Rückblick auf den Januar 2019

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Der erste Monat des neuen Jahres ist vorbei und ich muss sagen, dass ich erstaunlich wenig Medien konsumiert habe. So wenig Filme habe ich seit Jahren nicht mehr in einem Januar im Kino gesehen. Der Januar ist meist einer meiner Kinoreichsten des Jahres. Mal gucken, wie es sich am Ende des Jahres auf meine Statistik auswirkt.

Sneak Previews

Holmes & Watson: Schon jetzt einer der schlechtesten Filme des Jahres. Ekelhafter Fäkalhumor gepaart mit Sexismus. Es bleibt rätselhaft, wie er es überhaupt in die Kinos geschafft hat.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Der Junge muss an die frische Luft: Hape Kerkelings Kindheit verfilmt mit einem grandiosen Jungdarsteller. Der Film pendelt zwischen herzerwärmenden Momente, lustigen Einlagen, aber vor allem viel Kummer. Taschentücher sollte man bereithalten!

Glass: M. Night Shyamalan rundet seine Trilogie nach Unbreakable und Split ab. Qualitativ kommt er an seine eigenen Werke nicht mehr heran, schafft es aber doch wieder am Ende vollkommen zu überraschen.

Ralph breaks the Internet: Trägt den deutschen Titel Chaos im Netz und schickt Randale Ralph und seine Freundin Vanellope in die großen Weiten des Internets. Neben vielen lustigen Einzelszenen und coolen Darstellungen von Internetphänomenen, schafft er es aber auch eine runde Geschichte über Freundschaft zu erzählen.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Rocky 2 & 3: Apollo Creed will einen Rückkampf haben, den Rocky nun tatsächlich gewinnt. Dafür muss er sich im dritten Teil Mr. T stellen, der ganz schön gemein sein kann. Damit wäre ich nun bereit, dass Creed auf Ivan Drago trifft, womit ich dann wohl auch Creed verstehen dürfte.

The Circle: ist ein soziales Netzwerk, dass wohl alle Intentionen von Facebook & Co zusammenfassen dürfte. Tom Hanks versucht Emma Watson dazu zu bringen, der erste komplett gläserne Mensch zu werden. Nette Idee, leider wurde das Thema nicht subtil, sondern mit Vorschlaghammer, umgesetzt. Verliert dadurch ziemlich an Wirkung.

Battle of the Sexes: verfilmt das legendäre Tennismatch zwischen Billie Jean King und Bobby Riggs. Dabei ging es vor allem um die Rechte der weiblichen Tennisspielerinnen, die vor allem, wenn es um die zu gewinnenden Preise ging sehr oft benachteiligt wurden. Eine sehr stark spielende Emma Stone trifft auf einen etwas schwächelnden Steve Carell, in diesem starken Biopic.

Unbreakable: In Vorbereitung zu Glass, habe ich dann auch einmal den ersten Teil nachgeholt. Nach Split bin ich mit etwas falschen Vorstellungen an den Film gegangen, trotzdem gefiel mir Shyamalans Vorstellung von Held und Schurke bzw. deren Findungsphase sehr interessant und gut umgesetzt.

Die Verurteilten: Als erster Film meiner Bucketlist (Details folgen) lief „The Shawshank Redemption“, der seit Jahren bei IMDB die Topliste anführt. Basierend auf einer Stephen King Kurzgeschichte, merkt man Kings Schreibstil deutlich in den Dialogen. Ein sehr gelungener Film, der zwischen deprimierend und hoffnungsvoll hin und her schwankt.

Birdbox: Bekannt geworden vor allem durch die ziemlich hirnrissige „Birdbox-Challenge“, kam mir die Handlung doch sehr bekannt vor. Und tatsächlich hatte mein bester Freund bereits vor einiger Zeit das Buch gelesen und mir davon erzählt. Die Idee hatte mich schon damals fasziniert, aber nicht genug, um das ganze Buch zu lesen. Die Netflix-Produktion konnte mich dafür umso mehr faszinieren.

Desweiteren liefen im Januar die Netflix Comedyspecials Relatable von Ellen DeGeneres (sehr empfehlenswert!) und Hard Knock Wife, sowie Baby Cobra, beide von Ali Wong. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber doch unglaublich lustig!

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Im Januar hat mein Kino einen neuen Rekord aufgestellt. Es sind unfassbar viele Filme, die auch teilweise oscarnominiert sind, erschienen und keiner davon lief hier. Stattdessen lief übrigens Kalte Füße mehrfach am Tag! Ich hoffe ein paar Filme noch nachholen zu können, in dem ich wohl mal wieder längere Ausflüge in die 1 Stunde entfernte Großstadt unternehme. 

Die Frau des Nobelpreisträgers: Glenn Close als Frau an der Seite eines wichtigen Mannes. Sie muss die starke Frau spielen, ohne je Anerkennung dafür zu kriegen. Ein interessantes Thema.

Ben is back: Lucas Hedges ist wohl der Nachwuchsschauspieler schlechthin. Nun darf er an der Seite von Julia Roberts in diesem Familiendrama rund um das Thema Drogensucht erneut glänzen.

Fahrenheit 11/9: Michael Moores Dokumentationen sind meist etwas umstritten. Dennoch gefiel mir seine Doku „Where to invade next“ sehr gut. Daher bin ich auf die neue noch immer gespannt.

Beautiful Boy: Das Gegenstück zu Ben is back mit Timothée Chalamet, ebenfalls einer der neusten Entdeckungen, geht es ebenfalls um Drogenkonsum und den Kampf des Vaters dagegen.

The Favorite: Ein oscarnominiertes Werk über Königin Anne und die Intrigen an Hof.

Green Book: Schon der erste Trailer und die Tatsache, dass Mahershala Ali mitspielt, konnte mich für den Film gewinnen.

Plötzlich Familie: Eine liebevolle Komödie über das Thema Adoption. Ich bin gespannt, was der Film wirklich kann.

Mia und der weiße Löwe: Ebenfalls eine süße Geschichte über eine etwas ungewöhnliche Freundschaft.

Serien – ein kurzer Überblick

Im Januar habe ich drei weitere Staffeln von Modern Family gesehen und bin nun mitten in der fünften Staffel. Ansonsten habe ich mal wieder das 1989er Remake der Serie Mission Impossible – Cobra übernehmen Sie gesehen. Die erste Staffel von Mission Impossible – In geheimer Mission lief nun im Januar bei mir (und ja, ich werde es nie müde zu erwähnen, dass das Filmfranchise mit Tom Cruise übrigens auf dieser Serie beruht!). Ansonsten habe ich noch das Netflix Comedyserienspecial „Comedians of the World“ verschlungen. 9 Länder mit ihren Specials habe ich bereits durch: Deutschland, Frankreich, Kanada, USA, Großbritannien, Australien & Neuseeland, Südafrika, Indien und die Niederlande.

Mein Lesemonat 

Bücher insgesamt: 4
Seiten gesamt: 1472
Seiten pro Tag: 47 im Durchschnitt
Gebunden Bücher: 1
Taschenbücher: 2
E-Book: 1

Mary Poppins kommt wieder: Nachdem Mary Poppins Rückkehr nun im Kino anlief, war es auch für mich Zeit, mich dem zweiten Buch zu widmen. Leider habe ich es nicht vor Kinostart geschafft, aber dennoch konnten mich die neuen Geschichten wieder faszinieren.

