Solo – A Star Wars Story

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Ein Vorwort

Mit Solo erschien nun der inzwischen insgesamt zehnte Teil der Star Wars Saga in den deutschen Kinos. Nach Rogue One ist er ein weiterer – Achtung Wortwitz – Solofilm und erzählt über die jungen Jahre des Han Solo, den Harrison Ford in Episode 4-6 (also der Ursprungstrilogie) verkörpert hat. Entgegen des bisherigen Veröffentlichungsrhythmus erschien der Film nicht um die Weihnachtszeit, sondern bereits im Mai, was strategisch nicht besonders gut gewählt scheint. Denn zum einen ist die Kinowelt noch im Bann der anderen großen Blockbuster, die relativ zeitgleich gestartet sind, wie Avengers – Infinity War und Deadpool 2. Zum anderen ist Episode 8 – die letzten Jedi eben noch kein halbes Jahr her und spaltet noch immer die Meinungen. Und bis Episode 9 sind es nun noch 1,5 Jahre. Zeitgleich rankten sich einige Gerüchte um die Dreharbeiten, die die Vorfreude auf Solo ebenfalls trübte. Denn allein das Gerücht, dass Hauptdarsteller Alden Ehrenreich zunächst zurück auf die Schauspielschule geschickt wurde, weil er bei den ersten Dreharbeiten nicht überzeugen konnte, lässt am Cast des neuen Han Solo doch Zweifel. Wie viel an dem Gerücht wirklich dran ist, kann ich nicht sagen, aber ob Solo trotz allem funktioniert, erfahrt ihr hier.

Die Handlung

Aufgewachsen auf dem Sklavenplaneten Corellia im neu entstandenen Imperium, versucht der junge Han (Alden Ehrenreich) zusammen mit seiner Jugendliebe Qi’ra(Emilia Clarke) zu entkommen. Doch bei ihrem Fluchtversuch wird Qi’ra geschnappt und Han meldet sich freiwillig für die imperiale Flotte, um Pilot zu werden und sie irgendwann zu befreien. An der Front lernt er die Gruppe um Tobias Beckett (Woody Harrelson) kennen, die für den einflussreichen Dryden Vos (Paul Bethany) arbeiten. Er schließt sich ihnen an und trifft dabei auf einige neue, aber auch auf alte Bekannte.

Meine Meinung

Die größte Frage zu Beginn des Films war eindeutig, wie sich Alden Ehrenreich als neuer Han Solo gibt. Kann er dem großartigen Harrison Ford das Wasser reichen? Ehrenreich selbst sagte dazu in einem Interview, dass er bewusst nicht versucht hat Ford zu kopieren, sondern er wolle seinen eigenen Han spielen. Dennoch hat vor allem die Maske einiges geleistet, denn in einigen Szenen will man in Ehrenreich doch den jungen Ford erkennen. Aber auch Ehrenreich selbst schafft es mit seiner Performance zu überzeugen, auch wenn er in manchen Szenen etwas zu gewollt cool zu sein versucht. Ein bisschen vermisst wurde der bissige Humor, der sich aber nach dem handlungsverlauf erst aufgrund des Ausgangs entwickelt hat, weswegen auch dies nachvollziehbar ist.
Handlungstechnisch ist einiges schon bekannt gewesen. So erwähnte Han schon in den älteren Episoden, dass er den Millenium Falken von Lando beim Glücksspiel gewonnen hat. Diese Szene aber tatsächlich noch einmal zu sehen ist durchaus ganz nett. Aber natürlich kann Solo mit weitaus mehr Handlung aufwarten. Sie ist logisch durchdacht, erfindet das Rad jetzt aber nicht gänzlich neu und spielt mit dem Vorhersehbaren. Nur wenige Überraschungen sind zu finden, dafür aber ein ziemlich großer Cliffhanger, der wohl so richtig nie gelöst wird, da es sich nun einmal um einen Einzelfilm handelt. Dennoch ist Solo an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Mit dem guten Cast um Woody Harrelson, wird gerade genug Witz mit reingenommen, um es nicht zur reinen Actionschlacht verkommen zu lassen.
Am ungünstigsten von den bekannten Charakteren dürfte wohl Lando (Donald Glover) getroffen worden sein. Bereits im Vorfeld wurde bekannt gegeben, dass Lando Pansexuell sei. Daran ist erst einmal überhaupt nichts verwerflich, doch leider wird das Thema nicht unterschwellig angedeutet, was sich mit den alten Episoden decken würde, sondern der Zuschauer wird mit dem Vorschlaghammer (die Holzhammermethode ist sehr sanft dagegen) darauf aufmerksam gemacht. Donald Glover setzt seine Rolle grundsätzlich gut um, aber die Auslegung der Rolle ist sehr over the top, was weder zum bekannten Charakter noch im Film selbst wirklich sinnvoll erscheint. Sein für die Rechte der Droiden kämpfende Droidin L3-37 ist hingegen als neuer Charakter wunderbar gezeichnet. Sie wird schnell eingeführt, bekommt aber genug Platz, um sich ein bisschen zu entfalten und ihre Ansichten klar zu machen. Damit ist es wieder ein nicht menschliches Wesen, dass einen Großteil des Charmes im Film ausmacht, wie zuvor schon R2D2, BB8 und auch K-2SO.
Eine wichtige Frage, wenn ein Film ein Teil einer Saga ist, ist, ob der Film in dieser Saga funktioniert. Solo ist ein solider Science Fiction Film, so viel kann man sagen. Aber wie schon Rogue One funktioniert er nicht im großen Zusammenhang der Star Wars Filme. Das liegt weniger daran, dass der typische Vorspann mit dem Star Wars Theme weggelassen wurde, sondern eher daran, dass dieses altbekannte Star Wars Gefühl nicht aufkommt. Es ist sehr schwer in Worte zu fassen, was genau gefehlt hat. Sind es die Weltraumschlachten? Oder liegt es daran, dass einige Charaktere zu stereotypisch sind? In dieser Hinsicht funktionieren – meiner Meinung nach – die neuen Episodenteile (7&8) deutlich besser.
Schauspieltechnisch konnte Solo vor allem mit einem tollen Paul Bethany als Dryden Vos aufwarten. Bethany sagte in einem Interview, dass er sich darauf gefreut hat, endlich mal einen Bösewicht zu verkörpern. Genau diese Freude merkt man ihm auch in jeder Szene an. Emilia Clarke hingehen als Qi’ra kann zwar überzeugen, sticht schauspieltechnisch aber nicht heraus. Das haben wir von ihr schon besser gesehen.

