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Ein Vorwort

Mitten zwischen Frankreich und Großbritannien, da liegen sie: die Kanalinseln. Größtenteils vergessen und von der Menschheit wenig beachtet und doch, wenn man einen genaueren Blick auf sie wirft, wunderschön. Auch zur Zeit des zweiten Weltkrieges hatten es die Inselbewohner nicht leicht. Unterjocht von den Deutschen, ignoriert von den Briten. So ist nach Ende des Krieges der Hass auf beide Nationen groß auf den Inseln. Doch genau hier spielt Deine Juliet, der im Original den unnatürlich langen Titel „The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society“ trägt.

Die Handlung

1946. Juliet Ashton ist eine Autorin aus London und nicht so richtig begeistert von ihren Werken und quält sich eher durch ihre Lesereise. Eines Tages erreicht sie durch Zufall ein Brief von einem Dorsey Adams von der Insel Guernsey, der sie bittet ein Buch für seinen Buchclub zu finden. Juliet ist begeistert von dem Brief und die beiden schreiben sich mehrfach, ehe Juliet beschließt nach Guernsey zu reisen. Dort besucht sie den Buchclub und merkt schnell, dass alle ein großes Geheimnis verbergen. Begeistert von Land und Leute beschließt Juliet länger zu bleiben und dem Geheimnis auf den Grund zu gehen.

Meine Meinung

Deine Juliet schafft es mehrere Sachen gekonnt zu kombinieren. An vorderster Stelle steht die wunderschöne Landschaft Guernseys, die bei mehreren Inselrundgängen zur Geltung kommt. Auch wenn hier natürlich auch immer Hinweise auf die kürzlich vergangene Besatzungszeit gegeben werden, beispielsweise wurden viele Teile des Strandes vermint. Trotzdem kann man in der Landschaft versinken und wünscht sich gleich für den nächsten Urlaub dorthin.
Zum anderen ist da die geschichtliche Einbettung. Rückblenden werden aus der Zeit der deutschen Besatzung erzählt und wie das für die Bewohner war. Hier wird aber nicht verzweifelt versucht die Deutschen schlecht darzustellen, sondern es wird möglichst realistisch wiedergegeben. Auch der Kontext, dass die Inselbewohner auch auf die Briten nicht sonderlich gut zu sprechen waren, wird gut eingebunden.
Und zum Schluss ist da einfach nur noch die liebevolle Handlung. Sie ist absolut stimmig, auch wenn ein paar Stellen mitunter etwas konstruiert wirken und einige Wendungen vorhersehbare waren. Aber es gab auch einige Entwicklungen, die man so nicht vorhersehen konnte. Und genau dieser Teil macht Deine Juliet nicht nur sehenswert, sondern auch spannend. Durch geschickte Einbindung von Rückblenden, bleibt das große Geheimnis durchgehend präsent und der Zuschauer geht mit Juliet auf eine Schnitzeljagd, die einem ans Herz geht.
Am meisten lebt Deine Juliet aber von liebenswerten Charakteren und der dazu sehr gut gewählten Besetzung. So war Lily James eindeutig die passende Wahl für die Rolle der Juliet Ashton. Sie schafft es gekonnt den inneren Zwiespalt des Charakters zum Ausdruck zu bringen, ihre Suche nach einem Platz zum Ankommen, nachdem sie in London ausgebombt wurde. Auch stimmt die Chemie zwischen ihr und den anderen Darstellern, allen voran Michiel Huisman als Dorsey Adams.

Das Fazit

Deine Juliet ist ein Film, der optisch wunderschön ist, geschichtlich gut recherchiert und mit liebevollen Charakteren eine runde Handlung bietet. Kleinere Vorhersehbarkeiten oder konstruierte Szenen sind Jammern auf hohem Niveau. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Deine Juliet läuft seit dem 09.08.2018 in den deutschen Kinos.

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