Am Ende die Zeit: Über dieses Buch bin ich auf der Comic Con in Berlin letztes Jahr gestolpert und wurde mir von der Verlegerin wärmstens empfohlen. Wirklich warm geworden bin ich mit Geschichte und Schreibstil nicht, auch wenn es mich im letzten Drittel doch noch fesseln konnte. Aber dafür, dass es eigentlich um die ägyptische Mythologie gehen sollte, kam mir gerade dieser Part sehr schwach vor.

Die tausend Teile meines Lebens: Das neuste Buch von Colleen Hoover durfte natürlich nicht in meinem Regal fehlen. Doch statt wie gewohnt eine Liebesgeschichte zu erzählen, ging es diesmal nur ganz nebensächlich um Sagan und Merit. Stattdessen ging es vielmehr im eine verworrene Familiengeschichte voller Geheimnisse und Missverständnisse. Hier musste Merit lernen, sich selbst und auch ihre Familie zu lieben. Grandios geschrieben und noch einmal eine völlig neue Thematik. Dennoch konnte es mich nicht so sehr begeistern, wie andere Werke von ihr.

The Ivy Years – Bevor wir fallen: Für meine täglichen Busfahrten brauchte ich wieder Nachschub nach leichter Nebenbeiliteratur. Die Geschichte von Corey und Hartley kam dafür wie gerufen, zumal sie sich doch etwas vom Alltagsbrei unterscheidet. Denn Corey ist querschnittsgelähmt.

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Neulich in der Sneak: Holmes & Watson

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Ein Vorwort

Verfilmungen der Werke von Sir Arthur Conan Doyle über einen der berühmtesten Detektive der Welt, kommen wohl nie aus der Mode. Sherlock Holmes überwältigte uns nicht zuletzt in der erfolgreichen BBC Serie mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle. Nun versuchte Etan Cohen sich auf dem Regisseurstuhl an einer Komödieninterpretation des Films. Wieso das Ganze der große Reinfall ist, den die schlechten Kritiken vermuten ließen, erfahrt ihr hier.

Die Handlung

Sherlock Holmes (Will Ferrell) ist mal wieder auf der Jagd nach seinem Erzfeind Moriarty (Ralph Fiennes). Dieser droht damit die Königin zu ermorden. Mit Hilfe seines treuen Assistenten Dr. Watson (John C. Reilly) versucht Holmes dies zu verhindern.

Meine Meinung

Die Handlung klingt wie so ziemlich jeder Holmes Film? Und so ziemlich wie jede zweite Serienfolge oder jede zweite Geschichte über den Detektiv? Ja, genau, denn nicht einmal hier war Regisseur und Drehbuchautor Etan Cohen wirklich kreativ. Seine Idee hinter dem neuen Werk war es, die Geschichte wie eine Parodie auf alle anderen Verfilmungen wirken zu lassen. Leider ist ihm das gründlich misslungen.
Denn anstatt wirklich Satire mäßig einzelne Ebenen der Geschichten aufzugreifen und so überspitzt darzustellen, dass sie lustig werden, wird lieber ein Drehbuch voller abstruser Dialoge, viel Fäkalhumor und einiger einfach nur noch abstoßender Szenen – das Waschen einer Leiche als sexuelle Anspielung, um nur ein Beispiel zu nennen – erstellt. Hier ist es fraglich, ob es auch nur eine Person gibt, die diesen Humor wirklich lustig findet – in meiner Kinovorstellung war es sehr leise, weil niemand lachte, aber alle regelmäßig auf die Uhr sahen, ob es endlich zu Ende ist.
Mal ganz ab gesehen von dem absolut unterirdischen Drehbuch, ist der Film ganz nebenbei auch noch ziemlich sexistisch. Die Frau ist natürlich nur dazu da, um vom Helden gerettet zu werden, um mit diversen Männern zu schlafen und kann natürlich auf keinen Fall einen akademischen Titel besitzen. Eigentlich sollte man meinen, dass wir inzwischen so weit gekommen sind, dass solche Filme keine Daseinsberechtigung haben.
Gibt es irgendetwas positives über den Film zu sagen? Nicht wirklich. Schauspielerisch wird er mit einer Lieblosigkeit gespielt. Wer sich schon bei der Handlung fragte, wie Ralph Fiennes es geschafft hat, in dem Film mitzuwirken, so wusste er selbst das wohl am wenigsten. Stattdessen steht er gefühlt durchgehend genervt, irgendwo herum und fragte sich anscheinend, wieso er noch einmal so dringend Geld brauchte, dass er sich darauf eingelassen hatte. Will Ferrell und John C. Reilly schienen zwar ab und an noch etwas Spaß an der Sache zu haben, aber wirklich ernst nahmen sie ihr Spiel auch nicht. Auch Rebecca Hall schien sehr stark unterfordert und konnte ihr genervtes Augenrollen über so manchen sexistischen Spruch kaum verbergen.
Im Endeffekt gab es tatsächlich ein bis zwei gelungene Anspielungen, die dann auch ein leichtes Schmunzeln beim Zuschauer entlockten. Tatsächlich gut parodiert war nur eine einzige Szenen, in der Holmes und Watson über ihren Gefühle sangen.

Das Fazit

Wie es ein so schlechter Film überhaupt ins Kino geschafft hat, bleibt schleierhaft. Wieso er es dann auch noch trotz seiner vielen sexistischen Äußerungen schaffen konnte, ist noch umstrittener. Es bleibt mir nur eins zu sagen: Spart euer Geld! Der Film ist von vorne bis hinten großer Mist! Dafür gibt es 01 von 10 Punkten für ein einziges Lied im ganzen Film.

Holmes und Watson läuft ab dem 07.02.2019 in den deutschen Kinos.

Comedians der Welt

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Ein Vorwort

Bereits seit längerem bringt Netflix in regelmäßigen Abständen Special zu verschiedenen Comedians auf der ganzen Welt heraus. Im deutschen Netflix sind da die deutschen Varianten, wie beispielsweise von Dieter Nuhr oder Enissa Amani zu sehen. Desweiteren die amerikanischen Varianten, von denen mich zuletzt Ellen DeGeneres und Ali Wong begeistern konnten. Doch nun geht Netflix noch einen Schritt weiter. Denn anstatt jedem Künstler ein eigenes Event zu widmen und dann mit einer Stunde Laufzeit an den Mann zu bringen, bekommen nun Künstler in den verschiedensten Ländern der Welt die Möglichkeit in Länderevents in kurzen Episoden sogenannte Comedy-„Snacks“ zu produzieren.

