Die Bullyparade – der Film

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Am 17.08.2017 erschien die Bullyparade in Spielfilmlänge in den deutschen Kinos.

In fünf kurzen Episodenfilmen erweckt Michael „Bully“ Herbig seine bekanntesten Figuren wieder zum Leben. Seien es Winnetou und Old Shatterhand aus „Der Schuh des Manitu“ oder die Besatzung aus „(T)Raumschiff Surprise“.

Michael Herbig dürfte den meisten ein Begriff sein, immerhin schuf er mit seinem Film „Der Schuh des Manitu“ einen der erfolgreichsten deutschen Filme. Nun besinnt er sich auf seine Anfänge mit der Episodenschow „Bullyparade“. So trommelte er sein Team mit Rick Kavanian und Christian Tramitz erneut zusammen, holte weitere alte Gesichter aus den bereits erschienenen Kinofilmen, wie Sky du Mont, dazu und lud einige bekannte deutschen Schauspieler dazu, wie Elyas M’Barek. Der Plan: fünf kurze Episodenfilme zu drehen und auf die große Leinwand zu bringen.
Diese könnten unterschiedlicher nicht sein. Und genau das ist gut so, denn selbst wenn man von einer Episode weniger überzeugt ist, so trifft eine andere wieder eher den eigenen Humor. Prämisse dafür ist allerdings, dass man grundsätzlich mit Herbigs Humor zu recht kommt. Wer noch nie etwas mit ihm, seinen Filmen oder seinen Shows anfangen konnte, wird auch hier wieder nicht auf seine Kosten kommen. Für alle anderen sind einige wirklich schöne Witze dabei, so dass der Boden gerne mal vor Lachen aufgesucht wird. Andere Gags hingegen scheinen einfach zu konstruiert und zu gewollt, dass sie einfach nicht zünden können. Aber das schöne am Episodenfilm bleibt, wenn einem die Handlung nicht gefällt, ist es ja schnell wieder vorbei. Leider sind die beiden stärksten Episoden auch die beiden kürzesten. Und gerade die bekanntesten Rollen des Trios scheinen irgendwie nach ihrem Solofilm fertig erzählt.
Trotzdem macht „Bullyparade – der Film“ einfach Spaß. Die bekannten Rollen wieder finden, die neuen Rollen entdecken und nebenbei nach bekannten Gastauftritten suchen. Für 100 Minuten einfach abschalten und sich auf die Witze einlassen.
Vor allem mit einem kann der Film überzeugen: Seiner Liebe fürs Detail. Gerade im Bühnenbild überzeugt Herbig wieder einmal, warum der Film auf der großen Leinwand gezeigt wird. Ob man sich wirklich in den Wilden Westen zurückversetzt fühlt, oder eine ganz neue Welt erkundet.

Alles in allem schafft Bully Herbig einen Film mit seinem typischen Humor, der abwechselnd Stärken und Schwächen zeigt. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

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Media Monday #322

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Hallo ihr Lieben,
und schon wieder bricht eine neue Woche an, wie die Zeit doch manchmal rennt. Läuten wir sie wie gewohnt mit dem Media Monday von Wulf ein.

Media Monday #322

1. Empfehlungen der Marke „XYZ musst du unbedingt sehen/lesen“ verfolge ich dann, wenn mir eine gute Begründung gegeben wird und ich weiß, dass der Empfehler meinen Geschmack kennt.

2. Brett- und Kartenspiele wären ja auch etwas, worüber ich gern mal bloggen würde, wenn ich mehr Zeit hätte. Ich bin so schon froh, wenn ich Zeit finde über alle Filme zu schreiben.

3. Von all den anstehenden Filmstarts in den kommenden vier Monaten freue ich mich erst einmal am meisten auf Killers Bodyguard, der nächste Woche anläuft.

4. Im August habe ich ja (endlich) Luke Cage gesehen. Da Defenders nun doch schneller erschien, als ich dachte, muss ich mich mit den Vorausserien etwas beeilen. .

5. Kate Morton ist wohl eine/r meine/r liebsten (Dreh-)Buch-AutorInnen, schließlich konnte mich bisher fast jedes ihrer Bücher vollständig fesseln.

6. Die Gamescom in Köln hat mich in soweit betroffen, dass mein Freund hingereißt ist und ich mehrere Tage Sturmfrei hatte.

7. Zuletzt habe ich mal wieder Ausschnitte aus „Wenn der Vater mit dem Sohne“ gesehen und das war sehr schön , weil ich Heinz Rühmann als Schauspieler sehr schätze.

