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Ein Vorwort

Viele von uns haben wohl genau den Schritt schon hinter sich gebracht. Man hat die Schule beendet und stand dann vor der Entscheidung: Studium oder Ausbildung? Oder vielleicht doch erst einmal ein Jahr etwas ganz anderes machen? Bleibe ich in meiner Heimatstadt bei meinen Freunden, oder schaffe ich mir ein ganz neues Leben in einer neuen Stadt? Aber was verbindet die Freundinnen auch nach dem Schulabschluss? Wenn man dem Film glauben darf, dann wohl nur ein Sex-Pakt, oder?

Die Handlung

Julie (Kathryn Newton), Sam (Gideon Adlon) und Kayla (Geraldine Viswanathan) sind seit Beginn ihrer Schulzeit die besten Freundinnen. Nun steht das Ende der gemeinsamen Zeit bevor, denn sie haben den Schulabschluss hinter sich und planen nun den Abschlussball. Jede der drei hat sich ein Date organisiert und kurz bevor schließen sie noch einen gemeinsamen Pakt, der sie für immer als Freundinnen zusammenschweißen soll. Sie wollen alle an diesem Abend Sex haben. Doch ihre Eltern Lisa (Leslie Mann), Mitchell (John Cena) und Hunter (Ike Barinholtz) finden das heraus und setzen nun alles daran, diesen Pakt zu verhindern.

Meine Meinung

Der Sex-Pakt fängt ganz klassisch mit der Vorstellung der Charaktere an. Wir erfahren wie unterschiedlich die drei Mädchen eigentlich aufgewachsen sind. Während Julie bei ihrer alleinerziehenden Mutter lebt und sie eine sehr innige Beziehung haben – außer, dass Julie ihrer Mutter die Bewerbung an einer fernen Uni verschweigen muss. Kayla ist gut behütet im intakten Familienverhältnis aufgewachsen, auch wenn ihr Vater Mitchell ein wenig überängstlich ist. Und schließlich Sam, die sich nach der Scheidung ihrer Eltern komplett von ihrem Vater Hunter entfernt hat. So weit, so normal. Der Film krankt aber vor allem daran, dass jemand der Ansicht war aus ihm eine Komödie machen zu müssen. Denn als Drama hätte der Film stellenweise richtig gut funktioniert. An sich spricht er viele gute Themen an. So ist er eine Mischung aus Coming-of-Age – OMG ich habe die Schule beendet und der Abschlussball steht bevor und danach fängt das reale Leben an, weil ich von zu Hause ausziehen muss – Erkundung der eigenen Sexualität – inklusive der Unterschiede bei Jungs und Mädchen – und den Problemen bei der Erziehung, wenn die kleinen Prinzessinnen auf einmal erwachsen werden. Es werden verschiedene Sichtweisen gezeigt und mit Argumenten begründet, so dass der Film auch keinem seine Meinung aufdrückt. Soweit so gut. Leider kam irgendjemand auf die Idee aus den ganzen guten Grundprämissen und der Charaktervielfalt eine schlechte 08/15 Komödie zu machen. Auf einmal werden alle Charaktere unglaublich platt, obwohl eigentlich gut charakterisiert, und die Handlung zu einer Abfolge vorhersehbarer Banalitäten, die leider auch noch mit unglaublich schlechten Witzen untersetzt werden. Dass Seth Rogen als Executive Producer aufgelistet wurde, sollte am Ende keinen mehr überraschen. Denn Witze wie „Arschsaufen“ dürfte nur ein ziemlich kleines Publikum wirklich witzig gefunden haben.
Der ganz große Reinfall, wie vielleicht von vornherein durch den Trailer angedeutet, wurde der Sex-Pakt dann trotzdem nicht. Denn auch wenn der Film als Komödie versagt, da er kaum unterhalten konnte, zeichnen sich die kleineren Dramaelemente umso mehr aus. Und die Szenen ohne jegliches Niveau sind sogar erstaunlich wenige, die werden dafür aber grundlos in die Länge gezogen ohne die Handlung voranzutreiben.
Schauspielerisch ist der Film so semioptimal besetzt. Denn während die Jungdarsteller noch eine solide Leistung – wenn auch nicht überragend – abliefern, schaffen es gerade John Cena und Ike Barinholtz nicht, mehr als einen Gesichtsausdruck abzuliefern. Und auch Leslie Mann schafft es nicht über ihr übliches Mittelmaß zu springen.

Das Fazit

Der Sex-Pakt hat irgendwo gute dramatische Ansätze versteckt, die alleinstehend gut funktioniert hätten. Leider wurde der Film zu einer schlechten Komödie verhunzt und das eigentlich relativ hohe Niveau wurde immer wieder mit schlechten Witzen runtergezogen, so dass als Endprodukt leider ein schlechter Film entstand. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Der Sex-Pakt lief ab dem 12.04.2018 in den deutschen Kinos.

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