Die Handlung

12 Länder, 13 Events, 50 Künstler, 30 Minuten Zeit pro Künstler. So sieht Netflix neustes Comedyprojekt aus.

Meine Meinung

Über Stand-up Comedy kann man sich bekanntlich streiten. Manchmal findet man einen Komiker unfassbar lustig, einen anderen wieder gar nicht, den aber wieder ein anderes Publikum unglaublich erheiternd findet. Aber wer hat Zeit und Geld, um sich alle Programme live anzusehen, nur um dann wieder festzustellen, dass man jemanden vielleicht in kurzen Sketchen lustig findet, aber nicht in einem ganzen Programm. Und wie sieht es in den anderen Ländern aus?
Genau dafür hat Netflix nun die Lösung gefunden. Eher zufällig bin ich auf die neue Netflix Serie Comedians der Welt gestoßen. Und gleich in der ersten Folge der deutschen Ausgabe – mit Enissa Amani, Ilka Bessin und Kaya Yanar – erklärt Enissa Amani den Sinn hinter der Serie. Netflix hat sich überlegt, kleine Comedy-„Snacks“ zu produzieren, die weltweit gedreht und weltweit verfügbar sein sollen, damit die Menschen im Bus auf dem Weg zur Arbeit oder in ihrer Mittagspause eine kurze Folge der Serie sehen können und erheitert und mit guter Laune in den Tag starten können.
Dafür hat Netflix in 12 Ländern 13 Events organisiert – Kanada ist mit zwei Events vertreten, einmal in englischer und einmal in französischer Sprache – und die verschiedensten Comedians angefragt. Dabei kommt ein bunter Mix aus allen Themen heraus.
Netflix hat hier auch ganze Arbeit geleistet und überwiegend Comedians herausgesucht, die das breite Publikum durchaus lustig finden könnte. Und wenn dann doch einmal zwischendurch einer dabei ist, den man gar nicht mag, kann man entweder die Folge gleich überspringen oder 30 Minuten durchhalten. Gerade die dreißig Minuten sind ein guter Indikator, weil die Comedians ihre Geschichten nicht ewig strecken können, sondern ab einem gewissen Teil auf den Punkt kommen müssen. Und so erfährt man von so manchen Problemen mit Vorurteilen, Schwierigkeiten beim Reisen oder auch sexuellen Vorlieben. Auch wenn sich das ein oder andere Thema wiederholt, ist es doch immer wieder neu verarbeitet.
Wer Probleme mit den anderen Sprachen hat, dem ist mit Untertitel auch gut geholfen. Diese sind so übersetzt, dass man die Pointe gut mitkriegt und so auch alle Specials sehen kann.

Das Fazit

Wer sich für Comedy interessiert, gerne auch mal in einer anderen Sprache oder aus einem anderen Land, der hat hier die Möglichkeit die kurzen „Snacks“ zu genießen.

Der Junge muss an die frische Luft

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Ein Vorwort

Hape Kerkeling dürfte dem breiten Publikum durch seine Karriere als Comedian, Autor, Schauspieler oder auch Synchronsprecher bekannt sein (u. a. Olaf aus die Eiskönigin) bekannt sein. Seine Alter Egos (u.a. Horst Schlämmer) und Fernsehshows sind bekannt. 2015 erschien die erste Verfilmung zu seinem Buch „Ich bin dann mal weg“, was seine Erfahrung auf dem Jakobsweg abarbeitet. Schon hier zeigte sich seine ernstere und verletzlichere Seite. Mit „Der Junge muss an die frische Luft“ schrieb er 2014 ein Buch, in dem er mit seiner Kindheit aufräumt. Hier soll es nun um die Verfilmung von Caroline Link gehen.

Die Handlung

Hans-Peter wächst im beschaulichen Recklingshausen auf. Seine Kindheit ist geprägt von seiner ihn liebenden Familie und von seiner schon früh ausgeprägten Komikerseele. Doch während zu Hause die Probleme immer größer werden, versucht er die Stimmung mit seinen Improvisationen zu lockern, was ihm aber auch nur bedingt gelingt.

Meine Meinung

„Der Junge muss an die frische Luft“ wurde im Trailer noch als relativ lockerer Film beworben. Was hat man über den kleinen Jungen geschmunzelt, der sich als Frau verkleidete oder sich in einer Kutsche herumfahren ließ. Und genau mit dieser Stimmung beginnt der Film. Denn zunächst lernen wir Hans-Peter und seine Familie ganz genau kennen. Welche Konstellation gibt es, Vater, Mutter, Bruder, beide Großeltern, Tante, Onkel, ähnliches. Doch bereits nach dem ersten Viertel des Films, fängt die Stimmung langsam an zu kippen. Denn die Stimmung, die der Trailer noch verspricht, ist für den Film gar nicht angesetzt. Stattdessen geht es eher um das Schicksal eines Jungen, der für jeden Spaß zu haben ist und doch ein ganz großes Päckchen zu tragen hat.
Um es genauer zu sagen, geht es darum, dass seine Mutter sehr krank ist. Sein Vater ist dauerhaft auf Montage und sein großer Bruder ist ins Dachgeschoss gezogen, bekommt also auch nur noch die Hälfte mit. Also versucht der kleine Junge mit den Launen der Mutter zurecht zu kommen und sie und alle anderen regelmäßig zum Lachen bringen. Dadurch entwickelt sich schnell eine beklemmende Stimmung, die aber durch die Comedyeinlagen immer wieder aufgelockert wird. Dennoch sollte man genügend Taschentücher dabei haben.
Die Geschichte selbst wird frei von der Leber weg erzählt, ohne etwas großartig zu beschönigen. Auch wenn manche Szenen nicht explizit gezeigt werden, ist am Ende doch klar erkennbar, was passiert ist. Am Ende kommt eine runde Sache bei raus.
Schauspielerisch ist „Der Junge muss an die frische Luft“ Top besetzt. Vor allem Julius Weckauf als Hans-Peter begeistert und überzeugt in seiner Rolle vollkommen. Hier hat das Castingteam nicht nur optisch einen Volltreffer gelandet, sondern als Newcomer schafft es Weckauf bereits die schwierigsten Szenen zu meistern und angemessen rüberzubringen. Ein Jungdarsteller, von dem wir hoffentlich noch mehr sehen dürfen. Auch der übrige Cast ist gut besetzt und liefert eine solide Leistung ab, bleibt aber hinter Weckauf zurück.

Das Fazit

„Der Junge muss an die frische Luft“ ist ein sehr ernster und teilweise beklemmender Film, der seine Stimmung jedoch immer wieder aufzulockern weiß. Mit einem grandiosen Jungdarsteller begeistert der Film letztendlich, Taschentücher sollte man aber genug dabei haben. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Der Junge muss an die frische Luft läuft seit dem 25.12.2018 in den deutschen Kinos.

Die Tochter des Uhrmachers

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Ein Vorwort

Wenn ich erfahre, dass Kate Morton ein neues Buch herausbringt, dann bin ich ein paar Tage später in der Buchhandlung meines Vertrauens und kaufe es. Dabei ist es mir auch egal, dass die Hardcover, die zunächst erscheinen, einen stolzen Preis haben. Denn seit „Die fernen Stunden“ konnte mich Mrs. Morton (fast) immer vollständig in ihren Bann ziehen und mit ihren Geschichten verzaubern. So stand nun die Tochter des Uhrmachers auf dem Plan.

Die Handlung

Elodie stößt bei einem Archivjob auf einen Brief und ein Bild, die ihr keine Ruhe mehr lassen. Bei ihren Nachforschungen trifft sie auf Birchwood Manor. Einst das Haus des Künstlers Edward Radcliffe birgt es zahlreiche Erinnerungen und Geheimnisse.