Ich wünsche euch eine schöne Woche 🙂

Valerian – Stadt der tausend Planeten

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Am 20.07.2017 erschien eine Comicverfilmung von Regisseur Luc Besson in den deutschen Kinos.

Die Agenten Valerian und Laureline erhalten den Auftrag das letzte Exemplar einer ansonsten ausgestorbenen Spezies zu retten und nach Alpha – eine ehemalige Mondbasis, die inzwischen von Spezies aus allen Ecken des Universums bevölkert wird. Dort angekommen scheint etwas nicht zu stimmen. Die Agenten untersuchen diese Sache.

Luc Besson dürfte als Regisseur für Freunde von Filmen, wie Nikita und das fünfte Element durchaus ein Begriff sein und hat sich damit einen guten Ruf erarbeitet. 2014 brachte er mit Lucy zwar einen bildlich guten Film hervor, der aber ab einem gewissen Punkt in der Handlung einfach übertrieben hat und damit die Meinungen spaltete. Nun nimmt er sich die Comicreihe Valerian und Laureline vor. Der erste Aufschrei erfolgte nach der Bekanntgabe des Namens des Films, denn der weibliche Part Laureline wurde komplett entfernt, so dass der Film nun nur noch Valerian heißt. Dann erschien der erste Trailer und zwei Sachen wurden schnell klar. Erstens: Der Film würde ein visuelles Erlebnis der Sonderklasse werden und den Gang ins Kino visuell entlohnen. Zweitens: Mit dem Casting von Cara Delevigne als Laureline würde der Film einiges an Qualität verlieren.
So beginnt der Film mit einer interessanten Entstehungsgeschichte zur Raumstation Alpha und der Geschichte eines traumhaften Planetens. Dann lernt der Zuschauer die Protagonisten Agent Valerian und Agentin Laureline kennen. Und hier macht der Film den ersten großen Fehler. Er versucht verzweifelt Schauspieler Dane DeHaan als Valerian als Charmeur und Frauenheld zu etablieren. Dies wirkt an keiner Stelle authentisch und stört den bis dahin sehr fließenden Erzählfluss. Weiter geht es zu dem wirklich spannenden und gut erzählten Part der Handlung. Bis sie sich schließlich auf Alpha wiederfinden. Hier schläft die Handlung dann fast vollständig ein, während eine Menge Dialoge geführt werden, ohne den Film richtig voranzubringen. Nach und nach deutet sich ein großes Geheimnis an, das aber letztendlich sehr vorhersehbar ist und daher weder Spannungs aufbauen kann noch den Film wirklich gut macht. Nebenbei werden immer wieder Nebenhandlungen eingebaut, die zwar eindrucksvoll das Universum vergrößern, den Film aber letztendlich nur künstlich verlängern. Da helfen auch schöne Ideen nicht weiter. Im Prinzip verschießt der Film am Anfang ziemlich viel Pulver bis ihm auf halber Strecke die Puste ausgeht.
Die wirklich große Stärke des Films ist ohne Zweifel die Bilder. Die visuelle Erzeugung einer einzigartigen Welt ist ein Genuss für das Auge. Leider stehen dem einige schlechte Castingentscheidungen entgegen. Die größte Enttäuschung dürfte Cara Delevigne sein. Mit nur einem Gesichtsausdruck – genervt – ist ihre Laureline nichts weiter als eine austauschbare Puppe, auch wenn die Charakterisierung der Rolle eigentlich etwas anderes vorgesehen hat. Dane deHaan als Valerian schien angesichts seiner guten Leistungen in a cure for wellness eine gute Entscheidung. Leider passt er sich allzu oft an die schlechten Vorlagen seiner Kollegin Delevigne an und will absolut nicht in die Rolle des draufgängerischen Charmeurs passen. So hat der Film gleich zwei Hauptdarsteller, die schauspielerisch wenig leisten. Das die anderen umso mehr leisten, ist in diesem Fall leider nicht mehr viel wert. Damit verschenkt der Film sehr viel Potential und bleibt so leider im unten Mittelmaß stecken.

Alles in allem ruht sich Valerian zu sehr auf seinen Bildern aus und kann nach der Hälfte weder Handlungstechnisch, noch darstellerisch etwas bieten. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

To the Bone

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Am 14.07.2017 lief ein Film über Magersucht auf dem Streaming-Dienst Netflix an.

