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Ein Vorwort

Mit Whiplash und La la Land hat sich Damien Chazelle nicht nur unter Musikfreunden bereits einen Namen gemacht. Doch während seine vorherigen Filme zwar beide Oscarnominierungen bekamen, waren sie nur in ausgewählten Kinos zu sehen. Sein neuster Streich Aufbruch zum Mond dagegen schaffte es nun sogar bis in die Provinzkinos. Diesmal widmet sich Chazelle Neil Armstrong, dem ersten Mann auf dem Mond, und seiner Geschichte vom Piloten und Techniker zur Legende.

Die Handlung

1961 ist Neil Armstrong (Ryan Gosling) noch Testpilot. Nach einem Schicksalsschlag in der Familie zieht er mit seiner Familie nach Florida, um dort am Gemini Projekt teilzunehmen. Damit ist er sehr früh und bei allen Vorphasen zur Apollomission dabei. Dabei verlangt ihm der Job viel ab, so dass er selten genug Zeit für seine Frau (Claire Foy) und seine Söhne hat.

Meine Meinung

Aufbruch zum Mond ist ein Film, der vieles richtig macht und daher auch zu Recht von den Kritikern in den höchsten Tönen gelobt wird. So schafft es Chazelle in seinen 142 Minuten Laufzeit 8 Jahre Raumfahrtgeschichte unterzubringen und trotzdem Zeit zu haben, um auch den persönlichen Bereich Armstrongs zu erforschen. Dabei stützt sich das Drehbuch auf das Buch First Man von James R. Hansen. Der Historiker hat selbst für die NASA gearbeitet und stützt sich auf viele persönliche Quellen und private Dokumente. Dadurch ist Aufbruch zum Mond unglaublich authentisch geraten. Dennoch werden die komplizierten Vorexperimente auch für den Laien ohne Raumfahrtstudium verständlich erklärt. Gleichzeitig schafft der Film den Drahtseilakt, um die ganzen Opfer der Vorexperimente zu erwähnen, zu würdigen und Platz für Trauer zu schaffen und dennoch das Thema nicht zu überdramatisieren. Dennoch hätte man zwischendurch einzelne Experimente abkürzend zeigen können, um so die Gesamtlänge zu kürzen.
Ebenfalls positiv zu erwähnen ist Claire Foy, die als Janet Armstrong immer im Schatten ihres berühmten Mannes stand. Hier bekommt sie zwar nicht unbedingt viel, aber doch ausreichend Spielraum, um die andere Seite zu zeigen. Denn während Neil viel Zeit in das Gemini Projekt steckt, muss Janet die Kinder fast alleine aufziehen. Dabei  ist sie auch mit den Frauen der verstorbenen Männer konfrontiert und wird zunehmend zum psychischen Wrack, da sie eigentlich nur ein normales Leben möchte und doch ständig Angst um ihren Mann haben muss. Genau diesen Zwiespalt setzt Foy gekonnt um, auch wenn sie hinter ihren gewohnten Fähigkeiten bleibt.
Ryan Gosling hingegen schafft es zwar Neil Armstrong zu porträtieren, doch gerade bei den Szenen, die eine gewisse Finesse benötigen, schwächelt er. So schafft er es nicht, wie bereits bei La la Land, seinem Charakter Tiefe zu geben.
Das größte Manko ist jedoch die Kameraarbeit. Während die Wackelkameraoptik bei den Start- und Landungsszenen noch authentisch wirkt und positiv hervorgehoben werden kann, wird dies leider auch während normaler Dialogszenen angewandt. Das führr dazu, dass sich der permanente Wackeleffekt leider auch auf die Mägen der Zuschauer auswirken kann. Zumindest ich vertrage so viel starkes Gewackel nicht und hatte am Ende mit Übelkeit zu kämpfen (auch wenn es nicht ganz so schlimm war, wie bei Hardcore…). Das führt natürlich dazu, dass ich persönlich den Film schlechter fand, als meine Begleiter, die davon nicht betroffen waren. Aber gerade in einfachen Dialogszenen hätte man die Kamera auch einfach mal stillhalten können.

Das Fazit

Aufbruch zum Mond ist in seinen Grundzügen ein gut erzählter Film mit kleineren Schwachstellen und leider einer stärkeren Schauspielerin als Nebencharakter (Foy) als der Schauspieler des Protagonisten (Gosling). Ebenfalls gibt es einen persönlichen Minuspunkt, weil mir von der Kameraführung schlecht geworden ist. Daher gibt es 07-01 von 10 Punkten.

Aufbruch zum Mond läuft seit dem 08.11.2018 in den deutschen Kinos.

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