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Am 05.01.2017 erschien ein neuer Science Fiction Film in den deutschen Kinos.

Die Avalon ist auf einer 120 Jahre dauernden Reise zu einer neuen Kolonie der Erde. An Bord 500 Passagiere, die ein neues Leben beginnen wollen. Doch nach 30 Jahren kommt es zu einem Zwischenfall, in dessen Folge der Passagier Jim Preston aufwacht, und sich nun ganz alleine zurechtfinden muss. Später erwacht auch Aurora Lane viel zu früh. Beide versuchen nun die Ursache und eine Lösung zu finden.

Der Traum andere Planeten zu besiedeln dürfte bei einigen Menschen groß sein. So wäre dann auch die Entscheidung sich vom Leben auf der Erde abzuwenden und ein neues auf einem weit entfernten neuen Planeten zu beginnen, für diese Menschen sehr einfach. Doch was ist, wenn die Reise zu diesem Planeten 120 Jahre dauert? Wenn man weiß, dass man durch besondere Schlafkammern die Reise zwar mit gleichem Alter überlebt, man nach dem Erwachen aber alle geliebten Menschen spätestens an Altersschwäche verloren hätte? Der Film Passengers befasst sich nicht direkt mit den 5000 Menschen an Bord der Avalon, die genau diese Entscheidung gewählt haben. Aber dafür mit denen, deren Traum platze, da sie nicht einmal auf der Hälfte der Strecke aufwachten.
Jim Preston hat sich für den Schritt entschieden sein alten Leben hinter sích zu lassen und 120 Jahre später ein neues auf einem fremden Planeten zu beginnen. Doch nach 30 Jahren der Reise kommt es zu einem technischen Defekt und er erwacht, 90 Jahre zu früh. Nach einer anfänglichen Desorientierung, fällt ihm schnell auf, dass abgesehen von ihm keiner wach ist. In seiner Verzweiflung versucht er die Besatzung wach zu kriegen, die Tür zu deren Schlafkammern ist aber nicht aufbrechbar. Als einzigen Ansprechpartner hat er Arthur, ein Androide, der als Barkeeper angestellt ist. In den ersten Wochen erkundet Preston noch nach und nach das Schiff und findet gerade im Bereich der ersten Klasse viele Annehmlichkeiten. Doch die Monate vergehen und die Einsamkeit und die Gewissheit, dass er alleine auf diesem Schiff sterben wird, setzen ihm immer mehr zu. Bis eines Tages die Schönheit Aurora Lane ebenfalls erwacht und er eine Gefährtin in seinem Leiden bekommt. Doch mit dem Schiff stimmt etwas nicht, es kommt immer wieder zu technischen Störungen und Ausfällen.
Passengers befasst sich mit dem Thema, wie man mit der Aussicht auf den sicheren Tod in Einsamkeit umgeht. An Bord der Avalon gibt es keine Hilfe, der Notruf zur Zentrale auf der Erde braucht 55 Jahre, ehe mit einer Antwort gerechnet werden kann. Der einzige Ansprechpartner ist ein Androide ohne Gefühle. Man gab sein ganzes Leben für einen Traum auf und nun ist dieser geplatzt. Wie sieht nun der Alltag aus? Fällt man in Depression oder würde man den unvermeidlichen Tod um Jahre vorziehen? Das erste Drittel des Films befasst sich mit genau dieser Frage. Dann ändert sich die Stimmung des Films, nachdem auch Aurora Lane erwachte und beide nun in ihrer Verzweiflung vereint sind. Ab hier wirkt der Film eher wie ein Liebesfilm und die Grundthematik gerät ein wenig sehr in den Hintergrund. Erst gegen Ende ändert sich die Stimmung des Films wieder, nachdem die Fehlermeldungen der Avalon überhand nehmen. Hier entdeckt man die meisten Szenen, die im Trailer verwendet wurden. Das der Trailer daher wieder einmal falsche Erwartungen an den Film schürten, ist damit wohl nicht weiter erwähnenswert. Wenn man sich dafür entscheidet Passengers zu sehen, dann sollte man lieber mit einem Liebesdrama als mit einem spannenden Science Fiction Abenteuer rechnen. Aber wenn man sich auf die Stimmung des Films einlässt, dann kann der Film sehr gut unterhalten und macht Spaß beim Sehen.
Das liegt vorallem daran, dass Chris Pratt als Jim Preston und Jennifer Lawrence als Aurora Lane im miteinander sehr gut harmonieren und ihre Rollen überzeugend darstellen. Michael Sheen als Androide Arthur sorgt für die nötigen Lacher, um die Stimmung etwas aufzuhellen. Lediglich der Auftritt von Laurence Fishbourne ist ziemlich überflüssig und hätte ohne namenhaften Schauspieler gelöst werden können bzw. die Rolle hätte komplett weggelassen werden können.
Trotz großer Liebesgeschichte, die mit seinem Drama den Großteil des Films einnimmt, ist der Film spannend, auch wenn er bis zum Abspann vorhersehbar bleibt. Lediglich mit einer Wendung rechnete man nicht von Anfang an, aber Passengers sieht eher den Weg als das Ziel an.
Die einzige große Enttäuschung des Films ist, dass man aus der Grundthematik etwas wesentlich interessanteres und philosophischeres hätte erschaffen können, statt einer normalen Liebesgeschichte. Beispielsweise hätte man sich mit den Gründen und Gedanken von 5000 Menschen befassen können, die ihr Leben aufgegeben haben für diese Reise. Dies hätte sogar gut in den vorhandenen Film eingebaut werden können.

Alles in allem gerät die Ausgangsthematik durch die Liebesgeschichte ziemlich schnell in den Hintergrund, aber mit der anderen Stimmung schafft Passengers es trotzdem einen sehenswerten Film zu kreieren. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

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