Ellen ist magersüchtig. Nachdem mehrere Therapien bereits fehlschlugen, besorgt ihre Stiefmutter ihr einen Platz in einem ganz neuartigen Therapieprojekt.

Erst vor kurzem hatte die Netflix Originalserie „13 reasons why“ eine heftige Diskussion ausgelöst. Nun spaltet Netflix neuer Film „To the Bone“ erneut die Meinungen und erneut wird der Film als schädlich abgestempelt. Er soll die dargestellte Magersucht verherrlichen und die Zuschauer, gerade die Teenager, eher in die Magersucht drängen, als von ihr abzuhalten. Fakt ist, dass sowohl Regisseurin Marti Noxon, als auch Hauptdarstellerin Lilly Collins magersüchtig waren. Der Film ist also nicht von Unwissenden gemacht worden, sondern von jemandem, der genau weiß, was die Krankheit mit einem macht.
Der Film setzt bereits im fortgeschrittenen Stadium ein. Protagonistin Ellen ist in einer Klinik, um ihre Magersucht behandeln zu lassen. Dabei provoziert sie bewusst, um schnellstmöglich wieder entlassen zu werden. So wird sie zurück zu ihrer „Familie“ geschickt. Doch diese ist komplett zerrüttet. Ihre Mutter lebt mit ihrer neuen Lebensgefährtin weit entfernt, ihr Vater lässt sich nie blicken und ihre übereifrige Stiefmutter versucht mit dem Thema fertig zu werden, in dem sie nach immer neuen Therapiezentren und Kliniken für Ellen sucht. Lediglich ihre Halbschwester hat ein gutes Verhältnis zu Ellen und versucht auf ihre Art für sie da zu sein. Eines Tages hört ihre Stiefmutter von einer ganz neuen Therapiegruppe. Der behandelnde Arzt Dr. William Beckham lässt betroffene Jugendliche in ungezwungener Atmosphäre zusammen wohnen und hat dabei nur wenige Regeln. Kann dies funktionieren?
To the Bone ist bestimmt kein Film, der die Magersucht in allen Facetten und in allen Entwicklungen beleuchtet. Ellen ist nicht die Magersüchtige, die alle Symptome und alle Verhaltensweisen der Krankheit in sich vereint. Ellen ist lediglich ein Beispiel. In der ersten Szene macht sie sich über eine Mitpatientin lustig, die ihre Krankheit daher hat, dass sie so aussehen möchte, wie die Models aus einer Zeitschrift. Dadurch räumt der Film bereits zu Anfang mit dem Klischee, dass alle Magersüchtigen zwangsläufig nur hungern, um wie die Models auszusehen. Im Laufe des Films werden noch andere Patienten gezeigt und bei jedem ist die Krankheit anders ausgeprägt.
Die Therapie von Dr. Beckham ist wohl der meist kritisierteste Teil des Films. Es wird von Anfang an zwar gesagt, dass er sehr experimentell und entgegen der üblichen Behandlungsmethoden ist, denn genau diese werden bewusst vermieden. Der Film will keine Klischees zeigen, sondern der breiten Masse zeigen, wie unterschiedlich die betroffenen sind. Das Magersucht eine Krankheit ist und die Betroffenen da nicht freiwillig hineinrutschen. Ob nun die gezeigten Behandlungsmethoden wirklich helfen, beantwortet der Film nicht. Denn ebenso wie viele Ursachen es geben kann, mindestens genauso viele verschiedene Behandlungsmethoden muss es geben.
Auch wurde kritisiert, dass Lilly Collins, obwohl sie sich für den Film erneut unter medizinischer Aufsicht herunterhungerte, viel zu hübsch bliebe. Vor allem ihr Gesicht zeigt kaum Anzeichen der Krankheit. Erst wenn die Kamera von ihrem Gesicht tiefer fährt, entdeckt der Zuschauer das gesamte Ausmaß. Den Film für seine hübsche Darstellerin nun zu verurteilen, scheint nicht angebracht, da Lilly Collins in ihrem Spiel wirklich die Krankheit in den Vordergrund setzt und diese glaubwürdig herüberbringt.
To the bone ist ein Film, der sich traut ein bisher verschwiegenes Thema aufzugreifen und zu beleuchten. Natürlich tut er es nicht mit allen ausführenden Erläuterungen, die beispielweise eine Dokumentation mit sich bringen würde, aber zeigt trotzdem, dass vollständiges hungern dem Körper eher schadet, als nützt. Wenn sich Teenager von diesem Film inspirieren lassen, um Magersüchtig zu werden, dann gab es vorher schon deutlich größere Ansätze, denn der Film verherrlicht an keiner Stelle die Magersucht. Über die Handlung gerade mit der sehr gewollten Liebesgeschichte, lässt sich natürlich streiten, aber seine Thematik nimmt der Film ernst.

