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Am 26.01.2017 erschien ein Thriller über DIS in den deutschen Kinos.

Kevin hat eine dissoziative Identitätsstörung (DIS). Das bedeutet, dass 23 verschiedene Persönlichkeiten in seinem Körper wohnen und ans Licht treten können. Eines Tages entführt eine dieser Persönlichkeiten drei Mädchen und sperrt sie ein. Sie sollen vorbereitet werden auf die Ankunft “der Bestie”. Schnell erkennen Sie, dass sie nicht immer mit der gleichen Persönlichkeit sprechen und versuchen dies für ihren Fluchtversuch zu nutzen.

Schizophrenie ist vielen ein Begriff, DIS dagegen eher nicht. Ursachen können traumatische Erlebnisse in der Kindheit sein. Wie geht man mit diesen verschiedenen Persönlichkeiten um? Und was passiert, wenn mindestens eine ein Eigenleben entwickelt und damit eine Gefahr für Andere wird?
Kevin war einst ein ganz normaler Junge, der unter seiner zu strengen Mutter litt. Diese traumatischen Erlebnisse sorgten dafür, dass er immer mehr verschiedene Persönlichkeiten entwickelte, die nun versuchen Kevin in seinem Körper zu beschützen. Verfolgt wird das Phänomen von seiner Psychiaterin Dr. Fletcher, die ihn inzwischen so gut kennt, dass sie anhand seines Auftretens weiß, mit welcher Persönlichkeit sie gerade spricht. Meistens wird sie besucht von Kevin in Form von Barry, einem Modedesigner. Doch eines Tages entführt die Persönlichkeit Dennis drei Mädchen und sperrt sie ein seiner Wohnung ein. Während Claire und Marcia hysterisch versuchen irgendeinen Fluchtplan zu finden, ist Casey merkwürdig ruhig. Durch Einblicke in ihre Vergangenheit versteht man auch schnell wieso. Doch warum entführte Dennis die Mädchen? Und kann Hedwig, die Persönlichkeit eines 9-jährigen Jungen, ihnen bei der Flucht helfen?
In Split werden natürlich nicht alle 23 verschiedenen Persönlichkeiten, die in Kevins Körper wohnen, gezeigt. Das hätte auch den Rahmen gesprengt. Länger gezeigt werden Barry, der Modedesigner, Kevin, der einen Ordnungstick hat, Hedwig, ein 9-jähriges Kind und Patricia, die gute Seele des Hauses. Weitere drei Persönlichkeiten werden kurz aufgezeigt. Hier zeigt James McAvoy sein ganzes schauspielerisches Talent. Er schafft es seine Gestik und Mimik für jede Persönlichkeit zu ändern, so dass man als Zuschauer auch schnell erkennt, wen man gerade vor sich hat, ohne dabei ins Overacting zu verfallen. Visuell unterstützt wird der Wechsel der Persönlichkeit meistens durch den Wechsel der Kleidung. Doch auch wenn dies in einer Szene nicht möglich ist, oder bewusst ein anderes Outfit zur Verwirrung genutzt wird, erkennt man an McAvoys Schauspiel sofort welche Persönlichkeit er gerade darstellt. Und genau von diesem Talent profitiert der Film. Denn ohne überzeugendes Schauspiel des Protagonisten wäre Split wohl kaum ein so überzeugender Film geworden.
Split bringt das Spannungslevel schnell auf ein hohes Niveau. Dennis entführt die Mädchen und keiner weiß, wieso er das tat und welches Ziel er verfolgt. Durch die Fluchtversuche der Mädchen gibt es immer wieder Spannungsnachschub, ebenso entdeckt der Zuschauer nach und nach die verschiedenen Persönlichkeiten in Kevins Körper. Das Ende wird dann noch einmal zu einer Zerreißprobe für die Nerven, geht aber leider auch einen Schritt zu weit und zerstört die vorher aufgebaute Atmosphäre. Denn vorher wurde der Film sehr ernst und wissenschaftlich gehalten, als könnte das alles so wirklich passieren. Aber das Ende ist dann doch einen Schritt zu abgefahren, um noch in die Erklärungen zu passen.
Während Kevin als Protagonist ausführlich vorgestellt und analysiert wird, bleiben die meisten anderen Charaktere sehr blass. Casey wird noch ein bisschen näher beleuchtet und ihre Vergangenheit erklärt und wieso sie sich verhält, wie sie sich verhält. Dennoch wird auch hier einiges offen und Raum für Interpretationen gelassen. C und Marcia stellen die typischen beliebteren Mädchen vor, die sich gerne modisch kleiden und in so einer Situation kaum mehr als Jammern, Kreischen und Heulen können. Daher werden ihre Rollen auch nicht näher analysiert. Als vierte größere Rolle ist Betty Buckley als Dr. Fletcher zu sehen, Kevins Psychiaterin. Auch ihre Beweggründe werden erwähnt, aber nicht groß ausgeführt. Split konzentriert sich wirklich hauptsächlich auf Kevin.

Alles in allem ist Split eine interessante Charakterstudie in Form eines Thrillers. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

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