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Sebastian Fitzek hat bei uns im Hörbuchregal eine große Stellung eingenommen, seit ich meinem Freund das erste vor ein paar Jahren zu Weihnachten schenkte. Da ich mich selten an Hörbücher heranwage, hatte ich noch keines seiner Werke gelesen. Eher durch Zufall bat mich mein Freund neulich aber bei einer meiner ausschweifenden Buchbestellungen auch ihm ein neues Buch zu kaufen (diesmal kein Hörbuch). Auf meine Frage, welches er denn möchte, meinte er nur: “Eins von Fitzek, das ich noch nicht habe”. Für Passagier 23 gab es zu dem Zeitpunkt ein gutes Angebot, weswegen ich ihm das Buch kaufte. Doch nachdem ich mein Paket mit Büchern öffnete und den Klappentext zu Passagier 23 durch las, wusste die Tourismuskauffrau in mir, dass sie dieses Buch lesen musste.

Martin Schwartz ist verdeckter Ermittler und riskiert viel in seinem Job, seit er vor ein paar Jahren Frau und Sohn verloren hat, die während einer Kreuzfahrt spurlos verschwanden. Doch nun ist ein ebenfalls auf einer Kreuzfahrt vermisstes Mädchen wieder aufgetaucht, mit dem Teddy von Martins totem Sohn im Arm. Obwohl er nie ein Kreuzfahrtschiff betreten wollte, macht sich Martin auf dem Weg zu einer Kreuzfahrt, die er nie vergessen wird.

Eigentlich habe ich mich beim Lesen so ziemlich aus dem Genre Thriller verabschiedet, nachdem mich nichts mehr so richtig fesseln konnte. So glaubte ich doch bereits alles gelesen zu haben. Auch nachdem mir zu Sebastian Fitzeks Romane sinngemäß gesagt wurde “Kennst du ein Buch, kennst du alle”, war mein Interesse nicht gerade geweckt. Aber ein Thriller, der den Klappentext mit “Willkommen auf Ihrer Kreuzfahrt” beendet, musste dann doch von mir gelesen werden. So gehört es doch zu meinen täglichen Pflichten Kreuzfahrten zu empfehlen und zu verkaufen, selbst wenn ich selbst noch kein Schiff betreten habe.
Fitzek stellt uns zunächst den Protagonisten Martin Schwartz vor. Er arbeitet als verdeckter Ermittler bei der Polizei und geht dabei immer wieder ziemliche Risiken ein, denn sein eigenes Leben ist ihm ziemlich egal, da er nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes seinen Lebenswillen verloren hat. Zunächst wird Martin sehr unsympathisch charakterisiert, ein grober Mann, der zutiefst verbittert ist. Es dauert eine Weile bis man mit ihm warm wird, dafür muss er zunächst auf das Kreuzfahrtschiff “Sultan of the Seas” reisen. Hier sind vor ein paar Jahren seine Frau und sein Sohn verschwunden. Offiziell haben die beiden Selbstmord begangen und das Gegenteil konnte Martin nie beweisen. An Bord erfährt er, dass es nicht unüblich ist, dass Gäste Selbstmord begehen, indem sie sich ins Wasser stürzen. Doch einige Selbstmorde seien merkwürdig. Vorallem als die kleine Anouk wieder auftaucht, die ebenfalls offiziell Selbstmord begangen hat und dabei den Teddy von Martins totem Sohn in den Armen hielt. Schnell ist Martin in einem Strudel voller Verstrickungen und Geheimnisse, dem er sich nicht mehr entziehen kann.
Die Handlung von Passagier 23 läuft sehr geradlinig ab. Durch eine überschaubare Anzahl an Charakteren aus deren Sicht teilweise die Kapitel geschrieben wurden, ist das Tempo des Buches sehr dynamisch, und auch abwechslungsreich. Die beschriebenen Wendungen im Verlauf der Handlung sind nun nicht absolut unvorhersehbar, aber größtenteils konnte das Buch immer wieder mit kleinen Überraschungen um die Ecke kommen.
Die Charaktere sind sehr vielseitig, auch wenn ein Großteil von Ihnen leider sehr unsympathisch gezeichnet wurden. So wirklich einen Charakter, mit dem ich mich identifizieren konnte, gab es nicht. Andererseits ist dies vielleicht besser so, weil auf dem Schiff möchte ich nicht mitgefahren sein.
Passagier 23 ist ein gutes Buch für Zwischendurch. Es lässt sich sehr flüssig und sehr zügig lesen. Durch die überschaubare Charakteranzahl muss man nicht viel nachdenken.

Alles in allem ein gelungener Thriller, bei dem man nicht zu viel nachdenken muss, mit einem sehr interessanten Setting, aber leider sehr unsympathischen Charakteren.

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