Alles in allem greift To the Bone ein schwieriges Thema auf und behandelt dieses Ernsthaft ohne Dokumentationscharakter. Dafür bekommt er 07 von 10 möglichen Punkten.

Media Monday #321

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Hallo ihr Lieben,
diesmal keine großen Worte vorab, da ich diesen Text noch schnell vor meiner Spätschicht tippe. Ich wünsche euch eine schöne Woche 🙂

Media Monday #321

1. Wenn schon SuperheldIn, dann doch bitteschön gut charakterisiert, mit Tiefen und gerne aus dem Marveluniversum. Oh und mit Pfeil und Bogen, wenn man es sich denn aussuchen darf. Ist hier eine gute Gelegenheit, um endlich auf einen Hawkeye Solofilm zu sprechen zu kommen?

2. Crossover und Gastauftritte von Figuren aus anderen Serien/Comics etc. gefallen mit teilweise gut. Nur wenn sie dann in einer ganzen Serienfolge die Hauptrolle übernehmen, um ihre neue Serie zu promoten stört mich das.

3. David Tennants Abschied als 10. Doctor war ein rundherum großartiges Serien-/Staffel-Finale, denn in ihr lag so viel Herz und Schmerz nahe beieinander und die Reinkarnation kam dann doch mit einer solchen Gewalt, dass es mich sprachlos und traurig, aber doch hoffnungsvoll auf Matt Smith als 11. Doctor zurückgelassen hat. .

4. Unmöglich, aber Hannibal Smith aus The A-Team und Nathan Ford aus Leverage würde ich ja gerne mal zusammen in einem Film oder einer Serie sehen, schließlich sind sie beide die Köpfe hinter einem Team moderner Robin Hoods, aber doch so unterschiedlich in ihren Plänen. Leider ist George Peppard bereits 1994 von uns gegangen, weswegen es zu diesem Treffen wohl wirklich niemals kommen wird.

5. Wenn es um die Klassiker der Literatur geht so nehmen sie 1,5 Reihen meines Bücherregals ein. Trotzdem habe ich leider noch nicht alle, die da stehen gelesen, obwohl ich mir immer wieder vornehme, wieder mehr Klassiker zu lesen.

6. Spiele zu bekannten Buch- oder Film-Reihen spiele ich nur, wenn mir das Spielprinzip gefällt. So wird niemals ein Ableger der Monopoly-Reihe in meinen Spieleschrank wandern, egal mit was für tollen Franchises sie mich locken.

7. Zuletzt habe ich wieder einmal ein paar Folgen von The A-Team gesehen und das war sehr nostalgisch , weil die technischen Errungenschaften in den 80er Jahren doch noch sehr weit zurück entwickelt waren und sich das Team daher immer ganz andere Sachen ausdenken musste, als „egal wir hacken einfach deren System“.

Baby Driver

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Am 27.07.2017 erschien ein rasanter Film mit großem Wert auf den Soundtrack in den deutschen Kinos.

Baby hat seit einem Autounfall einen Tinitus auf den Ohren und hört daher Musik, um sich zu konzentrieren. Seit einer Jugendsünde arbeitet er als Fluchtwagenfahrer für Doc und ist trotz seines jungen Alters einer der besten. Doch insgeheim und gerade seit er die Kellnerin Deborah kennenlernte, möchte er gerne aussteigen.