Das Fazit

Als normaler Sci-Fi Film funktioniert Solo erstaunlich gut und kann mit einer guten Besetzung aufwarten. Aber die Handlung ist letztendlich etwas zu einfach gestrickt und kann nur selten überraschen. Auch fehlt, wie bereits bei Rogue One, das typische Star Wars Gefühl. Damit kommt Solo auf 07 von 10 möglichen Punkten.

Solo – a Star Wars Story läuft seit dem 24.05.2018 in den deutschen Kinos.

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Rückblick auf das 1. Halbjahr 2018

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Wie bereits in meinem Beitrag zu meinen kommenden Highlights erwähnt, rechne ich ja ein wenig anders das Jahr, so dass mein 1. Halbjahr zum 31.05. geendet hat. Nun möchte ich mit euch zurückblicken auf meine Highlights und Enttäuschungen im ersten halben Jahr. Ich versuche es ein bisschen zusammenzustauchen, da die ausführlichen Rückblicke wieder Ende des Jahres kommen.

Filme – auf großer Leinwand geschaut

Im ersten Halbjahr liefen 35 Kinofilme, die ich mir angeschaut habe und die nicht in der Cinemathek liefen (hierfür gibt es ja weiterhin die eigene Kategorie). Das ist für die geringe Auswahl in meinem Heimatkino eine gute Quote, vor allem weil viele gute und einige herausragende Filme dabei waren. Natürlich waren auch ein paar Enttäuschungen dabei, aber die sind doch sehr überschaubar. Hier nun meine 10 Enttäuschungen und meine 10 Highlights von Dezember 2017 bis Mai 2018.

Enttäuschungen

Platz 10: I feel pretty
Platz 9:   Alles Geld der Welt
Platz 8:   The Commuter
Platz 7:   Tomb Raider
Platz 6:   Rampage – Big meets bigger
Platz 5:   Pitch Perfect 3
Platz 4:   Der seidene Faden
Platz 3:   Downsizing
Platz 2:   Der Sex-Pakt
Platz 1:   Death Wish

Highlights

Platz 10: Die dunkelste Stunde
Platz 9:   Your name
Platz 8:   Jumanji 2 – Willkommen im Dschungel
Platz 7:   die kleine Hexe
Platz 6:   Dieses bescheuerte Herz
Platz 5:   Red Sparrow
Platz 4:   Black Panther
Platz 3:   Three billboards outside Ebbing, Missouri
Platz 2:   Avengers – Infinity War
Platz 1:   Die Verlegerin

Filme – auf großem Fernseher gesehen

Im ersten Halbjahr habe ich 14 Filme im „Homekino“ gesehen. Eigentlich waren es 25, aber ich lass die 17 Filme des Marvel Cinematic Universe mal zusammengefasst in ihren einzelnen Phasen. Ich habe viele altbekannte und heiß geliebte Filme gesehen, aber auch ein paar Neue entdeckt. Ein A hinter dem Filmnamen steht für altbekannt, das N demnach für Neuentdeckung

Platz 14: Scooby-Doo (A)
Platz 13: Der 100-jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (N)
Platz 12: Willkommen bei den Hartmanns (N)
Platz 11: Get Out (N)
Platz 10: Mudbound (N)
Platz 9:   Der Sinn des Lebens (N)
Platz 8:   MCU – Phase 1 (A)
Platz 7:   Deadpool (A)
Platz 6:   MCU – Phase 3 (A)
Platz 5:   MCU – Phase 2 (A)
Platz 4:   Leon, der Profi (N)
Platz 3:   Groupies bleiben nicht zum Frühstück (A)
Platz 2:   Where to invade next (N)
Platz 1:   Die Feuerzangenbowle (A)

Cinemathek

Platz 5: Die Geschichte der Liebe
Platz 4:  Aus dem Nichts
Platz 3: Die Lebenden reparieren
Platz 2: Logan Lucky
Platz 1: Call me by your name

Serien – ein kurzer Überblick

Serien werden in meinen Rückblicken immer ein bisschen Stiefmütterlich behandelt. Dabei habe ich im ersten Halbjahr schon wieder 23 Staffeln (ganz unterschiedlicher Länge, von vier bis 24 Folgen pro Staffel war alles dabei) gesehen. Da der ausführliche Rückblick hier auch wieder am Ende des Jahres kommt, möchte ich hier nur ein paar meiner Highlights erwähnen, die aber keinesfalls eine representative Liste darstellen und daher auch keine Nummerierung kriegen. Aber falls sich jemand für eine der Serien interessiert, weiß er nun, dass er mich darauf ansprechen kann 😉

  • Lucifer – Staffel 2
  • Star Trek – Discovery
  • The Crown – Staffel 2
  • The A-Team – Staffel 2
  • Grace und Frankie – Staffel 4
  • Violet Evergarden – Staffel 1
  • Sense 8 – Staffel 1&2

Bücher – meine Highlights

Auch im Buchbereich sind bereits 27 ausgelesene Exemplare dabei. Hiervon möchte ich euch meine Highlights präsentieren und nummeriere diese auch wieder durch.

Platz 10: Friedhof der Kuscheltiere – Stephen King
Platz 9:   Der Report der Magd – Margaret Adwood
Platz 8:   Die magischen Pforten der Anderwelt – Sandra Regnier
Platz 7:   Zwischen Meer und Sternen – Katie Kling
Platz 6:   Das Buch der Schurken – Martin Thomas Pesl
Platz 5:  Frühstück mit Kängurus – Bill Bryson
Platz 4:  Das fehlende Glied in der Kette – Agatha Christie
Platz 3:  Mary Poppins – Pamela L. Travers
Platz 2:  Nur noch ein einziges Mal – Colleen Hoover
Platz 1:  Es – Stephen King

Wie sah euer erstes Halbjahr aus? Welcher Film/Buch/Serie fehlt definitiv in meiner Liste? Ich bin immer offen für Empfehlungen!

 

Cinemathek: Call me by your name

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Ein Vorwort

Willkommen in der Cinemathek, heute mit Call me by your name. Der Film war zwar dieses Jahr für mehrere Oscars nominiert – Bester Film, bester Hauptdarsteller (Timothee Chalamet), bester Filmsong (Mystery of Love) und bestes adapatiertes Drehbuch – wovon er aber nur einen (bestes adaptiertes Drehbuch) gewinnen konnte, obwohl ich bisher nur gutes über den Film gehört habe. Hält er, was er verspricht?

Die Handlung

Der 17-jährige Elio lebt mit seinen Eltern in Norditalien, hat aber US-amerikanische und französische Wurzeln. Jedes Jahr im Sommer holt Elios Vater, ein Archäologe, einen Studenten für 6 Wochen ins Haus, der ihm bei seinen Forschungen helfen soll. In diesem Jahr ist es Oliver. Zwischen Elio und Oliver ist schon bald eine Anspannung zu spüren.