Meine Meinung

Kate Morton ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an das Buch, denn bisher konnten mich (fast) alle Bücher von ihr sofort in den Bann ziehen und verzaubern. Am Anfang kam ich diesmal etwas schwieriger in die Geschichte rein, eben gerade weil ich erwartete, sofort verzaubert zu werden. Nachdem ich es jedoch noch einmal ein paar Tage liegen ließ und dann mit einer erwartungsvollen Spannung, aber nicht mehr mit hohen Anforderungen einen neuen Versuch startete, stellte sich auch bereits nach ein paar Seiten das altbekannte Gefühl ein.
Morton schafft es sofort sympathische Charaktere zu erschaffen, mit denen man mitfühlt. Hier sind es zunächst Elodie und Birdie, die damit die beiden Protagonisten bilden. Dabei ist es diesmal schwierig von Protagonisten zu sprechen, denn eigentlich steht Birchwood Manor selbst im Mittelpunkt. Es geht um die verschiedenen Bewohner von einer Tragödie im Jahre 1883 bis in die heutige Zeit. Dabei hat jeder seine ganz eigene Geschichte zu erzählen und doch zieht sich ein Geheimnis wie ein roter Faden durch das Buch. Dabei wird jede Geschichte mit gleichviel Respekt geschrieben und kein Aspekt scheint unwichtig und doch kann man das große Finale mit der Aufklärung des großen Rätselns kaum erwarten. Hier wird man auch nicht enttäuscht, denn Morton verbindet alle einzelnen Handlungsstränge miteinander. Leider ist mir der Ausgang der Geschichte um Elodie dann doch etwas zu kurz gehalten und zu viel Raum für ein eigenes Ende gelassen.

Das Fazit

Eine wundervolle Geschichte über ein Anwesen, dass die Jahre überdauert im typischen Morton-Stil. Hier nach Schwachstellen zu suchen ist wirklich ein Meckern auf ganz hohem Niveau, denn auch wenn das Ende etwas zu kurz gekommen wirkt, ist es dennoch rund.

Mary Poppins‘ Rückkehr

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Ein Vorwort

1928 schrieb Pamela L. Travers ihren ersten Roman über das wohl berühmteste Kindermädchen der Welt. Mary Poppins bekam noch drei Folgebände. 1964 brachte Walt Disney dann nach langem Rechtekampf den Film ins Kino, der lose auf den Büchern basiert. So lernte das breite Publikum Familie Banks kennen und wusste, mit einem Löffelchen voll Zucker klappt alles gleich nochmal so gut. Bereits 20… nahm sich Regisseur … dem Stoff noch einmal an und erzählte die Hintergrundgeschichte zur Verfilmung, hochkarätig besetzt mit Emma Thompson als P. L. Travers, Tom Hanks als Walt Disney und Colin Farrell als Travers Vater. Hier wurde die Hintergrundgeschichte zur Mary Poppins erzählt, aber vor allem die schwierige Entstehungsgeschichte des Films. Wie viel Wahrheit wirklich enthalten ist, sei einmal dahingestellt. Nun sollte 54 Jahre nach dem ersten Film, der zweite Teil in die Kinos kommen. Schon nach dem ersten Trailer wurden die ersten zweifelnden Stimmen laut. Kann Mary Poppins‘ Rückkehr mit dem Erfolg und vor allem der Nostalgiebrille mithalten?

Die Handlung

Michael Banks (Ben Wishaw) ist inzwischen erwachsen und alleinerziehender Vater dreier Kinder. Da ihn finanzielle Sorgen plagen, soll er ein Wertpapier der Bank finden, um sein Haus behalten zu können. Seine Schwester Jane (Emily Mortimer) steht ihm dabei zur Seite. In dieser schweren Zeit kehrt Mary Poppins (Emily Blunt) zurück und sorgt für die Kinder. Immer mit dabei ist Straßenlampenanzünder Jack (Lin-Manuel Miranda).

Meine Meinung

Ich bin ein sehr großer Mary Poppins Fan. Die Lieder laufen bei mir bis heute regelmäßig rauf und runter. Inzwischen habe ich auch die ersten beiden Bände der Bücher von P. L. Travers nachgeholt. Als ich hörte, dass es eine Fortsetzung geben sollte, war ich also alles andere als Begeistert. In Zeiten von Prequels, Sequels, Remakes und Reboots war also nun einer meiner absoluten Lieblingsfilme betroffen. Ein bisschen beruhigter war ich dann, als Emily Blunt als Mary Poppins bekannt gegeben wurde. An eine Julie Andrews würde für mich zwar sowieso niemand herankommen, aber Blunt schien eine würdige Nachfolgerin.
Ich habe wirklich versucht sehr neutral an den Film zu gehen, aber natürlich war da die große Nostalgiebrille. Dennoch hat mich der Film am Ende mitgerissen. Während ich am Anfang sehr lange brauchte, um in die Geschichte reinzukommen und mich auch einige Dinge gestört haben, konnte ich am Ende doch mit einem halbwegs guten Gefühl aus dem Film gehen.
Das dürfte vor allem daran liegen, dass ich doch einige Elemente aus den Büchern wiedererkannt habe. Während die Bücher episodenartig erzählt werden, haben beide Filme eine übergeordnete Handlung. Und da im Film nur wenige Monate vergangen sind, im Film aber viele Jahre, war klar, dass einiges angepasst werden musste.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass Mary Poppins erneut ein Film ist, der zu verzaubern weiß. Mit den verschiedensten Charakteren bringt der Film größtenteils ein Lächeln auf die Lippen der Zuschauer. Mary Poppins zeigt den Kindern verschiedene „Welten“, die optisch einfach herrlich anzusehen sind. Dennoch gibt es ein paar Abstriche, die einfach nicht richtig funktioniert haben.
Zum einen wäre da die übergeordnete Handlung an sich. Die Suche nach dem Wertpapier der Bank ist zum einen in ihrem Ausgang sehr vorhersehbar, was nicht weiter tragisch wäre, wenn wir nicht Colin Firth in der Rolle des Bänkers hätten. Was weniger an Firth liegt, als vielmehr am Charakter seiner Rolle. Denn hier haben wir tatsächlich eine Art Bösewicht. Das passt leider so gar nicht in die bunte supercalifragilisticexpialigetische Welt und wirkt bis zum Ende sehr stereotypisch angelegt.
Zum anderen liegt es leider an den Liedern. Im ersten Teil noch ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg des Filmes, sind die neuen Lieder leider sehr uninspiriert, klingen sehr ähnlich und sind leider überhaupt nicht eingängig. Sobald ein Lied endet, hat man es schon wieder vergessen. Als ich diesen Kritikpunkt gegenüber meines besten Freundes äußerte (der den ersten Teil noch nicht kennt), meinte er, dass er das Grundtheme schon sehr eingängig fand. Ich musste ihm zustimmen, jedoch beruht das Grundtheme auf den Song „Ein Löffelchen voll Zucker“ aus dem ersten Film. Wirklich schön fand ich nur das Lied der Straßenlaternenanzünder, welches sich aber auch stark am Lied der Schornsteinfeger – in Gesang und Tanz – orientiert.
Emily Blunt als neue Mary Poppins funktioniert sehr gut und die wesentlichsten Züge des Charakters hat sie sehr verinnerlicht. Dennoch hat sie ein bisschen zu viel Spaß beim Dreh gehabt, was ihr die Strenge der Mary Poppins nimmt. Dennoch ist sie eine würdige Erbin von Julie Andrews – die im Gegensatz zu Dick van Dyke leider keinen Gastauftritt hatte.