Bereits nach dem ersten Trailer waren zwei Sachen klar. Zum einen wird Baby Driver ein rasantes Erzähltempo haben, das genau auf den einzigartigen Soundtrack abgestimmt wurde. Zum anderen wird die Handlung nur Mittel zum Zweck sein und daher nicht ausgereift oder sonderlich originell. Und genau das sollte jedem Zuschauer beim Betreten des Kinosaals bewusst sein. Wer einen tiefgründigen Film sucht, der eine ausschweifende Handlung vorweist, der sollte sich von Baby Driver fern halten. Wer aber einen Film sucht, bei dem jede Szene und jede einzelne Bewegung der Darsteller auf den dazu eingespielten Song ausgelegt ist und der dadurch eine unglaubliche Dynamik entwickelt, der ist bei dem Film genau richtig.
Die Grundhandlung ist sehr simpel erklärt. Protagonist Baby hat einen Tinitus auf den Ohren – hört also ein ständiges Piepen. Um diesen zu übertönen und um sich konzentrieren zu können, hört er fast pausenlos Musik. In seiner Jugend hat er sich etwas überschätzt und daher Schulden beim Kriminellen Doc gemacht. Um diese abzuarbeiten, fährt er für Doc Fluchtwagen. Eines Tages lernt er Deborah kennen, die in einem Café kellnert. Er verliebt sich sofort in ihre Stimme. Nun versucht er das Fluchtwagen fahren und Deborah unter einem Hut zu bekommen, was gar nicht so einfach ist.
Auf diese einfache Handlung kommen die verschiedensten Charaktere, die durch ihre Eigenheiten dem Film schon eine ganz eigene Dynamik geben. Aber das wirklich ausschlaggebende ist der Soundtrack. Und der präsentiert viele verschiedene Facetten, wobei bei allen Songs eine Sache gleich ist. Sie passen immer zu 100% in die Szene. So hat selbst der einfach Gang zum Kaffee holen so viel Energie, wie es sonst nur ein Musikvideo ausstrahlen kann. Aber wenn der Soundtrack dann auf minutenlange Verfolgungsjagden trifft, beweist Baby Driver, wie viel die richtige Musik ausmachen kann. Und obwohl der Film sein Hauptaugenmerk auf die präzise geschnittenen Verfolgungsjagden mit dem Soundtrack legt, bleibt die Handlung doch stets nachvollziehbar und zeigt alle wichtigen Facetten. Ganz nebenbei charakterisiert er auch noch die wichtigsten Darsteller, zwar nur oberflächlich, aber es wird trotzdem nur bedingt mit Stereotypen gearbeitet.
Einen großen Teil tragen auch die guten Darstellungen zum Erfolg des Films bei. Denn neben Ansel Elgort als Baby, haben sich Schauspielgrößen, wie Kevin Spacey und Jamie Foxx versammelt. Während Spacey merklich unterfordert ist, scheint er trotzdem seinen Spaß am Dreh zu haben. Gleichzeitig zeigt Ansel Elgort noch einmal eine ganz neue Seite an sich, die sich von seinen bisherigen Rollen abhebt. Trotzdem passt sein Gesicht noch immer zu der titelgebenden Rolle, was seine gewollte Coolness im Film etwas verblassen lässt.

Auch ohne große Handlung überzeugt Baby Driver in vielen Bereichen und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 8

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Hallo ihr Lieben,
es wird mal wieder Zeit euch ein paar Filme meiner Verpasst-Liste vorzustellen, die ich inzwischen nachholen konnte.

1) Kundschafter des Friedens

Wenn der BND überfragt ist, aber dringend eine Lösung her muss, ja dann müssen die inzwischen pensionierten „Kundschafter des Friedens“, also die früheren Auslandsagenten der DDR her. So wurde im Trailer ein Generationskonflikt angekündigt im komödiantischen Stil mit ein bisschen Action. Leider schoss der Film am Ziel vorbei und konnte nur bedingt unterhalten. Neben vielen netten Ideen wurde der Film zu sehr auf Slapstick ausgelegt und konnte einfach keine Spannung aufbauen. Stattdessen mischte sich ganz nebenbei eine zu große Portion Drama mit ein, die dem Film nicht gut tat. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

2) Unsere Zeit ist jetzt

Seit neustem scheint es ja Mode zu sein, dass jeder Musiker auch schnell seinen eigenen Film bekommt. So auch Cro, der in seinem Film aber nicht seine Geschichte erzählt – wie noch Bushido in „Zeiten ändern dich“ – sondern eine fiktive Geschichte über eine Ideenausschreibung zu seinem eigenen Kinofilm. Vanessa, Ludwig und Dawid gewinnen diese und versuchen nun ihre Ideen umzusetzen. Dabei geht es im Film mehr um die Beziehungen der Charaktere untereinander, als wirklich um Cro und seine Musik. Einerseits ist dies mal ein neuer Ansatz für einen Musikerkinofilm, andererseits krankt der Film an der nicht ausgereiften Handlung und dem sehr sprunghaften Drama zwischendurch. So hat der Film zwar gute Ansätze, weiß aber nicht so richtig, was er aussagen soll und sagt daher einfach gar nichts aus und verliert sich in zu vielen einzelnen Handlungssträngen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

