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Am 27.10.2016 erschien ein neuer Held des Marvel Universums in den deutschen Kinos.

Dr. Stephen Strange ist ein brillianter Arzt, das er gerne durch protziges und arrogantes Auftreten heraushängen lässt. Als ein schwerer Unfall seine Hände sehr schwer schädigt und kein Arzt ihn heilen kann, erleidet er einer Krise und sucht Hilfe in Kathmandu zu dem geheimnisvollen Ort Kamar-Taj. Dort lernt er jedoch noch viel mehr als sich zu heilen.

Das Marvel Cinematic Universe wird nicht nur jährlich um ein paar Fortsetzungen erweitert, sondern mitunter werden auch neue Helden in eigenen Filmen vorgestellt. Während im letzten Jahr Ant-Man in einem eigenen Film vorgestellt wurde und später in Civil War erneut auftrat, wurde dieses Jahr ein Film mit Doctor Strange auf die große Leinwand gebracht. Strange tauchte das erste Mal im Juli 1963 in einem Marvel-Comic auf und ist seitdem fester Bestandteil des Marvel Universums.
Doctor Stephen Strange ist ein brillianter Neurochirurg. Durch seinen Erfolg verdiente er nicht nur viel Geld, welches er durch einen extravaganaten Lebenstil zur Schau stellte, sondern entwickelte auch eine gewisse Arroganz. Die verwickelte ihn letztendlich auch in den verhängnisvollen Unfall bei dem seine Hände irreparabel geschädigt wurden. Da er in seinem Job seine Erfüllung sieht und diesen nun nicht mehr ausführen kann, dreht er praktisch durch und steckt all sein Geld in mögliche Heilmethoden, die alle ohne Erfolg bleiben. In seiner Verzweiflung steigert er sich immer mehr in die Sache hinein, bis er auch noch die letzte Verbündete verschreckt. Doch dann erzählt ihm sein Physiotherapeut von einem Patienten, der querschnittgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt war und dann eines Tages wieder laufen konnte. Der Name des Mannes ist Pangborn und dieser erzählt Strange von einem ganz besonderen Ort in Kathmandu, dem Kamar-Taj. Von seinem letzten Geld kauft sich Strange daraufhin ein Flugticket und sicht in Nepal das Kamar-Taj. Dabei wird er von Mordo entdeckt, der ihn in diese geheime Welt führt. Dort lernt er die Älteste kennen, die ihm erklärt, dass es verschiedene Dimensionen und Magie gibt. Nach kurzen Startschwierigkeiten wird Strange als Schüler akzeptiert und lernt nun eine ganz neue Welt kennen. Doch das Lernen ist nicht von langer Dauer, denn ein abtrünniger ehemaliger Schüler namens Kaecilius hat Pläne.
Doctor Strange scheint auf dem ersten Blick wie eine Mischung aus Iron Man und Inception. Doch schon auf dem zweiten Blick erkennt man, dass Doctor Strange mehr kann. Benedict Cumberbatch ist für Rolle des Strange die ideale Besetzung. Er verkörpert sowohl die arrogante Seite, als auch die verletzliche sehr gut. Gleichzeitig bringt er Witz und Spannung in die Rolle, die kaum einer so gut hätte herüberbringen können. Dafür hat es sich gelohnt den Drehzeitraum zu verschieben. Auch der restlliche Cast ist gut gewählt, vorallem Tilda Swinton als die Älteste kann in ihrer Rolle überzeugen. Nachdem es durch ihre Besetzung einen großen Aufschrei gab – „the ancient one“ ist eigentlich ein alter Tibetaner – und Hollywood wieder einmal „whitewashing“ vorgewurfen wurde, zeigte Swinton, dass Änderungen nicht immer schlecht sein müssen und hat gleichzeitig die ansonsten sehr mickrig ausfallende Frauenquote erhöht. Mads Mikkelsen, der vielen als Hannibal Lector aus der gleichnamigen Serie bekannt sein dürfte, übernimmt die Rolle des „Bösewichten“ Kaecilius. Trotz einiger plumper Dialoge spielt Mikkelsen souverän und schafft es allein durch seine Mimik Ehrfurcht zu gebieten. Leider hat Marvel es wieder verpasst seinem Bösewicht mehr Entfaltungsraum zu geben und war stattdessen der Ansicht noch einen zweiten „Überbösewicht“ dazunehmen zu müssen, der am Ende erscheint, dann aber doch erstaunlich einfach besiegt werden konnte. Immerhin war dieser „Endkampf“ mit reichlich Humor bestückt und so doch irgendwo rund.
Der Humor nimmt Marvel-typisch eine relativ große Rolle ein und konnte wieder gut unterhalten, lenkte aber nicht von der eigentlichen Handlung ab und minderte die Spannung an keiner Stelle. Die zweite große Rolle bilden die Spezialeffekte vorallem die durch Magie veränderten Dimensionen, die zwar an Inception erinnern, aber weit über das dort gezeigte hinausgeht.
Da es sich bei Doctor Strange um eine neue Figur im Marvel Cinematic Universe handelt, wurde am Anfang des Films Platz eingeräumt, um die Figur anständig einzuführen und vorzustellen. Dabei wurde genau die richtige Zeitspanne gewählt und rechtzeitig in den Spannungsaufbau umgestellt, so dass die zweite Hälfte mitunter eine Zerreisprobe für die Nerven darstellt.

Alles in allem ähnelt Doctor Strange zwar den anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe, bringt aber trotzdem durch die Magie einen zwischen Wind hinein. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

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