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Ein Vorwort

Eine Band, die noch heute weder aus dem Radio noch aus dem CD-Regal wegzudenken ist, ist Queen. Während meine Mama wahrscheinlich die Alben aus dem Stehgreif in die korrekte chronologische Reihenfolge bringen kann, laufen bei mir zumindest ab und an die Greatest Hits hoch und runter. Nun bekommt die Band mit einiger Verzögerung doch noch ihren Film. Nachdem das Projekt bereits 2010 angekündigt wurde und zunächst noch Sacha Baron Cohen als Freddy Mercury im Gespräch war, hat sich zum Glück nochmal einiges geändert.

Die Handlung

1985. Bob Geldof organisiert seine legendären Live-aid Konzerte. Queen ist einer der Gäste. Doch der Weg dorthin war lang, steinig und gerade Liedsänger Freddy Mercury (Rami Malek) hat ein Leben voller Höhen und Tiefen hinter sich. Dies ist die Geschichte der Band.

Meine Meinung

Nach der Sichtung des ersten Trailers war man sich einig. Die Wissenschaft ist soweit fortgeschritten, dass Freddy Mercury, 1991 verstorben, aus seinem Grab wiederbelebt wurde, um noch einen Film über sein Leben zu drehen. Kurz darauf folgte die Ernüchterung. Es war nicht Mercury posthum himself, sondern Rami Malek, der mit Kieferprothese sich dem typischen Erscheinungsbild Mercurys genähert hat und nach wochenlangen Trainings mit Bewegungscoaches auch den typischen Bewegungsstil sicher beherrscht. Doch nicht nur mit Malek, der in dieser Rolle voll aufgeht und über sich noch einmal hinauswächst – obwohl für seine Rolle in Mr. Robot bereits mehrfach für Preise nominiert und teilweise auch gewonnen – ist hervorragend gecastet, sondern auch der Rest der Band. Ob nun Ben Hardy als Roger Taylor, Gwilym Lee als Brian May oder Joseph Mazzello als John Deacon, alle sind ihrem Vorbild wie aus dem Gesicht geschnitten. Während des Abspanns war dann ein Liveausschnitt der realen Band zu sehen. Dass man kaum Unterschiede zu den Filmversionen gesehen hat, dürfte so ziemlich alles über den Cast aussagen. Abgerundet wird er mit Aiden Gillen als Manager, Tom Hollander als Anwalt und Allen Leech als Paul Prenter.
Handlungstechnisch bildet das Live-aid Konzert den Auftakt und das krönende Finale. Zwischendurch wird chronologisch die Bandgeschichte von der Gründung, zum ersten Plattenvertrag, zu den einzelnen Hitsingles und Alben bis zu Mercurys Soloversuch erzählt. Das ein paar kleinere zeitliche Patzer drin sind, dürfte wohl nur dem Hardcore Queen Fan auffallen. Und dramaturgisch war es eine gute Entscheidung alle 11 Nummer 1 Hits der Band in den Film zu packen und auch Mercurys AIDS Diagnose zu erwähnen, wenn auch nicht zu dramatisieren.
Ferner geht es neben der reinen Bandgeschichte auch um die zwischenmenschlichen Töne. Hier ist Mercury deutlich im Mittelpunkt. Denn seine Geschichte mit Partyexzessen, Drogen und wechselnden Liebhabern ist nun einmal am buntesten zu inszenieren. Dennoch hält sich der Film ziemlich zurück, was die Darstellungen angeht.
Letztendlich ist Bohemian Rhapsody mit seinen 135 Minuten eine mitreißende und spannende Hommage an Queen, die nicht nur Fans begeistert.

Das Fazit

Bohemian Rhapsody wirbt mit den bekannten Liedern Queens, überzeugt jedoch mit einem exzellenten Cast und einem guten Riecher für eine gute Dosis Drama und Humor. Dafür gibt es 08 von 10 Punkten.

Bohemian Rhapsody läuft seit dem 31.10.2018 in den deutschen Kinos.

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