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Am 07.07.2016 erschien ein neuer Thriller mit Ewan McGregor in den deutschen Kinos.

Perry und Gail treffen in ihrem Urlaub in Marrakesch auf den zwielichtigen Russen Dima. Dieser hat jedoch Angst um sich und seine Familie und bittet daher den unauffälligen Perry um Hilfe nach Großbritannien einzureisen. Bei dem Versuch treffen sie auf den Geheimagenten Hector, der seine Chance auf wichtige Informationen wittert. Eine Hetzjagd durch Europa beginnt.

John le Carré dürfte als Autor vielen ein Begriff sein. Durch seine frühere Arbeit beim britischen Geheimdienst konnte er seinen Spionage-Thrillern die nötige Authentizität geben, die sie zu internationalen Bestsellern machten. In den letzten Jahren wurden seine Werke mehrfach als Vorlage für einen Film/Serie genommen, so z.B. „a most wanted man“ als Kinofilm im Jahr 2014 und „The Night Manager“ als Kurzserie im Jahr 2016. Dazu reiht sich nun auch „Verräter wie wir“, dessen Romanvorlage erst im Jahr 2010 veröffentlicht wurde.
Der Universitätsprofessor Perry und seine Frau die Anwältin Gail wollen in Marrakesch eigentlich nur einen romantischen Urlaub verbringen, um ihre Ehe zu retten. Niemals hätten sie gedacht, dort in irgendwelche Mafia Verstrickungen verwickelt zu werden. Doch sie treffen in ihrem Hotel auf den zwielichtigen Dima. Dieser begrüßte sie mit einer sehr offen Art. Was mit einem harmlosen Tennisspiel und einer Partyeinladung beginnt, soll schon bald größere Wellen schlagen. Denn Dima gehört zu den obersten Geldwäschern der russichen Mafia. Doch nachdem enge Freunde von ihm getötet wurden, möchte er gerne aussteigen. Perry soll ihm dabei helfen, indem er einen USB-Stick mit Informationen dem britischen Geheimdienst übergibt. Doch der eingeschaltete Geheimagent Hector sieht eine Chance noch mehr Informationen zu bekommen. Und schon stehen auch Perry und Gail zwischen dem britischen Geheimdienst und der russischen Mafia.
Verräter wie wir hat eine interessant klingende Handlung, kann aber als Thriller nicht überzeugen. Die nötige Spannung kommt in keiner Szene wirklich auf. Dafür sind die Dialoge zu lang und nichtssagend gehalten und es gibt zu lange Plansequenzen und Landschaftsaufnahmen. Gleichzeitig wird die Handlung so belanglos umgesetzt, dass man sich nach zwei Monaten kaum noch an diese erinnert. Die Charaktere selbst sind mit Ewan McGregor, Damian Lewis und Naomie Harris gut besetzt, die ihre Rollen auch souverän spielen. Nur Stellan Skarsgård kann als Dima wenig überzeugen. Weder nimmt man ihm den harten Geldwäscher ab, noch den Russen. Zwar imitiert er als Schwede den russischen Akzent sehr gut, aber er hat nicht die Austrahlung, die man mit Russland assoziiert.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Geschichte sehr vorhersehbar ist. Selbst jede plötzliche und eigentlich unerwartete Wendung ist so klitscheebeladen, dass man diese bereits minutenlang vorhersehen kann bzw. der Ausgang des Films bereits am Anfang klar ist. Hier fehlt einfach ein bisschen die Neuartigkeit.

Alles in allem kann der Film einfach nicht überzeugen und bleibt daher nicht dauerhaft im Gedächtnis. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

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