Schlagwörter

, , , , ,

Ein Vorwort

Kurz vor der nahenden Adventszeit bringt uns Disney nun eine der ersten weihnachtlichen Filme der Saison. Bei den bis vor kurzem noch relativ warmen Temperaturen vielleicht etwas ungewohnt. Dabei bedient sich Disney sowohl E.T.A. Hoffmanns literarische Vorlage, als auch Tschaikowskis Ballett, dennoch wird eine neue Geschichte erzählt. Ob dies gelingt, erfahrt ihr hier.

Die Handlung

Clara Stahlbaum (Mackenzie Foy) leidet zusammen mit dem Rest ihrer Familie unter dem Tod ihrer Mutter. Am Weihnachtsabend ist sie daher gar nicht begeistert auf die Feier ihres Onkels Drosselbart (Morgan Freeman) zu gehen und Konversation zu betreiben. Doch bei dem alljährlichen Geschenkeauspacken folgt sie den Spuren des letzten Geschenks ihrer Mutter und landet in einem verborgenen Reich. Dort wartet ein großes Abenteuer auf sie.

Meine Meinung

Nach dem ersten Trailer war nicht so ganz klar, in welche Richtung sich Der Nussknacker und die vier Reiche entwickeln wird. Das es eine magische Geschichte wird, war klar, jedoch nicht, inwieweit sich der Film an die Vorlagen hält oder ob er eine gänzlich neue Geschichte erzählen wird. Die Antwort ist: Beides. Denn in einigen Grundzügen hält sich der Film an die Vorlagen. So tauchen altbekannte Figuren auf, wie Clara Stahlbaum, Onkel Drosselbart, der Nussknacker und auch der Mäusekönig. Jedoch ist die eigentlich erzählte Geschichte eine völlig andere. So wird das Fantasiereich in vier Bereiche unterteilt, wobei das Vergnügungsland verstoßen wurde. Die größte Änderung dürfte jedoch die Motivation der Charaktere sein. Während im klassischen Stück der Nussknacker verflucht wurde und Clara ihn rettet, indem sie sich in ihn verliebt, wird hier die gesamte Liebesgeschichte weggelassen. Der Nussknacker ist lediglich der beste Freund Claras. Es geht hier vielmehr um Vertrauen, Verrat, den Abbau von Vorurteilen und an erster Stelle auch die Verarbeitung des Todes eines geliebten Menschen. 
Das größte Augenmerk des Films ist jedoch nicht die Geschichte. Diese, wenn auch größtenteils neu, orientiert sich im Ablauf sehr stark an altbekanntem. So ist selbst die Wendung am Ende ab einem gewissen Punkt keine große Überraschung mehr. Stattdessen schafft es Disney hier einmal mehr einen Augenschmaus zu schaffen. Die gesamte Optik des Films schlägt einen in den Bann und gerade im Fantasiereich ist hinter jeder Ecke etwas neues zu entdecken. Dabei wird eine Welt, so bekannt und doch so neu, geschaffen, die Groß und Klein begeistert. Dazu schafft es Komponist James Newton Howard die bekannten Kompositionen Tschaikowskis zu adaptieren und weiterzuspinnen, sodass der Soundtrack durchgehend wie das Ballett klingt, obwohl viele Stücke komplett neu sind. Diese fügen sich damit perfekt in die Szenen ein und vermitteln im neuen Stoff ein Stück Nostalgie. 
Schauspielerisch braucht sich Mackenzie Foy nicht hinter Schauspielgrößen wie Keira Knightley und Helen Mirren zu verstecken. Im Gegenteil übertrumpft sie hier doch durch ihr zurückhaltendes Spiel Knightley sogar. Denn während Mirren altbekannt auf hohem Niveau spielt, gerät Knightley immer wieder an die Grenze zum Übertriebenen. Ist ihre Rolle zwar genau darauf ausgelegt, so legt sie noch eine Schippe drauf, sodass es mit Fortschreiten des Films immer anstrengender wird, ihr zuzusehen. 
Am Ende gibt es dann nur noch eine Sache wirklich zu kritisieren. Nämlich die nicht vorhandene Altersbeschränkung. Denn Clara trifft im Fantasiereich nicht nur auf schöne Dinge und gerade einzelne Szenen im Vergnügungsreich bedienen sich Horrorfilmelemente inklusive Horrorclowns und vom Boden verschluckte Soldaten. Dies dürfte gerade jüngere Kinder doch noch ängstigen. 

Das Fazit

Der Nussknacker und die vier Reiche erfindet das Rad nicht neu und die Geschichte erinnert an viele ähnliche Filme, dennoch gelingt es gerade durch die unglaubliche Optik und dem gelungenen Soundtrack doch einen schönen Film zu schaffen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Der Nussknacker und die vier Reiche läuft seit dem 01.11.2018 in den deutschen Kinos.

Advertisements