Meine Meinung

Ich bin etwas zwiegespalten ins Kino gegangen. Zum einen hatte ich gehört, dass der Film unglaublich langsam erzählt werden soll, was mich bei den meisten Filmen eher stört. Auch konnte mich der Trailer absolut nicht ansprechen. Zum anderen hatte ich bisher nur Lobeshymnen auf den Film gehört. Also beschloss ich mich möglichst ohne jegliche Erwartungen einfach auf den Film einzulassen. Und er konnte mich absolut begeistern!
Call me by your name ist ein Film, der zwar unfassbar ruhig erzählt wird, aber dabei so viel Atmosphäre aufbaut, dass er einen komplett einlullt. Sehr schnell fühlt man sich selbst in einem viel zu heißen Sommer, um irgendetwas zu tun, und überlegt, welches schöne Buch man als nächstes lesen sollte. Ebenso wie Elio träumt man ein bisschen vor sich hin, während man die Ankunft von Oliver verfolgt. Das Armie Hammer einen sofort mit seiner Präsenz einnimmt, tut sein weiteres.
Während der ersten Hälfte des Films scheint auf dem ersten Blick relativ wenig zu passieren. Die Handlung plätschert ein wenig vor sich hin, erst nach und nach merkt man die kleinen versteckten Andeutungen. Doch mit der Zeit nimmt der Film an Fahrt auf und man erwacht aus der Trance, die der viel zu heiße Sommer in Norditalien bei einem hinterlassen hat.
Die Geschichte und Entwicklung zwischen Elio und Oliver, die sich mit der Zeit immer näher kommen, ist sehr subtil angedeutet und spielt mit der Leichtigkeit der Liebe und den damals noch schwierigen Verhältnissen. Hier profitiert der Film eindeutig davon, dass mit Timothee Chamalet und Armie Hammer zwei Schauspieler ausgesucht wurden, die die Stimmung des Films und die Intentionen ihrer Charaktere wirkungsvoll, aber doch subtil herüberbringen können.
Einer der größten Pluspunkte des Films – neben den bisher aufgezählten – ist aber auch der unglaublich authentische Soundtrack. Mystery of Love war nicht ohne Grund für den besten Filmsong nominiert. Denn der Soundtrack unterstützt noch einmal die sehr reduzierte Erzählweise, das Setting und das subtile Spielen der Darsteller und hüllt einen noch einmal zusätzlich in den Kokon des Films ein.

Das Fazit

Call me by your name ist ein Film, der gerade durch seine ruhige und subtile Erzählweise punkten kann. Mit gelungenem Soundtrack und gut gewählten Schauspielern rundet sich das Bild eines würdigen Oscarkandidaten. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Call me by your name lief ursprünglich ab dem 01.03.2018 in den deutschen Kinos.

Deadpool 2

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Ein Vorwort

Während viele über die endlose Wucht aus Superhelden auf der großen Kinoleinwand stöhnen, konnte 2016 tauchte dann aber noch einmal ein ganz anderer „Held“ auf. Deadpool, zugehörig dem X-Men Universum, mischte als fluchender und nicht jugendfreier Film (ab 16 Jahren freigegeben) das Superheldengenre ordentlich auf. Und mit Erfolg! Der erste Teil konnte mich damals so sehr überzeugen, dass er die Höchstwerung von 10 Punkten erhielt. Kann der zweite Teil mithalten?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Deadpool lernten wir den ehemaligen Soldaten Wade Wilson kennen, der sich mit kleinen Aufträgen über Wasser hält. Eines Tages lernt er die Prostituierte Vanessa kennen und lieben, bis bei Wade Krebs im Endstadium festgestellt wird. Als eines Tages ein mysteriöser Mann auftaucht und ihm anbietet aus ihm einen Superheld zu machen und dabei gleichzeitig den Krebs zu heilen, willigt Wade ein. Der dubiose Ajax injiziert ihm ein Mutationsmittel und setzt ihm dann einer langen Folter aus. Letztendlich geht jedoch eine Folter schief und Wade ist fortan entstellt. Gleichzeitig kann sein Körper aber inzwischen alles heilen. Nach einer Explosion im Labor, kann Wade fliehen. Er traut sich jedoch nicht zu Vanessa zurück. Er beschließt Ajax zu finden und ihn zu zwingen seinen entstellten Körper wieder zu heilen. Dabei treten ihm aber die X-Men Colossus und Negasonic Teenage Warhead in den Weg, die aus ihm lieber einen richtigen Superhelden machen würden. Im großen Showdown hat Ajax Vanessa entführt und Wade muss die beiden X-Men um Hilfe bitten, um seine große Liebe retten zu können.

Die Handlung

Wade und Vanessa sind wieder vereint. Doch nach einem Zwischenfall beschließt Wade sich den X-Men anzuschließen. Als Azubi-X-Men versucht er dem jungen Russell Collins alias Firefist zu helfen, beide landen jedoch im Gefängnis. Während Russell in Deadpool einen Vater sieht, möchte dieser keine Verantwortung übernehmen. Bis Cable auftaucht, der es auf den Jungen abgesehen hat und diesen töten will. Deadpool versucht dies nun zu verhindern.

Meine Meinung

Deadpool 2 ist eine völlig verrückte Aneinanderreihung von verschiedenen Geschichten aus verschiedenen Genres. Es gibt die Trauerbewältigung, die „Wie-erziehe-ich-ein-Kind/Bin-ich-ein-guter-Vater“, die Gründung einer Superheldengruppe, das „Wie-werde-ich-ein-guter-Superheld“ und natürlich den Kampf gegen das große Böse. Das ganze wird mit ordentlich viel Action, Deadpool-mäßigem deftigem Humor und einer Menge Selbstironie überschüttet und dabei heraus kommt ein Film, den man entweder liebt oder mit dem man relativ wenig anfangen kann.
Ein großer Pluspunkt des Films ist es, dass er die Charakterentwicklung weiter fortsetzt. Sei es nun bei Deadpool selbst, der gleichzeitig mit mehreren Problemen konfrontiert wird und doch seine selbstironische Art behält, aber auch andere Charaktere, wie der Taxifahrer Lupinda oder der X-Men Colossus. Gleichzeitig werden auch wieder neue Charaktere eingeführt, denen (größtenteils) die nötige Zeit für die Einführung und Erklärungen zum Charakter gewährt werden.
Ein großer Negativpunkt ist die viel zu bunt gemischte und ohne richtigen roten Faden verlaufende Handlung. Gerade zur Mitte des Films gibt es eine große Kehrtwende in der Handlung, die einfach so gar nicht richtig funktionieren will und den restlichen Film damit sehr surreal werden lässt. Dabei war der Ansatz zunächst sehr gut. Mit dieser Kehrtwende soll ein Handlungsproblem gelöst werden, was zwar gelingt, aber die Drehbuchschreiber haben es sich dabei doch sehr einfach gemacht.
Hindernis ist hier vor allem der von Josh Brolin verkörperte Bösewicht Cable. Wie schon in Avengers Infinity War bringt Brolin einen Bösewicht auf die Leinwand, der Ecken und Kanten hat und vor allem eine plausible Vorgeschichte aufweist. Doch auch er kann nicht mehr darüber hinwegspielen, dass es sich gerade in Bezug auf seinen Charakter teilweise handlungsmäßig sehr einfach gemacht wurde. Zwar wurde das selbstironisch auch so angesprochen, aber irgendwo steigert sich die Unzufriedenheit beim Zuschauer.

