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Ein Vorwort

1974 kam der Film Death Wish in die amerikanischen Kinos, der hier eher bekannt sein dürfte unter dem Titel „Ein Mann sieht rot“. Und da in der heutigen Zeit kein Streifen ohne Remake bleibt, wurde nun auch Death Wish neu verfilmt. Und wer eignet sich besser für einen Actionthriller als Altmeister Bruce Willis?
Zunächst musste jedoch der Starttermin verschoben werden, so dass er nicht im Oktober letzten Jahres anlief, sondern erst ab März. Spekulationen zufolge war der Amoklauf in Las Vegas kurz zuvor einer der Verschiebungsgründe. Somit könnte man meinen, dass es sich um ein Film mit einem brandaktuellen Thema handelt. Doch die sehr schlechten Kritiken bisher und das schlechte Einspielergebnis spricht eine andere Sprache. Was kann Death Wish also wirklich?

Die Handlung

Dr. Paul Kersey (Bruce Willis) ist Unfallchirurg und liebender Ehemann und Vater. Als sich die Familie eigentlich zu einem Geburtstagessen außer Haus befinden wollte, dringen drei Einbrecher in das Haus ein. Doch die Pläne der Familie haben sich geändert und so befinden sich Mutter und Tochter im Haus, während Dr. Kersey arbeiten ist. Der Einbruch geht schief und Mutter wird erschossen, während Tochter durch die Schussverletzungen ins Koma fällt. Da die Polizei rund um Detective Kevin Raines (Dean Norris) einige Zeit im Dunkeln tappen, beschließt Kersey Selbstjustiz zu üben. Er besorgt sich eine Waffe und übt heimlich in seinem Keller. Doch bevor er sich auf die Suche nach den Einbrechern macht, sorgt er in seiner Heimatstadt Chicago erst noch auf andere Art für Gerechtigkeit.

Meine Meinung

Death Wish ist so ein Film, bei dem man sich zunächst fragt, ob er das gezeigte überhaupt wirklich ernst meint. Denn viele Szenen wirken wie eine Parodie auf ähnliche Filme. Aber während der Film für einen Actionthriller viel zu viel Slapstick anwendet, für einen Rachethriller zwar sehr blutig, aber nicht konsequent genug ist, ist er für eine Parodie einfach nicht lustig genug. Denn auch wenn viele Szenen ungewollt komisch erscheinen, haben sie keinen Humorgedanken dahinter. Wenn sich also ein Bruce Willis auf die Straße wirft und da etwas ungelenk eine Waffe zieht und unkontrolliert auf ein Auto schießt, wirkt das zwar im ersten Moment sehr amüsant. Da entkommt einem doch ein kleines Reflexlachen. Doch schon im nächsten Moment fragt man sich, was diese Szene denn nun genau sollte? Denn auch wenn Willis einen Neuling im Umgang mit der Waffe spielt, scheint er als Chefarzt doch eigentlich schlau genug, um zu wissen, dass man sich besser hinter einem der parkenden Autos versteckt, als sich einfach auf die Straße zu werfen. Leider ist diese Szene nur eine von vielen Beispielen, in denen Death Wish völlig abstruse Handlungselemente einführt, die in keinem Genre funktionieren. Leider strahlt der Film auch noch aus, dass er sich vollkommen ernst nimmt und selbst die Szenen, die das Reflexlachen hervorrufen, gar nicht witzig und mit Augen zwinkern gemeint waren. Stattdessen wird ein Klischee nach dem nächsten eingebracht, aber trotzdem nicht gut umgesetzt.
Was man Death Wish zugutehalten muss, ist die Diskussion über Selbstjustiz, die immer wieder angeführt werden. Nach jeder Aktion von Dr. Kersey, werden Ausschnitte aus Radiosendungen eingeblendet, in denen das Für und Wider seiner Taten diskutiert wird. Während manche es gut finden, dass endlich jemand etwas gegen die Gewalttaten unternimmt, haben die Anderen Angst, vor Nachahmungstätern oder das die Taten irgendwann nicht mehr kontrollierbar sind, da Kersey mehrfach beweist, dass er eigentlich ziemlich unerfahren ist. Leider wird dieser Aspekt immer wieder sehr kurz gehalten.
Death Wish ist mit 110 Minuten viel zu lang geraten für das im Film erzählte. Allein die Charaktereinführung dauert unfassbar lange, was gar nicht nötig gewesen wäre, da die Konstellation schnell klar ist. Dr. Kersey ist liebender Ehemann und Vater und natürlich passiert seiner Familie etwas und weil die Polizei nicht schnell genug Hinweise bekommt, versucht er sich an der Selbstjustiz. Wäre schnell erzählt, ohne dass dem Film etwas fehlen würde. Denn die lange Einführung führt dazu, dass der Zuschauer schon am Anfang halb einschläft im Kinosessel. Auch danach kann die Spannung nicht gehoben werden, da man mit Kersey einfach nicht mitfühlt, da er sich – wie oben beschrieben – viel zu unglaubwürdig verhält.
Mit Bruce Willis und Vincent D’Onofrio ist Death Wish eigentlich top besetzt. Leider bleiben beide hinter ihren Möglichkeiten. Bruce Willis als Actionstar bekommt keine Möglichkeit die Action wirklich rüberzubringen. D’Onofrio hat bereits oft bewiesen, dass er ein guter Charakterdarsteller ist. Nur ist seine Rolle als Kerseys Bruder so plump angelegt, dass er auch dazu keine Chance bekommt.

Das Fazit

Death Wish weiß nicht so wirklich, was er eigentlich sein will und ist egal in welcher Kategorie einfach nur schlecht umgesetzt. Er hat zeitgleich von allem zu wenig und von allem zu viel. Darsteller bleiben hinter ihrem Können, die Handlung ist vorhersehbar und konsequent langweilig. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Death Wish läuft seit dem 08.03.2018 in den deutschen Kinos.

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