3) Gods of Egypt

So viel Gold hat die Leinwand wohl seit Onkel Dagoberts Geldspeicher nicht mehr gesehen. Dazu wurden allerlei bekannte Schauspieler gecastet von Gerard Butler über Geoffrey Rush bis zu Nikolaj Coster-Waldau. Doch auch der größte Prunk und die besten Schauspieler können eine abstrose, mit CGI zugebombte Handlung nicht retten. Hier wurde die ägyptische Mythologie genommen und solange darauf eingeprügelt, bis nes ins 08/15 Hollywood Klitschee passte. Abgesehen von ein paar Orten und ein paar Namen ist nicht viel von ihr übrig geblieben. Wäre die Geschichte nun wenigstens spannend oder interessant, hätte man darüber hinwegsehen können, aber so versagt der Film auf ganzer Linie. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

4) Can a song save your life?

Was wenn Musik deine ganze Leidenschaft ist, aber das Leben einfach immer wieder dazwischen funkt? So erzählt der Film liebevoll die Geschichten von Gretta, die von ihrem inzwischen erfolgreichen Musikerfreund betrogen wurde und Dan, der aus seinem eigenen Musiklabel gefeuert wurde. Zusammen suchen sie ihren eigenen Weg und leben dabei ihre Liebe zur Musik voll aus. Der Film hat vielleicht nicht die ausuferndste oder originellste Handlung, aber er macht es mit einer Menge Charme und einem tollen Soundtrack wieder wett. Gleichzeitig merkt man den Schauspielern an, dass sie eine Menge Spaß bei den Dreharbeiten hatten und so ist es einfach ein Feel-Good-Movie. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

5) A royal Night

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wollen die beiden Schwestern Elisabeth und Margaret sich dem Feiertrubel auf Londons Straßen anschließen. Das Problem an der Sache ist nur, dass sie die Prinzessinen des Landes sind. Aus dieser Grundvoraussetzung wird ein charmanter kleiner Film, der ganz nebenbei die verschiedenen Charaktere von Margaret und Elisabeth untersucht, aber auch die Nachwirkungen, die der Krieg hinterlassen hat. Dabei braucht er keine große ausufernde Handlung und schafft es trotzdem Spannung aufzubauen und zu halten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Media Monday #320

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Hallo ihr Lieben,
nach meinem Festivalwochenende bin ich inzwischen wieder trocken und konnte allen Schlamm entfernen – und ja wir sind komplett abgesoffen! Aber ohne große weitere Worte kommt hier der Media Monday von Wulf.

Media Monday #320

1. Düstere Zukunftsvisionen oder schlicht Dystopien kommen bei mir teilweise gut an. Kommt halt drauf an, wie gut sie umgesetzt sind.

2. Wenn nächste Woche Freitag bei Netflix „The Defenders“ starten kommt in mir das schlechte Gewissen hoch, weil ich bei den Vorserien „Luke Cage“ und „Iron Fist“ gar nicht auf dem aktuellen Stand bin. Vielleicht hol ich das noch nach. Vielleicht schau ich mir aber auch erst die erste Folge „Defenders“ an, um zu sehen, ob ich das Vorwissen überhaupt brauche.

3. Jeremy Renner oder Ivan Rheon wäre für mich allein ja schon Grund genug, einen Film oder eine Serie zu sehen. Aber trotzdem muss die Handlung mich auch ein bisschen interessieren.

4. Wenn ich so überlege, dürfte ich so ziemlich jeden Film von/mit Jeremy Renner kennen, würde ich gerne sagen, aber leider habe ich immer noch nicht alle Filme gesehen.

5. Tom Hiddlestone für die Serie Doctor Who zu gewinnen, wäre in meinen Augen ein echter Coup, schließlich haben wir nun einen weiblichen Doctor und Hiddlestone wäre ein echt hübscher Companien…

6. Nachdem ich Divergent gesehen habe hatte, musste ich dringend die Buchreihe dazu lesen, immerhin verraten die Bücher meistens mehr über das Innenleben der Charaktere und die Fortsetzungen waren bereits erschienen, so dass ich nicht mehr auf die Filmfortsetzungen angewiesen war.

7. Zuletzt habe ich das Mera Luna besucht und das war eine echt schlammige Angelegenheit, weil es sehr viel geregnet hat und die Grasflächen in Sümpfe verwandelt hat. Aber immerhin konnte ich mindestens eine neue Band entdecken, die ich nun häufiger hören werde.