Wir fassen zusammen: Deadpool hat eine gute Grundidee, verrennt sich aber in zu vielen Themen und macht es sich dafür von der Handlung her mit Kehrtwenden sehr einfach. Aber wisst ihr was? Der Film mit der Figur Deadpool funktioniert trotzdem einwandfrei. Man kann natürlich deutliche Schwächen finden und diese habe ich nun auch angesprochen. Aber im Endeffekt macht Deadpool einfach nur wieder höllisch viel Spaß! Gerade für einen Fan von Comicverfilmungen sind so viele schöne Andeutungen und Hinweise gestreut, dass man ständig laut aufjauchzen möchte. Hinzu kommen einige Cameo-Auftritte, mit denen keiner gerechnet hat, und genau das richtige Mischverhältnis zwischen Humor und Selbstironie. Wer auch immer auf die James Bond-Anspielung mit Celine Dion kam, dieser jemand ist mein persönlicher Held! Ich musste nach der Sichtung ein paar Nächte über den Film schlafen, weil ich eigentlich dachte, dass mich die einfache Handlung doch irgendwo stören würde, aber letztendlich erinnere ich mich mehr an den Spaßfaktor. Und auch die moralische Seite kam im Film nicht zu kurz, wurde aber ebenfalls geschickt eingebaut.
Der absolut geniale Soundtrack läuft bei mir übrigens seit neustem rauf und runter!

Das Fazit

Deadpool ist ein Film, dem man Schwächen nachweisen kann, den es aber überhaupt nicht interessiert. Das wilde Chaos an Genres, Themen, Handlungssträngen und Charakteren wird mit viel Witz und Selbstironie überschüttet, so dass der Film am Ende doch gut funktioniert und positiv in Erinnerung bleibt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Deadpool 2 läuft seit dem 17.05.2018 in den deutschen Kinos.

Mit Mann ist auch nicht ohne

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Ein Vorwort

Seit inzwischen vier Jahren ist da ein ganz wundervolles männliches Wesen in meinem Leben. Seit zwei Jahren teile ich mit ihm eine Geek-Höhle und wir fühlen uns Pudelwohl zusammen. Als ich beim Stöbern nach neuen Büchern über Silke Neumayers Buch „Mit Mann ist auch nicht ohne“ gestoßen bin, fühlte ich mich aber doch angesprochen, denn ihre ganz eigenen Macken haben die Männer dann ja doch. Als das Buch bei mir eintrudelte, stutzte ich dann doch erst einmal über den Untertitel „Liebeslesestoff für die fortgeschrittene Frau“. Mit Mitte 20 würde ich mich dann doch nicht als fortgeschrittene Frau bezeichnen. Konnte das Buch trotzdem halten, was es verspricht?

Die Handlung

In diesem Episodenroman erzählt Silke Neumayer vom Leben mit ihrem Ex-Mann und seinen Problemen und dann dem neuen Mann in ihrem Leben, der natürlich auch seine Macken hat. Und dann ist da noch ihre pubertierende Tochter, die auch regelmäßig Herzschmerz hat. Oder eben keinen hat, was der Mutter Magenschmerzen bereitet.

Meine Meinung

Die einzelnen Geschichten sind natürlich rein fiktiv und haben absolut gar nichts mit den Personen im Leben der Autorin zu tun. So lautet auf jeden Fall der Hinweis ziemlich am Anfang des Buches. Aber Frau Neumayer nimmt ja alles mit Humor. Zumindest steckt sie ziemlich viel in die Geschichten. Die einzelnen Kapitel nehmen immer nur ein paar Seiten ein, weswegen das Buch auch gut für zwischendurch ist. So ist natürlich nie Platz für sonderlich viel Tiefgang, aber das ist auch gar nicht das Ziel. Es scheint eher, dass die Zielgruppe Frauen (am besten Mütter) sind, die sich mit genau den gleichen Alltagsproblemen herumschlagen. Die pubertierende Tochter, die sich mal die Augen ausheult, weil ihr Freund seit einer Stunde nicht zurückgeschrieben hat, und die mal mit ihrem Freund im Zimmer verschwindet und sich Frau Mama dann zurückhalten muss, um nicht doch mal ins Zimmer reinzuplatzen und zu kontrollieren, was denn dort so getrieben wurde.
Aber auch für das jüngere Publikum bietet das Buch viel Platz zum Schmunzeln. So ein paar Anekdoten kennt man eben auch nach kurzer Erfahrung mit Männern schon. Wieder andere Episoden waren dann weniger spannend – vielleicht muss man dafür dann doch einfach nochmal älter werden – aber das ist das schöne an Episodenromanen, man kann ein Kapitel einfach überlesen, wenn es einen nicht interessiert.
In der Kürze liegt die Würze war wohl das Motto von Frau Neumayer und so kann man das Buch durchaus an 2 Tagen vollständig durchlesen. Die einzelnen Kapitel sind immer sehr einfach gehalten und wirklich tiefgründig sind die Erkenntnisse nun auch nicht. Aber wen das nicht stört, der kann sich auf kurzweilige Unterhaltung freuen und den Vorsatz erfüllt das Buch zur Genüge. Mit 220 Seiten passt es dann auch in die Frauenhandtasche für unterwegs ohne unnötig viel Platz weg zu nehmen.

Das Fazit

Mit Mann ist auch nicht ohne fällt eindeutig unter die Kategorie „ganz nett“, denn es liest sich leicht weg und hat die nötigste Portion Humor mit drin. Vielleicht war ich auch einfach nicht die richtige Zielgruppe. Aber als Zwischendurchlektüre und zum Lästern über das männliche Geschlecht eignet es sich dann doch ganz gut (natürlich werden die Männer auch mal gelobt).

