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Am 17.11.2016 erschien ein neuer Film aus dem Harry Potter Universum in den deutschen Kinos.

Newt Scamander reist 1926 in die USA ein. Mit dabei ein Koffer voller magischer Tierwesen. Durch eine Kofferverwechselung können ein paar dieser Tierwesen entkommen und streifen durch die Stadt. Gleichzeitig scheint noch etwas anderes sein Unwesen in der Stadt zu treiben. Dies könnte die Magierwelt enttarnen und den No-Majs offenbaren.

1997 erschien „Harry Potter und der Stein der Weisen“ erstmals in den Regalen der Buchläden. Es folgten sechs Folgebände, die allesamt weltweit mit Rekordzahlen verkauft wurden. Damals entführte uns J. K. Rowling in eine abenteuerliche Welt voller Magie, in der ein Junge namens Harry Potter nicht nur entdeckt, dass er ein Zauberer ist und fortan auf die Hogwarts Schule für Zauberei gehen wird, sondern auch, dass er eine ganz besondere Rolle in dieser Welt spielt. Nach sieben Büchern, die in acht Filmen verfilmt wurden, entließ uns Rowling wieder in die normale „Muggle“-Welt ohne Zauberei. Doch in diesem Jahr erschien nicht nur ein achtes Buch, das viele Jahre nach dem siebten spielt, nein Rowling hat wieder ordentlich in die Tasten gehauen. Das Ergebnis ist diesmal kein neues Buch, sondern ein Drehbuch, das nun verfilmt wurde. Hintergrund ist das Lehrbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, welches Harry Potter in seinem ersten Lehrjahr in Hogwarts brauchte. Geschrieben wurde es von der fiktiven Figur Newt Scamander – und ist inzwischen auch in unseren Buchläden zu finden – um die es nun in den neuen Filmen geht. Das ganze spielt diesmal aber nicht in den 1990er Jahren in Großbritannien, sondern 1926 in New York.
Die Fans der Harry Potter-Filme dürften schon in den ersten Minuten Gänsehaut bekommen, wenn das altbekannte Harry Potter-Theme durch die Boxen des Kinosaals hallt. Dann fallen über den Zuschauer erst einmal viele verschiedene Zeitungsartikel über Gellert Grindelwald herein. Und dann lernen die Zuschauer auch schon den Hauptcharakter Newt Scamander kennen. Dieser verlässt gerade die Fähre, die ihn nach New York brachte und muss sich nun durch die Muggle-Einreiseformalitäten kämpfen. Mit dabei hat er einen Koffer voller phantastischer magischer Tierwesen. In New York lernt er zunächst die Muggle kennen, die vor Zauberei warnen, und vor genau denen sich die Zaubererwelt versteckt. In Folge einiger unglücklicher Umstände vertauschen sich die Koffer von Scamander und dem Muggle Jacob Kowalski. Dieser Irrtum fällt leider erst im MACUSA – dem magischen Kongress der USA – auf, zu dem Scamander von Tina Goldstein, einer ehemaligen Aurorin geschleift wurde. Da das MACUSA gerade größere Sorgen hat, versuchen Scamander und Goldstein Kowalski nun auf eigene Faust zu finden. Dem sind wiederum inzwischen ein paar Tierwesen abhanden gekommen. Zusammen mit Goldsteins Schwester Queenie Goldstein versuchen sie diese nun fangen. Gleichzeitig gibt es mehrere Zerstörungen in der Stadt, die von einem unbekannten Wesen herrühren. Aus Angst die Magierwelt könnte auffliegen, wurde der Auror Percival Graves darauf angesetzt.
Phntastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist als Auftakt für eine fünfteilige Reihe geplant. Das merkt man dem Film bisher wenig an. Zunächst nimmt er sich alle Zeit der Welt, um die neuen Charaktere vorzustellen und eine sehr humorvolle Suche nach den entlaufenden Tierwesen zu inzenieren. Das ist zwar sehr schön anzusehen und sorgt auch für viele humorvolle Momente, scheint aber im Nachhinein nicht so recht in ein größeres Ganzes zu passen. Dafür nimmt die zweite Hälfte umso mehr Fahrt auf und baut die Spannung groß auf und gipfelt in einem spannenden Showdown. Gerade das Ende lässt Spekulationen offen, wie es weitergehen kann.
Rowling schafft es auch hier wieder die verschiedensten Charaktere zu kreieren. Dafür hat sie zwar diesmal weniger Zeit, denn in einem Film wollen die Charaktere schneller vorgestellt werden als in einem Buch, aber trotzdem gibt sie allen die nötige Tiefe. Dadurch hat man am Ende des Films das Gefühl auch diese Charaktere schon sehr lange zu kennen. Für die einzelnen Rollen wurden sehr passende Darsteller gecastet, die allesamt gute schauspielerische Leistungen abgeben.
Abgesehen von der zeitlichen Komponente versucht Rowling auch durch Kleinigkeiten den Unterschied zwischen der Welt Harry Potters in Großbritannien und der Scamanders in den Staaten. So werden die Muggle nun No-Majs genannt (was für Fans sehr gewöhnungsbedürftig sein dürfte) und statt des Zaubereiministeriums gibt es den MACUSA. So fühlt man sich zwar wieder in die magische Welt versetzt, was mitunter nostalgische Gefühle hervorruft, aber trotzdem gibt es eine klare Abgrenzung zwischen den Welten.
Die Musik unterstützt den Film an allen Stellen und teilweise trägt sie ihn sogar. Mindestens 50% des Spannungsaufbaus wurde durch die sehr dominante Musik geprägt.
Die Namensgebende Tierwesen spielen im Film mitunter eine etwas untergeordnete Rolle, aber wenn sie einen Auftritt haben, sind sie der eindeutige Star. Hier sind wieder einmal die Weiten von Rowlings Fantasie zu bewundern, die wirklich grenzenlos zu sein scheint. Vom Publikumsliebling den Niffler bis zur paarungswilligen Erumpent die Tierwesen sind trotz größerer Hintergrundhandlung doch noch immer die Stars des Films.

Alles in allem ist Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind trotz holprigem Einstieg ein schöner Auftakt mit spannendem Ausblick auf die kommenden Teile. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

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