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Am 15.12.2016 erschien ein neuer Film aus dem Star Wars Universum in den deutschen Kinos.

Jyn Erso wurde als Kind von ihren Eltern verlassen, weil ihr Vater gegen seinen Willen als Chefingenieur des Todessterns vom Imperium geholt wurde. Über die Jahre entwickelte sie sich zur Kriminellen. Eines Tages trifft sie auf die Rebellen, die über sie an eine Nachricht ihres Vaters kommen wollen. Widerwillig lässt sie sich darauf ein.

Was macht man mit einem Franchise, dass auch nach vielen Jahren noch gut läuft? Genau ausschlachten. So scheint zumindest Disney zu denken, denn neben einer neuen Trilogie, gibt es nun auch drei Spin-off Filme. Während im letzten Jahr schon Episode VII über die Kinoleinwand rauschte und die Fans in zwei Lager teilte – die, die über seine Schwächen hinweg sahen und sich in der Nostalgie der Filme sonnten, und die, die einfach alles schlecht und schwach am Film fanden – erschien nun der erste Spin-Off aus dem Star Wars Universum unter dem Namen Rogue One. Zeitlich spielt er vor Episode IV – eine neue Hoffnung und erzählt, wie die Rebellen damals an die Pläne des Todessterns kamen und daher von dessen Schwachstelle wussten. So wird die Handlung in das Universum eingebettet, hat aber doch alle Freiheiten, die ein Spin-off bietet.
Bereits im Vorfeld sind zum Film viele beunruhigende Neuigkeiten durch die Medien kursiert. Zunächst soll Rogue One nämlich ein düsterer Kriegsfilm gewesen sein, ehe Regisseur und Drehbuchautoren ersetzt wurden und es viele Nachdrehs gab, um die Atmosphäre aufzulockern. Kommt euch das bekannt vor? Genau die gleichen Neuigkeiten gab es auch zu Suicide Squad und wir wissen alle, wohin das geführt hat…
Rogue One stellt gleich von Anfang an klar, ein neuer Film zu sein und nicht in die Reihe zu gehören. Denn statt des bekannten Rolltextes zu Anfang, der Zuschauer über alle wichtigen Informationen vorab informiert, wird gleich in die erste Szene gesprungen, in der Jyn Erso vor dem Imperium flieht, als diese ihren Vater als Chefingenieur abholen. Hat erst einmal lediglich den Effekt, dass der übliche Gänsehautmoment fehlt und der Zuschauer etwas desorientiert vor den neuen Charakteren sitzt und sie nicht so recht einordnen kann. Wenige Minuten später gibt es auch schon den ersten Zeitsprung und man lernt die inzwischen erwachsene Jyn Erso kennen. Sie ist durch krimineller Machenschaften in einem Gefängnis, aus dem sie von den Rebellen befreit wird. Man erfährt, dass es einen desertierten Imperiums-Piloten gibt, der eine wichtige Nachricht von Ersos Vater hat, und, dass sich eine Rebellengruppe um Ersos Ziehvater abgespalten hat und den Piloten gefangen hält. Jyn Erso soll nun also die Botschaft holen und muss im Anschluss noch ein weiteres Abenteuer bestehen. Unterstützt wird sie dabei von dem Rebellen Cassian Andor und dem Droiden K2SO unterstützt. Unterwegs treffen sie noch auf weitere neue Mitstreiter und mutieren so zu einem sehr heterogenen Haufen von Rebellen.
Viele Köche verderben den Brei und so merkt man auch Rogue One wieder an, wo die eigentliche Intention lag und an welchen Stellen wieder zu viel am Film herumgedoktert wurde. Denn die erste Hälfte des Films ist voller Charaktere, die nicht richtig vorgestellt worden und somit ziemlich schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Wirkliche Sympathie wird nur zum Droiden K2SO aufgebaut, der damit in die Fußstapfen R2D2s und BB8s tritt. Diese Hektik von einer Rebellengruppe zur anderen, wobei eine dem Wahnsinn halb verfallen scheint, wirkt sehr stark inszeniert und will einfach nicht in das bekannte Star Wars Universum passen. Erst ab der zweiten Hälfte, die uns den zunächst beachsichtigten düsteren Kriegsfilm bringt, steigt die Spannung und das Interesse an den Charakteren wieder und wir erleben wirklich eine gut inszenierte Schlacht im Weltall. Darüber hinaus gibt es am Ende eine sehr gelungene Überleitung zu Episode IV, was wieder die Fanherzen höher schlagen ließ. So geht man am Ende aus dem Kinosaal und fühlt sich erfüllt von der guten Action und der tollen Schlachtmomente, bis einem wieder einfällt, dass es eine erste Hälfte gab und man verzweifelt überlegt, worum es da noch einmal ging.
Die schauspielerischen Leistungen des Films bleiben leider überschaubar, es gibt keine Leistung, die irgendwo heraussticht. Felicity Jones als Jyn Erso hat sich nach Collide und Inferno anscheinend wieder auf ihr eigentliches Talent besonnen, schafft es aber doch nicht ihre Rolle völlig überzeugend zu spielen. Auch Mads Mikkelsen, der zu Recht derzeit ein sehr gefragter Schauspieler ist, bringt nicht sein ganzes Talent zum Vorschein. Zu seiner Verteidigung muss man aber auch sagen, dass ihm dafür auch kein Raum gelassen wird. So spielt er schon, wie in Marvels Doctor Strange, seine Rolle souverän, verschenkt aber sein Talent.

Alles in allem hätte die Grundstimmung der zweiten Hälfte schon in der ersten greifen müssen, damit ein wirklich runder Film entsteht. Bitte Disney, vertraue demnächst deinen Regisseuren, die Fans werden es dir danken! Für die trotzdem recht gute Leistung gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

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