Mit Mann ist auch nicht ohne wurde mir vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich kennzeichne diesen Beitrag hiermit als Werbung, weise aber daraufhin, dass ich trotzdem meine Meinung teile unabhängig vom Rezensionsexemplar.

I feel pretty

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Ein Vorwort

Wer kennt es nicht? Der Blick in den Spiegel und schon hat man wieder eine Stelle gefunden, die man an sich so gar nicht schön findet. Die Nase ist zu dick, zu dünn, zu kurz, zu lang, zu knollig, zu hakennasig… Und das ist nur das Beispiel der Nase. Das ein oder andere Gramm Fett könnte an der einen oder anderen Stelle doch weichen. Für manche führt kein Weg mehr an einer verschönernden Operation vorbei, wieder andere schwitzen sich stundenlang im Fitnessstudio in Form oder hungern sich schön. Wieder anderen scheint ihr Aussehen total egal zu sein. Sie fühlen sich einfach wohl in ihrem Körper. Doch wie ist unser Blick eigentlich auf gewisse Schönheitsideale? Und wie viel bewirken wirklich der Charakter und die Ausstrahlung? Mit diesen Fragen befasst sich Amy Schumers neuer Film I feel pretty.

Die Handlung

Rene (Amy Schumer) findet sich absolut nicht schön. Um wenigstens etwas gegen ihre Fettpölsterchen zu tun, meldet sie sich zu einem Spinning Kurs an. Dort kommt es zu einem Unfall, bei dem sie einen ordentlichen Schlag gegen den Kopf bekommt. Und der neue Blick in den Spiegel, lässt auf ein Wunder hoffen. Denn auf einmal ist sie wunderschön, zumindest sieht sie sich so, denn für die Außenwelt bleibt sie unverändert. Mit neuem Selbstbewusstsein klettert sie fortan nicht nur auf der Karriereleiter weiter hoch.

Meine Meinung

Der Film beginnt an sich mit einer realitätsnahen Grundprämisse. Unsere Protagonistin ist mit ihrem Leben unzufrieden. Single, angestellt in ihrer Traumfirma, aber nicht in ihrer Traumposition. Für all das muss es doch einen Sündenbock geben. Der ist auch schnell gefunden. Sie findet sich nämlich nicht schön und darüber hinaus, schämt sie sich für ihren Hüftspeck. Also wird zumindest eins der Probleme mit motivierendem Sport versucht zu beseitigen. Während ihr einerseits Ablehnung entgegen kommt, was sie denn in so einem Sportkurs sucht, wird sie andererseits auch ganz normal behandelt. So weit, so realitätsnah. Denn wer war nicht schon mal in einem Fitnessstudio und musste sich die Blicke der durchtrainierten antun, was man selbst mit seinen paar Kilos zu viel auf den Hüften denn dort zu suchen hätte? Dann kommt der Unfall und schwupps sieht sich unsere Protagonistin selbst als wunderhübsch. Alles, was danach kommt ist ein Drahtseilakt zwischen guter Überlegungen, herzerwärmender Szenen und auf der anderen Seite einfach nur völlig überzogener Bullshit.
Denn zum einen wird Rene durch ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein aktiv, um ihr Leben neu zu gestalten. Natürlich reagieren ihre Mitmenschen erst einmal erstaunt, über ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein, aber nicht nur ihre Chefin überzeugt sie mit ihrer Art für eine bessere Stellung. Leider gehen auch hier schon einige Dialoge in die falsche Richtung und deuten an, dass sie nur aufgrund ihres „neuen“ Aussehens die richtige für die neue Stelle ist und nicht wegen ihrer anderen Qualitäten. Desweiteren zeigt Rene, dass sie – weil ja nun vorgeblich ihr einziges großes Problem aus der Welt geschafft wurde – endlich Spaß an ihrem Leben hat. Der große Haken an der Botschaft des Films ist aber, dass er nicht sagt, wenn du dich in deinem Körper wohlfühlst, entwickelst du genug Selbstbewusstsein, um endlich deine anderen Ziele im Leben zu erreichen. Sondern die Botschaft läuft eher darauf hinaus, dass er sagt, du wirst von vielen für dein Aussehen verurteilt, aber wenn du schön bist, dann darfst du alles sagen und machen. Das führt dazu, dass Rene sich durch „ihre Schönheit“ in ein arrogantes Miststück verwandelt. Hier hat der Film eindeutig seine eigentliche Botschaft verfehlt.
Als Komödie angelegt, krankt der Film leider auch hier. Denn Amy Schumer ist zwar für ihren eher deftigen Humor bekannt, lebt diesen hier aber so sehr aus, dass es nicht mehr wirklich witzig ist. So krankt der Film nicht nur an Botschaft und Handlung, sondern auch an seinem nicht funktionierendem Humor.

Das Fazit

I feel pretty ist ein Film, der sich das Thema Selbstakzeptanz auf die Farne geschrieben hat, es dann aber doch verfehlt. Letztendlich bleibt die Aussage, dass „schöne“ Leute oberflächlich sind und „hässliche“ Leute es im Leben nicht weit bringen. Auch Amy Schumers Humoreinlagen sind gewöhnungsbedürftig und reichen nicht aus, um die Komödie zu retten. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

I feel pretty läuft seit dem 10.05.2018 in den deutschen Kinos.

Vorfreude – zweites Halbjahr 2018

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Wie im Mai endet das Halbjahr? Das endet doch erst Ende Juni? Ja das mag sein, aber der fleißige Leser meines Blogs weiß, dass mein Filmjahr immer im November endet und im Dezember beginnt. Damit endet nun Ende Mai das erste Halbjahr meines Bloggerjahres und während ich gerne nächste Woche noch Solo abwarten möchte, kommt daher nun erst einmal die Vorfreude auf hoffentliche Highlights von Juni-November 2018.

Filme – auf großer Leinwand erwartet

Oceans 8 – Das Remake(?) der Oceans Reihe in bekannter hochkarätiger Besetzung, aber diesmal komplett in weiblich. Ich bin sehr gespannt, was Frau Bullock und Co da so auf die Beine stellen und ob sie vielleicht sogar einen besseren Rhythmus als die Männer rüberbringen können.

Love, Simon – Seit ich den Trailer das erste Mal gesehen habe, freue ich mich auf den Film. Das Thema Homosexualität wird zwar immer wieder aufgenommen, aber ich kenne es noch nicht in einem lockeren Teenager-Drama.

