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Netflix Original Serien sind grundsätzlich schon immer ein gutes Qualitätsmerkmal. So war auch beim neuesten Werk aus dem Hause Netflix gleich wieder mein Interesse geweckt. Zumal mich damals bereits die Filmvorlage begeistern konnte. Die literarische Vorlage aus der Feder von Lemony Snicket ist mir dagegen bisher unbekannt.

Die Baudelaire Kinder Violet, Klaus und Sunny werden ohne Vorwarnung zu Waisen, als ihre Eltern bei einem Feuer sterben. Der Bankier Mr. Poe verwaltet den Nachlass, der ein gewaltiges Vermögen beinhaltet, und gibt die Kinder an ihren angeblichen Vormund Graf Olaf weiter. Ab hier treten eine Reihe betrüblicher Ereignisse auf.

13 Bücher umfasst die Buchreihe von Lemony Snicket über das Schicksal der Baudelaire-Waisen. Eine Auswahl dieser Bücher wurde in dem gleichnamigen Film mit Jim Carrey in der Hauptrolle 2004 verfilmt. Dies hagelte viel Kritik von Seiten der Buchfans, da so weder die Gesamtheit der Werke noch die einzelnen Teilstücke repräsentativ wiedergegeben werden konnten. Diesem Problem hat sich Netflix gestellt und eine Serie kreiert, in der sich je eine Doppelfolge mit einem Buch befasst. So wurden in der ersten Staffel die ersten vier Bände “Der betrübliche Anfang”, “das Haus der Schlangen”, “der Seufzersee” und “die unheimliche Mühle” in acht Folgen verfilmt. Jede Folge geht ca. 60 Minuten.
Das Intro wurde von Neil Patrick Harris, der Jim Carrey als Graf Olaf beerbt, eingesungen und passt sich textlich den einzelnen Episoden an. Leider wurde es etwas unbeholfen ins deutsche übersetzt, wobei dies einen lästigen Untertitel erspart, damit jeder den Text des Intros auch versteht. Ins Ohr geht das Intro auf jeden Fall!
Erzählt wird die Geschichte vom Autor Lemony Snicket höchst selbst – zumindest als fiktiver Charakter. Denn Snicket ist ein Pseudonym des Autors Daniel Handler, der sein Pseudonym auch immer wieder in die Geschichte einbaute. So erhielt Lemony Snicket eine eigene Persönlichkeit mit einer eigenen Vergangenheit. Snicket kommuniziert immer mit der Kamera und somit mit dem Zuschauer und agiert nicht mit den anderen Charakteren. Die Protagonisten der Serie sind die Baudelaire-Geschwister. Violet ist die älteste und die Erfinderin der drei. Klaus ist das mittlere Kind und die Leseratte. Sunny ist noch ein Baby, beißt aber unglaublich gerne auf harten Sachen herum. Durch ein Feuer verloren sie ihre Eltern und ihr Zuhause. Daraufhin kommen sie zunächst in die Obhut von Mr. Poe, einem Bankier, der den Nachlass der Baudelaires verwaltet. Dieser gibt die Kinder schließlich in die Obhut von Graf Olaf, ihrem Vormund. Dieser wohnt in einem halb verfallenen Haus zusammen mit seiner “Theatergruppe” voller Krimineller. Die Kinder bekommen das verfallendste Zimmer und werden für die anfallenden Hausarbeiten missbraucht. Schnell wird klar, dass Graf Olaf nur hinter dem Vermögen der Baudelaires her ist, welches Violet aber erst mit ihrer Volljährigkeit erhält. Dies ist aber erst der Anfang der Reihe betrüblicher Ereignisse, die im Zusammenhang mit den Baudelaire Geschwistern passieren.
Neil Patrick Harris ist die perfekte Besetzung für Graf Olaf. Er schafft es immer wieder in die verschiedenen Kostümierungen zu schlüpfen und man kann ihn dabei trotzdem noch ernst nehmen. Auch spielt er die Rolle mit einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Während Jim Carrey in der Verfilmung die Rolle ein wenig ins Lächerliche zog und sehr übertrieben agierte, spielt Harris die Rolle zwar auch Extrem, aber er braucht keine übertriebene Gestik und Mimik um überzeugend zu spielen.
Auch der übrige Cast spielt überzeugend und authentisch ohne zu viel in die Szenen zu interpretieren. Gerade die Baudelaire Geschwister, die allesamt noch sehr jung sind (Jahrgang 2003 und 2001), spielen ihre Rolle sehr gut. Die kleine Sunny hatte dabei bisher nur die Rolle süß auszusehen. Immerhin wurde hier mit Presley Smith ein reales Baby für die Rolle gecastet, im Gegensatz zu mehreren Gerüchten vorab, die Sunny per CGI in die Handlung einfügen wollten.
Der Spannungsgrad dürfte für Nicht-Kenner der Buchreihe relativ hoch sein, andererseits laufen die einzelnen Folgen immer wieder nach einem ähnlichen Schema ab, wo das Ende relativ schnell absehbar sein dürfte. Trotzdem wird die Serie an keiner Stelle langweilig oder zäh, sondern überrascht immer wieder mit interessanten neuen Einfällen.

Alles in allem auf jeden Fall eine sehr sehenswerte Serie mit einem unglaublich gut spielenden Neil Patrick Harris.

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