Das Fazit

Mary Poppins‘ Rückkehr ist leider eine der Sequels, die nicht notwendig gewesen wären. Obwohl einige Stellen großen Spaß machen, bleibt der Gesamtfilm uninspiriert in Handlung und Liedern. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Mary Poppins‘ Rückkehr läuft seit dem 20.12.2018 in den deutschen Kinos.

Mortal Engines – Krieg der Städte: Kritik über Buch und Film

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Ein Vorwort

Durch Zufall stieß ich im letzten Jahr auf das Buch Mortal Engines von Philip Reeves, als es mir als Leseexemplar angeboten wurde. Vom Klappentext begeistert, sagte ich zu und begann zu lesen. Kurz darauf erschien der erste Trailer zu Peter Jacksons neuestem Werk. Ich war noch mehr angefixt von der Geschichte, denn durch Jacksons Vision wurde die Geschichte nun beim Lesen noch lebendiger. Leider enttäuschte mich das Buch immer mehr. Trotzdem gab ich dem Film eine Chance. Konnte er die Fehler des Buches richten?

Die Handlung

Im dritten Jahrtausend hat sich die Menschheit im sogenannten 60-Minuten-Krieg fast vollständig selbst zerstört. Die übrig gebliebenen Städte haben sich mobil gemacht und versuchen nun nach dem Städtedarwinismus zu überleben. Das heißt, das die größeren Städte die kleineren „fressen“, um sich Sklaven, Rohstoffe und Lebensmittel zu sichern. Der junge Tom Natsworthy (Robert Sheehan) lebt als Historiker in London, eine der größten der rollenden Städte. Sein großes Vorbild Thaddeus Valentine (Hugo Weaving) wird nach einem erfolgreichen Beutezug von der geheimnisvollen Hester Shaw (Hera Hilmar) angegriffen, die jedoch fliehen kann. Valentine voller Angst vor dem was Hester weiß und Tom erzählt haben könnte, der die Verfolgung aufnahm, stößt ihn ebenfalls durch einen Müllschacht. Auf einmal ist er auf Hesters Hilfe angewiesen und erfährt ihre Geschichte. Eine Verfolgungsjagd beginnt, denn Valentine will mit Hilfe der geheimnisvollen Waffe Medusa den Wall der Anti-Traktions-Liga durchbrechen will. Tom und Hester wollen aus unterschiedlichen Gründen zurück nach London.

Das Buch

Ihr seid ein wenig verwirrt durch die lange Handlungszusammenfassung? Dann wisst ihr, wie es mir ging, als ich das Buch las. Denn ständig wurden neue Orte und Personen in den Raum geworfen, die man als Leser aber nicht so schnell zuordnen kann. Hinzu kommen Begriffe, wie Städtedarwinismus und Anti-Traktions-Liga, die man sich zwar noch irgendwie logisch herleiten kann, die aber als selbstverständlich vorausgesetzt werden.
Aber fangen wir noch einmal ganz von vorne an. Reeve versetzt den Leser direkt in eine Welt, die der unseren zwar noch entfernt ähnelt, aber durch den sogenannten 60-Minuten-Krieg fast vollständig ausgelöscht wurde. Was es genau damit auf sich hat, bleibt bis zum Ende ungeklärt. So lernt der Leser zunächst den Historiker-Lehrling Tom kennen, der die Geschichte bis zum Ende begleitet. Er kann uns zwar das Leben in London ein wenig erklären, aber alles darüber hinaus ist auch für ihn neu.
Handlungstechnisch hat sich Reeve leider sehr auf den Spannungsfaktor konzentriert. So werden Tom und Hester auf ihren Weg zurück nach London von einer brenzligen Situation in die nächste gestoßen und kommen daher leider nicht dazu ihre Situation genauer zu beschreiben oder ihre Welt zu erklären. Bis zum Ende bleibt alles ein Mysterium. Sie treffen auf Charaktere, die man ein paar Seiten später schon wieder vergessen hat.
Der zweite Handlungsstrang spielt auf London und begleitet Valentines Tochter Catherine. Dieser ist dann zwar sehr actionarm, dafür voller Geheimnisse, die es zu lüften gilt. Leider braucht Catherine dafür sehr viel Zeit, so dass man am Ende fast schon wieder vergessen hat, auf welche Auflösung man genau noch wartet. Dennoch sind die Passagen ganz gut, um wieder Ruhe einkehren zu lassen.
Leider verwirrt sich das Ende dann wieder in einer Actionwut. Tom und Hester haben zwischenzeitlich Hilfe von Anna Fang erhalten, eine Pilotin der Anti-Traktionisten. Irgendwo zwischendrin ging es auch noch um eine Art Roboter und warum Valentine Hesters Mutter ermordet hat. Das ist übrigens ihr Motiv für den Mord an Valentine. Ihr seid jetzt noch mehr verwirrt? Ist okay, war ich am Ende des Buches auch. Spannend ist es übrigens ab einem gewissen Punkt auch nicht mehr, da man nur noch frustriert ist, dass nichts aufgelöst oder erklärt wird.

Der Film

Man spricht immer von Peter Jacksons neustem Werk. Der Fairness halber sollte man erwähnen, dass er zusammen mit seinem Herr der Ringe Team das Drehbuch schrieb, die Regie selbst übernahm Christian Rivers. Rivers war bisher bei den Jackson Filmen meist als Visual Effects Supervisor beteiligt. Mit Mortal Engines gibt er sein Regiedebüt unter Jackson als Produzent.
Dennoch zeigt der Film deutlich Jacksons Handschrift, gerade was die Gestaltung der Welt angeht. Im Buch war die Beschreibung von London doch immer ein wenig seltsam, konnte ich sie mir doch nicht wirklich auf Rädern vorstellen. Doch genau dies wurde ausgezeichnet umgesetzt und so bekommt Reeves Welt Konturen. Vom Aussehen her macht die Verfilmung auf jeden Fall schon einmal alles richtig!
Auch Castingtechnisch sind die Charaktere sehr gut besetzt. Sei es die isländische Schauspielerin Hera Hilmer als Hester Shaw oder ein Hugo Weaving als Thaddeus Valentine oder letztendlich Robert Sheehan als Tom. Hinzu kommen Neuentdeckungen, wie Jihae oder Leila George, die ihre Rollen gut umsetzen.
Auch Drehbuch-/Handlungstechnisch macht der Film erst einmal viel richtig. Denn er schreibt einige Passagen des Buches komplett um und charakterisiert ebenfalls teilweise neu. Dadurch bekommt der Film einen wesentlich besseren Drive als noch das Buch und ergibt an vielen Stellen auch mehr Sinn. Leider ist die Handlung immer noch der Hauptkritikpunkt, denn das Buch wird nun einmal nicht komplett neu erfunden. So wird zwar schon mehr erklärt als im Buch, aber immer noch zu wenig. Und auch ist der Actionanteil weiterhin viel zu hoch und die Dialoge werden auf ein nötigstes beschränkt.

Das Fazit

Als vom Buch enttäuschte Leserin war ich von der Verfilmung wahrscheinlich begeisterter als die reinen Filmseher. Trotzdem kann ich leider nicht sagen, dass ein spannender und runder Film herauskam. Letztlich bleibt es ein Film, der rein auf die Optik beschränkt herausragend ist, aber leider zu starke Schwächen in der Handlung hat. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Mortal Engines – das Buch gibt es 24.10.2018 im örtlichen Buchhandel zum kaufen.
Mortal Engines – der Film läuft seit dem 13.12.2018 in den deutschen Kinos.