Ant Man and the WASP – Der nächste MARVEL-Streich, nachdem sie uns heulend und am Boden zerstört nach Infinity War zurückgelassen haben. Da bin ich mal gespannt, wie sie auch die Zeitlinie einhalten wollen.

Phantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen – Nach zwei Jahren warten, kommt nun der nächste Teil aus Mrs. Rowlings magischer Welt in die deutschen Kinos. Eine Ahnung, wie es sich entwickeln soll, hat man ja schon, aber ich bleibe gespannt, wie sie Newt Scamander und die Tierwesen im Geschehen behalten wollen.

Filme – auf großer Leinwand skeptisch erwartet

Jurassic World 2 (Ich vermute mal, sie haben wieder einen Dino gezüchtet, den keiner mehr kontrollieren kann, aber ansonsten zeigt der Trailer meiner Meinung nach zwei nicht zusammenpassende Filme, es bleibt spannend), Sicario 2 (nach dem guten ersten Teil können sie es ja jetzt nur versauen, zumal sie auf Emily Blunt und Deniz Villeuneuve verzichten und sich anscheinend auf dem Namen ausruhen), The first Purge (wozu auch mal ein abgeschlossenes Franchise ruhen lassen? Nach dem ersten Teil haben die anderen Teile doch schon nur noch bedingt funktioniert), Skyscraper (sieht erst einmal aus wie die Dwayne Johnson Variante von High-Rise, mal gucken, ob der trotzdem was drauf hat), Mamma Mia 2 (ich fand den ersten Teil ja schon nur bedingt sehenswert, weil zu sehr auf bekannte Namen als auf begabte Sänger gesetzt wurde, wenn Pierce Brosnan wieder sing, verlasse ich das Kino), Deine Juliet (so richtig bin ich nicht mit dem Trailer warmgeworden, obwohl es nach einer spannenden Geschichte klingt), Venom (ein Superheldenfilm, der nur bedingt aus Marvels Superschmiede kommt, sollte erst einmal skeptisch betrachtet werden, zumal wenn es sich um einen Spider-Man Gegenspieler handelt, aber Spider-Man aus Lizenzgründen nicht mehr mitspielen darf)

Cinemathek

Das aktuelle Programm geht nur bis zum 02.07.2018, erst danach wird das neue Programm veröffentlicht, aber in diesem Zeitraum klingen folgende Filme ansprechend (was noch nicht heißt, dass sie zu meinem Dienstplan passen)

Call me by your name, The Big Sick, The Square und The Secret Man

Serien – ein kurzer Überblick

Die Liste der Serien, die ich noch sehen will, ist gefühlt endlos, aber mehr oder weniger kurzfristig sind folgende geplant:

Eine Reihe betrüblicher Ereignisse – Staffel 2: Die auf der Romanreihe von Lemony Snickett basierende Serie geht in die zweite Runde und konnte in der ersten mit Neil Patrick Harris als Graf Olaf gut überzeugen. Mal gucken, wie es den Waisen diesmal ergeht.

13 reasons why – Staffel 2: Letztes Jahr eine der am heißesten diskutierten Netflix-Serien. Die Buchversion ist fertig erzählt und nun geht es an die Nachfolgen und offenen Fragen, die in Buch und erster Staffel unbeantwortet blieben.

Westworld – Staffel 2: HBOs inoffizielles Nachfolgeprojekt zu Game of Thrones, konnte in der ersten Staffel schon einmal vor allem optisch überzeugen. Es bleibt spannend, wie es mit dem futuristischen Freizeitpark weitergeht.

Sense 8 – „Finale“: Ich habe das Finale mal in Anführungszeichen gesetzt, weil kein echter Fan zugibt, dass es sich bei dem von Netflix geplanten Special um das Finale handelt. Der Kampf geht weiter, um die eigentlich abgesetzte Serie noch die fehlenden 3 Staffeln zu ermöglichen. Aber zumindest soll das „Finale“ den absolut fiesen Cliffhanger am Ende der zweiten (und bisher letzten) Staffel richten.

The Handsmaid Tale – Staffel 1: Das Buch habe ich vor einiger Zeit bereits gelesen und mir nun endlich die Serie auf DVD zugelegt. Die Serie, die sogar Game of Thrones bei der Preisverleihung geschlagen hat.

Bücher – ein Sommer voller Gefühle

Vorfreude 2018

Büchertechnisch habe ich mich erst einmal für die kommenden Sommermonate ausgestattet. Es gibt natürlich noch wesentlich ältere Exemplare auf meinem SuB, aber die meisten werden wohl bis zu den dunklen Wintermonaten durchhalten müssen. Und natürlich plane ich immer genug Platz für Spontankäufe ein. Empfehlungen eurer Lieblingssommerbücher sind übrigens immer noch sehr gerne willkommen!

Mit Mann ist auch nicht ohne – Als ich diesen Artikel anfing zu schreiben (Montag Nachmittag), lag dieses Buch druckfrisch auf meinem SuB. Inzwischen (Dienstag Mittag) habe ich es schon komplett verschlungen. Autorin Silke Neumayer bringt mit Witz und Charme bekannte Alltagssituation beim Zusammenleben mit Mann auf den Tisch. Egal, ob ihre eigenen oder die ihrer pubertierenden Tochter Sophie.

Weil wir uns lieben – Der dritte Teil der Reihe von Colleen Hoover. Es waren ihre ersten drei Bücher (was man leider merkt) und konnten mich bisher nicht vollkommen mitreißen, aber trotzdem freue ich mich auf den Abschluss der Reihe.

Die Mitternachtsrose – Dieses Buch liegt seit Ewigkeiten auf meinem SuB. Das liegt vor allem daran, dass ich über Lucinda Riley bisher viele unterschiedliche Meinungen gehört habe und mich noch nicht final durchringen konnte, es zu lesen.

Auch donnerstags geschehen Wunder – Gekauft auf Empfehlung der Buchhändlerin meines Vertrauens, als ich sie verzweifelt um geeignete Sommerliteratur bat. Mal gucken, was dabei herauskommt.

Was sind eure Empfehlungen für die kommenden Sommermonate? Welchen Film/Serie/Buch sollte ich auf keinen Fall verpassen oder sollte dringend mit auf diese Liste? Ich bin für Empfehlungen immer offen!

 

 

 

 

 

A quiet place

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Ein Vorwort

Filme über Alieninvasionen gibt es bereits in mehreren verschiedenen Versionen. Von Independence Day über Cloverfield bis zu Arrival. Nun kam mit a quiet place noch einmal eine neue Version des Szenarios in die deutschen Kinos. Diesmal sind die Aliens beinahe blind, hören aber sehr gut. Allein der Trailer ließ wenig zur eigentlichen Handlung erahnen, sondern verriet nur so viel über den Film: Die Familie sollte bloß kein Geräusch machen!