Ich wünsche euch noch eine schöne Woche 🙂

Eure Shalima 🙂

American Gods

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Bereits vor der Ausstrahlung der ersten Folge war die neue Serie „American Gods“ in aller Munde. Ähnlich wie bei Westworld weckte dieser Vorhype mein Interesse und ich sah mich mir die Serie an.

Shadow Moon wird nach einem Gefängnisaufenthalt von dem undurchsichtigen Mr Wednesday als Bodyguard „gecastet“. Zusammen reisen sie durch das Land und treffen auf allerhand alte und meistens fast vergessene Götter, während sie von den neuen Göttern verfolgt werden.

Was macht ein Gott zu einem Gott? Laut der neuen Serie „American Gods“ einfach nur die Tatsache, dass die Menschen an ihn glauben. So landeten mehrere Götter in Amerika, weil die Menschen an sie glaubten. Doch mit der Zeit verblasste die Erinnerung an die alten Sagen und somit auch der Glaube an die Götter immer mehr. In Amerika wuchs der Glaube an technische Entwicklungen und die Medien. Dadurch konnte die sogenannten neuen Götter entstehen. Nun inszeniert die Serie „American Gods“ genau diesen Konflikt. Es sind die alten Götter, die sich erheben wollen und die neuen Götter, die genau dies verhindern wollen.
Das Problem an der Serie ist jedoch, dass diese Handlung so genau gar nicht erkennbar ist. Stattdessen werden immer wieder einzelne Handlungsabschnitte gezeigt, die auf dem ersten Blick gar nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Und auch die Haupthandlung um Shadow Moon und Mr Wednesday und ihren Trip quer durch die USA erklärt so wenig von den Absichten dahinter, dass auch dieser sehr willkürlich wirkt.
Die erste Staffel besteht aus acht Folgen und erst die achte gibt ein wenig Aufschluss auf das Ziel der Serie. Dadurch macht aber die letzte Folge auch unglaublich viel Freude auf die nächste Staffel. Nachteil daran ist, dass man sich erst durch die Folgen davor wühlen muss. Gerade die ersten Folgen, die einem eigentlich den Einstieg in die Serie ermöglichen sollen, sind so wirr und ohne Aussage, dass der einzige Antrieb die Serie weiterzugucken der ist, endlich zu erfahren, worum es hier denn geht. Keine gute Voraussetzung.
Bryan Fuller inszeniert die Serie mit seiner einzigartigen Handschrift aus guten Schauspielern und vor allem faszinierenden Bildern. Seine immer sehr ruhige Erzählweise, die er bereits bei der Serie Hannibal frei auslebte, lassen allerdings den Spannungsbogen sich nicht so richtig aufbauen. Seine Erzählweise mag bei Hannibal durchaus funktioniert haben, hier scheint sie doch teilweise sehr unpassend. Fullers Drang jede Folge als halbes Kunstwerk zu inszenieren, führt zwar zu den schönen und unverkennbaren Bildern, aber stört auch irgendwo die Erzähldynamik. So kann man American Gods zwar als Aneinanderreihung von kunstvollen Bildern sehen, doch kränkelt die Serie dadurch an einer erkennbaren Handlung.
So pendelt die Serie zwischen guter Grundidee und übertriebener Umsetzung. Das die Serie ihren ganz eigenen Reiz hat, kann man ihr nicht einmal aberkennen. Denn irgendwo schafft sie es doch die Zuschauer an sich zu binden und große Erwartungen an die zweite Staffel zu schüren. Die Charaktere und auch die Geschichten der verschiedenen Götter sind interessant. Es scheitert bei der Serie einfach nur an der Konsequenten bzw. aussagekräftigen Umsetzung. Und ein bisschen mehr Hintergrundwissen zu den behandelten Göttern wäre manchmal auch nicht schlecht. Ich kenn mich nicht in jeder Mythologie perfekt aus.

Alles in allem ist die erste Staffel lediglich eine Weichenstellung für die zweite und kränkelt an Bryan Fullers Stil, der einfach nicht so richtig funktionieren will.

Cinemathek: Moonlight

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Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Moonlight. Der Film lief ursprünglich ab dem 09.03.2017 in den deutschen Kinos.

Chiron lebt in Miami, ist Afroamerikaner und schwul. In drei Abschnitten wird sein Leben und seine Identitätssuche erzählt.