Rückblick auf den Dezember 2018

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Und damit ist der Dezember inklusive Weihnachten und Silvester schon wieder vorbei. Und während es zum Jahresende auf diesem Blog etwas ruhiger wurde, wird hier nun wieder voll durchgestartet. Und am besten funktioniert das, wenn wir den Dezember noch einmal Revue passieren lassen.

Sneak Previews

Unknown User – Dark Web: Matias hat einen neuen Laptop und beginnt einen harmlosen Videochat mit seinen Freunden. Bis er einen Ordner voller verstörender Videos von entführten Frauen findet. Ein neuer Desktophorrorfilm, der leider schon wie der erste Teil weniger Horror und mehr Thriller ist und es nicht schafft Tempo und Spannung zu halten.

Bumblebee: Der erste Spin-off Film aus dem Transformers Universum schlägt eine ganz andere Richtung ein und erinnert teilweise an Spielberg Filme, wie E.T. Leider hat er letztendlich doch zu viele Transformers Elemente mit drin, um den sympathischen Film abzugeben, der er hätte sein können.

Cinemathek

Hotel Artemis: Im Jahr 2028 toben in Los Angeles  blutige Aufstände. Mitten in diesem Chaos ziehen sich ein paar verletzte Verbrecher in das Hotel Artemis zurück, um in diesem Hotel/Krankenhaus ihre Wunden flicken zu lassen. Doch an diesem Abend ist der Chef höchstpersönlich auf dem Weg ins Artemis. Ein Film mit einer sehr interessanten Grundidee und einem guten Cast, inklusive einer auf alt geschminkten Jodie Foster, doch leider verliert sich der Film in seiner eigenen Handlung und zurück bleibt ein Werk, dass man sehr schnell wieder vergessen hat.

Filme – auf großer Leinwand gesehen

Der Grinch: Illuminations versuchte sich erneut an einem Film, der nicht ins Ich – einfach unverbesserlich gehörte und schafft mit dem Grinch tatsächlich einen süßen Animationsspaß, der sich in der Handlung und Auflösungen sehr einfach hält, aber einfach unfassbar viel Spaß macht.

100 Dinge: Florian David Fitz inszeniert hier einen Film rund um das Thema Konsum und beleuchtet diese von vielen Standpunkten aus. Dabei hebt er sich als gute deutsche Komödie hervor, dem am Ende leider etwas die Puste ausgeht, da zu viele Handlungsstränge aufgebaut wurden.

Tabaluga: Ein neuer Animationsfilm rund um die bekannte Figur von Peter Maffay. Leider ist der Film ein lieblos hingeklatschter Film, der sich absolut keine Mühe gibt, egal ob es die Animation, die Handlung oder die Dialoge sind, und einfach nur versucht vom Namen zu leben.

Mortal Engines – Krieg der Städte: Als jemand, der das Buch gelesen hat, muss ich sagen, dass mich der Film positiv überrascht hat, denn er umgeht geschickt viele Fehler des Buches und gerade Peter Jacksons Vision der rollenden Städte ist ein absoluter Augenschmaus. Leider ist der Film am Ende noch immer nicht wirklich gut, da er zu wenig erzählt und sich stattdessen in zu vielen Actionszenen verliert.

Aquaman: Die nächste Enttäuschung aus dem Hause DC, auch wenn das weltweite Boxoffice etwas anderes suggeriert. Doch auch ein Jason Momoa, der die Rolle in Fleisch und Blut übergegangen zu sein scheint, kann den wirren Misch aus zu vielen Handlungssträngen und lieblosen auswechselbaren Charakteren nicht mehr retten.

Mary Poppins‘ Rückkehr: 54 Jahre nachdem Mary Poppins die Kinoleinwand eroberte, kehrt sie nun zurück. Im Film sind zwar auch viele Jahre vergangen, aber bei weitem nicht so viele. Michael und Jane Banks sind inzwischen erwachsen und Michael braucht dringend jemand, der sein chaotisches Leben ordnet. Wer eignet sich dafür besser als ein bezauberndes Kindermädchen? Als großer Mary Poppins Fan, habe ich eine ganze Weile gebraucht, um in den Film hineinzukommen. Habe ich auch viele Kritikpunkte, konnte ich letztendlich doch verzaubert werden. Leider sind die Lieder sehr lieblos und wenig eingängig.

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Folgende Filme, habe ich erneut angesehen: Game Night (immer noch lustig), Pitch Perfect 3 (immer noch ein unwürdiger Abschluss, aber coole Lieder), The Greatest Showman (Noch immer verzaubernd), Ein Königreich für ein Lama (noch immer herrlich selbstironisch) und Lilo & Stich (noch immer ein verwirrender Misch aus trauriger Disneygeschichte und absolutem Bullshit).

The Garden of Words: Dieser Anime wurde mir vorgeschlagen, da mir Your Name. so gut gefiel. Eine süße aber auch traurige Geschichte über Takao, ein Schüler, der Schuhmacher werden möchte, und Yukari, eine Lehrerin, die eine schwere Zeit hinter sich hat. Während der Regenzeit treffen sie sich an jedem Regentag im Park.

Stirb Langsam: Da ich immer noch die Klassiker langsam aufarbeite, war Weihnachten eine gute Gelegenheit endlich einen umstrittenen Weihnachtsfilm nachzuholen. Sagen wir, ich habe etwas anderes erwartet, habe aber doch einen spannenden Actionfilm geliefert bekommen und mich über ein Wiedersehen mit Alan Rickman gefreut.

The last unicorn: Noch ein Weihnachtsklassiker, den ich zuvor noch nicht kannte. Die Geschichte des letzten Einhorn, dass sich auf die Suche nach den anderen Einhörnern begibt und dabei auf allerhand Charaktere trifft. Für meinen Geschmack war die Geschichte etwas seltsam erzählt.

Julie & Julia: Die Geschichte von zwei Frauen in unterschiedlichen Zeiten. Julia lernte in den 1950er Jahren in Paris kochen und schrieb nach vielen Umwegen ein französisches Kochbuch für Amerikaner. Anfang der 2000er Jahre versucht Julie innerhalb eines Jahres alle 524 Rezepte nachzukochen. Der Film kombiniert dabei zwei verschiedene Bücher und Geschichten. Leider treffen die Geschichten nie aufeinander und leben vom Overacting von Amy Adams und Meryl Streep, was den Film etwas anstrengend macht beim Sehen. Zumal der vermeintliche Höhepunkt ausbleibt.

Repo! The Genetic Opera: Meine beste Freundin hat ein Faible für die etwas anderen Filme. Als sie für Silvester zu Besuch kam, konnte sie mich dann endlich überreden dieses Gothic-Horror-Musical-Irgendwas zu gucken. Ihr Hauptargument: Anthony Stewart Head spielt mit und singt. Und auch wenn die Geschichte über ein Organspendeunternehmen in einer postapokalyptischen Welt sehr skurril ist, sind die Lieder sehr interessant und der Film so abstrus, das man ihn schon wieder charmant nennen kann.

Filme – leider in diesem Monat verpasst

Anna und die Apokalypse: Ein Zombieapokalypse Film kombiniert mit einem Musical? Das klingt definitiv nach einem Film, den ich dringend noch sehen muss.

Widows – tödliche Witwen: Allein die Castliste ist ein Argument den Film zu sehen, doch auch die Handlung sieht sehr interessant aus.