Die Handlung

Zurückgezogen auf eine Farm lebt Familie Abott und hat nur ein Ziel: Zu überleben, ohne ein Geräusch zu machen. Denn überall lauern Aliens, die zwar sehr schlecht sehen, dafür aber sehr gut hören und sich auf jedes laute Geräusch stürzen. Vater Lee (John Krasinski) versucht die Familie aus das Überleben zu schulen, während Mutter Evelyn (Emily Blunt) versucht die Familie weiterhin zu ernähren. Doch es stehen neue Probleme bevor, die es zu lösen gilt.

Meine Meinung

A quiet place ist einer der wenigen Horrorfilme der letzten Jahre, der wirklich auf Atmosphäre setzt. Und allein das ist schon ein unglaubliches Kompliment an den Film. Denn während viele Filme sich über Ihre gut geschriebenen Dialoge und Geräuscheffekte definieren, legt a quiet place ganz andere Prioritäten. Denn wenn in einem Film sich nur mit Zeichensprache verständigt wird, fehlen schon die ausschweifenden Dialoge. Auch ist die Grundprämisse des Films ja die, dass die Familie keine Geräusche machen sollte, um zu überleben. Doch wer denkt, dass es dadurch den ganzen Film über sehr still ist, liegt falsch. Denn für die Atmosphäre wird hier viel auf die Musik gesetzt, die es schafft genau an den richtigen Stellen schüchtern und zurückhaltend zu sein oder richtig auszuholen und die Spannung damit noch zu erweitern.
Spannung ist dann auch das richtige Stichwort, denn die hält a quiet place mühelos die gesamte Filmdauer über einem sehr hohen Niveau. Die ständige Anspannung der Familie, bloß kein Geräusch zu machen, ist ansteckend und man stellt fest, dass man mehr als einmal den Atem anhält. Diese Anspannung lässt einen auch beim Abspann noch nicht so schnell los, denn das Herz schlug auch dann noch viel zu schnell. Erst nach und nach kann man sich vom Film lösen.
Die Handlung selbst ist in sich schlüssig und erklärt sehr viel über die Bilder. So wird der Zuschauer in ein unbekanntes Szenario geworfen und hat aber den Spaß, nach und nach selbst die Hinweise zu einer Lösung zusammenzuziehen. A quiet place nimmt die Zuschauer also nicht wie kleine Kinder an die Hand und erklärt am Anfang erst einmal, was denn alles passiert ist und wieso sich die Familie so still verhält. Stattdessen tastet sich der Zuschauer selbst ganz langsam vor und wird durch Zeitungsartikel, die der Vater sammelt, immer wieder auf die richtige Spur gebracht.
Auch schauspielerisch hat der Film einiges drauf. Während Blunt und Krasinski auch im realen Leben ein Paar sind und dementsprechend eine gute Chemie zwischen beiden herrscht, bringen gerade die Jungdarsteller Millicent Simmonds und Noah Jupe (bekannt aus Wunder) frischen Wind rein und können die verschiedenen Charaktere überzeugen.

Das Fazit

A Quiet Place ist einer dieser Filme, die einem im Trailer erst einmal wenig zusagen und dann hinten raus doch unglaublich gut funktionieren. Die unzähligen Ideen der Familie, um leise zu bleiben, sind wunderbar anzusehen, und die Gruselatmosphäre ist durchgehend hoch, selbst wenn keine Bedrohung zu sehen ist. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

A quiet place läuft seit dem 12.04.2018 in den deutschen Kinos.

Rampage – Big meets Bigger

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Ein Vorwort

In einem Interview sagte Dwayne Johnson neulich, dass er sich als eine Marke sieht und seine Fans deswegen eine gewissen Erwartungshaltung an seine Filme hätten. Deswegen dürften diese auch nur auf eine gewisse Art und Weise enden. Damit hatte er dann natürlich schon den Megaspoiler für seinen neusten Film Rampage rausgehauen. Aber abgesehen von der Diskussion, ob sich ein Schauspieler selbst als „Marke“ sehen sollte – da dies ja suggeriert, dass er immer die gleichen Filme machen würde, was bei Johnson ja tatsächlich zutrifft – ist die Frage, ob Rampage an den überraschend guten Film „San Andreas“ anschließen kann, ein Überraschungserfolg wie „Jumanji“ wird oder eher ein Reinfall wie „Baywatch“.

Die Handlung 

Davis Okoye (Dwayne Johnson) ist Primatenforscher und sein Lieblingsgorilla ist George. Doch eines Tages landet ein fehlgeschlagenes Experiment in Georges Gehege und lässt ihn nicht nur unkontrolliert wachsen. Die Spur ist schnell zu Claire (Malin Akerman) und Brett Wyden (Jake Lacy)zurückzuführen. Die skrupellosen Unternehmer hatten im All Experimente mit Genom-Editierung durchgeführt. Dr. Kate Caldwell (Naomie Harris) sieht sofort Verbindungen zu ihrer früheren Forschung und will Okoye helfen. Doch neben George sind noch zwei weitere Tiere betroffen, was das Militär und Harvey Russel (Jeffrey Dean Morgan) auf den Plan ruft.