Es war der Skandal bei der diesjährigen Oscarverleihung. Während sich das Team von La La Land bereits freute die Königsdisziplin „bester Film“ gewonnen zu haben, ging im Hintergrund das Gerenne los. Bis schließlich wieder jemand ans Mikrofon trat und verkündete, dass es sich um eine Verwechslung handele und der rechtmäßige Gewinner Moonlight seie. Nachdem dann auch geklärt war, dass es sich nicht um einen Scherz handle, sondern wirklich Moonlight gewonnen hätte, war das Chaos auf der Bühne perfekt. Dieses Spektakel dürfte vielen zuerst einfallen, wenn sie an den Film Moonlight denken. Doch was kann der Oscargewinner nun?
Regisseur Barry Jenkins erzählt uns die Geschichte von Chiron. Chiron lebt in Miami, ist Afroamerikaner und schwul. Das ist die Ausgangssituation. In drei Lebensabschnitten, als Kind, als Teenager und als Erwachsener bekommt der Zuschauer Einblicke in Chrions Leben, das von seiner Identitätssuche und seiner Suche nach Vorbildern geprägt wird.
Zunächst zeigt Jenkins uns Chrions Kindheit, in der er von den meisten Leuten „Little“ genannt wird. Da seine Mutter drogenabhängig ist, ist er oft auf sich alleine gestellt. In Juan entdeckt er zusammen mit dessen Freundin Teresa Ersatzeltern. Doch Juan ist selbst Drogendealer und damit nicht ganz unschuldig an der Sucht von Littles Mutter.
Nach einem harten Schnitt wird das Teenagerleben von Chiron gezeigt, der inzwischen bei seinem richtigen Namen genannt wird. Auch als Teenager kämpft er noch mit den drogenabhängigen Launen seiner Mutter. Hinzu kommt seine Homosexualität, die er nicht offen zugeben mag, da er sowieso schon in einem Strudel aus Mobbing und Erniedrigungen steckt.
Nach einem weiteren harten Schnitt sehen wir Chiron als Erwachsenen. Inzwischen nennt er sich selbst Black und orientiert sich im Lebensstil an sein Vorbild aus Kindheitstagen Juan. Doch ein Anruf seines Kindheitsfreunds Kevin bringt ihn so sehr ins Wanken, dass er seiner alten Heimat Miami einen Besuch abstattet, obwohl er ihr seit Jahren den Rücken gekehrt hatte.
Moonlight zeichnet sich vorallem dadurch aus, dass er sehr wenig Dialoge hat, weswegen auch sehr wenig erklärt wird. Es wird vom Zuschauer erwartet in Handlungen und Blicke sehr viel hinein zu interpretieren. Dies klappt trotz guter Schauspielleistungen nur bedingt und so bleiben am Ende jeden Abschnittes mehr Fragen offen als beantwortet.
Mit einer Laufzeit von 111 Minuten ist Moonlight zu lang, um Spannung aufzubauen. Während dies in Abschnitt eins und zwei noch teilweise gelingt, baut Abschnitt drei in Spannungsfragen noch einmal ab und gerade das Ende zieht sich. Hier hätte man die ganze letzte Szene im Diner wegkürzen können und dem Film hätte nichts an Aussage gefehlt. Auch hat Moonlight zwar die Thematik der Homosexualität angesprochen und auch geht auch in ein paar Szenen drauf ein. Leider wird die thematik dennoch zu sehr vernachlässigt, als das sie eine wirkliche Rolle im Film spielt. Das Thema der Identitätsfindung und der Drogen sind viel präsenter, so dass es gereicht hätte sich auf diese beiden zu konzentrieren und trotzdem wäre ein runder Film bei herausgekommen.
Moonlight konnte von acht Nominierungen immerhin drei Oscargewinne einheimsen. Ob Moonlight nun wirklich ein besserer Film als seine Mitnominierungen war, darüber lässt sich streiten. Mahershala Ali gewann die Kategorie bester Nebendarsteller. Dies für seine doch relativ einfach gestrickte Rolle und seine kurze Screentime scheint doch von anderen Faktoren bestimmt, als die tatsächliche Leistung. Einen Dev Patel in Lion konnte er nicht übertrumpfen in seiner Darstellung. Auch der Oscar als bestes adaptiertes Drehbuch scheint angesichts der Konkurrenz nicht so richtig berechtigt.

Alles in allem erzählt Moonlight eine gute Geschichte, aber mit Schwächen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.