wahlkämpferin führt den Zuschauer hinter die Kulissen und zeigt auf, wie weit viele Politiker gehen, nur um zu gewinnen und wie sehr sie dabei von ihrem Wahlteam beeinflusst werden.
Der Film beginnt mit einem Interview mit Jane Bodine, in der wir ihr eiskaltes und berechnendes Wesen kennenlernen. Doch schon in der nächsten Szene bietet sich ein ganz anderes Bild. Bodine lebt zurückgezogen in der Einsamkeit und beschäftigt sich mit dem Töpfern. Bis sie als letzte Hoffnung zu dem bolivianischen Präsidentschaftswahlkampf hinzugezogen wird. Erst hat sie kein Interesse, bis sie den Mann hinter dem gegnerischen Kandiaten erkennt. Pat Candy ist Bodines stärkster Rivale. Also reist sie nach Bolivien und versucht das Unmögliche möglich zu machen. Mitunter scheint es ihr jedoch weniger um die Politik zu gehen, als vielmehr ihrem Feind Candy eins auszuwischen.
Die Grenze zwischen Politik und persönlichem Disput ist in diesem Film fließend. Bodin und Candy haben beide ihren Kandidaten, den sie zum Präsidenten machen wollen, doch gleichzeitig wollen sie auf keinen Fall gegen den anderen verlieren. Was für politische Ziele die beiden Kandidaten verfolgen, wird im Film kaum behandelt und meist nur im Nebensatz erwähnt. Die Handlung wird chronologisch erzählt und nach jedem „Sieg“ folgt unweigerlich der Gegenschlag der Gegenseite. Dabei werden die Sympathien ganz klar verteilt. Der Zuschauer ist sofort auf der Seite von Bodine und ihrem sympathischen Team und deren Kandidaten. Candy hingegen scheint der perfekte Antagonist zu sein, obwohl er die gleiche Arbeit macht wie Bodine. Doch gerade das Ende des Films zeigt, dass nur weil Bodine für den Kandidaten kämpft, dieser auch gleichzeitig der beste Präsident für Bolivien sein muss. Doch diese Tatsache wird während des ganzen Films verdrängt. Es geht nur darum, dass Bodine gewinnt.
Der Spannungsbogen des Films ist über seine Gesamtlaufzeit von 108 Minuten leider nichts ausreichend und obwohl man als Zuschauer mitfiebert, wie die Wahl am Ende ausgeht und was sich Bodine und Candy als nächstes ausdenken, zieht sich der Film mitunter und schmückt einzelne Szenen ohne Aussage zu lange aus. Die schauspierlischen Fähigkeiten sind durchgehend gut, gerade Sandra Bullock kann mit dem Wechsel aus starker Wahlkämpferin und Nervenbündel überzeugen. Die Handlung spielt leider zu viel in kleinen Räumen und zeigt daher wenig von Bolivien an sich und auch das Volk wird kaum gezeigt. Der Fokus des Films ist klar auf den Wahlkampf an sich gerichtet.

Alles in allem gibt der Film eine solide Leistung ab, verliert aber leider zwischendurch immer wieder an Tempo. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

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