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Bereits vor der Ausstrahlung der ersten Folge war die neue Serie „American Gods“ in aller Munde. Ähnlich wie bei Westworld weckte dieser Vorhype mein Interesse und ich sah mich mir die Serie an.

Shadow Moon wird nach einem Gefängnisaufenthalt von dem undurchsichtigen Mr Wednesday als Bodyguard „gecastet“. Zusammen reisen sie durch das Land und treffen auf allerhand alte und meistens fast vergessene Götter, während sie von den neuen Göttern verfolgt werden.

Was macht ein Gott zu einem Gott? Laut der neuen Serie „American Gods“ einfach nur die Tatsache, dass die Menschen an ihn glauben. So landeten mehrere Götter in Amerika, weil die Menschen an sie glaubten. Doch mit der Zeit verblasste die Erinnerung an die alten Sagen und somit auch der Glaube an die Götter immer mehr. In Amerika wuchs der Glaube an technische Entwicklungen und die Medien. Dadurch konnte die sogenannten neuen Götter entstehen. Nun inszeniert die Serie „American Gods“ genau diesen Konflikt. Es sind die alten Götter, die sich erheben wollen und die neuen Götter, die genau dies verhindern wollen.
Das Problem an der Serie ist jedoch, dass diese Handlung so genau gar nicht erkennbar ist. Stattdessen werden immer wieder einzelne Handlungsabschnitte gezeigt, die auf dem ersten Blick gar nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Und auch die Haupthandlung um Shadow Moon und Mr Wednesday und ihren Trip quer durch die USA erklärt so wenig von den Absichten dahinter, dass auch dieser sehr willkürlich wirkt.
Die erste Staffel besteht aus acht Folgen und erst die achte gibt ein wenig Aufschluss auf das Ziel der Serie. Dadurch macht aber die letzte Folge auch unglaublich viel Freude auf die nächste Staffel. Nachteil daran ist, dass man sich erst durch die Folgen davor wühlen muss. Gerade die ersten Folgen, die einem eigentlich den Einstieg in die Serie ermöglichen sollen, sind so wirr und ohne Aussage, dass der einzige Antrieb die Serie weiterzugucken der ist, endlich zu erfahren, worum es hier denn geht. Keine gute Voraussetzung.
Bryan Fuller inszeniert die Serie mit seiner einzigartigen Handschrift aus guten Schauspielern und vor allem faszinierenden Bildern. Seine immer sehr ruhige Erzählweise, die er bereits bei der Serie Hannibal frei auslebte, lassen allerdings den Spannungsbogen sich nicht so richtig aufbauen. Seine Erzählweise mag bei Hannibal durchaus funktioniert haben, hier scheint sie doch teilweise sehr unpassend. Fullers Drang jede Folge als halbes Kunstwerk zu inszenieren, führt zwar zu den schönen und unverkennbaren Bildern, aber stört auch irgendwo die Erzähldynamik. So kann man American Gods zwar als Aneinanderreihung von kunstvollen Bildern sehen, doch kränkelt die Serie dadurch an einer erkennbaren Handlung.
So pendelt die Serie zwischen guter Grundidee und übertriebener Umsetzung. Das die Serie ihren ganz eigenen Reiz hat, kann man ihr nicht einmal aberkennen. Denn irgendwo schafft sie es doch die Zuschauer an sich zu binden und große Erwartungen an die zweite Staffel zu schüren. Die Charaktere und auch die Geschichten der verschiedenen Götter sind interessant. Es scheitert bei der Serie einfach nur an der Konsequenten bzw. aussagekräftigen Umsetzung. Und ein bisschen mehr Hintergrundwissen zu den behandelten Göttern wäre manchmal auch nicht schlecht. Ich kenn mich nicht in jeder Mythologie perfekt aus.

Alles in allem ist die erste Staffel lediglich eine Weichenstellung für die zweite und kränkelt an Bryan Fullers Stil, der einfach nicht so richtig funktionieren will.

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