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Willkommen in der Cinemathek, heute mit: The Lady in the Van. Der Film lief ursprünglich ab dem 14.04.2016 in den deutschen Kinos.

Die wahre Geschichte von Alan Bennett, einem Theaterautor, der einer für ihn unbekannten Miss Shepherd einen Stellplatz für ihren Van vor seiner Haustür gab. Eigentlich sollte dies nur eine vorübergehende Lösung sein, denn Miss Shepherd lebt in diesem Van, doch sie blieb 15 Jahre.

15 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Würde man so lange einer alten Dame einen Stellplatz für ihren Van geben, in dem sie gleichzeitig lebt, während sie selbst sehr unfreundlich auftritt und nichts von sich preisgibt? Alan Bennett hat dies getan und seine Erfahrungen in einem Theaterstück niedergeschrieben, das nun verfilmt wurde. Alles beginnt damit, dass Mr Bennett sich ein neues Haus suchte, nachdem er einige erfolgreiche Theaterstücke geschrieben und aufgeführt hatte. Kurz nach seinem Einzug taucht eine merkwürdige ältere Lady, die in einem Van wohnt, in der gleichen Straße auf und parkt ihren Wagen auf der Straße. Die Anwohner kennen die Lady bereits von Erzählungen aus der Nachbarschaft und alle hoffen, dass sie bald weiter zieht und nicht ihre Straße „beschmutzt“. Nachdem sie eine Zeit lang für allerhand Klatsch und Tratsch sorgte, lernt sie Mr Bennett etwas genauer kennen. Beide kommen öfter in ins Gespräch und schließlich bietet Mr Bennett ihr sogar an den Van von der Straße und in seine Einfahrt zu stellen. Über die Jahre entwickeln sie ein etwas eigenartiges Verhältnis zueinander.
The Lady in the Van ist ein Film über eine etwas eigenartige Freundschaft, wenn man es denn so nennen kann. Denn über Miss Shepherd erfährt man so gut wie gar nichts den ganzen Film über. Dies lässt sich zwar darauf zurückzuführen, dass der Film auf realen Ereignissen basiert und auch der reale Mr Bennett nur wenig über die reale Miss Shepherd herausfinden konnte. Trotzdem ist es für den Zuschauer des Film ein wenig unbefriedigend kaum Informationen zu bekommen. Der Mangel an Informationen wird versucht durch nichtssagende Dialoge zu überbrücken, die trotzdem sehr gut funktionieren.
Maggie Smith ist für die Rolle wohl die ideale Besetzung. Sie spielt die exzentrische Miss Shepherd mit einer glaubhaften Überzeugung und kann alle Emotionen gut verkörpern. Auch Alex Jennings spielt die Doppelrolle des Alan Bennett sehr überzeugend. Alan Bennett wird als zwei Figuren dargestellt. Einmal als „der Lebende“ also der reale Mr Bennett, der mit den Leuten spricht, aus dem Haus geht und im Theater auftritt. Und einmal als „der Autor“, ein erdachtes zweites Ich, das die Geschnisse aufschreibt und als Dialogpartner für Mr Bennett dient. Auch wird „der Autor“ als Off-Stimme genutzt, die die Geschichte erzählt.
Die Handlung wird sehr ruhig erzählt, Spannung selbst kommt nicht direkt auf. Trotzdem ist es eine Geschichte, die irgendwo den Zuschauer berührt und auch unterhalten kann. Auch kommen während des Films keine Längen auf.

Alles in allem ist The Lady in the Van eine interessante und unterhaltsame Geschichte, der aber irgendwo das Gewisse Etwas fehlt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

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