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Für längere Autofahrten bevorzugen mein Freund und ich oftmals ein gutes Hörbuch als Alternative zum Radio. Nachdem wir die Regale des ortsansäßigen Buchladens durchstöberten, fanden wir schließlich dieses Hörbuch und Christoph Maria Herbst als Sprecher war ein nicht ganz unentscheidener Faktor.

Wo liegt der Anfang der Menschheitsgeschichte? Was waren die wichtigsten Entwicklungen, die größten Schurken und die wahren Helden der Weltgeschichte? Auf nur 280 Seiten bzw. in unter sechs Stunden schafft Weltgeschichte to Go die wichtigsten Stationen aufzugreifen und pointiert wiederzugeben.

Bei „to Go“ denkt bestimmt jeder erst einmal an einen Kaffee, den man sich unterwegs schnell kauft und damit weiterhetzt. Doch klappt das auch mit der Weltgeschichte – also per Definition die gesamte Geschichte seit dem Urknall? Die Geschichte, die grundsätzlich in mehreren Tausende von Seiten dicken Buchbänden beschrieben wird? Und selbst in diesen werden meist nur die Hochkulturen bzw später die westliche Welt berücksichtigt. Doch Alexander von Schönburg hat sich davon nicht beeindrucken lassen und auf nur 280 Seiten das wichtigste zusammengefasst und somit die Weltgeschicht zum mitnehmen erschaffen. Schon im Vorwort hat macht er deutlich, dass sein Buch sich nur wenig mit Jahreszahlen beschäftigt und schon gar nicht als vollständiger Überblick genutzt werden kann. Stattdessen erzählt er Episodenartig zu verschiedenen Themen. So befasst er sich mit den ersten Hochkulturen, mit den größten Schurken, den wahren Helden, räumt mit Geschichtsirrtümern auf und schafft es sogar die Kunstgeschichte miteinzubeziehen. Dabei betont er immer wieder, dass es sich um seine sehr subjektive Auffassung der Geschichte handelt. Am Ende jedes Kapitels hat er immer noch zu einem neuen Thema eine Top 10 Liste, zu einem immer passenden Thema zum Vorgängerkapitel.
Weltgeschichte to Go ist kein Buch für jemanden, der sich effektiv mit Geschichte auseinander setzen möchte, denn die beschriebenen Fakten sind sehr wenige. Auch dient es keinesfalls als Lehrbuch. Aber wer sich pointiert mit einzelnen „Events“ aus der Geschichte befassen möchte, der sich auf eine sehr subjektive Aufassung von der Weltgeschichte einlassen kann und wer durchaus gewillt ist auch einmal etwas über die Geschichte zu schmunzeln, der ist mit Weltgeschichte to Go gut bedient. Denn der Reiz des Buches liegt gerade in seiner Kürze. So taucht man als Leser/Hörer für eine Weile in vergangene Zeiten ein, ohne sich gleich darin zu verlieren.
Christoph Maria Herbst als Sprecher ist grundsätzlich eine gute Idee, schließlich hat erst seine Stimme „Er ist wieder da“ zu einem unverwechselbaren Hörerlebnis gemacht. Doch diesmal hat er so seine Probleme bei der Betonung. Die Konsonanten stößt er praktisch heraus, so dass man beim Hören regelmäßig aufschreckt. So gut er eigentlich vorlesen kann, hier stört seine Art definitiv das Hörvergnügen.

Alles in allem ein kurzes humorvolles Werk, das die Geschichte einmal aus einem ganz anderen Winkel zeigt, wobei das Hörbuch selbst nicht zu empfehlen ist.

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