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Am 22.09.2016 erschien ein Film über die realen Ereigisse um Edward Snowden in den deutschen Kinos.

Edward Snowden arbeitete bei verschiedenen Geheimdiensten, unter anderem der CIA und der NSA. Dort fand er heraus, dass die USA heimlich fast die ganze Welt ausspionierten und die Legalität dafür fast erfanden. Bis er es nicht mehr aushält und der ganzen Welt davon erzählt. Und dafür als Verbrecher angesehen wird.

Die Geschichte des Whistleblowers Snowden erschütterte die Welt. Die USA soll fast die ganze Welt ausspionieren und auch die eigene Bevölkerung. Es soll zwar den Kampf gegen Terrorismus unterstützen, wurde aber in vielen Fällen missbraucht und sich auch gegen die Regierungen anderer Länder richten. Nach diesen Enthüllungen gab es in den Medien kaum noch ein anderes Thema. Doch was hat sich wirklich verändert? Die USA fanden viele Ausreden und Beschönigungen und zumindest die deutsche Regierung hat es sehr schnell auf sich beruhen lassen. Bereits 2014 gab es einen Dokumentarfilm über Snowden von Laura Poitras, in dem Snowden selbst seine Geschichte erzählt. Nun zwei jahre später wurde die Thematik wieder aufgegriffen, diesmal aber nicht als Dokumentation, sondern als Drama/Thriller für die Kinoleinwand.
Im Jahr 2013 wandte sich Snowden, der bereits aus den USA nach Hongkong geflüchtet war, an die Dokumentarfilmerin Laura Poitras und Glenn Greenwald, einem Journalisten des Guardian. Diesen erzählt er für den später veröffentlichten Dokumentarfilm Citizenfour seine Geschichte. Wie er schon immer seinem Land dienen wollte, aber bei den Special Forces ausgemustert wurde, aber durch seine guten IT-Kenntnisse schnell einen Posten in den Geheimdiensten CIA und später auch NSA bekam. Dies dient als Rahmenerzählung des Films und wird gepaart mit der persönlichen Ebene Snowdens. Wie er seine Freundin Lindsay Mills kennenlernt und wie sich ihre Beziehung zu seinen steigenden Erkenntnisse verhält. Wie er letztendlich aussteigt und aus den USA flüchtet, um seine Geschichte publik zu machen.
Die Schwierigkeit bei Biographien ist immer, dass eine große Anzahl des Publikums die Geschichte bereits kennt. Vorallem das Ende dürfte jedem bekannt sein. Trotzdem schafft Snowden es die Spannung hochzuhalten, da der Film nicht nur die Fakten aufzählt, sondern auch die persönliche Komponente hochhält. man erfährt mehr von Snowdens innerer Zerrissenheit, weil er seinem Land dienen will, aber gleichzeitig die vollkommene Überwachung nicht mit seinem Gewissen vereinen kann. Auch wird zum ersten Mal seine Beziehung zu Lindsay Mills thematisiert. Er durfte ihr nichts von seiner Arbeit erzählen, weswegen seine Beweggründe für sie immer schwer nachvollziehbar waren. Snowden versuchte sie vor der Spionage zu warnen, ohne etwas preisgeben zu können. Dadurch erweitert der Film die Erzählungen aus Citizenfour. Leider leiden darunter Fakten zur eigentlichen Arbeit Snowdens, die im Film nicht klar dargestellt wurden, sondern meistens nur angedeutet wurden. Der Film versucht die Jahre 2003 bis 2013 abzudecken, kann daher jede Station in Snowdens Leben immer nur anreißen, was irgendwann etwas unübersichtlich wirkt. Die wesentlichen Etappen sind jedoch klar erkennbar und so hilft Snowden dem Zuschauer die wahren Ereignisse nahe zu bringen.
Einen großen Teil zum erfolgreichen Gelingen des Filmes tragen die Schauspieler, die überwiegend herausragende Leistungen abliefern. Gerade Joseph Gordon-Levitt überzeugt als Edward Snowden. Er traf sich vor Drehbeginn mehrfach mit Sowden in dessen Exil in Russland, um Gestik und Mimik möglichst detailgetreu wiedergeben zu können. Dies gelang ihm auch, so dass man in keiner Sekunde des Films zweifelte, wen er darstellen möchte. Auch Shailene Woodley zeigte einmal mehr, dass sie eine herausragende Schauspielerin ist. Auch der weitere Cast ist mit bekanten Schauspielern besetzt, die ihre Rollen alle sehr souverän spielen, wie Melissa Leo, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Nicolas Cage und Rhys Ifans.
Snowden geht über eine Spielzit von 135 Minuten und schafft es beinahe ohne Längen auszukommen. Nur im Mittelteil, wenn es praktisch nur noch um die persönliche Ebene geht, zieht der Film sich etwas. Hier hätte man ihn um ca. 15 Minuten einkürzen können. Das Ende wurde noch einmal sehr rührend gestaltet, als es um die Enthüllungen und die Reaktion der USA ging. Leider zielt der Film sehr stark auf Präsident Obama als Bösewicht ab, praktisch als wäre er alleine Schuld an der Spionage. Das er als Präsident wenig Macht hat und die meisten Entscheidungen der Kongress fällt, wird nicht berücksichtigt.

Alles in allem ist Snowden ein bewegender und überzeugender Film, der einem wieder die Enthüllungen ins Gedächtnis ruft. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

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