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Am 10.11.2016 erschien die Fortsetzung der Action-Reihe, mit Tom Cruise in der Hauptrolle, in den deutschen Kinos.
Jack Reacher ist zurück. In Washington erfährt er, dass Susan Turner, die Reachers ehemalige Einheit leitet, wegen Verrats inhaftiert wurde. Er startet eine Befreiungsaktion und findet sich wenig später mit Turner auf der Flucht wieder.
Bereits 2013 erschien die erste Verfilmung der auf den Jack Reacher-Büchern basierende neue Filmreihe. Tom Cruise übernahm bereits dort die Hauptrolle und schaffte es eine strikte Trennung zwischen seiner Rolle als Ethan Hunt in den Mission Impossible Filmen und seiner neuen Rolle als Jack Reacher zu ziehen. Trotzdem war der erste Teil nichts weiter, als ein Actionfilm voller Klischees. Der einsame Wolf, ehemals in der Army, rettet die Blondine, die sich zwar als Anwältin taff gibt, aber in Gefahrensituationen doch nur schreiend daneben stehen kann. Da konnte auch eine Rosamunde Pike nichts mehr dran retten. Und das, obwohl die Jack Reacher Romane sehr gefeiert werden.
Dann erschien der erste Trailer zum zweiten Film und schnell wurde klar, dass es sich diesmal um ein paar Klischees weniger handeln würde. Denn in diesem Film wird die Figur Susan Turner aufgegriffen. Turner ist noch aktiv in der Army und steht in drei Bänden Reacher immer wieder telefonisch zur Verfügung. Erst im vierten Band, auf das sich nun der zweite Film bezieht, tritt sie selbst in Erscheinung. Turner ist eine starke Frauenfigur, die sich zwar von Reacher helfen lässt, aber
das bestimmt auch sonst ganz gut gemeistert hätte. Jack Reacher beteuert auch im zweiten Film immer wieder, dass er komplett aus der Army ausgestiegen ist. Trotzdem kommt er immer wieder in Situationen, in denen seine Kampfkünste doch von Vorteil sind. Von unterwegs hält er immer wieder telefonischen Kontakt zu  Susan Turner, die ihn immer mit gutem Rat zur Seite steht. Am Telefon flirten die beiden auch immer ein bisschen miteinander. Schließlich beschließt Reacher Turner in Washington zu überraschen und sie zu einem Konzert mitzunehmen. Doch kaum im Hauptquartier angekommen, muss er feststellen, dass Turner in Untersuchungshaft steckt und keinen Kontakt zu ihm wünscht. Doch das hält ihn nicht auf und er nimmt Kontakt zu ihrem Anwalt auf. Dieser hat jedoch eine ganz andere Schreckensbotschaft für Reacher. Kurz darauf wird er Anwalt ermordet aufgefunden und Reacher ist der Hauptverdächtige. Doch er findet einen Weg seiner eigenen Verhaftung zu entkommen und Turner zu befreien. Zusammen fliehen sie vor ihren eigenen Leuten auf der Suche nach Antworten. Wer hat Turners Männer in Afghanistan getötet und wer wollte Turner und Reacher von der Bildfläche verschwinden lassen?
Jack Reacher – kein Weg zurück schafft es schon sehr schnell sich vom schwachen ersten Teil zu lösen und praktisch einen Neuanfang zu starten. Die ersten drei Bücher, in denen Turner vorkam, werden im Schnelldurchlauf durchgespielt, um die telefonische Verbindung zwischen Turner und Reacher zu verdeutlichen. Der wirklich spannende Teil beginnt jedoch erst mit Reachers Eintreffen in Washington. Ab dort beginnt eine wilde Verfolgungsjagd, die sehr spannend gestaltet ist und einen bis zur Aufklärung am Ende packt und nicht mehr loslässt. Dabei ist es sehr entspannend, dass sich zwischen Reacher und Turner keine nervige Liebesgeschichte entwickelt, sondern sie sich als Kollegen respektieren, auch wenn Reacher seinen Beschützerinstinkt einfach nicht abstellen kann. Tom Cruise verkörpert trotz seines Alters und seiner Größe den Jack Reacher souverän, lässt ihn den einsamen Alphawolf sein, gibt ihm aber auch keine zusätzlichen Facetten. Dadurch wirkt sein Reacher durch und durch kalt. Lediglich der zweite Handlungsstrang um eine dritte Person, die größtenteils mit Reacher und Turner auf der Flucht ist, gibt ihm überhaupt eine Persönlichkeit. Cobie Smulders als Susan Turner spielt gekonnt die Powerfrau, die aber auch in passenden Momenten ihre Härte fallen lassen kann und dadurch eine sehr authentische und starke Identifikationsfigur darstellt. Smulders zeigt allen Frauen da draußen, dass man sehr wohl eine Armeeuniform tragen und dabei sehr feminin wirken kann, ohne tiefen Ausschnitt und ohne viel Make-up.
Als Kritikpunkt ist zu nennen, dass die Bösewichte ein wenig blass bleiben über den Film. Der Hauptdrahtzieher ist bis auf das Ende kaum zu sehen und der Hauptverfolger bekommt auch einfach zu wenig Screentime, um seiner Figur nur ansatzweise etwas mehr Tiefe, als das übliche Klischee, zu geben. Dadurch das der Film sich hauptsächlich mit der Flucht Reachers und Turners befasst, gibt es für einen Action-Film vergleichsweise wenige Kämpfe, aber wenn die Fäuste erhoben werden, dann richtig.
Alles in allem macht Jack Reacher als Action-Film Spaß, bleibt aber simples Popcornkino. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
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