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Am 25.01.2018 erschien der Oscarkandidat und Golden Globe-Gewinner in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Nach sechs Golden Globe Nominuerungen konnte der Film mit dem unglaublich sperrigen Titel bereits vier Kategorien für sich entscheiden. Unter anderem die Darsteller Sam Rockwell und Francis McDormand. Nun wird der Film auch als heißer Kandidat für die Oscars gehandhabt. Denn auch hier ist er für sieben Oscars nominiert. Doch hält der Film die Erwartungen nach den vielen Nominierungen?

Die Handlung

Mildred Hayes (Francis McDormand) kann mit dem Tod ihrer Tochter einfach nicht abschließen. Denn auch sieben Monate nachdem diese getötet wurde, gibt es noch keine Hinweise auf den Täter. Das lässt Mildred nicht auf sich sitzen und mietet 3 Werbetafeln (Billboards) vor der Stadt an, um darauf den ansässigen Polizeichef bloßzustellen. Doch Chief Willoughby (Woody Harrelson) ist in Ebbing ein angesehener Mann und so macht sich Mildred schnell Feinde.

Meine Meinung

Three Billboards outside Ebbing, Missouri hat zwar einen ziemlich sperrigen Titel, hat es aber gleichzeitig faustdick hinter den Ohren. So ist das erst dritte Werk von Regisseur Martin McDonagh (7 Psychos, Brügge sehen… und sterben) so voller schwarzem Humor, dass es sich doch um einen recht seltsamen Oscaranwärter handelt. Doch sind seine Chancen dadurch größer oder niedriger? Das vermag wohl nur die Jury der begehrten Goldjungs uns am 04. März zu sagen.
Der Film beginnt zunächst ganz gemächlich. Wir lernen die Protagonistin Mildred Hayes kennen und man merkt ihr sofort eine innere Gebrochenheit an, aber auch einen starken Kampfwillen. Zu diesem Zeitpunkt weiß man noch nicht, was genau passiert ist. Auch als sie die drei Werbetafeln anmietet tappt der Zuschauer noch im Dunkeln. Denn Three Billboards outside Ebbing, Missouri versteht sich darauf Informationen nach und nach erst preiszugeben und damit einen gewissen „What the hell?“ Moment zu kreieren. Das passiert nicht nur bei der Enthüllung der Werbetafeln mit den provozierenden Sätzen, sondern auch im späteren Filmverlauf immer wieder. Im Verlauf der nächsten halben Stunde lernt man dann auch alle weiteren wichtigen Charaktere kennen – und fängt teilweise schon an gewissen Personen zu hassen. Denn nicht nur Mildred Hayes provoziert in Ebbing, auch Regisseur Martin McDonagh provoziert Reaktionen im Kinosaal, die unvermeidbar sind. Denn ein zentrales Stilmittel des Films ist der unglaublich schwarze Humor. So fängt der Zuschauer ganz reflexartig in manchen Szenen an zu lachen, bis das Gehirn hinterher kommt und merkt, dass man über diesen Witz vielleicht doch nicht lachen sollte. So kam es mehrfach vor, dass der gesamte Kinosaal schallend zu lachen anfing und ein paar Sekunden später sofort innehielt und sich verstohlen umsah.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der allgemeine Ton des Films. Dieser ist brutal ehrlich und mit allerlei Schimpfwörtern untermalt, so dass es sich vermutlich auch einmal lohnt ihn im Originalton zu sehen.
Three Billboards outside Ebbing, Missouri hat außerdem einige grandiosen Schauspielleistungen zu bieten. Seien es nun Francis McDormand, als auf ihre ganz eigene Art trauernde Mutter, oder Sam Rockwell, die beide dafür auch schon mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurden oder einem Woody Harrelson als Chief Willoughby. Aber auch die kleineren Rollen sind gut besetzt. So zeigt Lucas Hedges nach dem letztjährigem Oscaranwärter Manchester by the Sea erneut, dass er gerade die Zwischentöne gut umsetzen kann und mit einer stillen Präsenz überzeugt. Peter Dinklage ist auch in einer kleinen Rolle dabei und bringt eine gewisse Ruhe in den Film, so dass seine Szenen „angenehm“ wirken, auch wenn sie es vielleicht nicht sind.

Das Fazit

Three Billboards outside Ebbing, Missouri ist ein Film, der weiß wie er ordentlich provozieren kann und dabei doch eine starke Geschichte erzählt und den schmalen Grad zwischen ruhiger Erzählweise mit gleichzeitig hoher Spannung trifft. Ein würdiger Oscarkandidat. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

 

 

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