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Am 01.06.2017 erschien ein Reboot in Filmform der früheren Serie Baywatch in den deutschen Kinos.

Solange Mitch Buchannon am Strand die Augen offen hält, passiert nichts. Als er wieder neue Anwerber rekrutiert, muss er auch den ehemals olympischen Schwimmer Matt Brody in sein Team aufnehmen, der nur so vor Arroganz strotzt. Als er jedoch vermehrt Drogen am Strand findet, nimmt er mit seinem Team die Verfolgung auf.

1989 flimmerte die erste Folge der Serie Baywatch – die Rettungsschwimmer von Malibu über den Fernseher. Obwohl sie bereits nach einer Staffel wegen schlechter Quoten eingestellt wurde, übernahm Hauptdarsteller David Hasselhoff 1991 mit seiner Produktionsfirma selbst die Produktion und brachte noch 10 weitere Staffeln hervor, wobei die letzte Staffel den Standort Malibu wechselte und nun auf Hawaii spielte. Für einige ist die Serie immer noch Kult, für andere gut anzusehender Trash und wieder andere können mit ihr überhaupt nichts anfangen. Trotzdem nahm Paramount Pictures die Idee eines Filmreboots auf und setzte diese auch mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle um.
Schon nach dem ersten Trailer gab es ein kleines Durchatmen. Denn der Film schien sich nicht so ganz ernst zu nehmen, was eine hervorragende Grundlage für einen schönen Trashfilm ist. Und genau unter der Prämisse beginnt auch der Film. Das Baywatch Team sucht Verstärkung und veranstaltet dafür ein offenes Casting.Matt Brody, zweifacher Goldgewinner bei den olympischen Spielen und durch mehrere Eskapaden in Verruf geraten, soll sich laut seinem Bewährungshelfer im Team melden. Mitch ist von Brody wenig begeistert, muss ihn aber vorerst im Team aufnehmen. Während dieser ersten halben Stunde des Films gibt es sehr viele gute und auch sehr viele trashige Gags, die sich die Waage halten und den Zuschauer aus vollem Herzen zum lachen bringen. Leider hat Baywatch eine Gesamtlaufzeit von knapp zwei Stunden und daher auch noch ein bisschen mehr Handlung. Und genau hier beginnt Baywatch nicht mehr so richtig zu funktionieren. Eine Krimihandlung wird an den Strand gebracht. Das Team findet immer wieder Drogen am Strand und will den Übeltäter finden. Dabei geraten sie in Verstrickungen, von denen sie sich besser fern gehalten hätten. Hier lässt Spannung und Gagdichte sowie Gagqualität deutlich nach. Zwar sind auch hier mitunter noch wirklich lustige Szenen zu finden, aber im großen und ganzen wurde hier im Kino deutlich weniger gelacht. Hätte man die Krimihandlung weggelassen und die sozialen Differenzen im Team weiter ausgebaut, wäre es wohl ein Film geworden, der erzählt, wie Brody zwar versucht sich ins Team zu integrieren, aber immer wieder an seinem Ego scheitert. Es hätte ein guter und sehr lustiger Film werden können.
Trotzdem muss man positiv hervorheben, dass sich Baywatch bei den Witzen und lustigen Szenen meistens an gesitteten Humor hält und nur wenige Sprüche unter der Gürtellinie bringt. Auch nimmt er viele Prinzipien der Ursprungsserie auf den Arm. So wird das vermeintliche in Zeitlupe laufen der Frauen mit hüpfenden Brüste mehrfach parodiert und auch immer wieder als überflüssig angesprochen. Und obwohl auch hier wieder gut aussehende Frauen in knappen Outfits auftreten, hat es doch nicht mehr den sexualisierten und “Frauen sind Objekte” Beigeschmack, wie damals noch mit Pamela Anderson.
Frau Anderson und Herr Hasselhoff durften dann auch noch einmal vor die Kamera treten, wobei man auf ihre Auftritte sehr gut hätte verzichten können. Während man in anderen Reboots – wie beispielsweise im neuesten Ghostbusters – sich immer wieder freute, wenn man bekannte Gesichter oder Andeutungen fand, so ist dies hier leider nicht der Fall.
Dwayne Johnson als Mitch Buchannon war eine gute Castingentscheidung, weil er die Balance aus angemessenem Spiel und Muskeln schafft. Zac Efron als Matt Brody harmoniert im Spiel gut mit Johnson und hat Muskeltechnisch noch einmal gut zugelegt, um ansatzweise mit Johnson mithalten zu können – ob das nun noch ästhetisch ist, dürfen die Zuschauer für sich entscheiden. Kelly Rohrbach als C.J. Parker und Alexandra Daddario als Summer Quinn halten sich gegenseitig die Waage. Während die Rolle der C.J. mehr auf sehr dünnen Körper setzt – und trotz blonder Haarfarbe auch etwas im Köpfchen hat – zeigt Daddario wieder einmal, dass auch gesunde weibliche Rundungen extrem sexy sein können. Jon Bass als Ronnie stellt hingegen leider wieder das Klischee des tollpatschigen dicken dar. Trotzdem bekommt er eine gute Chance ins Team aufgenommen zu werden.

Alles in allem hat Baywatch eine zu große Handlung, die einfach nicht richtig spannend oder lustig werden will, macht aber an vielen Stellen viel richtig. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

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