Am 22.09.2016 erschien ein neuer Western mit Denzel Washington in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Das kleine Städtchen Rose Creek wird von dem Geschäftsmann Bartholomew Bogue terrorisiert. Um sich zu wehren engagieren die Bürger eine Gruppe aus sieben Kopfgeldjägern, Kleinkriminellen und Revolverhelden.

Aktuell gibt es immer wieder Remakes oder Reboots in den Kinos. Darüber gibt es verschiedene Meinungen, meist wird dieser Trend stark verurteilt. So ist auch Die glorreichen Sieben ein Remake eines Westerns aus dem Jahr 1960. Wobei dieser wiederum ein Remake eines japanischen Films aus dem Jahr 1954. Doch bei allen Remakes dieser Reihe wurde immer etwas geändert, so dass sie in die derzeitige Zeit passten. So veränderte das Remake von 1960 das Setting von Japan mit den Samurai zu einem Western. Und das Remake von 2016 verwandelte die ursprünglich sieben weißen Cowboys in eine heterogene Gruppe aus verschiedenen Ethnien.
Das Städtchen Rose Creek hat ein Problem. Die Bevölkerung, die fast ausschließlich aus armen Farmern besteht, wird von dem rücksichtslosen Geschäftsmann Bartholomew Bogue terrorisiert. Er will ihnen das Land abkaufen, um nach Gold zu schürfen. Zur Bekräftigung seiner Worte erschießt er mehrere Männer, die es wagen den Mund aufzumachen und brennt die Kirche nieder. Dann gibt er den Bewohnern eine Gnadenfrist von drei Wochen, ehe er wiederkäme. In ihrer Not sammeln die Bewohner für einen Kopfgeldjäger. Dieser wird schließlich in Sam Chisolm gefunden. Aus eigener Erfahrung weiß er aber, dass man für Bogue ein paar mehr Männer braucht. Daher heuert er ein paar alte Bekannte und ein paar Zufallsbekanntschaften an. Dabei kommt es zu einer heterogenen Gruppe, die aber allesamt geschickt im Umgang mit Revolvern oder Pfeilen sind. Zu seinem Team gehören Josh Farraday, ein Macho mit einem Hang zu Taschenspielertricks, Goodnight Robicheaux, einen Revolverhelden mit Kriegstrauma, dessen Begleiter Billy Rocks, ein Ass im Umgang mit Messern, Vasquez, ein mexikanischer Ganove, Jack Horne, ein etwas durchgeknallter Fährtenleser und Red Harvest, ein Indianer ohne Stamm. Alle gehen aus den verschiedensten Gründen mit Chisolm mit, obwohl sie wissen, dass es ein Himmelfahrtskommando ist. Denn Bogue hat eine kleine Armee an gut ausgebildeten Söldnern.
Die glorreichen Sieben schafft es trotz einer Spieldauer von 133 Minuten komplett ohne Längen auszukommen. Ab der ersten Szene ist die Spannung spürbar und lässt bis zum Ende an keiner Stelle nach. Selbst die Rekrutierung der sieben Revolverhelden ist durch gute Dialoge und starken Charakteren an keiner Stelle langweilig. Trotz der bekannten Handlung und dem relativ vorhersehbaren Ende, schafft der Film den Zuschauer an den Kinosessel zu fesseln. Das liegt vorallem an der interessanten Charaktergestaltung, in der keiner dem anderen gleicht. Hier ist für jeden ein Charakter zum verstehen und hineinversetzen dabei. Doch neben den sieben Männern gibt es auch mit Emma Cullen, die ihren Ehemann durch Bogue verlor, eine starke Frau in diesem Film, die dem ganzen noch einmal das gewisse Etwas gibt. Alle Rollen werden authentisch gespielt, auch wenn Chris Pratt seine Rolle des Josh Farraday etwas zu übertrieben spielt, was im Kinosaal für den ein oder anderen genervten Seufzer führen kann. Denn in praktisch jeder Einstellung lässt er einen Machospruch los, gepaart mit einem Grinsen und einem Augenzwinkern. Während dies in seiner Rolle des Starlord in „Guardians of the Galaxy“ noch funktionierte, mag es hier nicht so richtig zum Grundton des Films passen. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Ähnlich wie bei Quentin Tarantinos Film „The hateful Eight“ muss man sich auch hier nicht die Frage stellen, ob bei den Helden einer stirbt, sondern eher wer und wann. Dabei ist der Film herrlich Inkonsequent und erfüllt dabei keine Klitschees, so dass das Ende nur bedingt vorhersehbar war.

Alles in allem ist die glorreichen Sieben ein runder Film, der im Westerngenre durchaus bestehen kann. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

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