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Ein Vorwort

Die Liebe auf „klassischem Weg“ zu finden ist in der heutigen schnelllebigen Zeit mit ständiger Verbundenheit über das Internet, gar nicht mehr so leicht. Wie gut, dass es inzwischen auch dafür mobile Varianten gibt. Die bekannteste App dürfte wohl Tinder sein. Und während viele diese Apps als „Fickapps“ abtun oder sich über ihre Oberflächlichkeit beschweren – immerhin entscheidet man erst einmal nach dem Foto, ob man mit jemandem schreibt oder nicht – sind daraus auch schon echte Beziehungen entstanden – habe ich gehört… So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch die Filmwelt das Thema aufgreift und einen eigenen Film über eine imaginäre App, die Tinder aber sehr ähnelt, zu kreieren. Ob das was geworden ist, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

In der Safari-App kann man ein Profil anlegen und sucht sich ein Tier aus, mit dem gewisse Eigenschaften verbunden sind. Dann kann man sich seinen One-Night-Stand suchen. Episodenartig werden hier verschiedene Handlungen aufgegriffen. Von der sich jünger wünschenden Mutter, über den alleinerziehenden Vater bis zur Instagram-Schönheit sind alle Stereotypen vertreten.

Meine Meinung

Safari – Match me if you can ist einer jener Filme, die vorgeben innovativ und fortschrittlich zu sein und sich doch in absolute Klischees verliert. So ist die Idee einen Tinder-Film zu machen – auch wenn man ihn dann nicht Tinder, sondern Safari genannt hat – erst einmal eine gute Idee. Hier hätte man gut gewisse Probleme unserer Gesellschaft aufgreifen und humorvoll verpacken können. Leider ist Safari sowohl an der Kritik als auch am Humor gescheitert.
Die Probleme des Films beginnen schon damit, dass alle Charaktere ausnahmslos klischeebelastet sind und an keiner Stelle aus ihrem vorgeschriebenen Muster ausbrechen. So haben wir den geilen Stecher, der ständig nur auf den nächsten One-Night-Stand aus ist, dafür alle möglichen Lügen und Maschen auf dem Kasten hat – allerdings ohne den Stil eines Barney Stinson. Natürlich hat er dazu noch seinen eigenen Youtube-Kanal, auf dem er Anbaggermaschen vorstellt und wie man der perfekte Charmeur wird. Und so zieht es sich über alle weiteren Charaktere. Vom Instagramm-Girl, dass ihren Followern verspricht sich den Sex für die Ehe aufzuheben, aber eigentlich ständig einen neuen One-Night-Stand hat, von der Yoga-machenden-Alternativen, die ihren Weg noch nicht gefunden hat und in einer absolut heruntergekommenden WG lebt. Von der fünzigjährigen Mutter, die endlich ihre Jugend nachholen will, über den alleinerziehenden Vater, der mehr als einen One-Night-Stand zeitlich nicht hinbekommt. Das einzig gute ist, dass man sich durch die Episodenartige Erzählweise nicht emotional an einen Charakter binden muss, da alle ungefär die gleiche Screentime bekommen. Andererseits hat der Zuschauer ein bisschen mehr als müde Klischees in der Charaktergestaltung verdient.
Der zweite Knackpunkt des Films ist, dass er sich dem Zuschauer vorab als Komödie präsentiert. Die Witze sind aber allesamt sehr flach und schaffen es nicht dem Publikum auch nur einen Lacher zu entlocken. Ab und an schafft es der ein oder andere Zuschauer vielleicht noch zu schmunzeln, aber mehr Gefühle werden nicht hervorgerufen. Damit hat der Film nicht nur den Ton, sondern auch seine Zielgruppe noch einmal komplett verfehlt.
Die Episodenartige Erzählweise ist gut umgesetzt und die einzelnen Episoden sind teilweise miteinander verknüpft, so dass man den gleichen Charakter auch in mehr als nur einer Episode sehen kann. Wirklich gut, war tatsächlich nur die allerletzte Episode, in der mehrere Charaktere aus vorherigen Episoden wieder aufeinander treffen. Hier sind auch die einzigen echten Lacher des Films versteckt, allerdings auch nur, weil diese letzte Episode alles noch einmal ins Extreme und Überzogene zieht. Das ist auch der einzig positive Punkt, den man Safari zugestehen kann.

Das Fazit

Safari – Match me if you can ist ein lieblos zusammengestückelter Film, der lieber Klischees aufleben lässt, als sich um innovate Handlung und individuelle Charaktere zu kümmern. Gleichfalls schafft er es weder einen ernsten kritischen Film über das heutige Datingverhalten zu inszenieren, noch alles mit einer gewissen Dosis Humor zu verzieren. Zurück bleibt ein Film, bei dem man nicht weiß, was er einem eigentlich sagen wollte. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Safari – Match me if you can läuft seit dem 30.08.2018 in den deutschen Kinos.

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