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Ein Vorwort

Xeroderma pigmentosum, die sogenannte Mondscheinkrankheit, ist eine sehr seltene Krankheit, die die Betroffenen aber vollständig einschränkt. Denn das Sonnenlicht muss komplett gemieden werden und eine Heilung der Krankheit gibt es bisher nicht. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 30 Jahren. Aber wie lebt man mit dieser Krankheit? Wie schränkt es das Umfeld ein? Und wie geht man damit um, wenn man ein Teenager ist und sich Hals über Kopf verliebt? Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich der Film Midnight Sun.

Die Handlung

Kathy Price (Bella Thorne) könnte ein ganz normaler Teenager sein, der gerade seinen Abschluss gemacht hat. Aber sie leider an der seltenen Krankheit Xeroderma pigmentosum, kurz XP, wodurch sie das Haus nur nachts verlassen darf. Ihr Vater Jack (Rob Riggle) hat sie zu Hause unterrichtet und sorgt nach dem frühen Tod der Mutter auch ansonsten hingebungsvoll für Kathy. Da schon im Kindergartenalter das Gerücht umging sie sei ein Vampir, hat sie nur eine Freundin. Morgan (Quinn Shephard), die sich nie etwas aus ihrer Krankheit gemacht hat. Doch eines Abends trifft sie auf ihren Schwarm Charlie (Patrick Schwarzenegger), der sich auch prompt in sie verliebt. Nur einmal will sie sich wie ein normales Mädchen fühlen und verrät Charlie zunächst nichts von ihrer Krankheit. Ein Geheimnis, das Folgen haben kann.

Meine Meinung

Midnight Sun stellte sich im Trailer primär als reine Liebesschnulze mit einer Krankheit als Prämisse vor. Sich rein darauf zu versteifen, würde dem Film aber im Endeffekt ziemlich unrecht tun. Denn natürlich gibt es viele Szenen, die man schon aus vielen  anderen Teenager-Liebesgeschichten kennt. Aber darüber hinaus bietet Midnight Sun so viel mehr. Zum einen ist die behandelte Krankheit des Films, XP, nicht einfach nur Mittel zum Zweck, sondern das eigentliche Hauptthema. Es wird von der Isolation und der Einsamkeit Kathys berichtet, wie sie nie wirklich Freunde finden konnte. Wenn Morgan nicht einfach mal bei ihr an der Tür geklingelt hätte, wäre ihr Vater noch immer ihre einzige Bezugsperson. Auch wird von ihrer Flucht in die Musik erzählt, denn Gitarre spielen und singen kann sie den ganzen Tag zu Hause und auch ihre verstorbene Mutter hatte eine große Leidenschaft zur Musik. Es geht darum, wie schwierig es für Kathy ist, einfach nur ein ganz normaler Teenager zu sein. Einen Junge zu treffen und dann eine normale Beziehung zu führen, scheint unmöglich. Zum anderen wird auch die Beziehung von Kathy und ihrem Vater Jack in vielen Belangen durchleuchtet. So hofft Jack natürlich immer noch, dass für Kathy irgendwann ein Heilmittel gefunden wird und er ihr nicht mehr alles verbieten muss. Gleichzeitig will er auch, dass sie irgendwo ein erfülltes Leben hat. Im Gegenzug hat Kathy Angst, dass ihr Vater nach ihrem unausweichlichen Tod irgendwann vereinsamt, da er ja auch schon die Frau verloren hat.
Midnight Sun erzählt in nur 93 Minuten Lauflänge einen einfühlsamen Film, der so viele Aspekte in Kathys Leben durchleuchtet, wie ihm möglich war und kreiert gleichzeitig eine der süßesten Liebesgeschichten, die wir seit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ sehen durften. Trotzdem wird die Krankheit nicht weichgespült, sondern mit voller Brutalität gezeigt – denkt also daran Taschentücher einzupacken! Bei diesem Film bleibt kaum ein Auge trocken. Die Charaktere sind alle sehr verschieden und gut charakterisiert. Lediglich Schwarzeneggers Charlie bleibt ein bisschen blass, auch wenn mit seiner Schwimmverletzung versucht wird viele seiner Beweggründe zu erklären. Gleichzeitig lässt Schwarzeneggers Schauspielkünste auch noch viel Spielraum nach oben. Das süße Grinsen beherrscht er ja ganz gut, aber sobald er seine Mimik etwas variieren soll, wirkt er ziemlich überfordert. Trotzdem passt er im großen und ganzen in die Rolle des Charlie. Bella Thorne hingegen überrascht mit ihrer Darstellung der Kathy, die sie sehr pointiert und überzeugend spielt. Auch die weiteren Darsteller Rob Riggle und Quinn Shephard spielen überzeugend auf Grundniveau.

Das Fazit

Midnight Sun ist ein schön inszeniertes Drama, das mit der behandelten Krankheit ernsthaft umgeht und trotzdem eine schöne Liebesgeschichte erzählt. Der Soundtrack wird durch Gesangseinlagen von der Hauptdarstellerin Bella Thorne aufgepeppt. Die Taschentücher sollten nicht vergessen werden, denn im Kino bleibt kaum ein Auge trocken. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Midnight Sun läuft seit dem 22.03.2018 in den deutschen Kinos.

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