Meine Meinung

Rampage mit dem Beititel „Big meets Bigger“ – wer hat sich den eigentlich schon wieder ausgedacht?- ist nur eine weitere nicht gelungene Umsetzung eines Videospiels. Wie, ihr wusstet nicht, dass Rampage auf dem gleichnamigen Arcade-Videospiel basiert? Gut wusste wohl vorab kaum einer. Vor allem weil es im Spiel um den Gorilla George und einen Werwolf und einen Dinosaurier geht, die Häuser zerstören müssen. Zumindest dieses Element wurde zur genügend in Rampage eingebaut. Und wer vorab den Trailer gesehen hat, wusste wohl auch, dass er sich auf große „Monsterkloppe“ als Handlung einstellen konnte.
Das Problem an Rampage ist eher, dass er versucht vor der „Monsterkloppe“ noch eine richtige Handlung einzuführen. Er stellt doch tatsächlich erst einmal in aller Ausführlichkeit Davis Okoye und seine Beziehung zum Gorilla George vor. Dann passiert der Experimenteneinschlag und dann wird erst einmal wieder eine Weile über Georges Gefühle geredet. Dr. Kate Caldwell wird auf den Plan gerufen und natürlich mischt sich das Militär direkt ein. Das versteht aber natürlich Georges Gefühle nicht und deswegen läuft es nach einer ewigen Einführung endlich auf die versprochene „Monsterkloppe“ hinaus. Doch zwischendurch ist so viel geredet worden, dass der durchschnittliche Kinozuschauer schon längst kurz vorm Einschlafen ist. Nicht einmal der typische Humor von Dwayne Johnson kommt richtig durch. Letztendlich läuft es dann auf das große Finale hin, in dem Okoye und Caldwell versuchen ein Heilmittel zu finden und George und seine beiden neuen Buddys versuchen halb Chicago zu zerstören. Leider ist selbst dieser Teil nicht so richtig spannend dargestellt und da man den Ausgang ja bereits erahnen konnte, fieberte man auch nur sehr halbherzig mit den Figuren mit.
Dwayne Johnson versucht auch in Rampage wieder den starken Muskelmann zu spielen, aber diesmal sollte dieser noch eine Vorgeschichte und eine Charakterisierung bekommen. Leider ist die sehr stereotypisch ausgefallen und passt hinten und vorne nicht so richtig zusammen. Naomie Harris als weiblicher Sidekick ist dann auch eine ziemliche Verschwendung von Talent, da ihre Rolle viel mehr Leinwandzeit vertragen hätte und leider eben doch nur der Sidekick geblieben ist. Wirklich Spaß hat eigentlich nur Jeffrey Dean Morgans Harvey Russel gemacht, der Cowboy im schicken Anzug. Keine Vorgeschichte, keine Charakterisierung, sondern einfach nur eine coole Socke. Genau das, was Rampage zumindest noch halbwegs erträglich gemacht hat.

Das Fazit

Wenn man sich einen Film wie Rampage ansieht, dann weiß man an sich, dass man keine große Erwartungen haben sollte, sondern sich nur auf ein bisschen sinnlose „Monsterkloppe“ einstellen sollte. Leider zögert Rampage diese viel zu lange heraus und setzt sie dann nicht einmal wirklich gut um, so dass ein Film entsteht, der es schafft nicht vorhandene Erwartungen nicht zu erfüllen. Das haben wir von The Rock schon einmal besser gesehen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

Rampage – Big meets Bigger läuft seit dem 10.05.2018 in den deutschen Kinos.

Frühstück mit Kängurus

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Ein Vorwort

Er gilt als einer der besten Autoren für Reiseliteratur. Bill Bryson. Während mich seine Berichte über Großbritannien (Reif für die Insel) und die USA (Streiflichter aus Amerika) nicht so wirklich begeistern konnten, rief ich mir ins Gedächtnis, dass nun mal alle guten Dinge drei sind. So gab ich Mr. Bryson noch eine Chance und legte mir sein Werk „Frühstück mit Kängurus“ zu, da es mir noch einmal von einer Freundin empfohlen wurde. Wagemutig nahm ich es also als eines von drei Büchern mit in meinen Marokkourlaub, wohl wissend, dass wenn es mich wieder langweilt, ich nicht so schnell an ein Ersatzbuch kommen würde. Aber ob es nun die marokkanische Sonne war, die im März während in Deutschland alle froren auf meinen Bauch schien, oder das fremdländische Australien war, auf jeden Fall bereute ich meine Entscheidung nicht!

Die Handlung

Bill Bryson unternimmt insgesamt drei Reisen nach Australien, über die er auch genauer berichtet. Eine Zugreise von West nach Ost, eine Reise entlang der Ostküste und eine Reise ins Outback. Alle Reisen beschreibt er mit einer hübschen Portion Witz und Selbstironie und verpackt das ganze mit Geschichten rund um das Australien, das bisher kaum einer kennenlernte.

Meine Meinung

Der Schreibstil von Bill Bryson war auch bei den vorherigen Werken nie das Problem beim Lesen. Denn Witz und Selbstironie wechseln sich hier gekonnt mit Pointen und interessanten Hintergrundgeschichten ab, so dass das Lesen einem leicht fällt. In diesem Werk sind diese Hintergrundgeschichten jedoch wesentlich spannender, als noch in Reif für die Insel. Vielleicht ein Punkt, wieso sich Frühstück mit Kängurus so wunderbar einfach weg liest. Die knapp über 400 Seiten gehen nahtlos ineinander über und gäbe es keine klare Kapitelabgrenzungen, dann würde man wohl das ganze Buch einfach in einem Stück lesen.
Das Buch teilt sich in drei Abschnitte, wobei der zweite Teil (der gleichzeitig auch der interessanteste ist) den größten Platz einnimmt. Jeder beschäftigt sich mit einer von den drei Reisen Brysons. Die erste mit der Zugreise von West- nach Ostaustralien war wohl auch die Reise, die am wenigsten spannend war. Das dürfte wohl daran liegen, dass Bryson dort die meiste Zeit im Zug saß und nur ab und an mal nach draußen sah. Doch wer diesen Abschnitt geschafft hat, bekommt das Herzstück des Buches präsentiert. Das liegt vor allem daran, dass die Ostküste von Adelaide, Canberra, Melbourne und Sydney (unter anderem) handelt und dies auch dem Australienfremden ein Begriff sein dürfte. Der dritte Teil, der sich mit dem Outback befasst, wurde dann wieder etwas langatmiger, aber immer noch spannend, auch wenn der bekannteste Ort hier Alice Springs mit dem Uluru (ehemals Ayers Rock) sein dürfte. Auf jeden Fall lernt man Australien aus den verschiedenen geographischen Gesichtspunkten kennen. Aber Bryson lässt es sich nicht nehmen, den Leser auch hinsichtlich der australischen Geschichte aufzuklären und dabei auch das unliebsame Kapitel der Aborigines nicht auszulassen, lässt aber auch hier immer wieder Meinungen von Australiern einfließen, so dass es keine reine Außenbetrachtung wird. Ebenso spricht er Politik, Wirtschaft und Städteplanung mit an, so dass für gute Abwechslung der Anekdoten gesorgt ist.
Der wichtigste Aspekt ist aber, dass man während des gesamten Buches Brysons Begeisterung für das Land spürt und dabei unweigerlich das Fernweh geweckt wird. Die Begeisterung schlägt auf den Leser über und man merkt, wie man im Kopf die Preise für Australien überschlägt und durchrechnet, wie lange man dafür sparen muss. Und das ist das größte Kompliment, dass man einer Reiseliteratur machen kann.

Das Fazit

Frühstück mit Kängurus ist witzig und gleichzeitig interessant geschrieben, lässt sich gut weg lesen und schürt dabei ordentlich das Fernweh. Bisher Brysons stärkstes Werk (gemessen an den bisher gelesenen).