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Neulich zog mich ein Buch an, das ich auf dem Blog der lieben Mel gefunden habe. Ein Buch über die Geschichten der einzelnen Lebensstationen, bzw. die wichtigsten davon.

Einschulung, eigene Wohnung, Hochzeit, Tod. Dies sind nur vier der im Buch aufgeführten Stationen. Stationen im Leben, die man entweder selbst schon erlebt hat, oder vielleicht noch erleben wird. Dies sind die Stationen von Paul und Anna.

Was vereint uns im Leben so verschieden wir auch sind? Wir haben doch bestimmte Stationen, die wir alle einmal erlebt haben oder erleben werden. Was waren unsere ersten Gedanken im Leben? Was werden unsere letzten sein? Jeder hat seine eigene Geschichte und seine eigene Erlebnisse, doch viele ähneln sich auch. Ich erinner mich auch nach all den Jahren noch sehr genau an meine Einschulung, an meinen Auszug von zu Hause, an meinen ersten Arbeitstag. Dabei habe ich gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht, wie Paul und Anna unsere Protagonisten, aber teilweise auch ganz andere. Andere Stationen habe ich noch nicht erlebt, wie die Hochzeit oder Kinder kriegen. Wieder andere möchte ich eigentlich auch gar nicht erleben, wie Scheidung und Depression. Und doch sind sie so fest in unserer Gesellschaft verankert, dass sie einfach ihren Platz in einem Buch mit dem Titel “der Lauf des Lebens” brauchen.
Mona Jaeger beschreibt uns die einzelnen Stationen entweder aus der Sicht von Paul oder von Anna. Dabei lernen wir von beiden Eltern, Freunde und Partner kennen, konzentrieren uns aber immer auf Paul und Anna. Wobei sich diese beiden selbst nie kennenlernen, sondern getrennte Leben führen und sich nur bei den Kapiteln mehr oder weniger abwechseln. Dadurch, dass die Sicht auf diese beiden Charaktere begrenzt ist, und nicht jedes Kapitel aus der Sicht von jemand anderem geschrieben wurde, lernt man die beiden auch ein bisschen genauer kennen und kann sich dadurch ein bisschen  in sie hineinversetzten. Andererseits sind zwischen den einzelnen Kapiteln meist große Zeitsprünge, da sie versuchen ein ganzes Leben abzudecken.
Der Schreibstil von Jaeger ist an sich sehr flüssig. Dadurch, dass sehr viele Gedanken und sehr wenig Handlung die Kapitel bestimmen, wird das Buch mitunter etwas monoton und wirkliche Spannung kommt auch nicht auf. Dafür gibt es hier interessante Gedankenansätze über das Leben.

Wer gerne kurze Anekdoten und Gedankengänge über den Lauf des Lebens lesen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Wer sich eine richtige Handlung oder Spannung verspricht, sollte vielleicht doch lieber die Finger davon lassen.

 „Der Lauf des Lebens“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

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