Folgende Filme haben es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft:

Under the Silver Lake, Mary Shelley und Spider-Man – A new Universe

Serien – ein kurzer Überblick

Nicht direkt in diesem Monat gesehen, aber aus irgendeinem Grund in meiner Liste des letzten Jahres abhanden gekommen sind Patrick Melrose und die erste Staffel von True Detektive. Erneut gesehen habe ich die erste Staffel von Queer Eye und die neunte Staffel von The Big Bang Theory, sowie an Silvester die Silvesterpunsch Folge von Ein Herz und eine Seele. Als Weihnachtsspecial gab es diesmal eine neue Folge von Aggretsuko, die den schönen Untertitel We wish you a metal Christmas trägt.
Darüber hinaus gab es im Dezember die dritte Staffel Lucifer zu sehen (außer die letzte Folge, ich hörte von einem großen Cliffhanger und will da kein Risiko eingehen), die mir wieder sehr gut gefallen hat. Dann gab es die abschließende sechste Staffel von Downton Abbey endlich zu sehen. Hier sind nun alle Handlungsstränge zur Zufriedenheit gelöst worden. Netflix präsentierte mir ihre neue Serie Bodyguard mit Richard Madden, die mich in ihrer Gesamtheit leider nicht überzeugen konnte. Dafür wurde nun die erste Staffel Modern Family endlich ausprobiert und die Serie mag ich richtig gern. Zum Abschluss habe ich nun endlich die dritte Staffel von Unbreakable Kimmy Schmidt beendet, die leider immer mehr von ihrem Schwung einbüßt.

Mein Lesemonat

Bücher insgesamt: 8
Seiten gesamt: 2142
Seiten pro Tag: 69 im Durchschnitt
Gebunden Bücher: 1
Taschenbücher: 1
Comic: 1
Manga: 1
E-Book: 4

Spiegel und Scherben – Obsession / Sterne und Regen – Passion / Rosen und Blüten – Verlangen / Splitter und Herz – Sehnsucht: Im Dezember habe ich die komplette Spiegel und Scherben-Reihe von D.C. Odesza gelesen. Während das erste Buch noch die Weichen gelegt hat, konnte mich vor allem der zweite Band rund um Trajan, Lelouch und Clary überzeugen. Der dritte Band war dann das typische übertriebene „jetzt muss noch was hochdramatisches passieren“ und der vierte hat dann noch stärker abgebaut. Sehr schade.

Mord auf dem Golfplatz: Der zweite Band von Agatha Christie rund um den Meisterdetektiv Hercule Poirot konnte mich wieder vollständig in seinen Bann ziehen. Bis zum Ende stand ich einmal mehr komplett auf dem Schlauch, wer denn nun der Mörder sei.

Deadpool vs. Old Man Logan: Dieser Sonderband, der die fünf erschienenen Comics vereint, war spannend und einfach unfassbar witzig, also genau das, was man erwartet, wenn die beiden Charaktere aufeinander treffen.

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch: Kurz vorm Jahresende habe ich dann einen meiner Kindheitsklassiker wieder in die Hand genommen und euch als Silvesterspecial präsentiert.

Death Note – Band 5: Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit Link und den Todesgöttern. Hier wurde die Geschichte noch einmal auf ein neuen Level gebracht, in dem man eine böse Firma mit einbezog. Jetzt wird es im sechsten Band erneut wieder spannend.

 

 

Aquaman

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Das Vorwort

Diesen Dezember versucht sich DC an einem neuen Solofilm. Diesmal darf der aus Justice League bereits bekannte Aquaman ran. Ob er die Flops des DC Extended Universe (DCEU) retten kann, oder zu einem neuen Misserfolg wird, war nach dem Trailer noch nicht ganz eindeutig. Denn Jason Momoa lebt seine Rolle sichtlich und hat vorab ordentlich die Werbetrommel gerührt. Andererseits dürfte es sich auf ein reines CGI-Feuerwerk belaufen. Aber was kann Aquaman nun wirklich? Ihr erfahrt es hier in meiner Kritik.

Die Handlung

Arthur Curry (Jason Momoa) wurde als Kind einer Königin von Atlantis (Nicole Kidman) und eines menschlichen Leuchtturmwärters Thomas Curry geboren. Jahre später hat er kein Interesse daran den Thron von Atlantis zu erobern, auf dem sein Halbbruder Orm (Patrick Wilson) sitzt. Doch Orm will der Oberwelt den Krieg erklären. Daher sucht Prinzessin Mera (Amber Heart) Arthur auf, da er der Aquaman ist und den Krieg verhindern kann. Dafür benötigt er jedoch den verschollen Dreizack von Atlan.

