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Am 04.01.2018 erschien eine stark veränderte Filmbiographie über P.T. Barnum in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Manchmal ist es einfach besser sich vor einem Film über nichts zu informieren, sondern sich einfach auf ihn einzulassen. Denn die eigentliche Geschichte von P.T. Barnum liest sich nicht ganz so positiv, wie sie der Film letztendlich darstellt. Stattdessen sollte man sich einfach auf die Magie des Films einlassen und auf die verschiedenen kleinen Nachrichten im Film hören. Gerade das Thema Fremdenfeindlichkeit taucht immer wieder auf, denn nicht alle Charaktere sind in unserem heutigen Sinne „kurios“. Und die Demonstranten gegen die „Freak Show“ haben in ihrem einfachen Feinddenken doch große Ähnlichkeiten mit heutigen Gruppierungen, die gerne mit Hetzparolen auf die Straße gehen.

Die Handlung

P.T. Barnum (Hugh Jackman) wuchs in armen Verhältnissen auf und musste sich immer wieder einen Weg durchs Leben kämpfen. Und er fand einen Weg, um sich immer wieder mit Arbeit über Wasser zu halten und schließlich auch die große Liebe seines Lebens (Michelle Williams), die aus guten Verhältnissen stammt, zu heiraten. Trotzdem ist ihr Leben weiterhin von Armut geprägt. Bis Barnum alles auf eine Karte setzt und ein Wachsfigurenkabinett kauft. Doch auch dies hat zunächst wenig Erfolg. Bis eine von Barnums Töchter ihn auf die Idee bringt, doch weniger auf tote Dinge zu setzen. Fortan sucht Barnum sein Ensemble zusammen. Darunter „Kuriositäten“, wie ein Wolfsmensch und die bärtige Dame (Keala Settle), aber auch andere von der Gesellschaft ausgeschlossene, finden Zuflucht, wie zwei schwarze Trapezkünstler (u.a. Zendaya). Hier treffen Erfolg und Abneigung aufeinander. Doch Barnum strebt nach mehr.

Meine Meinung

Bevor man in The Greatest Showman geht, sollte man sich eines bewusst sein: Es handelt sich um ein Musical. Das heißt es wird nicht nur ein bisschen während der Shows gesungen, sondern sehr häufig. Wer damit nichts anfangen kann, sollte am besten den Kinobesuch meiden. Wer aber gerne ein paar schmissige und gut choreographierte Popsongs in seinem Film hat, der ist hier gut aufgehoben. Praktisch alle Lieder des Films haben gutes Ohrwurmpotential. Kritisieren könnte man, dass sie alle in ein sehr gleiches Konzept fallen. Trotzdem haben sie alle eine eigene Melodie und passen immer sehr gut zu der gezeigten Szene. Auch die Choreographen haben gute Arbeit geleistet, denn auch im ganzen Ensemble hat jeder noch seinen eigenen Part und es wird auf die verschiedenen Stärken und Schwächen Rücksicht genommen.
Die Handlung ist in den Grundzügen so, wie man sie im vorhinein erwartet. Geprägt wird sie vorallem von Barnums ständigem Lächeln und seinem Willen mehr zu erreichen und der Armut zu entkommen, in die er geboren wurde. Darüber hinaus hat der Film aber doch Überraschungen zu bieten, die man nicht vorhersehen konnte. Und gerade diese Überraschungen halten die Spannung permanent oben. Gepaart mit den Songs verfliegen die 105 Minuten Spielzeit wie im Flug.
Das Hauptthema des Films ist neben dem Kampf der Armut zu entfliehen und dem Glauben an seine Träume, auch die Vorurteile gegen Menschen, die anders sind, als man selbst. Auch wenn Barnum gezielt nach solchen Menschen suchte, konnte auch er seine Vorurteile nicht abschütteln. Das große Statement des Films ist der Song „This is me“, in dem es darum geht, dass man sich nicht mehr verstecken möchte, sondern sich so zeigt, wie man ist. Damit hat er auch – wie oben bereits erwähnt – eine gewisse Aktualität, denn es wird wohl immer Diskriminuierungen und Fremdenfeindlichkeit geben.
Der Cast ist gut ausgesucht und wirbt mit Schauspielgrößen, wie Hugh Jackman und Zac Efron, holt aber auch unbekanntere Darsteller auf die Bühne, wie Keala Settle, die zwar in den USA an den Theaterbühnen erfolgreich ist, aber Hollywood zuvor fern geblieben ist. Das Jackman singen kann, bewies er bereits zuvor in Les Miserables und zeigt auch in The Greatest Showman wieder, dass er schauspielerisch einiges zu bieten hat und nebenbei auch mit seiner Stimme begeistern kann. Etwas schwächer daneben wirkt Zac Efron, der seit seines High School Musical Erfolges eher sein Glück in Komödien, wie Bad Neighbors suchte. Singen kann er noch immer, doch kommen manche Töne nicht mehr so klar heraus. In The Greatest Showman zeigt Efron nach langer Zeit endlich mal wieder, dass er auch schauspielerisch mehr auf dem Kasten hat, als nur seine Muskeln zu präsentieren. Unterstützt werden beide von den talentierten Damen Michelle Williams und Rebecca Ferguson, wobei letztere laut Soundtrackbeschreibung nicht selbst singt.

//Achtung nur lesen, wenn man mehr über den Bezug zum realen P.T. Barnum lesen will, kann die Magie des Films schwächen // The Greatest Showman bringt eine ganz bestimmte Art von Zauber auf die Leinwand, die während des kompletten Films und auch darüber hinaus anhält. Den Soundtrack höre ich schon jetzt immer und immer wieder. Der Zauber büsst leider dann etwas ein, wenn man sich hinterher mit der realen Figur P.T. Barnum befasst. Denn in der Realität war er noch besessener vom Erfolg und hat noch mehr getrickst und gelogen, um seine Shows erfolgreich zu machen. Dies wird im Film zwar angedeutet, aber immer mit einem Lächeln überspielt. Allerdings holte Barnum auch immer wieder Insassen aus psychiatrischen Anstalten und vermarktete sie, bis sie keinen Erfolg mehr hatten. Danach ließ er sie einfach wieder einweisen. Keine Spur von der Familie, die er im Film erschafft. Demnach werden die realen Verhältnisse durchaus mit einer dicken Schicht Zucker überzogen und weitaus positiver dargestellt.

Das Fazit

Den realen Bezug beiseite gelassen, hat der Film wenige bis gar keine Schwächen. Natürlich wird alles sehr zuckrig dargestellt, was viele als Hauptkritikpunkt ansehen, Doch dadurch erschafft der Film auch eine ganz eigene Form der Magie. Die Ohrwurm-Kandidat-Lieder geben dem Film immer die richtige Richtung und mit seinen Thematiken geht der Film ernst um, auch wenn er stets positiv bleibt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

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