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Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Den Sternen so nah. Der Film lief ursprünglich ab dem 07.02.2017 in den deutschen Kinos.

Gardner Elliott ist der erste auf dem Mars geborene Mensch. Seine Mutter starb bei seiner Geburt und hätte eigentlich schwanger gar nicht an der Marsmission teilnehmen dürfen. Gardner kann jedoch durch seine Geburtsumstände nicht auf die Erde, weil sein Herz das nicht schaffen dürfte. Aber leider hat er sich bereits in den Planeten Erde verliebt und in das rebellische Mädchen Tulsa.

Was passiert, wenn wir irgendwann nicht mehr genug Ressourcen auf der Erde haben? Ist der Mars dann wirklich eine Alternative? Mit diesen Fragen befasst sich im Film “Den Sternen so nah” das Unternehmen Genesis, gegründet und geleitet von Nathaniel Shepherd. Erste Teams sollen immer für ein paar Jahre den Mars besiedeln und auf die Lebensfähigkeit testen. Unter dem ersten Team ist Sarah Elliott. Erst an Bord wird bemerkt, dass sie schwanger ist. Da keiner die Mission abbrechen will, bekommt Sarah schließlich ihren Sohn Gardner auf dem Mars. Das hat zwei Konsequenzen. Zum einen überlebt Sarah die Geburt nicht, zum anderen kann unterscheidet sich Gardners Muskel- und Körperauffbau von den anderen Menschen, so dass es für ihn sehr gefährlich bis unmöglich sein wird auf die Erde zu kommen. Also beschließen die Verantwortlichen eine Vertuschungsaktion zu starten. Offiziell starb Sarah an einem kaputten Raumanzug und Gardner existiert offiziell nicht.
Jahre später ist Gardner inzwischen zum Teenager herangewachsen. Noch immer ahnt niemand auf der Erde von seiner Existenz. Über das Internet hat er Kontakt zu einem auf der Erde lebenden Mädchen namens Tulsa. Die Wahrheit darf er ihr nicht sagen, also lügt er ihr eine Krankheit vor und das er deswegen nicht das Haus verlassen darf. Bis er eines Tages die Chance bekommen soll und auf die Erde darf. Dort entkommt er Genesis und sucht zunächst Tulsa auf, um mit ihrer Hilfe nach seinem Vater zu suchen.
Den Sternen so nah ist eine wilde Mischung aus verschiedenen Genres. Zum einen ist es eine klassische Geschichte über die erste große Liebe zwischen Gardner und Tulsa, die mit unterschiedlichen Problemen bestückt ist. Zum anderen ein Coming-of-Age Film über das heranwachsen in fast vollkommener Isolation. Gardner hat auf dem Mars keine Gleichaltrigen, mit denen er sich über seine Gefühle und Gedanken austauschen könnte. Auch lernt er viel über die Gepflogenheiten der Erdbewohner aus Filmen, da ihm die Astronauten immer nur alles wichtige über den Mars beibringen. Als drittes großes Thema geht es im Science-Fiction Bereich über die Möglichkeiten den Mars wirklich dauerhaft zu besiedeln und welche Chancen und Risiken dies bildet. Obwohl alle Themen in ihrer Komplexität auf das wichtigste reduziert werden, wirkt der Film weder überladen, noch aussagelos. Gerade die Mischung der verschiedenen Genres lässt den Film aus der grauen Masse hervorheben. So hat man in großen Teilen ein Road-Movie, wenn Gardner und Tulsa auf der Suche nach Gardners Vater sind. Hier ist die Stimmung sehr locker und leicht, wodurch man trotz schwieriger Themen am Ende beschwingt den Kinosaal verlässt. Leider ist dieser Teil wesentlich länger als die restlichen Themengebiete, weswegen oft Fragen offen bleiben oder sich Ungereimtheiten einschleichen.
Der Spannungsfaktor schwankt immer mal wieder während der Laufzeit und weist gerade in der Mitte einen Abfall vor, da sich der Film an dieser Stelle etwas verliert. Dies wird aber wieder gut gemacht durch Gardners ganz neuen Blick auf die Welt, die sie voller Herz ist und einem erst einmal wieder vor Augen führt, wie schön doch unsere Erde ist, wenn man sie nicht jeden Tag vor Augen hat.
Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gut. Asa Butterfield scheint als Teenagerrolle immer eine gute Wahl zu sein und zeigte nun nach Enders Game und Die Insel der besonderen Kinder erneut sein Können. Diesmal hatte er niemand geringeres als Gary Oldman an seiner Seite, der seine Rolle gut spielt, aber doch hinter seinen Möglichkeiten bleibt.

Alles in allem ist Den Sternen so nah ein solider Film, der die Balance aus verschiedenen Genres nicht immer hält, aber mit viel Herz doch einen schönen Film kreiert. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

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