Meine Meinung

Schon als in Justice League angekündigt wurde, dass Aquaman eine Rolle bekommt, dachten die meisten Comicfans wohl an jemandem im lächerlichen Kostüm auf einem pinken Seepferdchen. Die nicht Comicleser wohl an die gleiche Variante, aber so wie sie Raj in The Big Bang Theory darstellte (im lächerlichen Kostüm auf pinkem Seepferchen). Doch dann wurde Jason Momoa gecastet und den ersten Frauen lief der Sabber aus dem Mund, als er sich mit gestähltem Oberkörper präsentierte. In Justice League selbst kam seine Rolle noch nicht groß zur Geltung. Nun war man gespannt, was sein Solofilm bringen würde.
Konzentrieren wir uns zunächst auf das, was der Film absolut richtig macht. An vorderster Stelle steht da natürlich Jason Momoa. Ihm ist die Rolle wie auf den Leib geschnitten und er spielt ihn mit so viel Herz, dass man sich nie wieder jemand anderen in der Rolle vorstellen kann. Wurde der Aquaman in den Comics noch belächelt und bei Big Bang Theory ordentlich durch den Kakao gezogen, kann man nun nur noch sagen, dass Aquaman echt cool ist.
Die Unterwasserwelt rund um Atlantis und den anderen Königreichen ist natürlich sehr CGI lastig. Aber das ist genau dann zu verzeihen, wenn man die Welt das erste Mal sieht. Denn es ist kreativ, mit viel Liebe zum Detail gestaltet und einfach ein Augenschmaus. Auch die Kreaturen der Tiefe wurden gut gestaltet. So wirken selbst die Seepferdchen gefährlich und als würdige Gegner von Haien.
Dann wäre noch die interessante Kameraführung zu erwähnen. Hier wird viel experimentiert, wodurch sich der Film von anderen Vertretern des Genres positiv abhebt.
Leider waren dies dann auch schon die einzigen positiven Aspekte. Denn wirklich gelungen ist Aquaman leider nicht. Und das beläuft sich auf folgende Ursachen.
Zum einen die Handlung. Denn hier werden drei Handlungsthemen aufgegriffen, die richtig ausgearbeitet auch für drei Filme gereicht hätten. Stattdessen wurden sie gekürzt und zusammengeschnitten, damit sie alle in einen passen und letztendlich wirkt jede nur noch absolut Belanglos. Wir haben zum einen die Geschichte der Geschwisterrivalität. Arthur Curry ist das uneheliche Kind der Königin gewesen und gilt damit als Bastard. Orm hingegen ist aus der Ehe von König und Königin hervorgegangen, ist aber letztendlich nur der Zweitgeborene. Hier kommt es zum Kampf der beiden Brüder, wer nun der rechtmäßige Thronerbe ist. Dann gibt es den Handlungsstrang rund um Orm und sein geplanter Krieg gegen die Oberwelt. Hierfür will er die Königreiche der Meere vereinen und als alleiniger Herrscher antreten. Und zu guter Letzt hätten wir noch den Handlungsstrang um den verschollenen Dreizack von Atlan. Hierfür wird erst einmal die komplette restliche Handlung unterbrochen, um eine Art Odyssee gestaltet. Natürlich darf zwischendrin die obligatorische Verfolgungsjagd mit großen Zerstörungspotential nicht fehlen, die die Handlung dann aber auch nur streckt und nicht voranbringt.
Zum anderen sind da die unausgereiften stereotypischen Charaktere. Der einzige wirklich ausgearbeitete Charakter ist Aquaman selbst. Sein Vater bekommt wenigstens noch ein bisschen Herz. Die anderen sind dann alle nach Belieben austauschbar. Orm als Hauptbösewicht ist der typische machthungrige jüngere Bruder. Sein grundsätzlicher Hintergrundgedanke mit der Vermüllung der Ozeane hätte man viel deutlicher herausarbeiten müssen. Als Berater des Königs wurde Willem Dafoe gecastet. Das Potential aus der Besetzung wurde dann aber überhaupt nicht genutzt, denn mehr als ein paar Mal im Bild zu stehen und einen schlauen Oneliner von sich zu geben, schafft Vulko auch nicht. Kommen wir zu Amber Hearts Mera. Sie ist praktisch die zweite Protagonistin. Eigentlich versucht sie die Oberwelt zu retten und verbündet sich daher mit Arthur, obwohl sie eigentlich in anderer Verantwortung steht. Doch ihr innerer Konflikt wird weder über das Drehbuch wirklich deutlich, noch durch Hearts Schauspiel, was man als reduziert bezeichnen kann – man kann es aber auch einfach als nicht vorhanden beschreiben.
Kommen wir nun noch zur Musik. Hier hatte ich eine längere Diskussion mit meinem Lebensgefährten, ob sie gewollt trashig war (mein Lebensgefährte) oder ungewollt komisch (meine Meinung). Denn während mein Lebensgefährte darauf besteht, dass ein hartes Gitarrenriff, das einen Kampf ankündigt, dem Charme der Trashfilme aus den 80er Jahren entspricht, finde ich genau dies in der heutigen Zeit zwar witzig, aber doch fehl am Platz. Wirklich auf dem Boden vor Lachen lag ich aber, als sich die beiden Kontrahenten gegenüber standen und beide jeweils eine Kampfansage losließen und die Musik ein dramatisches Dum-dum-duuum von sich ließ und das leider nicht nur einmal.

Das Fazit

Auch wenn Aquaman im weltweiten Boxoffice der erfolgreichste DCEU Film ist, bleibt er leider in großen Teilen ein Reinfall. Dabei birgt er Potential, wenn man sich eben auf eine Handlung konzentriert und dafür die Charaktere besser herausgearbeitet hätte. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Aquaman läuft seit dem 20.12.2018 in den deutschen Kinos.

Neulich in der Sneak: Bumblebee

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Ein Vorwort

2007 brachte Michael Bay seinen ersten Film über die bekannten Spielzeuge von Hasbro in die Kinos. Obwohl die schwache Handlung und die übertriebenen Schlachten von Anfang an große Kritikpunkte waren, gab es noch vier Fortsetzungen. Transformers – Die Rache 2009, Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes 2011, Transformers – Ära des Untergangs 2014 und Transformers – The last Knight 2017. Nun hat sich Travis Knight als Regisseur für den ersten Spin-off Film Bumblebee verpflichtet. Knight hat sich bisher mit kleineren Zeichentrickfilme, wie Coraline oder zuletzt Kubo, der tapfere Samurai, hervorgetan.
Diese Kritik wird ohne Kenntnis von den bisherigen Transformer Filmen geschrieben.

Die Handlung

Charlie Watson (Hailey Steinfeld) findet auf einem Schrottplatz einen gelben VW-Käfer. Als sie ihn zu Hause untersuchen will, muss sie feststellen, dass es sich um einen Transformer handelt. Während sich Charlie über einen neuen Freund freut, suchen aber das Militär und auch die bösen Decepticons nach Bumblebee.

Meine Meinung

Als der erste Trailer zu Bumblebee auftauchte ging ein großes Augenrollen durch die Kinos. War man doch inzwischen übersättigt mit Transformers-Teilen und brauchte nicht zeitgleich mit Aquaman noch einen Film in der Weihnachtszeit, der sich rein auf brachiale Schlachten versteift. Doch schon tauchten die ersten Kritiken auf, die Bumblebee eher mit E.T als mit den Transformervorgängern verglich. Dies machte Hoffnung.
Und tatsächlich vereint Bumblebee tatsächlich Elemente aus beiden Filmwelten, was wohl auch daran liegen dürfte, dass die Idee ursprünglich von Steven Spielberg kam. So beginnt der Film mit einer großen Schlacht auf dem Heimatplanet der Autobots. Hier passiert genau das, was man von einem Transformers spin-off erwartet. Große Autobots kloppen sich die Köpfe ein und verursachen eine große Explosion und viel Schaden. Dann wird Bumblebee auf die Erde geschickt, kommt dort aber zugleich mit dem Militär in Konflikt und trifft auf einen Feind, der ihm gefolgt ist. Als Resultat darauf beschließt er sich erst einmal zu verstecken und verstaubt als VW Käfer auf einem Schrottplatz. Bis ihn Charlie Watson findet. Ab hier kommt dann der Part, der an E.T. erinnert, bis wir gegen Ende wieder in die großen Schlachten verfallen.
Glücklicherweise lernen wir jedoch zwischendurch Charlie genauer kennen. Hier nimmt sich der Film tatsächlich Zeit, um sie als Charakter vorzustellen und ihre Ängste und Sorgen zu beleuchten. So gibt es tatsächlich eine Identifikationsfigur. Und gerade das Zusammenspiel mit Bumblebee, der in einigen Szenen einfach nur wie ein tollpatschiger Junge wirkt ist herzallerliebst. So haben wir eine E.T. Figur nur mit einer älteren Protagonistin und ihrer Coming-of-Age Geschichte.
Das Problem an Bumblebee ist, dass er zwar den starken Mittelteil hat, der teilweise auch richtig Spaß beim Gucken macht, aber das Niveau nicht durchhält. Denn immer wieder taucht das Militär rund um John Cena auf und auch die böse Decepticons suchen weiter nach Bumblebee. Und immer genau dann wird der Film völlig banal und vorhersehbar und büßt eine Menge von seinem Rhythmus ein. Denn die Decepticons sind die typischen Bösewichte, die sich überlegen gegenüber den Menschen fühlen und natürlich die Erde zerstören wollen. Das Militär agiert gleichzeitig natürlich nach dem Motto „Erst schießen, dann fragen stellen“ und lässt sich sehr einfach von den Decepticons beeinflussen.

Das Fazit

Bumblebee nimmt die guten Eigenschaften eines E.Ts und mischt sie mit den schlechten Elementen des Transformers-Franchises. Herausgekommen ist ein Film, der an vielen Stellen durchaus Spaß macht und ans Herz geht. Leider kann er das Niveau nicht durchgängig halten. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.